Interview mit Alisa Frey


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WFM Alisa Frey

 WFM Alisa Frey begeistert nicht nur den Nachwuchs

 

Vor kurzem schon erreichte uns ein schöner Bericht von WFM Alisa Frey über das Lady Chess 2014 in Köge, Dänemark. Nun hatte die vielbeschäftigte Studentin aus Köln aber auch einmal Zeit Herrn Jittenmeier vom Schach-Ticker ein paar Fragen zu ihrem schachlichen Engagement zu beantworten.

 

ST: Alisa, wer das deutsche Frauenschach etwas beobachtet, könnte in den letzten Jahren über deinen Namen gestolpert sein. Du wurdest 2011 Deutsche Vizemeisterin, wurdest geteilte Zweite beim Juniorinnen Turnier in Erfurt in diesem Jahr, über das wir ausgiebig berichtet hatten, und hast letzten Monat auf der Deutschen Frauen Schnellschachmeisterschaft einen guten 3. Platz belegt. Die letzten Jahre warst du auch im Frauenbundesligabetrieb beim TSV Schott Mainz die Spielerin mit den meisten Einsätzen. Dennoch hast du nach der letzten Saison deinen Weggang von Mainz zu den Schachfreunden Friedberg beschlossen, wie kam es dazu?

 

Alisa Frey: Da meine Freundin Anna Endress beschlossen hatte nach Friedberg zu wechseln und auch Melanie Ohme für die Friedberger Burgfräuleins ans Brett geht, gab es für mich einen ersten Reiz die Sache zu durchdenken. Das Angebot das erste Brett in der zweiten Liga fest zu bekommen, mit der Option zur ersten Liga, war dann sportlich gesehen – auch nach dem Mainzer Abstieg – ein überzeugendes Argument. Zudem finde ich das Projekt der Schachfreunde Friedberg in jede Grundschulklasse ein Schachbrett bringen zu wollen sehr förderungswert, da ich mich selbst auch gerne dafür einsetze Menschen und besonders Kinder fürs Schach zu begeistern.

 

ST: Das ist ein schönes, aber auch ambitioniertes Projekt, viel Erfolg bei der Umsetzung! Wo setzt du dich denn selbst dafür ein Menschen für Schach zu begeistern?

 

Alisa Frey: Ich habe früher in meinem Heimatverein dem SC Ersingen (im wundervollen Baden gelegen) bis zu meinem Wegzug Kinder- und Jugendtraining gemacht, sowie an meinem Gymnasium die Schach-AG geleitet und war, nachdem ich selbst zu alt für Jugendmeisterschaften geworden bin, einige Jahre als Landesbetreuerin für meinen Landesverband Baden auf der DJEM aktiv. Deshalb hatte mich Großmeister Sebastian Siebrecht vor einem guten Jahr angesprochen, ob ich nicht bei den von ihm initiierten Schachwochen Lust hätte mitzuwirken. Er organisiert dabei meist für mehrere Tage oder eine ganze Woche ein Event in einem Einkaufscenter, an dem wir meist im Laufe der Tage hunderten von Kindern das Schachspiel näherbringen und Schach auf diversen Wegen promoten. Das ist wirklich immer schön zu sehen, wie begeistert viele Kinder von Schach sind. Außerdem leite ich seit diesem Semester den Schachkurs beim Kölner Hochschulsport, der sich schon nach ein paar Wochen großer Beliebtheit erfreut. Man hat dort einiges in Werbung investiert und schöne Plakate in der ganzen Uni aufgehängt um den Schachsport an den Kölner Hochschulen wieder beliebter zu machen. Ich denke wir könnten damit sicher ein Vorbild für viele andere Hochschulen sein. Des Weiteren bin ich seit kurzem Frauenreferentin beim Badischen Schachverband und engagiere mich dort dafür u.a. verbandsintern die Schachspielerinnen zu vertreten und den Spielbetrieb wiederzubeleben.

 

ST: Somit erklärt sich auch das „vielbeschäftigt“ aus der Einleitung zu diesem Interview. Nun ist dem aber noch nicht genug, denn wie auch andere Burgfräuleins, hast du seit deinem Wechsel eine eigene Facebook-Seite, die ich persönlich auch durch die netten Berichte sehr gelungen finde. Die Friedberger Burgfräuleins sind ja in Sachen Öffentlichkeitsarbeit sicherlich führend in der Frauenbundesliga, wenn schon nicht schachlich. Schreibst du auf deiner Seite dann über deine Bundesligaeinsätze?

 

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Alisa Frey für den Schachsport unterwegs

Alisa Frey: Unter anderem, ja. Es stimmt, wir sind was die Öffentlichkeitsarbeit angeht sehr aktiv. Ich schreibe natürlich über meine Erlebnisse mit dem Friedberger Bundesligateam, aber nicht nur – denn schachlich passiert ja noch viel mehr. Ich berichte ausführlich nach oder auch von den Turnieren an denen ich teilnehme, Meisterschaften, Länderkämpfe und anderen Veranstaltungen. Ich versuche allerdings mich auf schachliche Inhalte zu reduzieren. Wenn möglich dann natürlich auch immer mit Partieausschnitten und weiteren visuellen Eindrücken. Außerdem werde ich, wenn es mir zeitlich möglich ist, in Zukunft auch versuchen den ein oder anderen persönlichen Bericht für den Schach-Ticker zu schreiben, auf meiner Seite bei Facebook gibt es allerdings öfter etwas von mir zu lesen.

 

ST: Es freut mich, dass du uns in Zukunft einige Einblicke in deine Turniererfahrungen geben willst, hast du denn schon konkrete Pläne, was das nächste Turnier für dich sein wird?

 

Alisa Frey: Ja, ich werde voraussichtlich nach Erfurt zurückkehren. Nach Weihnachten findet dort ein Turnier an gleicher Ort und Stelle, wie schon im Sommer, statt. Der Ausrichter ist dort sehr bemüht auch viele Schachspielerinnen an die Bretter zu kriegen, was nach der aktuellen Voranmeldeliste auch ganz gut aussieht, wenn man einen Blick auf die Frauenquote wirft 😉

 

ST: Das klingt doch interessant! Ich danke dir, Alisa, für deine Antworten und Ausführungen. Wir freuen uns demnächst mehr von dir zu lesen und wünschen dir schon jetzt viel Erfolg für dein nächstes Turnier.

 

PS: Alisas persönliche Berichterstattung findet sich übrigens auf der oben erwähnten Facebook-Seite

 

www.facebook.com/wfmalisafrey

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