Der „goldene Herbst“ ist vorbei


Rückblick auf die Frauen-Bundesliga vom Wochenende in Halle von USV Volksbank-Mannschaftsleiter JÜRGEN LUTHER

 

Am vergangenen Wochenende trafen in den Runden 3 und 4 die bis dahin aktuell auf den Plätzen 1 bis 3 liegenden Mannschaften von Schwäbisch Hall, SK Großlehna, und Gastgeber USV Volksbank Halle sowie shotCAE9VVFFmit den SF Friedberg der Drittplatzierte des letzten Jahres, aufeinander. Spannung war also vorprogrammiert. Auch der MDR hat sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen und wird am Dienstag ab 19:00 Uhr einen Bericht im Fernsehen ausstrahlen. Wir spielten diesmal in der Uni Halle, da der schöne Spielsaal der Volksbank uns aus technischen Gründen nicht zur Verfügung stand.

 

Leider hatte ich auch nicht alle Spielerinnen an Bord. Tatiana Kononenko hätte gern gespielt. Aber nach ihrer Flucht aus Kramatorsk ( Ostukraine) nach Russland auf Grund der kriegerischen Auseinandersetzungen bekommt sie zur Zeit kein Einreisevisum nach Deutschland. Hoffen wir für die Zukunft das Beste.

 

Nun zum Spiel am Samstag. Unser Gegner von Schwäbisch Hall trat mit einer sehr starken Mannschaft an. So hatten sie an vier von sechs Brettern ein deutliches Wertzahlplus. Das Ziel, ihnen dennoch einen Mannschaftspunkt abzuknöpfen, schien bis ca. drei Stunden Spielzeit durchaus möglich. An allen Brettern standen wir recht gut. An Brett vier bei unserer Neuverpflichtung Margarita Voiska sogar besser. Dann verlor aber Claudia Borriss an Brett sechs einen Bauern, statt in der Abwicklung einen zu gewinnen und der Wettkampf begann zu kippen. Nach dreieinhalb Stunden remisierte Nikoletta Lakos an Brett drei. Ildiko Madl an Brett zwei musste sich nach vier Stunden in einem Turmendspiel geschlagen geben. Fast zeitgleich eine halbe Stunde später holten wir den nächsten halben Punkt durch Natalia Straub an Brett vier und den ganzen von Margarita Voiska an Brett fünf zum Zwischenstand von 2 zu 2. Ein prima Einstand von Margarita. Nach knapp fünf Stunden mussten sich dann aber Tatiana Melamed an Brett eins und Claudia Borriss an Brett sechs geschlagen geben. Wir verloren somit 2 zu 4. Neuer Tabellenführer, zumindest bis Sonntag, war damit Schwäbisch Hall. Glückwunsch! Im Parallelwettkampf trennte sich die SK Großlehna von Friedberg 3:3 unentschieden.

 

Am Sonntag startete pünktlich 9:00 Uhr die 4.Runde. Wir spielten gegen die Burgfräuleins aus Friedberg. In den letzten Jahren immer ein Wettkampf mit knappen Ergebnissen. Nach einer Stunde trennten sich die beiden Nationalspielerinnen Tatjana Melamed und Melanie Ohme an Brett eins remis. O.k. so! Eine Stunde später willigte Claudia Borriss an Brett sechs mit den schwarzen Steinen spielend gegen Anna Endress ebenfalls ins Remis ein. Die Stellung war wohl etwas schlechter, also auch dieser Ausgang der Partie in unserem Sinne. Nikoletta Lakos an Brett drei stand gegen Adriana Nikolova zunehmend besser. Ein Figurenopfer, welches ihre Gegnerin aber nicht annahm, brachte Nikoletta endgültig auf die Gewinnerstrasse. Es sollte aber insgesamt fünf Stunden dauern, bis sie den vollen Punkt bekam. Bis dahin war es spannend, denn Margarita Voiska an Brett fünf opferte Material, um einen Mattangriff zu inszenieren. Ihre Gegnerin wehrte diesen aber gekonnt ab, und als alle dachten, das war es jetzt für Margarita, setzte die elfmalige bulgarische Landesmeisterin doch noch Matt. Ich denke, hier hatten wir einfach mal Glück!

 

Inzwischen konnte Natalia Straub remisieren, sodass ich Ildiko Madl in besserer Stellung remis anbieten ließ, was ihre Gegnerin wohl oder übel annehmen musste, wenn sie nicht doch noch verlieren wollte. Mit dem Punkt von Nikoletta gewannen wir dann schließlich 4:2. Im Parallelwettkampf siegte erneut Schwäbisch Hall – dieses Mal gegen unseren Reisepartner Großlehna mit 3,5:2,5.

 

Für unser Team ist der „goldene Herbst“ vorbei J 🙂 🙂 🙂 . Wir liegen jetzt gemeinsam mit Titelverteidiger Bad Königshofen auf Platz drei, und das ist gut so!

 

In zwei Wochen am 14. Dezember steht gibt es dann die Einzelrunde gegen Großlehna – erneut in Halle. Hoffen wir also auf einen guten Jahresabschluss!

 

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