Alexander und Raj waren die Ersten …


Dr. Dirk Jordan (Foto) hat mit dem UKA GERMAN MASTERS ein neues Turnierformat erfunden, das beim Schachfestival in Dresden im August Premiere hat

 

Dieser Mann, der promovierter Mathematiker ist, hat Ideen für mehr als ein Leben. Und was an Dr. Dirk JordDr-Dirk-Jordanan dazu noch bemerkenswert ist: Er lässt nicht als Erfinbillionphotos-1209956_128x128der andere für sich machen, sondern wird stets auch Macher bleiben!

 

– Der Women Chess Cup, der anlässlich der Fußball-WM in Deutschland im Sommer 2006 ausgetragen wurde und bei dem das „Traumfinale“ Zsuszsa Polgar [USA] gegen Elisabeth Pähtz gewann.

 

– Die Weltmeisterschaften der Behinderten Schachspieler [Blinde, Taube und körperlich Versehrte „sprechen eine Sprache“ – Schach!], zunächst als Test und jetzt offiziell

 

– Oder das Projekt Kinderschach in Deutschland [Webseite www.kinderschach-in-deutschland.de ]

 

– Natürlich das PEGASUS Chess Summit, besser bekannt als Schachlegenden-Treffen, dass 2012 Premiere hatte und dessen Höhepunkt stets eine Großmeisterpartie mit dem Lebendschachensemble Ströbeck auf dem Neumarkt vor der Kulisse der weltberühmten Frauenkirche ist.

 

Dass er mit der Schacholympiade, den Europameisterschaften und Mannschafts-EM- und WM der Senioren attraktive Veranstaltungen nach Elbflorenz geholt hat und immer wieder mit seinem Team ausrichtet, sei ebenso erwähnt wie die gerade laufende 14. Saison der Deutschen Amateurmeisterschaft im Schach, dessen Finale im Juni in Wiesbaden-Niedernhausen stattfindet [ https://www.ramada-cup.de/ ].

 

Und dazu gehört selbstverständlich alljährlich im Sommer auch das Schachfestival Dresden, in deren Mittelpunkt das traditionelle Internationale ZMDI Open steht, dessen 14. Auflage in diesem Jahr ansteht.

 

Wenn sich ein solcher Event über mehr als ein Jahrzehnt bewährt hat und in sicheren Fahrwasser ist, was auch das Sponsoring angeht, so heißt das für Dr. Jordan freilich keineswegs, sich nun zufrieden zu geben. Im Gegenteil! Der Mann ist ein Suchender. Im konkreten Fall auch einer nach neuen Turnierformen. Und, wie mir scheint: Mit seinem neuesten Projekt hat er ein Format gefunden, dass es mehr als einen gesicherten Testlauf von drei Jahren verdient. Da bin ich mir jedenfalls schon jetzt sicher – „Wetten, dass …?“

 

Als Partner nicht nur für die Premiere vom 15.-23. August hat er für den Veranstalter ZMDI Schachfestival Dresden e.V. mit dem Deutschen Schachbund und der Umweltgerechten Kraftanlagenbau GmbH Meißen [UKA] – dem Hauptsponsor der Nationalmannschaft – zwei wichtige Partner gewinnen können, die von der neuen Turnierform des UKA German Masters überzeugt sind.

 

Und es gibt sogar schon die ersten beiden Anmeldungen mit dem Schachprinzen Alexander Donchenko und Schach-Chefredakteur Raj Tischbierek, der kürzlich im deutschen Silber-Team bei der Senioren-Mannschaftsweltmeisterschaft in der Klasse 50 plus stand.

 

Bei einer Begegnung am Rande der Jubiläumsgala zum 80. Geburtstag von Wolfgang Uhlmann in Dresden hat mir Dr. Jordan den ebenso einfachen wie attraktiven Modus erklärt.

 

Das UKA GERMAN MASTERS wird mit sechs Spielern als Rundenturnier ausgetragen, wobei dafür die drei besten der nationalen Rangliste [Stand 1. August] gesetzt sind. Aktuell wären das Arkadij Naiditsch [Elo 2720], und dahinter folgt fast gleichauf ein Trio Georg Meier [2653], der Schach-Deutsche Liviu Dieter Nisipeanu [2651] und Daniel Fridman [2650]. Und wenn er denn wieder aktiv spielen würde, hätte Jan Gustafsson [2639] durchaus auch noch seine Chance auf einen dieser drei Setzranglistenplätze.

 

3 plus 3 macht sechs. Das fehlende Trio kann sich aus dem so genannten CHALLENGE für das Masters qualifizieren. Dafür ist in einem neun rundigen Schnellschach-Turnier [25 Minuten plus 10 Sekunden Bonus pro Zug] Platz 1 bis 3 nötig. Gespielt werden dabei an drei Tagen jeweils drei Partien [15.-17.August].

 

Fragt sich nun: Wer kann an dem CHALLENGE teilnehmen? Auch dafür hat Dirk Jordan einen attraktiven Modus gefunden. Es gibt nämlich zwei Voraussetzungen: Zum Einen muss man – egal ob Frau oder Mann – einen internationalen Titel tragen und aus Deutschland kommen. Zum Anderen sind aber per 1. August mehr als 2200 Elopunkte vorzuweisen.

 

Ich habe für die beiden Kriterien einmal die deutsche Frauen-Rangliste befragt [Stand 1. April 2014], wer denn danach startberechtigt wäre. Also es sind genau 18 mit Elisabeth Pähtz an der Spitze.

 

Was die Männer angeht, so ist das schwieriger, zu ermitteln. Von den TOP 100 könnten alle dabei sein, und die FIDE-Liste weist für Deutschland allein 84 Großmeister und 244 Internationale Meister aus, die auch aktiv sind …

 

Mann darf also gespannt sein, wer sich nach Alexander [Elo 2567/Rang 20] und Raj [2442/95] noch anmelden wird. Online ist das unter dem Link www.schachfestival.de bis 30. Juni möglich.

 

Was das Startgeld angeht, so hat sich der Doktor der Mathematik auch etwas besonderes einfallen lassen. Für jeden Spieler gibt es eine individuelle Teilnehmergebühr nach der Formel Höchste aktuelle deutsche ELO minus persönliche ELO geteilt durch 10. Das wären dann beim folgenden Beispiel 2720 [Naiditsch] minus 2201 [Grundvoraussetzung] = 519 geteilt durch 10 = 51,90 €.

 

Die drei Erstplatzieren des CHALLENGE-Wettbewerbs hätten im MASTERS – selbst wenn sie dort nur die Plätze 4, 5 und 6 belegen würden – 2000, 1500 oder 1000 € Preisgeld sicher.

Insgesamt kommen 15.000 € in diesem Turnier zur Ausschüttung. Den drei Erstplatzierten winken 5000, 3000 und 2500 €.

 

Ein Clou der neuen Turnierform ist auch, dass alle nicht für das MASTERS qualifizierten Teilnehmer weiter beim DRESDNER SCHACHSOMMER [15. bis 23. August] dabei sein können, wenn sie denn wollen. Wer nämlich beim CHALLENGE mehr als 50 Prozent erreicht hat, der steigt beim ZMDI OPEN mit drei Punkten in Runde 4 ein, bei weniger auf dem Konto als 4,5 Zähler sind es dann immerhin noch zwei.

 

DSB-Präsident Herbert Bastian merkte übrigens in einem Statement an: „Das Format des UKA German Masters wurde bereits im letzten Jahr von Dr. Dirk Jordan ausgearbeitet und punktet durch seine Kreativität. Es freut mich besonders, dass es in diesem Jahr mit Hilfe unseres Hauptsponsors UKA zu einer Realisierung kommt. Ich wünsche der Premiere dieses für Deutschland neuen Konzeptes einen sehr guten Start und freue mich schon jetzt auf das Turnier.“

 

Nicht auszuschließen ist, dass der 62-Jährige IM – vorausgesetzt sein Zeitplan lässt es zu – selbst in das CHALLENGE einsteigt. Zutrauen würde ich es Herbert Bastian, der seit 1972 bisher 24 Mal an deutschen Einzelmeisterschaften teilgenommen hat und in Saarbrücken im Dezember ein „silbernes Jubiläum feiert wird, in jedem Fall. Herbert Bastian [10. Dezember 1952] ist eben nicht nur ein engagierter Schachfunktionär, sondern ein ebenso leidenschaftlicher Schachspieler!

 

Wenn Sie persönlich noch Fragen haben – wir haben Ihnen zur Information einen Flyer des Veranstalters bereit gestellt – dann einfach die Webseite www.schachfestival.de   besuchen oder eine E-Mail an die nachfolgende Adresse schicken: info@schachfestvial,de .

 

Ich kann abschließend nur sagen: Tolle Idee mit Nachhaltigkeit und dem Team um Dr. Dirk Jordan viel Erfolg wünschen. Dass der Mann wirklich ein „goldenes Händchen“ für außergewöhnliche Veranstaltungen besitzt, die den Schachsport in der Öffentlichkeit im wahrsten Sinn des Wortes populär machen, wie ich eingangs schon hinreichend aufgezeigt habe …

 

Raymund Stolze

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