So sehe ich das … [22]


Frauen-Super-Team des deutschen Vizemeister SK Schwäbisch Hall ohne Perspektive – Ein Hintergrundbeitrag vom ehemaligen SHA-Capitain MARIO MEINEL

 

Von links nach rechts: Karina Ambartsumova, Irina Bulmaga, Alina Kashlinskaya, Ekaterina Atalik, Jana Zpevakova, Deimante Daulyte

Von links nach rechts: Karina Ambartsumova, Irina Bulmaga, Alina Kashlinskaya, Ekaterina Atalik, Jana Zpevakova, Deimante Daulyte

Drei Wochen sind seit meinem Radiointerview vergangen [Link: https://www.sthoerfunk.de/blog/post.php?s=2015-05-31-jetzt-steh-ich-da-habe-ein-super-team-und-keine-perspektive ]. Eine Entscheidung über das Wohl des Frauenteams konnte das Präsidium des SK Schwäbisch Hall bis heute noch nicht fällen! Das letzte E-Mail an die Damen [19. Juni] deutet jetzt auf eine Entscheidung am 31. Juli hin!

 

Laut der Jahreshauptversammlung [JHV] im April fehlen 20.000 € für das Team. Nur das Absurde an dieser Geschichte ist, das Herrenteam rüstet weiter auf. Die Großmeister Jewgeni Postny, GM Sebastian Bogner und Peter Michalik wurden neu verpflichtet. GM Dimitri Jakowenko wird wohl bleiben. Ein weiterer Chinese neben GM Li Chao b soll kommen. Die Gerüchte um einen Wechsel von Maxim Rodshtein nach SHA machen hier die Runde. Das alles, obwohl der 1. Vorsitzende Michael Riedel persönlich in der Veranstaltung zu einem rigorosen Sparkurs geraten hat.

 

Wie geht es weiter mit dem Frauenteam? Der 1. Vorsitzende Michael Riedel erlaubt nun den Damen zu wechseln! Möchte einige in der Verbandsliga Nord einbauen mit den IMs Aguetaz und Minh. In diesem B-Team spielen unsere langjährigen Freunde aus Tschechien IM Zpevak und FM Mudrak.

 

Was nun ? Keine Damen, aber ein zweites Profiteam ? Man möchte mit den Herren 2 in die Oberliga steht in dieser E-Mail. Wenn man alles überschlägt kostet dieses Team genau so viel wie ein Team in der Frauen-Bundesliga, nämlich 20.000 €.

 

Natürlich ist meine Enttäuschung riesig. Drei Jahre harte Arbeit, Urlaub, Geld und viel Energie, habe ich reingestreckt, und nun stehen wir vor dem nichts. Meine Frau die mich in all dieser Zeit unterstützt hat und für die jungen Damen eine Art Ersatzmutter war, ist ziemlich sauer auf die Art und Weise des Endes meiner Tätigkeit beim SK SHA.

 

Fünf Jahre im Vorstand, vier Jahre Betreuer Herren 1, zwei Jahre Betreuer Herren 2, drei Jahre Captain der Damen, Organisator des Spielortes in den Stadtwerken und im Vereinsheim – das alles wurde mit einer Selbstverständlichkeit bei der JHV revidiert. Der Meinel geht oder wir zahlen nicht sagten die privaten Sponsoren.

 

Auch das ich vor der JHV dem 1. Vorsitzenden 5000 € von meinem eigenem Geld bot, half nichts! Er war nicht bereit mir 9000 € von dem Geld der Hauptsponsoren zu geben. Ich wollte den Etat der Damen auf 18.000 2€ drücken!

 

Man war nicht bereit auf die möglichen Vorschläge einzugehen. Man drohte mir lieber Strafanzeige wegen Beleidigung. Die Frauen spielen schlecht, wurde in der JHV behauptet ! Dieser Satz war schon unterste Schublade. Wer melden die Damen an, ist kein Geld da melden wir ab und zahlen die Strafe. Das ist in meinen Augen höchst unfair und dafür gebe ich meinen Namen nicht her.

 

So blieb mir nichts anderes übrig als mein Amt sofort niederzulegen. Nach 38 Jahren in Verein und über 300 Spielen so ein Abgang! Auf ein Danke für den Vizetitel warte ich heute noch! Weder der 1. noch der 2. Vorsitzende hat mir gratuliert.

 

Ich bin sehr stolz auf dieses Frauen-Mannschaft. Teamgeist, Freundschaft und ein familiäres Umfeld bringen einige Prozente mehr! Dadurch auch Platz 2 !

 

Frauenschach ist: Emotional, Leidenschaft, spannend, Schönheit und lebt von Fehlern, die auch ein Amateurspieler versteht.

 

Wie geht es weiter? Ich habe keine Idee, für mich gibt es kein Zurück mehr. Auch bei Dr. Thomas Marschner, der als Pressreferent in unserer ersten Bundesliga-Saison regelmäßig auch Beiträge für den Schach-Ticker geschrieben hat, nehmen die Zweifel zu und er denkt über eine Rückkehr nach Eppstein nach.

 

Es ist leider ein Klub im Klub entstanden, viele sahen das Damenteam als einen Marketing-Gag. Das Team wird jetzt wie ein altes Spielzeug entsorgt.

 

In drei Jahren von der Regionalliga in den Europacup, bester Aufsteiger aller Zeiten und deutscher Vizemeister, das Alles haben der Verein dem Team und mir nicht zugetraut.

 

Ich habe es bewiesen und jetzt?

 

Es gibt keine Sieger nur Verlierer und das ist der SK Schwäbisch Hall!

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