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„Schach im Bild” – Eine Kolumne von ROSEMARIE J. PFORTNER
 

Schach im Bild

Natürlich ist das Internet ein idealer Platz, um neue Ideen und Anregungen zu finden. So ist unser Webmaster Franz Jittenmeier auf das Portal KUNST & SCHACH [https://www.kunstundschach-rjp.com/] von RoseMarie J. Pfortner gestoßen. Unsere Anfrage, ob Sie nicht monatlich eine Kolumne zu diesem Thema schreiben könnte, fand sofort ihre Zustimmung, und so erschien am 15. Oktober ihr erster Beitrag [ https://www.chess-international.de/Archive/29323 ] in der gleichnamigen Kolumne. Heute nun folgt mit „Schach im Bild“ ihre bereits zehnte Geschichte.

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Schach-Bilder gibt es unendliche viele: Auf Pergament verzeichnet, dokumentieren sie die Anfänge des Schachs. Dann die herrlichen Kunstwerke aus dem Mittelalter bis hin zu den heutigen Karikaturen und Comic-Zeichnungen. Schach-Steine gibt es auch in allen Variationen und Materialien. Wirklich wunderbare „Kunststücke“ gibt es auf diesem Feld. Apropos Feld: Auch das Schach-Brett mit seinen 64 Feldern inspiriert die Künstler zu wunderschönen Werken.

 

Schach-Bilder sind oft so inhaltsreich, dass man aus einem einzigen Bild viele kleine weitere eigenständige Kunstwerke schaffen kann – was ich auch schon seit einiger Zeit praktiziere. Aus einem vollständigen (natürlich nur selbstgezeichnetem) Bild entnehme ich beispielsweise Teile, die – für sich allein – bereits soviel Inhalt aufweisen, dass ein ganz neues Kunstwerk daraus entsteht. Auf diese Weise kann ich Details, die im ursprünglichen Bild zwar dazugehören – aber nicht ins Auge gefallen sind – aus der „Masse“ hervorheben und ihrer Schönheit separat Raum verschaffen.

 

Das ist in der Regel erst einmal das Gesicht – das Mienenspiel – des Spielers, wenn es ganz starke Emotionen ausdrückt. Hier ist eine Abbildung der Schachfiguren gar nicht von Nöten – man kann den Blick des Spielers auf sie sogar ohne sie zu sehen ganz deutlich erahnen, ja sogar spüren …

 

Diese interessanten Darstellungen sind eigentlich nur beim Schach möglich; bei anderen Sportarten spiegelt sich höchste Konzentration eher durch verzerrte Gesichtszüge wider … Detailausschnitte, die nur Schachfiguren zeigen, ergeben auch wunderschöne Bilder – das geht sogar bis hin zur Abbildung einer einzigen Schachfigur. Meinen Pastell-Schachkönig z.B. konnte ich – abgetrennt vom ursprünglichen Gemälde, wo er als „Beiwerk“ die künstlerische Umsetzung eines Themas unterstreicht – bereits sehr viele Male als Hauptbildelement in Szene setzen. Dann liebe ich Abbildungen, wenn eine Hand eine Schachfigur ergreift – in koketter spielerischer Form kann es auch mal ein Fuß sein, der den Stein berührt …

 

Ich will damit festhalten, dass Hand oder Fuß nur ausführen, was der Kopf entschieden hat – ein Verweis auf die Denkarbeit des Kopfes – des Geistes!! Und das ist viel mehr, als per Knopfdruck ein Computer-Programm oder einen Schach-Roboter in Gang zu setzen. O.K., ich will diese Dinge nicht schlecht reden, zu Übungszwecken sind sie bestimmt eine große, ja sogar ganz große Hilfe – aber ihnen fehlt das gewisse „Etwas“ was ihren Einzug in die Kunst berechtigen würde …

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