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Plätze 1 bis 3

Plätze 1 bis 3

Ein Beitrag von Dirk Hirse – Die Hauptüberschrift könnte auch lauten: Viele Spieler aus vielen Ländern verbrachten ein schönes langes Schachwochenende in entspannter Atmosphäre. Ich schreibe aus der Sicht des Veranstalters und muss sagen: Das 8. Pfalz Open hat bisher alle vorherigen getoppt! So viele nette Leute, großartige Spieler (mit denen man auch mal ein Schwätzchen halten konnte) gab’s bisher noch nicht. Kaum Klagen über zu kalte oder zu warme Räume, das Essen oder den Platz am Brett. Prima. Ein großer Dank dafür an alle Teilnehmer. Ein noch größerer Dank geht an unser Team, das wieder mal fleißig vor und hinter den Kulissen aktiv war. Es ist wirklich nicht selbstverständlich einerseits selbst am Brett zu sitzen und in der knappen Pause noch Namensschilder zu räumen, die Spielsäle wieder herzurichten und die leeren Flaschen einzusammeln. Das Ganze für ein Frikadellenbrötchen zwischendurch und eine Cola. Aber nur genau mit diesem Engagement ist es möglich eine solche Mammutveranstaltung durchzuziehen. Genug der Prosa, zurück zum Sport:

Bericht von Ursula Hielscher - Schwerpunkt B-Open

IM Krill gewinnt Pfalz-Open

Nachdem der 14 jährige IM bereits nach 6 Runden 6 Punkte hatte, ließ er die letzten drei Runden austrudeln und spielte jeweils Remis (wahrscheinlich waren es ausgekämpfte Remis, aber ich war mit meinen eigenen Partien beschäftigt und konnte somit seine Partien nicht verfolgen). Mit 7,5 Punkten und dem besseren Gegnerschnitt gewann er hauchdünn vor GM Niclas Huschenbeth, der auch 7,5 Punkte erzielte.

Dritter wurde der Startranglistenerste GM Zdenko Kozul mit 7 Punkten, der gegen Kirill verloren hat gefolgt von fünf weiteren Spielern mit 7 Punkten.

Beste Frau wurde IM Ekaterina Atalik, die 6 Punkte erzielen konnte.

Bester Jugendlicher nach dem Turniersieger wurde der rumänische Großmeister Daniel Deac Bogdan mit 6,5 Punkten. Benedict Krause aus dem schönsten Bundesland Deutschlands vom SK Norderstedt erzielte seine 2. IM Norm.

Ursula Hielscher

Ursula Hielscher

Das B-Turnier, welches 2 Runden weniger und somit schon am Rosenmontag zu Ende war, war bis zum Schluss sehr spannend. Es gewann auch hier ein Jugendlicher, der 12 jährige Paul Hinrichs vom SK Bingen holte 6,5 Punkte und lag damit einen halben Punkt vor den ebenfalls jugendlichen Spielern Maximilian Wensing  und Sabrina Ley.

Um den Frauenpreis wurde bis zur letzten Runde gekämpft. Während ich schon seit der 3. Runde keine Chance mehr auf diesen Preis hatte, kämpften Sabrina Ley, Carolin Valeria Diener, Alina Damrich und Monica Braje hart um diesen Preis. Das Rennen machte schließlich Sabrina Ley, die in der letzten Runde gewinnen konnte und Gesamtdritte wurde. Dadurch fiel der Frauenpreis an Alina Damrich, denn die zweitbeste Frau (Carolin Valeria Diener) bekam den höher dotierten Preis für den 4. Preis.

Überhaupt spielten in allen Turnieren sehr viele Jugendliche und Frauen und sogar jugendliche Frauen mit, wie ich selber zu meinem Leidwesen erleben durfte, von meinen 7 Gegnern waren 5 jugendlich und nahmen mir oft verdient meine Punkte weg. Nur in der ersten und 5. Runde konnte ich zeigen, dass ich doch über die längere Erfahrung verfüge.

Im C Turnier kamen gleich drei Spieler auf 6 Punkte (aus 7 Runden), gewonnen hat es Philip Weiskopf aus Mutterstadt, dicht gefolgt von Christian Sigl und Leon Wegener. Beste Frau wurde die 10 jährige Svenja Butenandt, bester Jugendlicher Marvin Resing.

Das Turnier hat mir trotz der mageren Ausbeute von nur 50% viel Spaß gemacht, allerdings gab es einige Kuriositäten:

So ist im A Turnier ein Spieler fast eingeschlafen (mir ist nicht bekannt, ob die Stellung so langweilig war), eine Spielerin musste unbedingt am Brett Salat essen und es gab einen Streitfall im B Turnier (wo ohne Inkrement gespielt wird), ob die 40 Züge schon geschafft worden sind oder nicht. Und viele Schachspieler haben auch nach 4 Tagen nicht gelernt, dass man die Türen auch leise zumachen kann.

Ich selber schaffte es nach Turnierende (B Turnier) eine unbeleuchtete Treppe herunterzufallen, allerdings fiel ich nicht auf die Nase, sondern zerrte mir bei der Sturzverhinderung den Oberschenkel und musste am Dienstagmorgen zum Bahnhof humpeln. Schach ist eben ein gefährlicher Sport!

Aber alles in allem war es ein schönes Turnier bei dem viele Spieler die Chance auf eine Norm hatten und diese bestimmt auch genutzt haben. Ich habe den Fokus bei den Normen aber nur auf mein Bundesland gelegt und weiß somit nicht, wer noch eine erzielt hat.

Am Montag blieb noch etwas Zeit für Kultur. Mit meinen Freunden besuchte ich das Hambacher Schloss, welches als wichtigstes Symbol der deutschen Demokratiebewegung gilt.

     

Ulla Hielscher

Plätze 4 bis 14

Plätze 4 bis 14

Im A-Turnier trumpfte von Beginn an das ukrainische Nachwuchstalent Kirill Shevchenko auf. Mit 6 Siegen in den ersten 6 Runden hatte niemand gerechnet. In den Runden 4 bis 8 saß er jeweils einem GM gegenüber, von denen er mit Karpatchev, Kozul und Kunin gleich 3 besiegen konnte. Auch den Angriff von Niclas Huschenbeth in Runde 8 wehrte er ab und ging somit ungeschlagen mit 7,5 Punkten als strahlender Sieger 2017 hervor. Neben dem Großen Preis der Sparkasse Rhein-Haardt in Höhe von 1888,- Euro wurde seine Leistung mit einer GM-Norm belohnt. GM Vladimir Baklan hat als sein Lehrer ganze Arbeit geleistet, man darf gespannt, wohin Kirill sich noch entwickeln wird.
Platz 2 sicherte sich Niclas Huschenbeth mit einem Sieg in Runde 9 gegen Karpatchev. Sein zweites Turmendspiel am Abschlusstag konnte er siegreich gestalten und brachte ihn ebenso auf 7,5 Punkte. Dahinter landeten 6 Spieler mit je 7 Punkten. Nach Wertung (Gegnerschnitt) kletterte der topgesetzte Zdenko Kozul noch aufs Treppchen. . Fotos: Thronicke.

Sieger in den Sonderwertungen:
Frauen: IM Ekaterina Atalik (SK Schwäbisch Hall)
Senioren: FM Hans Werner Ackermann (SC Hansa Dortmund)
Ratinggruppe 2000: WFM Sila Caglar
Ratinggruppe 2075: Oleksandr Kalinin
Ratinggruppe 2150: Tigran Poghosyan
Ratinggruppe 2225: Vinzent Spitzl
Ratinggruppe 2300: FM Florian Fuchs
U14: Richard Bethke
U18: GM Bogdan-Daniel Deac

Auswertung A-Open

TurnierseiteResultate
Normen

Normen

Hauptschiedsrichter Gregor Johann konnte bei der Abschlussfeier noch 4 weitere Normen übergeben:
Jana Schneider von der Spvgg. 1946 Stetten, die bereits ein großartiges Schachjahr 2016 gespielt hatte, erreichte eine WIM-Norm. Benedict Krause (SK Norderstedt) landete im Gesamtklassemnt auf Platz 18 und erhielt als Belohnung eine IM-Norm. Hinzu kamen noch je eine IA-Norm für die beiden Schiedsrichter Hans Uwe Hinrichs und Dr. Silverio J. Martinez Fernandez.

Die Turniere B und C gingen am Rosenmontag nach 7 Runden zu Ende. Bedenkzeit: 2 Stunden für 40 Züge, 30 Minuten für den Rest.

B-Turnier:
Die vorderen Plätze teilte sich die Jugend. Paul Hinrichs (SK Bingen), 12 Jahre alt, gab lediglich ein Remis ab und wurde dafür mit 488,- Euro und 51 DWZ Punkten belohnt. Einen halben Punkt dahinter landeten Maximilian Wensing (SG Ahaus-Wessum) und Sabrina Ley (SV Turm Lahnstein), beide ebenfalls U18.

DWZ-Auswertung B-Turnier:

Pfalz-Open-2017-DWZ-C
Frauen

Frauen

Das C-Turnier für Spieler bis zu einer DWZ von 1550 wurde zum ersten Mal beim Pfalz Open gespielt, 108 Anmeldungen zeigen aber, dass einer Wiederholung im nächsten Jahr nichts im Wege steht.

6 Punkte aus 7 Spielen waren nötig, um hier aufs Treppchen zu klettern. Philip Weiskopf von der TSG Mutterstadt spielte im C-Turnier von Beginn an vorne mit und konnte mit einem Kurzremis in der letzten Runde den Turniersieg sicherstellen. 288 Euro waren der Lohn.

DWZ-Auswertung C-Turnier (108 Spieler):

Pfalz-Open-2017-DWZ-B
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