Am Rande einer Veranstaltung zur Verleihung der “Goldenen Kamera” äußerte sich die Schauspielerin Heike Makatsch negativ über Schach. Sie hätte in ihrer Schauspielerkarriere niemals eine Diskriminierung erlebt, außer im Schach. „Ich war als junges Mädchen eine richtig gute Schachspielerin. Aber keiner hatte je Lust, mit mir zu spielen“, sagte sie mit Blick auf den Weltfrauentag am 8. März.

Für Männer sei es oft nicht in Frage gekommen, sich mit ihr im Schach zu messen. “Das war ein Geschlechterproblem”, sagte die 45-Jährige.

Liebe Frau Makatsch!
Ist es möglich, dass Sie einfach nur etwas gesagt haben, ohne zu überlegen welche Folgen das haben kann? Mir ist kein Fall von Diskriminierung in meiner langen Schachlaufbahn bekannt, oder bekannt geworden. Gerade beim Schach kennt man, nach meiner Ansicht,  keine Diskriminierung. Der lateinische Wahlspruch der FIDE lautet Gens una sumus („Wir sind eine Familie“). Egal welche Hautfarbe oder Herkunft. Egal ob Mann oder Frau.

Sie sind eine “Öffentliche Person” und nicht Irgendwer. Sie sollten Ihre Worte sorgfältig abwägen, besonders dann, wenn Sie mit Journalisten sprechen. Für die Medien war es natürlich ein gefundenes Fressen. Eine negative Schlagzeile über Schach, bringt viele Leser.

Was sollen Mütter jetzt ihren Kindern sagen, die den Wunsch hatten in einen Schachverein einzutreten? Wer mag in der heutigen Zeit schon Diskriminierungen. Derartige, vor allem öffentliche Äußerungen über Schach, schaden dem Schachsport.

Leider stimmt das Verhältnis von weiblichen zu männlichen Geschöpfen, die in deutschen Vereinen spielen, in keinster Weise. Möglicherweise finden Mädchen/Frauen das Schachspiel zu abstrakt oder zu langweilig. Aus eben diesem Grund bemühen sich fast alle Vereine verstärkt um weiblichen Nachwuchs, um sie vom Gegenteil zu überzeugen.
Ich weiß aus sicherer Qulle, dass gerade Mädchen besonders hofiert werden und das nicht auf Grund ihres Aussehens. Das ist in allen deutschen Vereinen ungeschriebenes Gesetz.

Liebe Frau Makatsch, mit Ihren unbedachten Äußerungen tragen Sie leider nicht dazu bei, bei  Mädchen und Frauen das Interesse an unserem wunderschönen Schachspiel zu steigern. Sie haben dem Schachsport und vor allem den interessierten Damen keinen Bärendienst erwiesen!

Vielleicht waren Sie in jungen Jahren ein wenig zickig? Das mögen natürlich Männer nicht, hat aber nichts mit Diskriminierung zu tun. Das wäre übrigens der einzige Grund für mich, nicht gegen eine Frau zu spielen. Es gibt übrigens auch Männer die “zickig” sind, Mann sagt es nur nicht.

Von Foto: © JCS /, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28838620

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