Sieben mal sieben

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Von Stefan Löffler – Keines der fünf wichtigsten Einladungsturniere konnte Magnus Carlsen dieses Jahr gewinnen. Mit seiner Dominanz sei es vorbei, meint Jan Nepomnjaschtschi. Die Konkurrenz komme inzwischen besser mit Carlsen zurecht. Außerdem falle es dem Weltmeister schwerer, sich zu motivieren, nachdem er schon alles gewonnen habe. Wenn Carlsen tatsächlich die Motivation abgeht, sollte er sich Yoshiharu Habu zum Vorbild nehmen. Der Japaner hat kürzlich einen bemerkenswerten Rekord aufgestellt. Habu gewann das renommierte Ryuo-Turnier zum siebten Mal und hat damit die sieben bedeutendsten Shogiturniere allesamt schon mindestens siebenmal gewonnen. Wer ein solches Turnier siebenmal gewonnen hat, trägt den Titel bis zu seinem Tod. Habu hält nun alle sieben Titel, auch „sieben Kronen“ genannt, auf Lebenszeit.

Die besten Shogispieler Habu (links) und Watanabe (rechts) 2014 in Tokio (Foto: Nakashi / Wiki Commons)

Shogi ist das japanische Schach. Einen Weltmeister gibt es nicht. Das klänge auch merkwürdig. Auf hohem Niveau wird Shogi nämlich nur in Japan gespielt. Alle 164 männlichen Profis sind Japaner. Und unter den 52 Berufsspielerinnen ist nur eine Nichtjapanerin, die Polin Karolina Styczinska, und das auch erst seit Februar. Der führende Spieler ist seit fast einem Vierteljahrhundert Yoshiharu Habu. 1996 schrieb er Geschichte, als er alle sieben großen Shogititel nacheinander gewann. Der 47jährige hat schon 150 Profiturniere gewonnen. Fast jedes Jahr schließt er auf der Preisgeldrangliste des Japanischen Shogiverbands als Nummer eins ab. 2013 gewann allerdings Akira Watanabe mehr. Das ist der Rivale, den Habu nun im Finale des Ryuo-Turniers besiegte… Weiterlesen auf der Online-Plattform der FAZ

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