Steinitz schlägt zurück

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In der Nachbetrachtung zum WM-Kampf 1894 soll Steinitz geäussert haben, dass wenn er seine Chancen genutzt hätte, der Kampf  10:2 zu seinen Gunsten ausgegangen wäre. Robert Hübner wiederspricht diesem Statement und argumentiert dass Steinitz einerseits seine Chancen viel zu optimistisch beurteilt habe, andererseits Lasker mitunter auch viel zu passiv spielte.

Nach dem Fiasko in den Partien 7 bis 11 fand Steinitz erst wieder am dritten und  letzten Spielort Montreal zu seiner Form zurück. In der 12. Partie kam erneut die spanische Partie aufs Brett. Nach dem Zug 3… a6 wählte Lasker die Abtauschvariante, eine Eröffnung die ihm später noch viele gute Dienste erweisen sollte, jedoch an diesem Tag nach passivem weissen Beginn schon nach 20 Zügen in einem strategischen Desaster endete.

Die Partie ist zugleich ein vorzügliches Beispiel dafür, wie man das Läuferpaar in offenen Stellungen einsetzt, was bekannter Weise auch eine Spezialität von Steinitz war.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie.

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One thought on “Steinitz schlägt zurück

  1. Lieber Schachfreund Ritter,
    eine kleine Korrektur sei gestattet. Es war nicht die 12., sondern die 13. WM-Partie. In seinem Buch „DER WELTMEISTERSCHAFTSKAMPF LASKER – STEINITZ 1894 und weitere Zweikämpfe Laskers“, EDITION MARCO Berlin, 1. Auflage 2008, merkt der Autor Dr. Robert Hübner nach 5.d4 an: „Dies ist das erste Mal, daß Lasker aus der Spanischen Abtauschvariante direkt ins Endspiel überging. Bislang hatte er diese Variante erst einmal im Turnier angewandt, und zwar in der Partie Lasker – Mortimer, London 1892; dort spielte er 5. O-O. Später errang Lasker zwei berühmte Siege mit diesem Abspiel, und zwar in der ersten Wettkampfpartie gegen Tarrasch 1908 und in der Entscheidungspartie gegen Capablanca, St. Petersburg 1914; bei der ersten Anwendung war er nicht erfolgreich.“ (Seite 137)

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