Aeroflot Runde 5-7

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Dieser Beitrag kommt spät – Runde 8 ist beim Schreiben voll im Gang bzw. zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  komplett beendet. Aber in drei Runden ist so viel passiert, dass ein Artikel “fällig” ist – und zwischenzeitlich war ich auch mit deutscher Bundesliga beschäftigt. Zuerst der Zwischenstand nach Runde 7 von 9: Kovalev und IM Tabatabaei 5.5/7, Petrosian, Artemiev, Lysyj, Korobov, Sargissian 5, Xu Xiangyu, Bologan, Sethuraman, Gordievsky, Khalifman, Karthikeyan, Matlakov, Mamedov, Najer, Romanov 4.5, usw. .

Alle bis auf einen Grossmeister, insgesamt sieben Russen und zehn Nicht-Russen (aus der Ex-Sowjetunion, Indien, China und Iran). Wer “soll” im Sommer in Dortmund mitspielen? Kovalev oder Petrosian wären etwa dieselbe Kategorie wie vor Jahren der Pole Mateusz Bartel, der iranische IM im voraussichtlichen Weltklassefeld (plus deutsche Spieler) noch exotischer. Aber wer auch immer Aeroflot gewinnt, hat sich das Dortmund-Ticket ehrlich verdient.

Matthias Bluebaum hat derzeit 3.5/7, Rasmus Svane 3/7 – aber jedenfalls der Bremer Deizisauer darf vielleicht trotzdem in Dortmund mitspielen.

Fotos bleibt etwas problematisch – der russische Schachverband hat auf Twitter erwähnt, dass Runde 5 hier zu finden ist und Runde 6 hier. Runde 7 offenbar derzeit Fehlanzeige, auch darauf hatte ich noch gewartet. Das Titelfoto zeigt den Aufsteiger der letzten Runden am Brett und die “Absteigerin” stehend-kibitzend. Dass es für Eesha Karavade nicht so weiter gehen würde wie anfangs, ist eher keine Überraschung – nun ist bei 3/7 nach anfangs 3/4 auch die GM-Norm derzeit dahin, dabei immer noch eine Turnierleistung knapp 200 Punkte über ihrer Elozahl. Ob der Fotograf oder die Fotografin die ‘Symbolik’ beabsichtigte, kann ich nicht beurteilen. Karavade dachte vielleicht: “Was macht der denn an Brett vier? In Runde 1 hatte ich ihn sicher im Griff!” – und vielleicht auch “Was macht sein Gegner denn?”. Dazu später mehr – das Foto stammt aus Runde 6, Karavade selbst spielte da noch an Brett 17, tags zuvor Brett 5.

Runde 5 hatte eine diagrammwürdige Partie am Spitzenbrett, aber erst die Spieler:

Artemiev-Bologan 1-0, Foto zum fortgeschrittenen Zeitpunkt der Partie – endspielartige Stellung und einige andere Partien bereits beendet. Wie kam es dazu? Das erste Diagramm nach 12 Zügen:

Das Zentrum ist oder war verrammelt, dann wurde Artemiev eben am Flügel aktiv – letzte Züge waren 8.g4 h6 9.h4 a6 10.Tg1 g5 11.cxd5 gxh4?. 11.-cxd5 gefiel Schwarz offenbar auch nicht, das war allerdings (relativ) besser. Schon ganz zu Beginn hatte er den Gegner mit 1.c4 e5 2.e3!? überrascht.

So stand es später – Weiss hat eine Bauernphalanx im Zentrum, auch wenn der g-Bauer nun fällt. Die allerbesten Züge fand Artemiev vielleicht nicht durchgehend, Schwarz kam immerhin doch noch zur langen Rochade. Aber er gewann dann im quasi-Endspiel:

Das war die Schlusstellung nach 46.f6.

Ich zeige auch die anderen Spitzenbretter: Petrosian-Gordievsky, Khalifman-Fedoseev und Matlakov-Karthikeyan (letzterer kaum sichtbar, auch wenn man vielleicht erahnen kann, dass der Russe gegen einen Inder spielt). Da war nicht so viel los – am wenigsten bei Khalifman-Fedoseev mit dieser Schlusstellung:

Vielleicht hat Caissa danach Fedoseev für dieses Kurzremis bestraft, oder für seinen Übermut in den nächsten Runden – wieder greife ich den Ereignissen voraus.

Das K-K Duell an Brett 5 war wieder ausgekämpft, insgesamt 69 Züge und dann Kovalev-Karavade 1-0. Lange konnte die Dame durchaus mithalten, einen Moment lang stand sie gar besser:

Hier ging 23.-Txe4! durchaus, wegen danach in diversen Varianten (ausser Weiss zieht mit seinem Td6, aber dann hat Schwarz einfach einen Mehrbauern) 24.-Txe3 25.Dxe3 Sf5. Der schwarze Vorteil reicht dann womöglich nicht zum Sieg – eine Computer-Staubsaugervariante ist 24.Sc5 Txe3 25.Dxe3 Sf5 26.Sxd7 Sxe3 27.Sxf6+ Kg7 28.Txd8 Txd8 29.Se4 f5 30.Sf2 Td2. Hatte Karavade vergessen, dass sie den Fianchettoläufer g7 (hier spielbar) abgetauscht und dann den Springer fianchettiert hatte? Ihr 23.-Dc7 war dabei nicht falsch, erst später bekam Kovalev Oberwasser.

Hier steht Weiss offensichtlich aktiver, reicht es zum Sieg? 60.-Sxd6? (zweite Zeitkontrolle!) war jedenfalls falsch, nach 61.Kxd6 sagen Engines bereits “Matt in 22”. Warum, das zeigte der weitere Partieverlauf bis zu dieser Schlusstellung:

Laut Chessbase-Cloudfunktion sagen zwei Versionen von Stockfish nach 69.Sg4 Matt in 12, Fritz13 dagegen Matt in 23  – aber der wird eher aus historischen und/oder firmenpatriotischen Gründen erwähnt.

Eine Serie ging zu Ende, Mamedov beendete den Remislauf von Andrey Esipenko – zuvor mussten sich seine vergleichbar renommierten Kollegen Andreikin, Fedoseev, Kamsky und Inarkiev gegen den Jungstar mit einem halben Punkt begnügen. Einfach war es auch für Mamedov nicht, die Partie dauerte 102 Züge und das Turmendspiel mit drei gegen zwei Bauern war womöglich objektiv remis – allerdings war es keine Textbuch-Version, Details untersuche ich mal nicht.

Mamedov wirkt nicht immer schlank, hier vielleicht durchaus – liegt dann an seinem Nachbarn Korobov (der auch mehr Haare hat), beide beim Turniersaal-Spaziergang.

Und noch ein Duo, Matlakov und Khalifman am Brett.

Wieder ein Diagramm:

Das (Schlusstellung mit Weiss gegen Aravindh) war Tabatabaeis erster Streich – jedenfalls gegen Elo 2600+, Aravindh hat 2617.

Zu den im Zwischenbericht angekündigten deutsch-indischen Duellen: Vidits Remisserie hielt auch gegen Rasmus Svane, dabei wollte er wohl mehr. Gegen Caro-Kann war er wohl vorbereitet, noch ein paar Züge nach seiner Neuerung 15.Sa4. Aber es brachte nur Vorteil auf der Uhr – bis auf weiteres: für die letzten vier Züge bis 25.Sxf5 mit akzeptiertem Remisangebot verwendete der Inder dann insgesamt über 80 Minuten. Nihal Sarin – Bluebaum ebenfalls remis, das gefiel wohl dem Weisspieler – mein Eindruck: er wollte nicht unbedingt mehr.

Ein Russe wollte gegen einen Landsmann wohl mehr und bekam weniger – einige Diagramme zu Yuffa-Oparin 1-0:

Benoni-Konturen noch erkennbar, und nun spielte Schwarz 14.-Lxc3?!? 15.Dxc3 Lxe2 – das ist ein Bauer, aber wahrlich nicht gratis. Oparin hat natürlich Ahnung vom Schach und wusste sicher, dass das sehr riskant ist – 14.-Lxc3 nach gut 27 Minuten. Dabei vermute ich, dass er (wie zuvor in Gibraltar gegen Batsiashvili) unbedingt gewinnen wollte und dabei den Bogen überspannte – zwei Runden zuvor hatte er sich mit Schwarz gegen Goryachkina noch mit einem Kurzremis begnügt. Wie ging die Partie weiter?

Weiss hat inzwischen zwei Figuren (Läuferpaar) für einen Turm, der Lh6 erinnert Schwarz daran, dass sein Fianchettoläufer fehlt. Hier war 24.Txe1 Dxe1+ 25.Kg2 Se4 26.Lxe4 Dxe4+ 27.Sf3 wohl auch gut – so spielen Engines. Aber nach 23 Minuten wollte Weiss eine andere Materialverteilung: 24.Kg2!? Se4! 25.Df4 Txa1 26.Lxe4:

Das – drei Leichtfiguren gegen zwei Türme – gefällt Engines jedenfalls anfangs nicht so gut, aber schwarze Felderschwächen am Königsflügel wurden partieentscheidend:

Oparin spielte noch 32.-Dxe4 (Sterbende dürfen alles essen) und gab nach 33.Dh6 auf.

Der Turniersaal aus der Perspektive der Turnierleitung

Und eine Szene aus dem Analysebereich – Inder mit ausländischem Trainer? Oder war es der Gegner in der Partie zuvor, vielleicht auch im B-Turnier?

Runde 6 – die Spitzenbretter wurden mehrfach fotografiert, und ich zeige mehrere Fotos, darauf auch unterschiedliche Stellungen aus einer eingangs bereits erwähnten Partie.

Im Mittelpunkt später Brett drei Fedoseev-Tabatabaei, der Iraner mit Schwarz hier grübelnd wobei er Gesicht und Bart ziemlich versteckt. Zuvor geschah in dieser Partie 1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 Lf5 4.h4!? h6. Ebenfalls auf dem Foto erkennbar: Alekseenko-Matlakov an Brett 4 ist ein spanischer Marshall-Angriff.

Nun mal nur die Weisspieler – alle Gegner gerade nicht am Brett? Von links nach rechts und Brett vier bis eins Alekseenko, Fedoseev, Petrosian und Kovalev. Fedoseev hat inzwischen weitere Bauern am Königsflügel entwickelt.

Wieder grübelt Tabatabaei, was denkt er gerade? “Meine Güte, ist die Stellung kompliziert”? Oder vielleicht “Oh Allah, ich habe nur Dauerschach” (objektiv zu diesem Zeitpunkt der Fall)? An Brett 4 hat Alekseenko mit aktivem König genug Kompensation für einen Minusbauern – dabei hatte Schwarz zuvor einen Bauern geopfert. Das wurde dann Remis, wie auch Petrosian-Lysyj an Brett 2.

Und nun ist die Partie an Brett 3 beendet, das Ergebnis verrate ich noch nicht – erst zum Spitzenbrett:

Noch spielen sie, aber es sieht nicht gut aus für Artemiev mit Schwarz gegen Kovalev mit Weiss. Zuletzt geschah 54.-h1D 55.Txh1, es folgte noch 55.-Txh1 56.Txe8 1-0 – Weiss hat zu viele einzugsbereite Freibauern. Aus harmlos erscheinendem damenlosem Mittelspiel heraus hatte Kovalev seinen Gegner zuvor komplett überspielt.

Ich zeige Artemiev noch einmal individuell.

Und nun zu Fedoseev-Tabatabaei 1-0 1/2 1-0: Die ersten Eröffnungszüge hatte ich bereits, nun die (noch aus anderen Partien bekannte) Stellung nach 10.-Sd7:

11.Se2 und 11.Kf2 wurde hier zuvor gespielt, Engines empfehlen auch andere Entwicklungszüge – und wenn noch ein Bauernzug, dann 11.f4. Fedoseev spielte 11.h5, darauf kam 11.-e5! 12.f4?! (nun übereifrig) 12.-exd4 13.Df5+ (Stellung im Titelfoto) 13.-Sf6 14.g5 hxg5 15.fxg5

mit Figurengewinn!? Erst ist Schwarz dran: 15.-Dg3+ 16.Kf1 Te8 (droht -Te1#) 17.Sf3 Te2!??

Wollte Tabatabaei zu schön gewinnen, oder war ihm die Sache nicht geheuer und er suchte in stürmischem Wetter bewusst den Remishafen? Engines empfehlen 17.-Se5 (18.Th3 Dg4) oder sofort 17.-Dg4. In der Partie folgte 18.Kxe2 (muss natürlich sein) 18.-Dg2+ 19.Kd3 (muss auch sein) 19.-Df2 20.Sxd4 Sc5+ (nun Schach, mit schwarzem Bauern auf d4 wäre es Matt) 21.Kc3 Sce4+ 22.Kd3 Sc5+ 23.Kc3 Sce4+ 24.Kb3!? – wie bitte, Weiss will gewinnen!? 24.-Dxd4 25.c3 Dd3 und der (wieder) partieentscheidende Moment:

Es droht 26.-Sc5+ nebst Matt (die schwarze Dame landet dann schachforciert via c4/b5 oder a6 auf a4), nebenbei hängt nach -Sc5+ auch die weisse Dame auf f5. Also Df1, und das spielte Fedoseev (nach nur sechseinhalb Minuten) – aber 26.Df1?? war falsch, während 27.Df1 “remislich” ist: Weiss musste 26.g6+ einschieben. Nach 26.-Ke7 steht der schwarze Monarch dann vor seinem Läufer, im Unterschied zur Partie geht dann 27.Df1 Sc5+ 28.Ka3 Txh5 29.Dxd3 Sxd3 (ohne Schachgebot!) 30.Txh5 und es verflacht zu einem ausgeglichenen Endspiel – Schwarz bekommt (auf g6) einen zweiten Bauern für die Qualität. Nach 26.-Ke8? 27.Dc8+ Ke7 (nun doch dieses Feld) 28.Te1 stünde plötzlich Weiss besser, nach 26.-Kg8?? kommt 27.De6#.

Es kam, wie gesagt, 26.Df1?? Sc5+ 27.Ka3 Txh5! (nur so) 28.Tg1 Dc2 (nur so) 29.b4 a5 (nur so) – weitere Züge nicht mehr, nur noch zwei Diagramme:

Weiss hat wenig Freude an seinem Mehrturm, Schwarz profitiert von seinen Mehrbauern – da weisse Bauern als Königsschutz fehlen. Im Tandem könnte Weiss das eventuell verteidigen – “schnell, ich brauch’ ein paar Bauern!”.

Und hier gab Fedoseev auf, worauf der Iraner meinte “natürlich, es ist Matt in elf!” – nein, M.amin Tabatabaei ist nicht Clemens Allwermann, in der Partie ging es mit rechten Dingen zu. Er hat während der Partie nicht Computer befragt, andere machten es hinterher – durchgehend fast 2000 Besucher in der Chessbase Cloud (bei anderen Partien ist 50 bis vielleicht einige hundert üblich). Tabatabaei nutzte seine Chance, was war los mit Fedoseev?

Ansonsten recht viele Remisen, nur eines werde ich besprechen, aber erst wieder Eesha Karavade:

Gegen GM Zvjaginsev konnte sie bisher mithalten – nun war 26.Sf1 Pflicht, stattdessen ohne Zeitnot nach 12 Sekunden 26.Sc4? Sg3! (deshalb war 26.Sf1 Pflicht) 27.De3 Dg4! 28.De6 Dxc4 29.Lxh6 Dh4 0-1.

Matthias Bluebaum spielte auch gegen einen jungen Iraner – Alireza Firouzja. Gegen dessen Königsinder wollte er es wissen und landete in dieser Stellung:

Weiss steht alles andere als toll, aber irgendwie wurde daraus diese Schlusstellung:

Vor der Partie war Bluebaum vielleicht nicht mit Remis zufrieden, während der Partie und hinterher vielleicht schon.

Rasmus Svane mit Damen – die auf dem Brett abgetauscht, aber ihm gegenüber Goryachkina und kibitzend Pogonina. Die schaute oft bei ihrer Landsfrau vorbei, so hatte sie auch Kontakt mit den Livebrettern (selbst spielte sie ab Runde 4 an den hintersten nicht live übertragenen Brettern). Die Partie endete Remis.

Nur noch ein Ergebnis an Brett 44: GM Kotronias – IM Bellaiche 0-1. Damit war der Grieche alleiniger Letzter und hätte in Runde 7 ein Freilos bekommen, stattdessen verzichtete er auf die drei letzten Runden.

Zu Runde 7 keine Fotos, nur Diagramme. Tabatabaei-Sasikiran 1-0, schon wieder der Iraner!

Hier war noch nicht allzu viel los, eben eine += Stellung für Weiss.

So stand es dann (nach 40.Db6) pünktlich zur Zeitkontrolle – was macht der weisse König auf a5? Er steht da, und zwar freiwillig. Nach 40.-Dxb6? 41.Kxb6 stand er da gut. Schwarz musste 40.-Dc2 spielen, eine hübsche (nicht erzwungene) Variante dann 41.Lxa6 Lc6! 42.Lb5 Dxb2 43.Da6+!? bxa6 44.Lxc6+ Tb7 45.Tb7

und es wird Dauerschach – von Weiss oder von Schwarz. Nach Damentausch hatte Tabatabaei ein gewonnenes Endspiel – so stand es kurz vor Schluss:

Der schwarze b-Bauer ist ungefährlich, der weisse f-Bauer kostete dagegen den gegnerischen Läufer. Tabatabaeis König lief dann noch nach f4, um seinen g-Bauern zu decken, und das war’s dann.

Romanov-Fedoseev 1-0, der schon wieder (der Schwarzspieler). Tags zuvor verschlechterte er eine bekannte Variante, nun verliess er sehr früh ausgetretene Gleise:

1.c4 Sc6!? 2.Sc3 e6 3.g3 g5!? – das gab es noch nie ! Nicht von Rapport oder Jobava, nicht von irgendeinem Spieler mit Elo ca. 1600 dessen Partien in Datenbanken erschienen, NOCH NIE !

Weiss behandelte es dann auch originell, Stellung nach 18.Kf2.

26.-Td2+, was ist das denn? In dieser Stellung offenbar der beste Zug mit dynamisch-ausgeglichenem Chaos. Später geriet Schwarz auf Abwege, 30.-Td8 war offenbar falsch wegen 31.Lc3 b5 32.Dg6 (nur so!):

Es kam 32.-Dxg6 33.hxg6 bxc4 34.Txf6! (der schwarze Turm steht auf d8 dumm) und kurz danach diese Schlusstellung:

Was machte Eesha Karavade? Sie machte Tarjei Svensen glücklich, der auf Twitter ihren Gegner Aryan Tari lobte: “toll, zweiter Sieg beim Aeroflot Open, Txg6 bumm!”

28.Txg6+ war nicht einmal wirklich ein Opfer – Weiss bekommt ja für den Turm zwei Bauern und den schwarzen Läufer auf d6. Diese Partie hat Eesha Karavade mal fast von Anfang an schlecht gespielt, u.a. das antipositionelle 12.-c5 und das taktisch falsche 17.-h5 – Tari “liess es einfach aussehen”, da es für GM-Verhältnisse einfach war? Aber ein Norweger lobte eben einen Norweger. Tari zuvor mit einem Sieg gegen Elo 2486, drei Remisen gegen Spieler etwa desselben Niveaus, Remis gegen Kamsky und Niederlage gegen Sasikiran – nicht wirklich weltbewegend.

Am Nachbarbrett Aryan Chopra – Svane 1-0, so stand es am Ende:

Lange war es bei heterogenen Rochaden unklar-ausgeglichen und wogte etwas hin und her. Wohl in Zeitnot verlor Svane im 37. Zug den Faden, nun kommt unweigerlich 42.Txg7+ – bumm!

Da Runde 8 inzwischen bereits vorbei ist ein paar Worte dazu: Kovalev besiegte am Spitzenbrett Tabatabaei und hat vor der letzten Runde einen Punkt Vorsprung auf neun Verfolger. Remis reicht also morgen, aber Gegner Sargissian hat Weiss und will wohl gewinnen. Die anderen eventuell Dortmund-relevanten Partien: Artemiev-Lysyj, Petrosian-Korobov, Bologan-Sethuraman und Tabatbaei-Gordievsky. Vidits Remisserie endete – Schwarzsieg gegen FM Sorokin. Bluebaum und Svane spielten dagegen, gegen nominell leicht unterlegene Gegner, wieder Remis. Karavade verlor wieder, gegen GM Kulaots – meine Prognose, dass sie die Livebretter nicht verlassen wird, stimmt gerade so: morgen am 40. und letzten Livebrett gegen einen IM.  Im B-Turnier führen vor der letzten Runde drei GMs mit 6.5/8 – die international wohl eher unbekannten Mozharov und Kotanjian sowie der in Deutschland bekannte Rogozenco. Inhaltlich zu einigen Partien im Abschlussbericht.

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