Tarrasch auf den Spuren Laskers


In Nürnberg im Jahr 1904 spielte der weltweit geschätzte Dr. Siegbert Tarrasch eine freie Partie  gegen den jungen Aron Nimzowitsch. Nachdem 10.Zug kreuzte Tarrasch die Arme vor der Brust und sagte folgenden Satz: Noch nie in meinem Leben stand ich nach dem 10. Zuge so gewaltig auf Gewinn wie in diesem Fall”. Zum Leidwesen Tarrasch endete die Partie aber später mit einem Remis.

Diese Bemerkung hat Nimzowitsch seinem Widersacher lange nicht verziehen. Dennoch war diese Beleidigung für Nimzowitsch Motivation genug, Tarrasch den Ruf als Theoretiker streitig zu machen. Ab 1911 waren beide Spieler stets bemüht Ihre Antipathie in Partiekommentaren auszudrücken. Zu Tarrasch`s Werk “Die moderne Schachpartie” erschien kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges ein zwölfseitiger Aufsatz von Nimzowitsch in der Wiener Schachzeitung, in dem er die Frage aufwarf, ob das Werk wirklich modern sei. Möglicher Weise hat Nimzowitsch hieraus seine Ideen entwickelt, die er dann in seinem 1923 erschienen Werk “Mein System” zusammenfasste, ein Standardwerk an dem kein aufstrebender Meisterspieler bis heute vorbeikommt.

Dennoch hat Nimzowitsch gegen Tarrasch die eine oder andere bittere Niederlage einstecken müssen. So auch 1914 beim Turnier in Sankt Petersburg, wo Tarrasch analog zur Partie Lasker – Bauer, Amsterdam 1889, einen unwiderstehlichen Königsangriff startete, dessen Muster bis heute Gültigkeit haben.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie.

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