Schach als Beruf – ein erster Achtungserfolg

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Im Sommer 1969 erhielt Hans Joachim Hecht die Startberechtigung für das Zonenturnier II der FIDE im österreichischen Raach. Als er einen Blick auf seinen Resturlaub warf, wurde ihm klar, wie realistisch eine Teilnahme wäre, wenn er weiter als Angestellter arbeiten würde.

Mit dem Titel eines Internationalen Meisters im Rücken war eine Karriere als Profi nicht undenkbar, da er mit der Nominierung für das Zonenturnier  ein erstes grosses Turnier vor sich hatte.  Ungeachtet der offenen Frage, wieviele Einladungen er zu internationalen Turnieren überhaupt erhalten und ob er genügend Preisgelder einspielen würde, um davon eine begrenzte Zeit leben zu können, fühlte er sich stark genug, um dieses Abenteuer in Angriff zu nehmen.

Er war sich sicher, dass er genügend Betätigungsfelder finden würde, um über Schach zu schreiben, als auch Gelegenheiten erhalten würde, Simultanveranstaltungen, Schachkurse und Vorträge abzuhalten. Hierzu musste er sein Umfeld nur allzu professionell organisieren. Zu jener Zeit hatte er in West-Deutschland überhaupt keine Konkurrenz zu fürchten, da es keine Berufsspieler gab. Kurzum im August 1969 kündigte er seinen Job bei seinem damaligen Arbeitgeber und am 30.09. schloss er die Bürotür zum letzten Mal hinter sich zu.

Nur wenige Tage später maß er sich dann beim Zonenturnier unter anderem mit den Schachschwergewichten Lajos Portisch, Borislav Ivkov, Ulf Andersson, Alexander Matanovic, aber auch mit dem ostdeutschen Großmeister Wolfgang Uhlmann, der der Weltspitze immer näher kam.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

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