Endlich wieder Elite-Schach: Shamkir und St. Louis

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LIVESTREAM Shamkir Chess

LIVE Shamkir Chess

Zeitplan
18. April – 18.30 Uhr – Eröffnungsfeier
19. April – 13.00 – Runde 1.
April 20. – 13.00 – Runde 2.
April 21. – 13.00 – Runde 3.
April 22. – 13.00 – Runde 4.
April 23. – 13.00 – Runde 5.
24. April – Ruhetag
25. April – 13.00 – Runde 6.
April 26. – 13.00 – Runde 7.
April 27. – 13.00 – Runde 8.
April 28. – 12.00 – Runde 9.
April 28. – Schlussfeier

Derzeit müssen sich Schachfans mit Elo maximal knapp über 2700 begnügen (Sharjah Masters), alternativ fast gleichzeitig Elo bis 2540 (Damen-EM) – da kann man auch aus deutscher Sicht mitfiebern. Davor morgens eventuell noch ein an der Spitze wieder stärker besetztes Urlaubsopen in Bangkok – für einen ebenfalls deutschen Teilnehmer das (eine und einzige) Turnier des Jahres – sonst spielt er manchmal Bundesliga und redet oft über Schach von anderen.

Aber schon demnächst sitzen auch wieder Spieler mit Elo bis 2800+ am Brett, und das gleich im Doppelpack: aus mitteleuropäischer Sicht mittags in Shamkir, und abends in St. Louis. Vorteil oder Nachteil für Teilnehmer(innen) der US-Meisterschaften: sie können eventuell Neuerungen vom Gashimov-Memorial sofort anwenden bzw. bekommen damit zu tun – wobei das allerdings im Internet-Zeitalter in beide Richtungen gilt.

Zunächst zu Gashimov Memorial oder Shamkir Chess oder offiziell “Shamkir 2018 Chess in the memory of Vugar Gashimov” – Titelbild für den Namensgeber des Turniers. Wie immer zunächst die Teilnehmer: Carlsen, Mamedyarov, Kramnik, Ding Liren, Karjakin, Giri, Topalov, Radjabov, Navara, Wojtaszek, Mamedov. Kramnik hat aus gesundheitlichen Gründen abgesagt, will einige Monate pausieren und dann wieder ins Turniergeschehen einsteigen – d.h. er fehlt wohl auch bei der russischen Mannschaftsmeisterschaft ab 1. Mai und ist dann sehr wahrscheinlich in Dortmund dabei (Norway Chess zwischendurch ohne ihn). Ersatz für ihn ist Wojtaszek, auch so haben alle Spieler – auch der dritte Einheimische Rauf Mamedov – Elo über 2700.

Insgesamt zehn Spieler, also neun Runden – vom 19.-28. April mit Ruhetag am 24.4. . Rundenbeginn um 15:00 Ortszeit, das ist 13:00 in Mitteleuropa – die letzte Runde eine Stunde früher, da es danach eventuell einen Stichkampf um den Turniersieg und auf jeden Fall eine Abschlussfeier gibt. Wenn ich schon dabei bin, noch die übrigen Details: Zeitkontrolle 120 Minuten für 40 Züge, dann 60 Minuten bis zum 60. Zug und 15 Minuten für den Rest. 30 Sekunden Inkrement erst ab dem 61. Zug, Zeitnotdramen zuvor also möglich, und einfach so Remis vereinbaren geht erst ab dem 41. Zug. Anzug und Krawatte für alle, auch für die Schwarzspieler und demnach auch für Carlsen. Preisgeld insgesamt 100.000 Euro, davon 30.000 für den Sieger.

Favoriten sind wohl Carlsen und Mamedyarov, das sind auch die beiden Turniersieger der vier bisherigen Auflagen – zweimal Carlsen, dann zweimal der Lokalmatador. Wobei Giri 2016 nahe am Turniersieg war, bis Mamedyarov an den beiden letzten Tagen gut drauf war: Sieg gegen Caruana, Sieg gegen Giri, Sieg im Stichkampf gegen Caruana. Und dieses Jahr in Wijk aan Zee konnte Giri Carlsen Paroli bieten – bis zum Stichkampf, und den gibt es gegebenenfalls auch in Shamkir. Radek “last minute” Wojtaszek hat 2017 immerhin Dortmund gewonnen, vor Kramnik und Vachier-Lagrave.

Ein kleines bisschen Shamkir-Geschichte (diesen Wikipedia-Artikel gibt es auch auf Deutsch, aber auf Englisch ist er etwas detaillierter): Die erste Auflage 2014 (Gashimov verstarb im Januar vor der ersten Runde in Wijk aan Zee) war ein doppelrundiges Sechserturnier “Elite plus Radjabov”, daneben gab es einmalig auch ein B-Turnier für Aserbaidschan (erzielte weniger als 50%) und den Rest der Welt (50% oder mehr). 2015 dann ein ebenfalls generell (bis auf Mamedov) stark besetztes Zehnerturnier. 2016 war es etwas schwächer besetzt: mit Mamedyarov, Radjabov, Mamedov und Safarli vier Einheimische, und auch jemand aus dem Ausland hatte Elo unter 2700 – das war natürlich Hou Hou Hou Yifan (die mit 2.5/9 Letzte wurde). 2017 auch ein etwas gemischtes Teilnehmerfeld, generell lobenswert, und so ist es auch diesmal. Sogar Topalov, der nur noch ab und zu spielt, wurde reaktiviert.

Einer fehlte immer – Arkadij Naiditsch, der seinen Verbandswechsel nach Aserbaidschan u.a. mit “so kann ich mehr Superturniere spielen” begründete, seither fehlt er übrigens auch in Dortmund. Ein Land war bisher immer vertreten und diesmal nicht: die USA, und das ist die Überleitung zu dem (bzw. den) anderen Turnieren.

LIVE US-Meisterschaften Männer und Frauen

Zeitplan
Datum Zeit* Veranstaltung
Mittwoch, 18. April 1:00 UHR NACHMITTAGS = Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Runde 1
Donnerstag, 19. April 1:00 UHR NACHMITTAGS= Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Runde 2
Freitag, 20. April 1:00 UHR NACHMITTAGS= Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Runde 3
Samstag, 21. April 1:00 UHR NACHMITTAGS= Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Runde 4
Sonntag, 22. April 1:00 UHR NACHMITTAGS= Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Runde 5
Montag, 23. April 1:00 UHR NACHMITTAGS= Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Runde 6
Dienstag, 24. April Ruhetag
Mittwoch, 25. April 1:00 UHR NACHMITTAGS= Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Runde 7
Donnerstag, 26. April 1:00 UHR NACHMITTAGS= Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Runde 8
Freitag, 27. April 1:00 UHR NACHMITTAGS= Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Runde 9
Samstag, 28. April 1:00 UHR NACHMITTAGS= Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Runde 10
Sonntag, 29. April 1:00 UHR NACHMITTAGS= Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Runde 11
Montag, 30. April 1:00 UHR NACHMITTAGS= Deutsche Zeit: 20:00 Uhr Playoff (wenn nötig)

Die US-Meisterschaften werden ab dem 18.4. ausgetragen – natürlich wieder in St. Louis dank Rex $inquefield. Auch hier zuerst die Teilnehmer: Caruana, Nakamura, So, Onischuk, Robson, Shankland, Akobian, Zherebukh, Izoria, Lenderman, Liang. Daneben gibt es auch ein deutlich schwächer besetztes Turnier, das ebenfalls den Status einer nationalen Meisterschaft hat – so ist es in allen Ländern bei den Damen, wobei es vielleicht nur in den USA auch da insgesamt sechsstelliges (für die ersten vier individuell fünfstelliges) Preisgeld gibt. Dabei sind Krush, Zatonskih, Abrahamyan, Paikidze, Foisor, Yu, Wang, Feng, Sharevich, Derakshani, Gorti und Goletiani. Alles internationale Namen, wobei einige in den USA geboren und aufgewachsen sind (ist bei den Männern durchaus ähnlich).

Auch hier zunächst weitere Standard-Infos: Gespielt wird vom 18.-29. April mit Ruhetag (wie in Shamkir) am 24., Stichkampf in St. Louis dagegen wenn nötig einen Tag nach der letzten Runde. Rundenbeginn jeweils um 13:00 Ortszeit, das ist 20:00 in Mitteleuropa. Vielleicht aus Rücksicht auf Zuschauer in Europa, die so nicht bis weit nach Mitternacht durchhalten müssen, ist die Zeitkontrolle flotter als in Shamkir: 90 Minuten für 40 Züge, 30 Minuten für den Rest und 30 Sekunden Zugabe ab dem ersten Zug. Schon ab dem 30. Zug darf man Remis vereinbaren. Preisgeld bei den Männern insgesamt 194.000$ (50.000 für den Sieger), bei den Damen 100.000$ davon 25.000 für Platz eins.

Da es eine nationale Meisterschaft ist, haben bei den Herren nur drei Spieler Elo (deutlich) über 2700 – das sind dann natürlich auch die Favoriten. Letztes Jahr taten sich allerdings die glorreichen Drei durchaus schwer – So gewann am Ende, aber nur nach Stichkampf gegen Onischuk. Nun ist die Frage, ob Vielspieler Caruana vielleicht doch müde wird, ob der so-lide So genug Partien gewinnen kann, ob Nakamura (dieses Jahr nicht einmal in Gibraltar siegreich) was reissen kann. Einer fehlt diesmal wohl erstmals seit vielen Jahren – Gata Kamsky. Einer, der schon einmal US-Meister war, ist wieder als Kommentator dabei: Yasser Seirawan, da immer der ruhende Pol während Jennifer Shahade und Maurice Ashley für Unterhaltung und künstliche Aufregung zuständig sind.

Bei den Damen hatten sich 2006-2015 Anna Zatonskih und Irina Krush als Meisterinnen abgewechselt – Zatonskih gewann viermal, Krush sechsmal. Dann allerdings 2016 Paikidze und 2017 Foisor. Auf der Turnierseite unter “The Fields” auch Biographien der Teilnehmer(innen), alle sind einfach klasse. Nur bei den Damen auch mal Informationen zu nicht-schachlichen Interessen und/oder dazu, was sie studieren oder studiert haben – bei den Herren jeweils Fehlanzeige? Man erfährt da auch, wenn man es noch nicht wusste, dass Paikidize und Derakshani Kopftuch-Allergien haben (so und weil sie fotogen sind wurden sie auch international bekannt!?), und dass Foisors Hauptziel im Schach “top20 bei den Damen” ist (aktuell ist sie, Jahrgang 1989, Nummer 8 in den USA und Nummer 177 weltweit, also noch Luft nach oben).

Und nun, mangels Alternativen, für mich noch ein Blick im Internet nach Sharjah und Vysoke Tatry … .

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