Eine Partie für Hollywood

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Willi Schlage (1888 – 1940) war ein Berliner Meisterspieler, welcher seinen Lebensunterhalt als Versicherungsvertreter und Schachtrainer verdiente.  Er war Mitglied der Berliner Schachgesellschaft. 1910 nahm er am Hauptturnier B des Deutschen Schachbundes in Hamburg teil, konnte sich aber nicht für die Siegergruppe qualifizieren. Dreimal spielte er bei der deutschen Meisterschaft mit. 1921 belegte er in Hamburg Platz 3 hinter Ehrhardt Post und Friedrich Sämisch, 1922 in Bad Oeynhausen teilte er sich den 3. bis 5. Platz, 1935 in Aachen war er nicht so erfolgreich. Zwischen 1920 und 1934 nahm er fünfmal  an den Berliner Meisterschaften teil, die er zweimal (1921 und 1926) zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Insgesamt spielte er 6 Mal für die deutsche Nationalmannschaft.

So manches Schachtalent der dreiziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde von ihm entdeckt und gefördert, unter anderem Klaus Junge (Hamburg), Wolfgang Unzicker (München), Edith Keller (Dresden). 1935 wurde er Trainer des deutschen Schachbundes. In dieser Funktion bereitete er, zusammen mit Alexander Aljechin und Efim Bogoljubow, die deutsche Manschaft auf die inoffizielle Schacholympiade 1936 in München vor.

Auch wenn Willi Schlage viel zu früh aus dem Leben geschieden ist, wurden seine Verdienste um das Schach posthum Jahre später auf bemerkenswerte Art und Weise gewürdigt. 1968 kam der Kultregisseur Stanley Kubrick auf seine im Jahre 1910 beim DSB-Kongress in Hamburg gespielte Partie, gegen den Münchener Meisterspieler Rösch, zurück. In seinem Film “2001: Odyssee im Weltraum”, welcher 2008 zum besten Science-Fiction-Film aller Zeiten gewählt wurde, spielten die Kontrahenten Dr. Frank Poole (Weiss) und HAL (Computer) die gleiche Partie. 1979 gab die Republik Mali ihm zu Ehren eine Briefmarke heraus und würdigte somit seine Verdienste als Schachtrainer in den dreiziger Jahren in Afrika.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie!

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