Emmendinger erobern den Deutschen Meistertitel im Seniorenschnellschach

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Christof Herbrechtsmeier und Hans Joachim Vatter holen die Titel in den Kategorien 65+ und 50+

Ein Bericht von DSB-Seniorenreferent Gerhard Meiwald:  Am 10. und 11. Mai 2018 fand im wunderschönen hessischen Städtchen Bad Sooden-Allendorf die Deutsche Schnellschachmeisterschaft der Senioren statt. Die traditionelle Austragung hatte allerdings mit den neuen Turnierbedingungen des Seniorenschachs im DSB einen neuen Charakter bekommen. Die deutliche jüngere Kategorie 50+ befand sich erstmals mit der Kategorie 65+ in einem sportlichen Wettstreit. Als Seniorenreferent des DSB war ich erfreut über die zahlenmäßig große Beteiligung in beiden Gruppen.

Wie erwartet, war die „jüngere“ Kategorie 50+ von der Teilnehmerzahl her der „älteren“ etwas unterlegen. Aber in der qualitativen Besetzung waren beide auf Augenhöhe. Mit dem Vorjahressieger FM Hans Joachim Vatter (SC Emmendingen), den Fidemeistern Michael Schulz (SC Zitadelle Spandau) und Harald Matthey (SK Dessau 93), Ferdinand Schlierkamp und Michael Schnelting (beide SK Werne) sowie Karlheinz Esswein (SK Ludwigshafen) waren die Turnierfavoriten bereits ausgemacht.

Die ersten beiden Runden verliefen erwartungsgemäß zu Gunsten der Favoriten, lediglich Michael Schnelting verlor gegen Heinz Willi Bötticher (SV Breitenworbis). Unbeirrt zog Hans Joachim Vatter seine Runden und gab erst in der 5. Runde sein erstes Remis ab gegen Ferdinand Schlierkamp. Auch die nächtliche Unterbrechung konnte seinen Siegeszug am 2. Turniertag nicht stoppen. Erst nach sicher gestelltem Titelgewinn wurde seinem letzten Gegner Michael Schnelting ein halber Punkt gegönnt. Mit 8,0 Punkten konnte Hans Joachim Vatter seinen Vorjahreserfolg souverän wiederholen. Nicht ganz unerwartet konnte sich Ferdinand Schlierkamp mit 7.0 Punkten den Vizemeistertitel sichern vor FM Harald Matthey, der mit 6,5 Punkten noch einen Platz auf dem Siegertreppchen erreichte.

Eingerahmt von Schiedsrichter Wolfgang Block und DSB-Seniorenreferent Gerhard Meiwald:
Ferdinand Schlierkamp (2), Hans Joachim Vatter (1) und Harald Matthey (3).

Von den beiden mitspielenden Damen hatte Britta Leib (SV Holstein Quickborn) die etwas bessere Performance und wurde mit 5.0 Punkten die erste Deutsche Seniorenschnellschachmeisterin in der Kategorie 50+ (Bild siehe ganz unten).

Wie erwartet war die Kategorie 65+ mit 37 Teilnehmern etwas stärker frequentiert, aber auch hier hatten mit 20 Teilnehmern mehr als die Hälfte eine ELO von über 2000 vorzuweisen. Mit IM Klaus Klundt (SC Heusenstamm) und den 7 spielstarken Fidemeistern, Clemens Werner (Karlsruher SF), Hans Werner Ackermann (SC Hansa Dortmund), Dr. Bernd Baum (SC Fulda), Gottfried Schumacher (HTC Bad Neuenahr), Christoph Herbrechtsmeier (SC Emmendingen), Berthold Rosenberger (SF Dettingen) und Altmeister Dr. Reinhard Zunker (SV Hofheim) hatten die Favoriten ihren Hut in den Ring geworfen.

Aber anders als in der 50+ gab es hier bereits in der 1. Runde empfindliche Dämpfer. Clemens Werner musste sich gegen Gerhard Staub (SV Schwaikheim) mit einem Remis zufrieden geben. Und Hans Werner Ackermann sah nach einem Turmeinsteller gegen Karl Brettschneider (SC Leinfelden) kein Land mehr. So kam es bereits in der 2. Runde zu der vorher kaum für möglich gehaltenen Paarung der beiden hoch gehandelten Favoriten FM Clemens Werner und Hans Werner Ackermann. Hier konnte HW Ackermann nach hartem Kampf den ersten Punkt für sich verbuchen. Die anderen Favoriten erledigten ihr Pflichtprogramm.

Als sich in der 4. Runde am Spitzenbrett Toni Sandmeier (SC Eppingen) gegen Dr. Bernd Baum durchsetzen konnte und mit 4,0 Punkten ungeschlagen alleine an der Spitze lag, war auch das unmittelbare Verfolgerfeld mit einem halben Punkt Rückstand erheblich kleiner geworden. Lediglich Christof Herbrechtsmeier und Rainer Selig blieben ihm direkt auf den Fersen. Nach einem Remis am Spitzenbrett gegen Christof Herbrechtsmeier konnte Toni Sandmeier mit 4,5 Punkten den ersten Spieltag erfolgreich für sich abschließen. Das direkte Verfolgerfeld neben Christof Herbrechtsmeier, konnte mit Rainer Selig (SpV Ebersbach), Helmut Kaulfuss (SV Hofheim) und Hans Dekan (SC Eppingen) auch titellose Spieler vorweisen, die gedachten auch am zweiten Spieltag den Favoriten die Suppe zu versalzen.

Den zweiten Spieltag eröffnete Toni Sandmeier mit einem Remis gegen Helmut Kaulfuss. Christof Herbrechtsmeier bezwang Rainer Selig und auch die übrigen Verfolger konnten Boden gut machen. In der 7. Runde ein Remis am Spitzenbrett zwischen Christof Herbrechtsmeier und Dr. Bernd Baum; Toni Sandmeier unterliegt Berthold Rosenberger. Die Spitze sortiert sich neu und Toni Sandmeier liegt nur noch auf Platz 4.

Die 8. Runde bringt eine kleine Vorentscheidung. Bertold Rosenberg bezwingt Helmut Kaulfuss, Christof Herbrechtsmeier gewinnt gegen Hans Dekan und Dr. Bernd Baum behält gegen Gottfried Schumacher die Oberhand. Für Toni Sandmeier ist nach einer Niederlage gegen Klaus Klundt der Zug abgefahren. In der Schlussrunde remisieren Berthold Rosenberger und Dr. Bernd Baum am Spitzenbrett ebenso wie Christof Herbrechtsmeier gegen Hans Peter Urankar am 2. Brett.

Siegereehrung 50+: Wolfgang Block, Berthold Rosenberger (2),
Christof Herbrechtsmeier  (1), Bernd Baum (3) und Gerhard Meiwald

Die bessere Feinwertung spricht für Christof Herbrechtsmeier vor dem punktgleichen Berthold Rosenberger Christof Herbrechtsmeier wird damit zum ersten Mal Deutscher Schnellschachmeister der Senioren in der Kategorie 65+. Klaus Klundt kann mit einem starken Schlussspurt nur noch zu Dr. Bernd Baum aufschließen, muss diesem aber mit der schlechteren Feinwertung den 3. Platz überlassen.

Dass dieser 4. Platz aber insbesondere im Seniorenschach nicht der berühmte Holzplatz ist, bewies Klaus Klundt, der sich mit 6,5 Punkten den Titel des Deutschen Nestorenschnellschachmeisters sichern kann. Hier belegte Dieter Hottes (Stuttgarter SF) mit 5,5 Punkten den 2. Platz vor Dr. Reinhard Zunker (SV Hofheim) mit 4,5 Punkten.

Siegerehrung Nestoren: Wolfgang Block, Dieter Hottes (2), Klaus Klundt (1),
Reinhard Zunker (3) und Gerhard Meiwald

Den Titel der Deutschen Seniorenmeisterin im Schnellschach sicherte sich Christa Kaulfuss (SV Hofheim) mit 4,5 Punkten vor Gudrun Girod (Hannover 96) und Ursula Schumacher (HTC Bad Neuenahr) beide mit 3.0 Punkten.

Seniorenmeisterinnen (65+ und 50+):  Christa Kaulfuss und Britta Leib

 

Bad Sooden-Allendorf, den 12.05.2018

Gerhard Meiwald
Seniorenreferent des Deutschen Schachbundes

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