Ruhig bleiben! Vincent Keymer und die deutsche Sehnsucht nach dem großen Titel

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Die Sehnsucht nach dem Titel, sie brennt. Vor fast 100 Jahren gab sich Emanuel Lasker beim WM-Kampf im fernen Havanna dem Kubaner  José Raúl Capablanca geschlagen. Seitdem tauchen in Schachdeutschland gelegentlich Hoffnungsträger auf, aber in unmittelbare Nähe zur Krone kam bislang nur einer.

Zusammen mit Magnus auf der großen Bühne: Vincent Keymer während seiner letzten Partie beim Grenke Open gegen den Ungarn Richard Rapport. (Foto: Souleidis/Grenkechess)

Nun soll es Vincent Keymer richten. Der 13-Jährige ist fraglos eines der größten, wenn nicht das größte deutsche Schachtalent seit Emanuel Lasker. Nur heißt das im internationalen Vergleich der Supertalente noch nicht allzu viel. Der Wettbewerb ist knapper und härter, als er jemals war, und in Deutschland zu leben, bedeutet für einen aufstrebenden Schachspieler alles andere als einen Standortvorteil.

Schon in den 2020ern wird Indien die dominierende Schachnation sein

Was eine Vorbildfigur in ihrem Heimatland bewegen kann, deutet sich seit Jahren in den Jugendweltranglisten an. Visvanathan Anand ist in Indien ein Superstar, wie es hierzulande Boris Becker zu seinen besten Zeiten war. Der Exweltmeister hat in Indien einen Schachboom ausgelöst. In seinem Gefolge wird nun ein junger Inder nach dem anderen nach oben gespült,. Indien wird schon in den 2020ern die dominierende Schachnation sein.

Vielleicht funkt der eine oder andere Norweger den Indern dazwischen, denn Magnus Carlsen hat in seiner Heimat eine ähnliche Entwicklung verursacht. Dann sind da noch die US-Amerikaner mit ihren drei Top-Ten-Spielern und reihenweise Talenten im Schlepptau. Die Chinesen mit ihrer systematischen Sichtung und Förderung des Nachwuchses. Die Russen natürlich mit ihrer ungebrochenen Schachkultur. Und dazwischen ein einzelner Deutscher?

Klaus Junge war auf dem Sprung in die Weltklasse, Deutschland auf dem Weg in den Abgrund

Weiterlesen auf dem Schachblog: “Perlen vom Bodensee”

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