Die Württemberger Vertretung hat bei der deutschen Frauenmeisterschaft der Landesverbände in Braunfels erfolgreich den Titel verteidigt. Zweiter wurde nach 5 Runden Schweizer System bei der schon 40. Auflage des Turniers, die zum 25. Mal im mittelhessischen Braunfels stattfand, etwas überraschend die Vertretung Nordrhein-Westfalens vor den höher eingeschätzten Hamburgerinnen und Badenerinnen. Nachdem im Vorjahr die Württemberger Vertretung mit gleich 4 Spielerinnen vom letztjährigen deutschen Meister SK Schwäbisch Hall an die Bretter gegangen war, und die Performance mit einem Schnellzug verglichen worden war, war die Mannschaft dieses Mal nicht ganz so stark besetzt und lag nach Elo sogar knapp hinter Hamburg. Das Gros der Mannschaft wurde mit gleich 5 Spielerinnen von den SF Deizisau gestellt, nur am Spitzenbrett kam mit Karina Ambartsumova eine Spielerin vom Vizemeister SK Schwäbisch Hall zum Einsatz. Karina war schon zum dritten Mal in Folge in Braunfels dabei und die nominell stärkste Spielerin im Feld, was sie auch mit 5 Siegen eindrucksvoll bestätigte. 5 Siege gelangen noch zwei weiteren Spielerinnen, und zwar Angelika Valkova (SF Deizisau / Württemberg) und Stefanie Scognamiglio (Hamburg).

Die Vorentscheidung fiel in der 3. Runde, als mit Württemberg und Hamburg die elostärksten Mannschaften aufeinandertrafen. Nach 3 Stunden war der Mannschaftskampf schon entschieden, es stand 5-0 und sah nach einem Debakel für Hamburg aus, in den restlichen Partien konnte aber noch etwas Ergebniskosmetik zum 2,5-5,5 Endstand betrieben werden. Am interessantesten waren zwei Partien: Am Spitzenbrett folgten Diana Baciu und Karina Ambartsumova einer langen Theorievariante im Franzosen, später von einer Hamburger Mannschaftskollegin als “Leben oder Tod-Variante” bezeichnet. Karina hatte nach großen Verwicklungen das bessere Ende für sich. An Brett 3 folgte Helene Mira gegen Carina Brandt mit einem Königsmarsch nach g6 bei vollem Brett den Vorbildern Nigel Short und David Navara. Dabei gab der König eine starke Angriffsfigur, der Schlusszug der Partie war Kxh6+ mit anschließendem Matt.

In den letzten beiden Runden ließen die Württembergerinnen nichts mehr anbrennen und gewannen noch gegen Sachsen (5-3) und Bayern (5,5-2,5). Platz 2 sicherte sich in der letzten Runde Nordrhein-Westfalen mit einem glatten 6-2 gegen Sachsen, sie profitierten vom Unentschieden zwischen Hamburg und Baden in der Runde zuvor. Die Entscheidung zwischen Baden und Hamburg um Platz 3 war knapp, bei Punktgleichheit entscheidet bei der DFMM-LV die Buchholzwertung, und danach war Hamburg knapp vorne. Hamburg fiel besonders als einzige Mannschaft mit einheitlichen Trikots auf, siehe Fotostrecke unten.

Auch in den nächsten 3 Jahren wird das Turnier über Fronleichnam in Braunfels stattfinden, dies gab Turnierleiter Sebastian Swoboda von den Braunfelser Schachfreunden bekannt.

Hier die Abschlusstabelle:

Die Partien wurden zum Teil live übertragen, hier der Link, außerdem hier der Link zur DSB-Turnierseite mit allen Informationen zum Turnier, hier können bald die Partien komplett heruntergeladen werden.

Und hier noch ein paar Fotoeindrücke vom Turnier:

 

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