Die Partie war keine Werbung für das Schach

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Freimütig hat Shakh Mamedyarov beim Altibox Norway Chess eingestanden, dass er gelegentlich vor der Partie ein Remis mit seinen Gegnern abspricht. Eine Überraschung ist das nicht, aber zugegeben hatte das bislang niemand. Sogleich brach in allen Schachforen eine aufgeregte Debatte über Schiebung im Schach aus.

GM Dr. Robert Hübner (by Frank Stiefel)

Alles schon dagewesen.

Dr. Robert Hübner gilt als erfolgreichster deutscher Schachspieler seit Emanuel Lasker. Von 1971 bis 1988 gehörte er durchgehend zu den 20 weltbesten Spielern, seine beste Platzierung in der Eloliste war der dritte Platz im Juli 1981. Bei der Studenten-WM 1973 in Graz zeigte er sein großes Talent. In der Partie gegen den Amerikaner Kenneth Rogoff machte Hübner, wie sein Gegner auch, nicht den fairsten Eindruck. Wer ist Kenneth Rogoff?

In der Schachszene ist Kenneth Rogoff für eines der kürzesten Schachspiele bekannt. An der Studenten-Weltmeisterschaft in Graz (1973) traf er auf Robert Hübner. Um ihre Position in der Wertungstabelle nicht zu gefährden, einigten sich Rogoff und Hübner darauf, ohne einen Zug zu spielen das Spiel als remis abzubrechen. Die Schiedsrichter bestanden jedoch darauf, dass sie wenigstens einige Züge ausführen müssten. So spielten sie eine Abfolge von lächerlichen Spielzügen, und einigten sich sodann auf ein Unentschieden. Die Schiedsrichter griffen wiederum ein, und verlangten von beiden Spielern eine Entschuldigung und setzten ein erneutes Spiel um sieben Uhr abends an. Rogoff erschien und entschuldigte sich. Als nach einer Stunde Hübner noch nicht erschienen war, wurde das Spiel als Sieg für Rogoff (Beste Elo: 2520) gewertet.

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