Vom Kreml an die Schachspitze?

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Arkadi Dworkowitsch – jetzt OK-Vorsitzender der Fußball-WM, ab Oktober FIDE-Präsident? (Foto: Kreml)

Stefan Löffler – Russland will in der FIDE das Sagen behalten. Darum schickt der Kreml ein politisches Schwergewicht vor. Arkadi Dworkowitsch hat seine Kandidatur für die Wahl während der Schacholympiade im georgischen Batumi am 3. Oktober bekanntgegeben. Zehn Jahre war er die rechte Hand des früheren Präsidenten und heutigen Ministerpräsidenten Russlands Dimitri Medwedew.

Bis Mai war Dworkowitsch selbst einer von dessen Stellvertretern. Derzeit steht der 45 Jahre alte Wirtschaftsexperte dem Organisationskomitee der Fußball-WM und Russlands IT-Schmiede Skolkowo-Stiftung vor. Aber es geht Russland sicher um mehr, als einem verdienten Staatsmann ein weiteres Amt zu verschaffen. Dworkowitsch soll wohl auch beitragen, das durch Staatsdoping ramponierte Image der Sportnation Russland aufzubessern.

Auch der bisherige Schachpräsident kommt aus Russland. Kirsan Iljumschinow wurde 1995 als nahezu Unbekannter an die Spitze der FIDE gehievt, weil sich sein Vorgänger Florencio Campomanes und dessen linke Hand Georgios Makropoulos in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an der Kasse vergriffen hatten. Obwohl Iljumschinow nichts Besseres zu tun wusste, als die beiden binnen kurzer Zeit zu rehabilitieren, Saddam Hussein die FIDE-WM anzutragen und in Interviews von Treffen mit Außerirdischen, die seiner Meinung nach Schach erfunden haben, zu schwadronieren, wurde er nicht rasch wieder davon gejagt.

Weiterlesen im Schachblog der FAZ. “Berührt geführt”

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