Alles schon dagewesen!

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Das Ziel des Spiels hat sich in den vergangenen 500 Jahren nicht geändert: Mattsetzen.  Aber dem Schachspieler haben sich unzählige neue Wege eröffnet, dieses Ziel zu erreichen. Manchmal machen die Meister von heute Züge, die für die Meister von gestern wie Anfängerschach aussehen.

Sieht beiderseitig krumm aus, ergibt aber Sinn.

Hier zum Beispiel. Erst deckt der Schwarze seinen e5-Bauern mit …Ld6, obwohl das den d-Bauern und damit die Entwicklung des anderen Läufers behindert. Dann entwickelt Weiß einen Springer an den Rand, und Schwarz zieht sogleich mit einer schon entwickelten Figur ein zweites Mal, auch ein Springer, und den zieht er natürlich ebenfalls an den Rand.

Der gestrenge Doktor Tarrasch würde die Spieler des Saals verweisen und schnellstens das Brett abräumen, um so etwas nicht länger ansehen zu müssen. Und er würde nicht glauben, dass in der jüngeren Vergangenheit diese Stellung mehrfach zwischen 2.700-Großmeistern auf dem Brett stand. Sie ist tatsächlich eine der Hauptvarianten nach 1.b3 e5, und die Sequenz ergibt tatsächlich Sinn. Der Sa3 strebt danach, über c4 den Ld6 zu befragen und den Druck auf e5 zu erhöhen. …Sa5 verwehrt ihm den Zugang zum Feld c4.

Weiterlesen auf: “Perlen vom Bodensee”

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