Eine ehrenhafte Einstellung

  • 4
    Shares

Das Zonenturnier II der Fide, ausgetragen in Forssa und Helsinki, im Jahre 1972, war mit den damaligen Grossmeistern Andersson, Gheorghiu, Matanovic, Matulovic und Robatsch stark besetzt. Unter den sieben teilnehmenden IM finden wir so klangvolle Namen wie Timman, Radulov und Ribli.  Hans Joachim Hecht, damals ebenfalls noch IM, war von Anfang an stark in Form und verpasste seine Grossmeister-Norm und die Qualifikation zum Interzonenturnier nur um einen halben Punkt. Am Ende war er Dritter hinter Radulov (11) und Gheorghiu (10,5).

Rückwirkend äusserte sich Hecht unter anderm über dieses Turnier wie folgt:”Eigentlich hätte ich als lupenreiner Profi ein Turnier, das so schlecht dotiert war und so schlechte Konditionen bot , daß ich am Ende noch draufgezahlt habe, gar nicht mitspielen dürfen. Andererseits war mir jedes stark besetzte Turnier recht, daß mir die Chance zum Erwerb einer GM-Norm bot…”

Aus diesem Turnier sehen wir heute das deutsch niederländische Duell mit dem aufstrebenden Jan Timman, der 1974 seine Grossmeister-Titel erhielt und bereits gegen Ende der 70er Jahre zu den stärksten Grossmeistern der Welt gehörte und 1993 Vize-Weltmeister wurde. Timman gewann im Laufe seiner Karriere viele Wettkämpfe. Zu den wichtigsten zählen Siege über Polugajewski (1979), Portisch (1984), Ljubojevic (1987), Piket (1995) und I. Sokolov (1996). Timman gilt als ausgzeichneter Analytiker und Kommentator. Zudem veröffentlichte er viele Bücher und ist unter anderem als Chefredakteur der Zeitschrift New in Chess bekannt.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie.

Print Friendly, PDF & Email

  • 4
    Shares