Xtracon Open 2018

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Wieder mal kommt eine “Vorschau” erst kurz vor Beginn der ersten Runde eines Turniers. Das Xtracon Open in der Hamlet-Stadt Helsingor (Titelbild Schloss Kronborg) ist auch dieses Jahr recht stark und dabei auch “nostalgisch” besetzt. Neben Großmeistern spielen auch jede Menge Amateure mit, aber ich nenne (zunächst) nur die ersten 15 der Startliste von insgesamt 394: Vitiugov, Andreikin, Saric, Grandelius, Jobava, Shirov, Hammer, Maze, Tari, Andersen, Bosiocic, Sune Berg Hansen, Agdestein, Svane, Timman.

Damit habe ich auch den elobesten deutschen Teilnehmer (wobei dänische Quellen Rasmus Svane mal als “100% dänisch” bezeichneten), und einige aus der Rubrik “Nostalgie” – ein weiterer wäre der an 20 gesetzte Johann Hjartarson. Elo 2700+ ist für einige das Mass aller Dinge, Vitiugov und Andreikin haben es aktuell. Ivan Saric ist auf dem Weg dahin, das allerdings seit vielen Jahren ohne es geschafft zu haben. Mit einem guten bis sehr guten Ergebnis könnte es nun klappen, momentan fehlen elf Punkte. Jobava hatte es schon fünfmal für kürzere oder längere Zeit – kein Rekord: Arkadij Naiditsch hat gerade zum siebten Mal 2700 geknackt, Richard Rapport bisher nur dreimal aber er ist ja noch jung (Elo-Ähnlichkeiten liegen wohl auch an stilistischen Ähnlichkeiten). Momentan fehlen Jobava sechsundfünfzig Punkte, gerade hat er auch – da Cheparinov plötzlich Georgier ist – den Status als nationale Nummer 1 verloren.

Shirov hatte es viele Jahre lang, Timman dagegen noch nie – wobei z.B. im Januar 1990 Elo 2680 für Platz drei in der Weltrangliste hinter Kasparov und Karpov reichte. Beide haben den Höhepunkt ihrer Karrieren wohl hinter sich, auch Shirov ist in seinem Land nicht mehr Nummer 1 – seit er wieder für Spanien spielt. Ähnlich erging es ja auch Naiditsch. Die Turnierseite ist dennoch stolz darauf, dass Shirov mitspielt, und dokumentierte das fotografisch:

Was kann ich noch erwähnen? Fast die Hälfte der Teilnehmer(innen) sind Dänen (157), dann Norwegen (74), dann bereits Deutschland (46) vor Schweden (42), Indien (9) noch hinter den Färöer-Inseln (13). Politisch korrekt “Teilnehmer(innen)”, wobei keine sehr starken Damen mitspielen. Bekannteste bzw. elobeste Deutsche nach Rasmus Svane Vincent Keymer und Jonathan Carlstedt. Weitere bekannte Namen: Nielsen gleich 15-mal, aber bei Peter Nielsen (Elo 1707) fehlt dazwischen Heine und davor GM. Nochmals Keymer, wobei Cecilia (*2007) eher bescheidene Elo 1380 hat und nach wie vor für SK Gau-Algesheim spielt.

Damit ist bereits angedeutet, dass Xtracon ein Turnier “für alle” ist. In der ersten Runde treffen Großmeister auf Elo unter 2000, Überraschungen sind unwahrscheinlich bzw. wären ziemlich überraschend. Noch ein paar Infos: Turnierort ist nicht etwa das Hamlet-Schloss, sondern wieder das Konventum Helsingor. Gespielt wird heute (21.7.) ab 14:15, morgen (22.7.) doppelt um 10:15 und 17:15, dann vom 23.-28.7. um 13:15 und die letzte Runde am 29.7. um 10:15 – Ruhetag Fehlanzeige. Wie zuvor beim Najdorf Memorial klingt “erster Preis 20.000” gut – nun sind es dänische Kronen (etwa 2680 Euro). So, und nun vor Rundenbeginn veröffentlichen!

Turnierseite
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