Überraschung am Bieler Schachfestival


Der Schweizer Nico Georgiadis remisiert gegen Weltmeister Magnus Carlsen – «ein unglaubliches Gefühl!»

Nico Georgiadis und Magnus Carlsen beim Handshake vor der 4. Runde des Grossmeisterturniers in Biel.

Markus Angst – Aus­ge­rech­net gegen Welt­meis­ter Ma­gnus Carl­sen holte Nico Geor­gia­dis (Schin­del­legi) am Bie­ler Schach­fes­ti­val sei­nen ers­ten hal­ben Punkt. Die Num­mer 1 der Welt und der Vi­ze-Schwei­zer-Meis­ter trenn­ten sich in der 4. Runde des Gross­meis­ter­tur­niers nach einer ani­mier­ten, über 58 Züge füh­ren­den und etwas über vier Stun­den dau­ern­den Par­tie un­ent­schie­den.

Nico Geor­gia­dis gab im 19. Zug mutig die Qua­li­tät – ein Opfer, das er am Brett ge­fun­den hat, wie er Mar­kus Angst im In­ter­view nach der Par­tie ver­riet.

Nach dem Remis gegen den Welt­rang­lis­ten-Zwei­ten Fa­bia­no Ca­rua­na vor zwei Jah­ren in der Deut­schen Bun­des­li­ga haben Sie nun in Biel auch gegen Welt­meis­ter Ma­gnus Carl­sen un­ent­schie­den ge­spielt. Wie war Ihre Ge­fühls­la­ge wäh­rend des Hand­shakes nach der Par­tie?

Es war ein un­glaub­li­ches Ge­fühl, denn damit konn­te ich ja nicht rech­nen. Al­ler­dings hatte ich mir gegen den Welt­meis­ter etwas Spe­zi­el­les vor­ge­nom­men und woll­te nach den drei ver­lo­re­nen Par­ti­en eine Stei­ge­rung bie­ten.

Die Par­tie war ja ein Auf und Ab. Wie haben Sie die vier Stun­den am Brett er­lebt?

Als Auf und Ab! Nach der Er­öff­nung bin ich recht gut ge­stan­den, doch 13. Dd6 war un­nö­tig.

War Ihr Qua­li­täts­op­fer im 19. Zug vor­be­rei­tet, oder haben Sie es spon­tan am Brett ge­fun­den?

Es war nicht vor­be­rei­tet, son­dern ich habe es mir lange am Brett über­legt. Ob­jek­tiv war das Opfer wohl nicht ganz kor­rekt, doch es bot mir prak­ti­sche Chan­cen. Und Carl­sen hat da­nach auch ein paar gute Züge von mir über­se­hen.

Elf Züge spä­ter gab Ma­gnus Carl­sen die Qua­li­tät zu­rück. Kam das für Sie über­ra­schend?

Ja, das hatte ich nicht er­war­tet. Zu­erst dach­te ich: Nun ist die Par­tie remis. Doch Carl­sen stand wohl ein wenig bes­ser. Und es brauch­te mei­nen star­ken Zug 32. Tg5+, um wie­der ins Spiel zu kom­men.

Zu wel­chem Zeit­punkt haben Sie mit dem Remis ge­rech­net?

Nach der Zeit­kon­trol­le. Aber Carl­sen ver­such­te noch alles, und ich muss­te noch meh­re­re ge­naue Ver­tei­di­gungs­zü­ge fin­den.

Wie wich­tig ist die­ses Un­ent­schie­den für Ihre wei­te­ren Par­ti­en in Biel?

Ich bin froh, nicht mehr mit null Punk­ten da zu ste­hen, spüre ein ex­tre­mes Be­frei­ungs­fühl und werde in den wei­te­ren Par­ti­en un­be­schwert auf­spie­len.

Alle De­tails zum Bie­ler Schach­fes­ti­val (in­klu­si­ve Link zu den Live-Par­ti­en des Gross­meis­ter­tur­niers) fin­den Sie hier: https://​www.​bielchessfestival.​ch/​de/​Homepage.​html

Auch hier kön­nen Sie die Par­tie Geor­gia­dis – Carl­sen nach­spie­len: https://​chess24.​com/​de/​watch/​live-tournaments/​biel-grandmaster-tournament-2018/​4/​1/​1

TV-Bei­trag über Welt­meis­ter Ma­gnus Carl­sens Auf­tritt am Bie­ler Schach­fes­ti­val in der Ta­ges­schau von SRF 1 vom 21. Juli: https://​tp.​srgssr.​ch/​p/​portal?​urn=urn:​srf:​video:​24783859-d341-4950-a1b7-2a7feb871aba&​autoplay=true&​legacy=true&​width=640&​height=360&​playerType=

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