DSB-Seniorenreferent Gerhard Meiwald berichtet auf der Turnierseite von der Senioren-Blitzeinzelmeisterschaft:

Am 27.07.2018 fand im Rahmen der Deutschen Senioren-Einzelmeisterschaft in Hamburg auch die Senioren-Blitzeinzelmeisterschaft statt. Zum ersten Mal wurde auch dieser Wettbewerb in den Alterskategorien 50+ und 65+ ausgetragen. Mit 33 Teilnehmern in der Gruppe 50+ und 48 Teilnehmern in der 65+ war Turnierleiter Gerhard Meiwald, als Seniorenreferent des DSB nicht nur mit der Anzahl der Teilnehmer mehr als zufrieden. Das Interesse war insgesamt so groß, dass eine größere Anzahl von Spielerinnen und Spielern extra zu diesem Einzelwettbewerb nach Hamburg-Bergedorf angereist war.

In der Gruppe 50+ bewarben sich 2 Internationale Meister, 6 FIDE-Meister, 2 Candidate-Meister sowie WIM Annett Wagner-Michel um den Titel. In 11 Runden mit einer Bedenkzeit von 5 Minuten und 3 Sekunden Zusatzbedenkzeit für jeden Zug wurde zum ersten Mal auch das Blitzturnier mit Inkrement gespielt.

Von Beginn an setzte sich der Ranglistenerste IM Bernd Schneider (Bochumer SV) an die Spitze und geriet auch selten wirklich unter Druck. Allerdings blieb ihm FM Dirk Paulsen (SC Kreuzberg) lange dicht auf den Fersen. Und erst als sich Paulsen in der letzten Runde dem Schleswig-Holsteiner CM Wolfgang Krüger vom Möllner SV geschlagen geben musste, war der Titel IM Bernd Schneider nach seinem Schlussrundensieg gegen Karl-Heinz Esswein (SK Ludwigshafen) nicht mehr zu nehmen.

Mit einem Sieg gegen den Deutschen Senioren-Schnellschachmeister Hans Joachim Vatter (SC Emmendingen) konnte Berthold Engel (BG Buchen) FM Dirk Paulsen noch auf den 3. Platz verdrängen.

Siegerehrung 50+: Hauptschiedsrichter Martin Sebastian, Berthold Engel(2), Bernd Schneider(1), Dirk Paulsen(3), DSB-Seniorenreferent Gerhard Meiwald und Annett Wagner-Michel (Damensiegerin)

Den Meistertitel der Frauen sicherte sich WIM Annett Wagner-Michel (SC Rotation Pankow) vor der Deutschen Schnellschachmeisterin der Senioren Britta Leib (SV Holstein Quickborn).

Im Turnierverlauf der Gruppe 65+ zeichneten sich die Ränge weniger klar ab. Von Beginn an waren natürlich die Favoriten in der Setzliste auch vorne mit dabei, aber etwa nach der Hälfte der gespielten Runden war das Feld noch so dicht beisammen, das Jeder Jeden schlagen konnte.

In 2 dramatischen Schlussrunden scheint es so, als seien IM Mihail Nekrasov (SV Hockenheim) und FM Gottfried Schumacher (HTC Bad Neuenahr) mit Siegen im Gleichklang auf dem Weg zum Titelgewinn. Der Topgesetzte FM Hans Werner Ackermann (SC Hansa Dortmund ) muss gegen Walter Rostalski ein Remis zulassen. FM Stefan Buchal (SV Werder Bremen) setzt mit einem Sieg gegen Hans Peter Urankar (SC Unterhaching) zu einem Schlussspurt an.

Als Stephan Buchal in der Schlussrunde auch noch dem führenden Mihail Nekrasov den ganzen Punkt abnimmt und Johannes Westermann (SV Turm Kamp Lintfort) FM Gottfried Schumacher seine erste Niederlage beibringt, kann Hans Werner Ackermann mit einem Sieg gegen Dieter Hottes (Stuttgarter SF) aus dem Duo an der Spitze ein Trio bilden.

Erst die Feinwertung nach Buchholz entscheidet beim punktgleichem Trio über die Reihenfolge. Es siegt FM Gottfried Schumacher vor FM Hans Werner Ackermann und IM Mihail Nekrasov.

Siegerehrung 65+: Gerhard Meiwald, Hans Werner Ackermann (2), Gottfried Schumacher (1), Mihail Nekrasov (3),
Ursula Schumacher (Damensiegerin), Dieter Hottes (Nestorensieger), Hauptschiedsrichter Martin Sebastian

Nicht zum ersten Mal bei den Deutschen Seniorenblitzmeisterschaften kann Ursula Schumacher (HTC Bad Neuenahr) ihrem Ehemann auf das Siegertreppchen folgen und wird Deutsche Seniorenblitzmeisterin.

Den Nestorentitel gewinnt erstmals Dieter Hottes (Stuttgarter SF) vor Dietrich Hawranke (Pinneberger SC) und Georg Aigner (SC Taufkirchen).

Hamburg, den 28.07.2018
Gerhard Meiwald
Seniorenreferent des DSB

Alle Ergebnisse, Tabellen und Fotos auf der Turnierseite.

 


Bernd Schneider

 

 

Nachtrag: Der Blitzturniersieger (50+) IM Bernd Schneider schreibt dem Schachticker zum Turnierverlauf einige Zeilen aus eigener Sicht.

Ich war drei Tage lang in Hamburg, um eine Sammlung von 10000 Schachbüchern für den Speditionsversand vorzubereiten und konnte an dem Turnier nur nebenbei nach „harter Arbeit“ teilnehmen. Als „natürlicher Favorit“ war ich mit 6-aus-6 gestartet, wobei mir in der Partie gegen FM Hartmut Metz das Glück zu Hilfe kam. In Runde 7 gab es ein Kurzremis gegen FM Dirk Paulsen, danach zwei weitere Remispartien (gegen Schatz und Pirrot), jedoch beide aus Gewinnstellungen. Trotz weiterer 1-2 Wackler, allerdings ohne Auswirkungen, gab es am Ende mit 9,5/11 den Turniersieg mit einen relativ deutlichen Vorsprung.“


Fotogalerie: Bernd Schneider

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