Leela vor dem Durchmarsch?

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Wer Bundesliga spielen will, ob nun beim Schach oder anderen Sportarten, der muss sich Jahr für Jahr und Liga für Liga nach oben arbeiten. Beim Computerschach ist der direkte Durchmarsch von ganz unten nach ganz oben in einem Schwung möglich, weil die Ligen von unten nach oben nacheinander ausgespielt werden.

Bei der 13. Auflage der TCEC, der inoffiziellen, aber einzig relevanten Computerweltmeisterschaft, hat Leela Chess Zero jetzt ganz unten in der vierten Liga angefangen und den ersten Aufstieg geschafft. Will sie sich noch in dieser Saison mit den Platzhirschen StockfishKomodo und Houdini in der obersten Liga messen, müssen drei weitere Aufstiege folgen. Start der dritten Liga ist in den kommenden Tagen. Der genaue Termin wird voraussichtlich noch heute (10. August) angekündigt.

Endstand der TCEC 13, 4. Liga. Die beiden Erstplatzierten steigen auf.

Albert Silver (Foto: Twitter)

Schon bei der TCEC 12 hatte Leela mitgespielt, aber Prügel bezogen. Die erste Teilnahme eines Neuronalen Netzwerks war eher ein Marketing-Gag der Veranstalter, die am Hype um den brandneuen AlphaZero für alle partizipieren wollten. Aber weder war das noch in den Kinderschuhen steckende Programm weit genug für ernsthaften Wettbewerb auf dem Elo 3.000+-Level, noch stand eine Hardware zur Verfügung, die einen aussagekräftigen Vergleich mit den traditionellen Rechenknechten ermöglichte.

Probleme im Endspiel

Das hat sich nun geändert. Zwar schreitet Leelas Entwicklung immer noch zügig voran, aber die aktuelle, im Vergleich zum TCEC-12-Vorgänger grundsätzlich überarbeitete Version ist stark genug, um zumindest unter den Schach-Engines aus der zweiten Reihe Angst und Schrecken zu verbreiten. Experten bezweifeln gleichwohl, dass es jetzt schon für ganz oben reicht, was unter anderem an Leelas Endspiel-Problemem liegt. Wo die Konkurrenz auf Tablebases zurückgreifen darf und perfekt spielt, unterlaufen Leela immer noch vergleichsweise einfache Fehler (nach Computer-Maßstäben), die sie den einen oder anderen halben Punkt kosten.

Ihr erstes Skandälchen hat die TCEC 13 auch schon. Mit einigem Getöse hatten die Veranstalter vor Beginn der vierten Liga angekündigt, dass neben Leela noch ein zweites neuronales Netzwerk mitspielen wird, eines, von dem zuvor niemand gehört hatte: DeusX, vemeintlich eine Entwicklung des Chessbase-Redakteurs und Computerschach-Fans Albert Silver

Weiterlesen auf “Perlen vom Bodensee”.

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