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20 der 25 bisherigen Partien endeten Remis. Versuche der Veranstalter, “competitive play” mit klassischer Bedenkzeit zu fördern (im Schnell- und Blitzschach wird offenbar ohnehin genug gepatzt für Partien mit Sieger und Verlierer) konnten Partien nur künstlich etwas verlängern bzw. für künstliche Aufregung oder Heiterkeit sorgen. Da niemand mehr als eine Partie gewann (und niemand mal verlor und mal gewann) führen nach fünf Runden vor dem Ruhetag fünf Spieler. Die Note fünf sollte man ihnen dafür nicht geben, versucht haben sie es durchaus – aber auf jeglichem (und vielleicht erst recht auf hohem) Niveau ist Remis eben ein legitimes Ergebnis einer Schachpartie.

So steht es derzeit: Aronian, Carlsen, Caruana, Grischuk, Mamedyarov 3/5, Anand und Vachier-Lagrave 2.5, So 2, Karjakin und Nakamura 1.5. Bei Punktgleichheit habe ich Spieler mal alphabetisch sortiert. Muss der in der Gesamtwertung führende Nakamura sich Sorgen machen, dass er sich vielleicht doch nicht für das Finale in London qualifiziert? Eher nicht: zwei Spieler, die ihn in der Gesamtwertung überholen könnten (So und Karjakin) haben ebenfalls schlechte Turniere. Drei der momentan führenden Spieler können ihn auch dann nicht überholen, wenn sie am Ende alleiniger Sieger beim Sinquefield Cup sind und Nakamura das Duell um den letzten Platz gegen Karjakin verlieren sollte. Neben Carlsen (kein Tour regular) sind das Caruana und Grischuk. Passt schon: auch wenn es beim Sinquefield Cup mit klassischer Bedenkzeit mehr Tourpunkte und mehr Preisgeld gibt als bei den Schnell- und Blitzschachshows dominieren letztere insgesamt – und davon profitiert (Sinn der Sache?) Nakamura.

Aber nun zum bisherigen Geschehen in Saint Louis Teil zwei. Wem gebe ich das Titelbild? Eine Partie wurde besonders gelobt, da Karjakin am Ende grob patzte und Carlsen davon profitierte. Aber ich habe mich doch für alle Spieler entschieden – dieses Foto vorab (Rex Sinquefield steht im Mittelpunkt) von Austin Fuller, die meisten anderen wieder von Lennart Ootes, alle ab Turnierseite auf Flickr.

Runde 1 hatte immerhin zwei Sieger und zwei Verlierer, aber zunächst zeige ich die Bedingungen für Zuschauer vor Ort:

Der junge Mann mit Mütze denkt offenbar “ich sehe ja doch nichts….”.

MVL-Carlsen wurde Remis. Auf dem Foto vielleicht erkennbar, dass sie einen Pseudo- oder Anti-Sizilianer spielten (1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 e5 usw.) und dass der Franzose nach 4.Lc4 g6!? (selten) direkt 5.h4 entkorkte. Das brachte nichts ein, später stand er leicht schlechter aber nie schlecht genug. Carlsen wurde darauf angesprochen, dass der Sinquefield Cup Sieger bisher immer seine erste Partie gewonnen hatte. Darauf meinte er, dass ein lockeres Schwarzremis zu Beginn durchaus OK ist und dass er diesen “Fluch” (wenn es ihn gibt) eventuell brechen will.

Mamedyarov-So 1-0, Shak betrachtet sein zu diesem Zeitpunkt glatt gewonnenes Turmendspiel stehend. Beide haben zwei Freibauern, aber nur für Weiß sind sie ein Team. Zuvor hatte Schwarz in diesem Turmendspiel mal einen Remisweg, fand ihn jedoch nicht. Gerade zu diesem Zeitpunkt sagte Carlsen, dass das Turmendspiel für So “wahrscheinlich einfach verloren” ist – ein flüchtiger Blick auf eine Stellung reicht eben nicht!? Noch früher hatte So freiwillig in ein unangenehmes Endspiel abgewickelt, und Mamedyarov danach dieses Turmendspiel forciert.

Aronian-Karjakin 1-0 ebenfalls im Endspiel. Hier braucht man wohl ein sehr geübtes Auge (bzw. muss es wissen) um zu erkennen, dass es ein Berliner Endspiel ist. Aronian spielte also nun auch mit klassischer Bedenkzeit 1.e4 – im Schnell- und Blitzschach machte er es dieses Jahr konsequent (vor St. Louis Rapid and Blitz auch in Leuven und Paris und zuvor bei Norway Chess Blitz). Sinn der Sache war laut Aronian u.a., Berliner Stellungen mal von der anderen Seite des Schachbretts zu erkunden.

Einige Aufregungen bei Caruana-Grischuk 1/2 (Caruana stand zwischenzeitlich jedenfalls besser), nur künstliche Aufregungen hinterher bei Nakamura-Anand 1/2. Nach 29 Zügen einigten sie sich mit noch jeweils Dame und fünf Bauern ohne jegliche Asymmetrie in der Bauernstruktur auf Remis – einfach so bzw. mit ausdrücklicher Erlaubnis des Schiedsrichters. Darüber meckerten dann Aronian (im Jux?) und Carlsen (um sich zu profilieren?). Tags darauf gab es ein geschlossenes Meeting, und seither sollen/müssen Spieler auch in todremisen Stellungen eine Zugwiederholung finden und zelebrieren.

Runde 2 mit zwei aufregenden und zwei weniger aufregenden Remisen, die bespreche ich zuerst aber anfangs ein Foto ‘draussen’:

MVL kommt an, offenbar alleine – ohne Sekundant (dieses Foto von Spectrum Studios). Gegen Anand spielte MVL dann seine Leibvariante im Najdorf-Sizilianer mit 6.Lg5 – nach 13 Zügen oben in der nach Elo sortierten Datenbank noch fünf frühere Schwarzpartien des Franzosen (den einzigen anderen prominenten Vorgänger Caruana-Nakamura hatten sie hinter sich gelassen). Nuancen gibt es immer noch zu entdecken, diesmal neuerte MVL im 15. Zug und später wurde es dann Remis durch Zugwiederholung – das geht auch auf noch relativ vollem Brett und alles andere war hier beiderseits zu riskant.

Grischuk-Mamedyarov 1/2 war vielleicht auch eröffnungstheoretisch relevant, wobei Shaks (1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 4.e5 c5 5.a3) 5.-La5 keinen allzu guten Ruf hat. Immerhin wusste er – im Gegensatz zu Carlsen in Biel gegen Georgiadis – dass man statt 8.-Lc7?! 8.-Lb6 spielen sollte. Nach 20 Zügen musste Weiß sich dann mit Dauerschach begnügen, direkt davor konnte Mamedyarov unter Bauernopfer dies vermeiden und stünde dann offenbar leicht besser.

Zu Caruana-Aronian 1/2 reicht “hiermit erwähnt”, das gilt eigentlich auch für So-Nakamura 1/2. Dabei war Nakamura lernfähig: diesmal wiederholte er bei ziemlich ähnlichem Material wie tags zuvor – nun Damen, Springer und jeweils vier Bauern am Königsflügel – zusammen mit seinem Gegner brav.

Dann war da noch das eingangs bereits angedeutete

Carlsen-Karjakin 1-0, eine typische Carlsen-Partie auf die der Norweger hinterher unglaublich stolz war – “derlei schaffte ich im WM-Match nicht”, damals keine vergleichbar groben Fehler des Russen. Vor dem 23. Zug redeten die Livekommentatoren darüber, wie Carlsen im Mittelspiel leicht besser stehen konnte – bzw. mit Carlsen-Bonus statt Objektivität klar besser. Aber nein, er tauschte die Damen und hatte wohl allenfalls symbolischen Vorteil. Spielen, spielen, spielen und auf gegnerische Fehler warten ist dabei Carlsens Patent.

Mit einem Qualitätsopfer im 37. Zug riskierte er … nichts, dafür bekam er einen Bauern und Karjakin gab ihm freundlicherweise noch einen zweiten – immer noch in der Remisbreite. Die schien dann kurz vor dem 60. Zug erstmals überschritten, nachdem Karjakin mit 56.-Tce7?! dem Gegner die c-Linie gönnte. 59.e5! war wohl gewinnträchtig, aber nicht doch – da müsste Carlsen ja rechnen und eventuell etwas riskieren. Stattdessen kam der nächste Fehler im 77. Zug, zu dieser Stellung ein Diagramm:

Schwarz am Zug, was tun? Richtig war – lehrbuchmässig – Turmschachs von hinten (77.-Te1+) oder auch mit 77.-Te6 die sechste Reihe kontrollieren. Karjakin spielte 77.-Kc6??, was sollte das denn? Es “aktivierte” den König ins Niemandsland, und danach war der weisse e-Freibauer relevant. Es kam 78.Th6+ (nur so) 78.-Kb5 79.Tb6+ (nur so) 79.-Kc4 80.e6 (nur so, Freibauern müssen laufen). Karjakin hatte vielleicht nur mit 80.Txa6? Te1+ 81.Le3 gerechnet, nun am einfachsten 81.-Txe3+ 82.Kxe3 Txe5+ 83.Kf4 Tb5 = da er den weissen b-Bauern gewinnt. Aber “Freibauern müssen laufen” ist ebenfalls nicht Hexerei, sondern lehrbuchmässig.

Die Bedenkzeit war beiderseits knapp, das ist in St. Louis (keine Zugabe nach dem 60. Zug und delay statt Inkrement) unvermeidlich. Hinterher konnte man mal wieder lesen, dass Carlsen Druck machte und dass Fehler dann unvermeidlich sind. Aber 77.-Kc6?? ist – so sehe ich es – aus der Kategorie: das würde ich auch von mir selbst (Elo ca. 1950) und von nominell noch etwas schwächeren Vereinskollegen nicht verstehen bzw. würde es mir/ihnen (falls in einem Mannschaftskampf) kaum verzeihen. Mag sein, dass ich – auch von Amateuren – zu viel erwarte. Alternative Version für Carlsen-Fans: Ave Carlsen Halleluja! So sah es offenbar auch der Sinquefield Cup, zu dieser Partie gab es ein separates Fotoalbum:

Der zweite Händedruck – hinter dem Kf7 steht der weisse Bauer inzwischen auf e7.

Carlsen im Interview mit Maurice Ashley, diesmal gab es keine Aufregungen.

Carlsen lümmelt sich auf dem Sofa. Bei aller Rivalität mit Nakamura (derzeit nicht so aktuell) haben sie eines gemeinsam: ein Benimmkurs könnte nicht schaden – zu Nakamura siehe unten.

In Runde 3 wieder vier Remisen und eine Partie, in der die Entscheidung (für Europäer) erst nach Mitternacht fiel.

Nakamura erschien mit Sonnebrille – aber das meine ich nicht mit schlechtem Benehmen, da er sie später drinnen absetzte.

Aronian-Carlsen 1/2 war das Duell zweier voll etablierter Spieler, es wurde nach 38 Zügen remis durch Dauerschach. Im 20. Zug konnte Aronian dabei zwei Türme gegen Carlsens Dame tauschen – ob und wie vorteilhaft das gewesen wäre, da gehen die Meinungen auseinander.

Mamedyarov-Caruana 1/2 hatte einen noch etwas höheren Eloschnitt, aber Mamedyarov ist auf allerhöchstem Niveau recht neu. In dieser Partie konnte er Platz 2 in der Live-Eloliste verteidigen. Dabei spielte eher Schwarz auf Gewinn, allzu realistisch war es allerdings wohl nie.

MVL-So und Karjakin-Anand remis ohne besondere Aufregungen oder Höhepunkte, auch der Franzose kann nicht jedes Berliner Endspiel gewinnen.

Nakamura-Grischuk 0-1, das meinte ich mit schlechtem Benehmen: wenn man eine Partie aufgibt (was jedem mal passiert) sollte man Blickkontakt mit dem Gegner nicht vermeiden. Wer mich persönlich kennt, weiß dass ich mitunter auch ein schlechter Verlierer bin – aber ich bin ja kein Schachprofi und werde in derlei Momenten nicht fotografiert. Bei Nakamura war es das zweite Mal in kurzer Zeit – zuvor im Blitzschach ebenfalls in St. Louis gegen Karjakin.

Zur Partie: Grischuk hatte mit Schwarz Raumvorteil und konnte das dann in zählbares umwandeln – wobei Nakamura im Endspiel noch eine Art Festung hatte, und selbst mit zwei Mehrbauern war der schwarze Sieg dann eher studienartig als trivial. Der Fotomoment nach 89 Zügen.

In Runde 4 fast dasselbe Bild, wobei auch die Partie mit Sieger und Verlierer bereits recht kurz nach der Zeitkontrolle entschieden war. Aber der Reihe nach:

Mamedyarov und Aronian waren sich bereits nach (einschliesslich Wiederholung) 24 recht flott gespielten Zügen remiseinig. Absicht oder gar Absprachen vor der Runde kann man ihnen dabei nicht unterstellen – manchmal kann Weiß in derlei Strukturen (Damengambit mit c4-c5) seinen Raumvorteil auch konkretisieren. Ein Schwarzspieler schaffte es, die Stellung nach dem 10. Zug gleich zweimal zu verlieren: Carlsen 2014 im WM-Match gegen Anand, und zuvor 2008 bei der Olympiade gegen Tomi Nyback.

Hier und heute entstand die Zugwiederholung so: Weiß will Damentausch, Schwarz hat etwas dagegen. Weiß will Damentausch, Schwarz hat etwas dagegen. Und das noch zweimal – im reinen Leichtfigurenendspiel könnte Weiß vielleicht eher noch etwas versuchen.

Anand-Carlsen 1/2 – wie gerade erwähnt, die beiden kennen sich aus WM-Matches, ein drittes scheint dabei unwahrscheinlich. Anand machte zwar mit 22.Dd1?! einen klitzekleinen Fehler, wodurch Schwarz danach optisch am Drücker war (22.-c4! 23.dxc4 f5!), aber im weiteren Verlauf hat er sich genau verteidigt.

Grischuk-MVL 1/2, Najdorf-Konturen und zwar wieder MVLs Lieblings-Abspiel erkennbar. Auch hier wurde es Remis durch Zugwiederholung.

Offenbar Gesprächsstoff hinterher, da waren dann auch Spieler mit vermutlich Elo unter 2700 recht nahe dran an den Weltklasse-GMs.

Caruana-Nakamura 1-0: In einem Katalanen rochierte Weiß lang, laut Caruana eher ein Experiment für eine Partie und dabei eher für Schnellschach geeignet. Er erreichte nur leichten Vorteil, bis Nakamura die Ereignisse mit 35.-f5?! zu seinem Nachteil forcierte. Seither, bzw. sobald das Ergebnis 14 Züge später offiziell war, ist Caruana auch wieder Nummer 2 der Live-Eloliste.

Caruana danach zu Gast bei Peter Svidler. Russisch kann er wohl nicht, auch wenn er früher mit russischen Trainern arbeitete, aber Svidler kann ja auch Englisch.

In Runde 5 alles Remis, dafür eine Bilderserie vorab:

Einige mit, einige ohne Sekundanten. Anand hat seinen Helfer Gajewski etwas abgehängt. Aronian gibt nach eigener Aussage seinen Helfern derzeit zwar langfristige Aufgaben, aber macht die kurzfristige Arbeit vor Ort selbst. Karjakin ohne Khismatullin, der spielt nun bei der russischen Meisterschaft, aber Russland hat ja noch mehr Großmeister. Grischuk kam mit seinem spiegelbildlichen Doppelgänger. Und was war los bei Team Carlsen? “Wir haben Papa Henrik im Hotel vergessen, nochmal von vorne!”. Oder war es, wie so einiges bei Carlsen, Inszenierung?

Schiedsrichter Chris Bird hat dann aufgepasst, dass alle brav die Züge wiederholen – wobei Aronian und Anand auch ohne Zugwiederholung Remis machen durften, aber auf Nummer sicher gingen. Damit ist zu dieser Partie, am Ende Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, genug gesagt. Schwungvoll allerdings die abschliessende Wiederholung (von Weiß La6-f1-a6-f1).

Bei MVL-Caruana spielte Schwarz Russisch, und am Ende war es da trotz gleichfarbiger Läufer remis. Die Zugwiederholung Ke3-f3-e3-f3-e3-f3 bzw. Le6-d7-e6-d7-e6 war recht kräftesparend. Karjakin-Grischuk war ein Berliner Endspiel mit am Ende ungleichfarbigen Läufern.

Spannender war Carlsen-So 1/2, dabei wieder eine typische Carlsen-Partie. 15.-De7?! war der gegnerische Fehler, den er braucht, aber ein Fehler reichte dann nicht. Danach hatte er die Wahl zwischen 17.Tac1 Tac8 18.Tc3 mit klar besserem Mittelspiel, und 17.Se5 nebst Übergang ins Endspiel – natürlich kam letzteres. Zugegeben: das Endspiel sah sehr gut aus für ihn, aber das erwies sich als optisch. Nach einem flüchtigen, aber eben flüchtigen Blick auf die Stellung dachten MVL und Caruana, dass Schwarz das verliert. Aber So fand das einzige 20.-Sc5! und verteidigte sich auch danach präzise. Er gab zwei Türme für die gegnerische Dame, der weisse Freibauer kam bis c7 aber nicht weiter.

Kurios das Remisende: So setzte an zur definitiven Zugwiederholung 51.-De4+, Carlsen interpretierte die ausgestreckte Hand als Remisangebot und wollte einschlagen. Aber So machte doch erst diesen Zug und streckte seine Hand dann erneut aus. Sofia-Regeln sind einfach prima, dadurch können wir derlei Momente erleben.

Bleibt noch Nakamura-Mamedyarov 1/2, wo beide mit diesem Ergebnis bzw. mit der Stellung, die sie zwischenzeitlich hatten, offenbar unzufrieden waren:

Mamedyarov hatte Nakamura in der Eröffnung überrascht: Damengambit Tarrasch – nicht “semi” sondern das Original mit schwarzem Isolani auf d5. Das hatten Weltklassespieler sich eigentlich abgewöhnt, auch Kasparov schon bevor er praktisch komplett aufhörte. Gespielt hat es dieses Jahr allerdings dreimal Rauf Mamedov – Experimente im Auftrag des Chefs?

Wie dem auch sei, Nakamura reagierte mit dem unprinzipiellen 9.h3, das hatte auf Niveau Elo über 2500 nur einer bereits gespielt – Nakamura selbst anno 2007 (damals Elo 2651), daran erinnerte er sich offenbar da er nur vier Sekunden dafür brauchte. Nun überlegten beide, und in späterer Zeitnot verlor Mamedyarov etwas die Kontrolle über die Stellung. 39.De4 war allerdings quasi Amnestie, und nach 39.-g6 kam 40.Sxd4 – Shak hatte sich auf neue Komplikationen nach 40.Sxh6 gefreut und spielte nun widerwillig eine Remiskombination. Ende der Abwicklung zum remisen Turmendspiel im 44. Zug, und kurz danach fanden sie eine Wiederholung (48.Tb6+ Kg7 49.Tb7+ Kg6 etc. war nicht allzu schwungvoll, dafür plausibel).

Wie geht es weiter? Ab Freitag (heute) abend noch vier Runden. Das komplette Restprogramm werde ich nicht aufbröseln: als nächstes neben vier anderen Partien die Spitzenpaarung Grischuk-Carlsen, in Runde 8 dann Nakamura-Karjakin – nach derzeitigem Stand Duell der Kellerkinder.

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