In eigener Sache: Was neu ist, was bald kommt und was Ihr vielleicht noch gar nicht entdeckt habt

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Wollt Ihr nicht über den Handy-Toiletten-Betrug bei der Jugend-EM berichten? Und die Vizemeisterschaft für Luisa Bashylina? Warum steht bei Euch eigentlich nichts über die aufgeregte Copyright-Debatte zwischen dem Schachklub St. Louis, agadmator und Peter Svidler? Und was ist mit dem Sinquefield-Cup?

Liebe Leser, es ist ja toll, dass Ihr Perlen vom Bodensee mittlerweile als vollwertige Rundum-Nachrichtenquelle wahrnehmt. Und Ihr liegt damit auch richtig: Schaut mal auf Facebook und Twitter vorbei (siehe rechte Spalte), dort haben wir über all diese Themen berichtet. Wer nichts verpassen will, folgt uns in den sozialen Medien. Zu den wichtigsten Nachrichten des Tages servieren wir auf Facebook und Twitter obendrein gelegentliche Taktik-KnobeleienStrategie-Weisheiten und Anekdotisches.

Es sollte ja nur die kleine Trainingsseite eines Provinzvereins sein. Aber solche Rückmeldungen spornen an und wecken den publizistischen Ehrgeiz…

Zum Artikel auf dieser Seite wird ein Thema nur, wenn wir uns damit von den üblichen Verdächtigen abheben können. Die Redaktionen etwa von chess.com oder Chessbase machen im Prinzip tolle Arbeit, auf die wir gerne verweisen. Aber manchmal schätzen sie eine (offensichtliche!) Nachrichtnicht als solche ein und schweigen – dann berichten wir. Manchmal ist auch abzusehen, dass sie erst Tage oder Wochen später berichten – wir machen das sofort. Und manchmal beeinflussen anderswo kommerzielle Interessen die Berichterstattung: Wer als Trittbrettfahrer des Hypes um AlphaZero Geld verdienen will, wird eher nicht die Entwicklung von LeelaZero begleiten. Wer eine unvollständige 6-Steiner-Endspieldatenbank für 180 Euro verkaufen will, wird eher nicht verbreiten, dass es anderswo den 7-Steiner gratis gibt.

Schachmeister sollen hier fündig werden, Kinder und ihre Eltern auch

Ursprünglich waren wir ausschließlich eine Schachschule und Trainingsseite. Und ursprünglich sollte der deutsche Inhalt eher an Anfänger gerichtet sein, der englische an Fortgeschrittene. Aber mittlerweile decken auch die deutschsprachigen Inhalte ein breites Spektrum ab (dem Autor wäre sonst langweilig geworden  ), und das macht die Kategorisierung nicht ganz einfach. Hier lesen ja einerseits Großmeister und Nationalspieler, andererseits der achtjährige Oli, und beide sollen fündig werden.

Bis wir unsere kraut-und-rübenhaften Kategorien ganz neu sortiert haben, müssen die Herren und Damen Großmeister sich weiter so durchwurschteln. Aber für Anfänger gibt es oben rechts jetzt eine neue Katergorie: „Anfänger“. Alles, was Grundlagen und Fundamentales für Novizen berührt, wird dort einsortiert. Zum Beispiel „Wie beginnt man eigentlich eine Schachpartie?“. Besonders unsere neue Serie „Projekt Papa besiegen“ scheint bei schachinteressierten Eltern und ihren Kindern einen Nerv getroffen zu haben.

Neu ist auch die Kategorie „Videos“. Sie führt zu Artikeln, die unsere Youtube-Videos begleiten. Der Kanal steckt noch in den Kinderschuhen, aber wenn er sich so entwickelt wie diese Seite, dann sind wir guten Mutes, dass nach und nach eine veritable Video-Bibliothek mit alten und modernen Schachklassikern entsteht. Nächste Woche werden bei uns auf Youtube die ersten beiden Partien deutscher Spieler zu sehen sein: Nationalspieler Rasmus Svane trifft auf Supertalent Vincent KeymerFolgt uns auf Youtube, um das nicht zu verpassen.

Gebt bitte auch Rückmeldung, was Ihr sehen wollt: Lieber kürzere Videos? Längere? Mehr Ausflüge in die Eröffnungstheorie oder weniger? Mehr Biografisches zu den Spielern oder weniger? Die Kommentare eher anfängergerecht, oder sollen wir das Niveau anziehen? Der Youtube-Kanal ist noch im Experimentierstatus, wir probieren noch herum, und was Ihr zu sehen bekommt, das liegt auch an Euch.

Demnächst: Kategorie „Eröffnungsideen“

Schade eigentlich, dass unser Zeitbudget limitiert ist. Diese Seite schreit ja förmlich nach noch einer weiteren Kategorie: „Eröffnungsideen“. Auch da hat sich im Laufe der Monate einiges angesammelt, mit dem Ihr Eure Gegner überraschen könnt.

Wusstet Ihr, dass Weiß in der Berliner Verteidigung nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.0-0 Sxe4 5.d4 Sd6 gar nicht das fast automatisch gespielte 6.Lxc6 ziehen muss? 6.dxe5!? Sxb5 7.a4 mit Springerfang ist zumindest interessant, und Schwarz muss sich auskennen, um gutes Spiel zu bekommen. Oder wie wäre es mit dem fast vergessenen, nicht ganz korrekten, aber spielbaren Bellon-Gambit gegen Englisch (1.c4 e5 2.Sc3 Sf6 3.Sf3 e4 4.Sg5 b5)? Auch hier muss Weiß wissen, was er tut, aber das wird er wahrscheinlich nicht, weil das Gambit ja fast vergessen ist. Oder was ist mit dem beschleunigten Dameninder 1.d4 Sf6 2.c4 b6? Der taugt mindestens als Überraschungswaffe für eine Partie, vielleicht für mehr. Oder, oder, oder.

Die Rubrik „Eröffnungsideen“ gibt es noch nicht, aber sie ist in Arbeit, ebenso wie ein weiterer Beitrag zum Thema. Vorab so viel: Wer gelegentlich nach 1.Sf3 d5 2.c4 mit dem Reti-System konfrontiert wird, der möchte sich vielleicht 2…d4 3.b4 g5!? genauer anschauen, eine Idee von David Navara, die später Alexander Morosewitsch mehrfach erfolgreich angewandt hat. Das und mehr demnächst auf den Perlen vom Bodensee.

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