FIDE-Präsidentschaftswahl: da waren es nur noch zwei

  • 6
    Shares

Das Ende Nigel Shorts als unabhängiger Kandidat. Grund für den Händedruck: „Dworkowitsch ist nicht Makropoulos.“

Nigel Short war Anfang Mai als FIDE-Präsidentschaftskandidat angetreten, damit zumindest ein Unabhängiger, genuin und in allererster Linie dem Schach verpflichteter Kandidat zur Wahl steht. Jemand, der frei ist von Machtgezerre, Pöstchen- und Geldschieberei und ausschließlich dem Spiel zur Blüte verhelfen will. Würden Schachspieler und nicht graue Herren den FIDE-Präsidenten wählen, Nigel Short würde natürlich gewinnen.

Drei Monate lang hat Nigel Short durchgehalten, sich glaubhaft als einziger am Wohlergehen des Schachs interessierter Kandidat präsentiert und sich sogar die Unterstützung manch großer Föderation gesichert. Am Ende des dritten Monats zeichnete sich eine erste Nähe zu seinem Konkurrenten Arkadij Dworkowitsch ab. Die kulminierte jetzt in einem öffentlichen Händedruck, kombiniert mit einem Tweet, der mit dem Wort „united“ (vereinigt) begann. Nigel Short ist kein unabhängiger Kandidat mehr.

Die Frage, ob er nun dennoch kandidiert oder sich gleich dem Dworkowitsch-Team anschließt, lässt er offen, sagt nur so viel: „United“ mit Dworkowitsch fühle er sich bestens, denn der sei nicht Makropoulos.

In der Tat hat sich Georgios Makropoulos längst als allein an Machterhalt und -gewinn interessierter Funktionär offenbart. Als Kirsan Iljumschinow noch präsent war, konnte sich der Grieche halbwegs glaubhaft als Kandidat des Übergangs inszenieren und einen gewichtigen Grund formulieren, warum er gewählt werden sollte: damit Iljumschinow verschwindet. Als der vorzeitig verschwand, wäre für einen authentischen Kandidaten des Übergangs der logische Schritt gewesen, sich nun selbst in den Ruhestand zurückzuziehen.

Weiterlesen auf “Perlen vom Bodensee”

Print Friendly, PDF & Email

  • 6
    Shares

3 thoughts on “FIDE-Präsidentschaftswahl: da waren es nur noch zwei

  1. Makropoulos konnte sich zu keiner Zeit ” halbwegs glaubhaft als Kandidat des Übergangs inszenieren”.
    Er war sowohl unter Campomanes als auch unter Iljumshinov Vizepräsident bzw Generalsekretät und ist für sämtliche “machenschaften” dieser Zeit zumindest mitverantwortlich, wenn nicht gar hauptverantwortlich. Es grenzt an blanken Hohn, dass er jetzt von alledem nichts mehr wissen will und dafür auch noch Unterstützer findet.

  2. Hallo Ulrich, die Konsequenzen aus dieser Allianz sind noch nicht ganz klar. Steht ja im Text, dass er sich dazu noch nicht geäußert hat. Aber er ist jetzt nicht mehr das unabhängige “Zünglein an der Waage”, das er zumindest sein wollte, sondern signalisiert ganz klar, dass eine Stimme für Dworkowitsch auch okay wäre.

  3. Hat er sich mit ihm gleichberechtigt zusammengetan oder sich ihm angeschlossen oder schlicht aufgegeben und ihm zugesagt, dass er seine Anhänger aufrufen wird, dass sie ihre Stimme Dworkowitsch geben? So richtig wird mir das aus dem Text nicht klar. “United” alleine kann vielfältig gedeutet werden.

Kommentare sind geschlossen.