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Eigentlich sollten die Teilnehmer der DSAM freudig gestimmt sein, geht es doch nach dem Paukenschlag vom Juni endlich weiter. Ein neues Organisatoren-Team, mit zwei altbewährten Helfern unter der Leitung von Dr. Marcus Fenner, ein bewährter Organisator aus den USA, stellen sich der Herausforderung und leiten nun mit der Freischaltung der Homepage, vermutlich ab der KW 37, die Phase II nach Dr. Dirk Jordan ein.

Wie man lesen kann, hat sich einiges geändert. Nur 6 statt der zuletzt 7 Vorturniere zum Vorjahr, darunter 5 neue Spielorte. Wer sich ein bisschen mit der bisherigen Ortswahl beschäftigt hat, weiss dass die bisherigen Organisatoren bemüht waren, zumindest einmal im Jahr den Teilnehmern eine weitestgehend komfortable kurze Anreise zu ermöglichen, auch wenn dies eine Anreise von 200 km bis 300 km bedeutete. Die Schach-Hochburg Hamburg, zum Teil mit über 500 Teilnehmern in den letzten Jahren, ist nicht mehr dabei. Hat man im Frühjahr noch den Anschluss der Region München begrüsst, so muss man nun feststellen, dass der Süden schlicht auf unserer Landkarte übergangen wurde. War Brühl bei Köln bis dato ein Ort der hohe Teilnehmerzahlen garantierte, so bleibt den Teilnehmern aus NRW nur die Erkenntnis, Bad Wildungen und Koblenz sind auch nicht zu verachten.

Ich selbst frage mich immer noch, weiss man beim DSB nicht, wie schön das Ruhrgebiet ist. In diesem Zusammenhang ist mir bewusst, dies gebe ich hier auch gerne zu, auch andere Orte in Deutschland sind mindestens genau so attraktiv, aber den zentralen Spielortgedanken, den sehe ich unter der neuen Regie nicht mehr. Gleiches gilt für das bisherige Bemühen möglichst vielen Teilnehmern eine Teilnahme zu ermöglichen. Dabei muss man noch abwarten, ob die neue Form des Turniers von den Teilnehmern überhaupt angenommen wird.

Den Hotelpreis habe ich zur Kenntnis genommen, bleibt nur die Erkenntnis, unter der altbewährten Regie war vieles günstiger, nicht nur in der abgelaufenen Saison. Dafür fällt der durchaus von vielen Teilnehmern als lästig empfundene Hotelgutschein weg. Erfreulich ist immerhin der Preis fürs Doppelzimmer, doch in diesem Zusammenhang weiss ich nur allzu genau, wie oft ich oder andere Teilnehmer alleine unterwegs waren. Zudem gilt, der schöne Spielort Aalen – die schöne Therme – gibt es nicht mehr, auch zum Leidwesen meiner Frau.

Es ist richtig, Orte wie Potsdam und Dresden, genauso wie die anderen drei neuen Orte, haben Ihre Reize. Doch ist das wirklich interessant, dies allein ist die Frage. Schloss Sanssouci, Berlin oder die Semper-Oper wird keiner besuchen. Ich bin mir sicher, die Teilnehmer fahren dorthin, um Schach zu spielen und nicht um eine Sight-Seeing-Tour zu starten. Für letzteres fehlt definitiv auch die Zeit.

Was die Preise anbetrifft, so gab es bis dato für die ersten drei Plätze Hotelgutscheine, die mit 500 €, 375 € und 250 € taxiert wurden. Diese waren, dies als Info für diejenigen, die keinen gewonnen haben, bis zu zwei Jahren einlösbar und nicht an den ursprünglichen Empfänger gebunden. Ein Nachteil war immer, dass dieser Gutschein immer nur für ein bestimmtes Hotel des Sponsors galt. In den Zusammenhang hoffe ich inständig, dass die neuen attraktiven Preise keine Preise von Chessbase sind. Der Grund ist übrigens simpler als man zunächst glaubt, wer möchte schon gerne etwas gewinnen, was er bereits hat.

Alle bisherigen Teilnehmer, einschliesslich meiner Person, sollten allerdings fair bleiben und den Organisatoren eine Chance geben, denn dies gebietet alleine der Respekt. Ein neuer Anfang ist stets schwer und nur ungern geht der Mensch neue Wege, insbesondere dann, wenn alles so gut eingespielt war, wie bisher. In diesem Sinne bin ich bereit für jede Menge neue und positive Überraschungen und wünsche dem Team um Dr. Marcus Fenner viel Glück und Erfolg.

Uwe Ritter

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