Israel gegen Irak?

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Lieber keine Rassismus-Debatte: FIDE ändert die Olympia-Auslosung präventiv

„Gens una sumus“, wir sind eine Familie, der Leitspruch der Schachspieler. Leider endet die Familieneinigkeit, sobald internationales Schach in muslimischen Staaten mit archaischen Regimen gespielt wird. Oder wenn Sportler aus solchen Staaten im Ausland spielen und auf Israelis treffen.

Nach Setzliste hätte in der ersten Runde der Frauen Israel gegen den Irak spielen müssen. Die Iraker hätten den Wettkampf verweigert, ein Skandal, also änderte die FIDE präventiv die Auslosung. (via r/chess)

Der Setzliste nach hätte bei der Schacholympiade in Batumi in der ersten Runde des Frauenturniers Israel gegen den Irak spielen müssen. Die irakischen Spielerinnen wären nicht angetreten, weil ihnen daheim mindestens ein Bann droht, sollten sie sich mit Sportlern aus einem Land messen, das der Irak nicht anerkennt. Israel hätte kampflos 4:0 gewonnen, und dann hätte eine politische und moralische Debatte begonnen, die den sportlichen Part der Veranstaltung überschattet. Das wollten weder die FIDE noch die Georgier, also änderten sie die Paarungen. Japan spielte gegen Israel, Kuba gegen den Irak, und der Skandal blieb aus.

Aber ist es nicht sogar der größere Skandal, wenn eine internationale Sportorganisation präventiv vor Rassismus einknickt? 

„Solche Paarungen zu vermeiden, ist gängige Praxis“, erklärt der Journalist und Schachorganisator Stefan Löffler. Wenn abzusehen sei, dass ein Spieler sich weigert anzutreten, werde in aller Regel eine solche Paarung bei der Auslosung vermieden. „Andernfalls würde es nur allen Beteiligten schaden.“

Weiterlesen auf “Perlen am Bodensee”

 

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One thought on “Israel gegen Irak?

  1. Schwer zu sagen, was besser ist. Durch diese Ausweichmanöver setzen sich die Fanatiker letztlich durch. Ein geschenktes 4:0 für Israel wäre aus Ländersicht sogar gerecht, denn es sind ja nicht die Israelis, die sich weigern. Andererseits können die einzelnen irakischen Spielerinnen auch nichts dafür. Die eigentlichen Fanatiker sitzen anderswo.

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