Blaues Auge für Frankreich: Glückliches 2:2 gegen Deutschland / Nisi-MVL 1:0

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Vor 24 Stunden wären wir ja mit einem Unentschieden gegen Frankreich in der neunten Runde der Schacholympiade sehr einverstanden gewesen. Heute bedarf es keiner Betrachtung durch die schwarz-rot-goldene Brille, um festzustellen, dass die Franzosen glücklich und mit einem tiefblauen Auge davongekommen sind. Auch über ein 0,5:3,5 gegen Allemagne hätten sie sich nicht beschweren können. Stattdessen hieß es am Ende 2:2, und Deutschland steht mit nun 14:4 Punkten immer noch prima da.

Zu Beginn der Schacholympiade marschierten die Franzosen noch vorneweg, und sie feierten sich auf Twitter. Gegen Deutschland schrammte die Equipe MVL haarscharf an der zweiten Turnierniederlage vorbei. (Foto: Laurent Fressinet/Twitter)

Schon nach zehn Minuten deutete sich an, dass es gegen den klaren Favoriten ein guter Tag werden könnte. Christian Bauer war in seiner Spezialvariante gegen Caro-Kann in die Vorbereitung Rasmus Svanes gelaufen und stand schlicht und ergreifend sehr früh sehr schlecht. Bei gegenseitigen Rochaden würde Schwarz fröhlich gegen den weißen König rollen können, und Weiß bliebe nur zu hoffen, dass er irgendwie überlebt. Gegenspiel war nicht in Sicht.

8.Ld2 nebst Lc3 hatte Christian Bauer hier schon einmal gespielt. Nur steht Schwarz schon besser, wenn er mit 8…a5 nebst …Lb4 dagegenhält. Und genau das hatte Rasmus Svane vorbereitet.

 

Natürlich richtete sich der bange Blick des Beobachters immer wieder ans erste Brett, wo Monsieur Vachier-Lagrave Nisipeanu seinen Najdorf-Sizlianer vorsetzte. Das Geschehen war für Normalsterbliche schwer durchschaubar, und die Liebe der Maschine für die weiße Stellung („plus 1“) kaum Indikator. Zu oft haben wir MVL schon durch Najdorf-Verwicklungen manövrieren sehen, die der Computer für bedenklich hält, und am Ende erwies sich das Konzept des Franzosen eben doch als stichhaltig.

Plötzlich standen sie an vier Brettern besser

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One thought on “Blaues Auge für Frankreich: Glückliches 2:2 gegen Deutschland / Nisi-MVL 1:0

  1. Lauter spannende Partien heute! Schade, dass Daniel und Matthias (dessen Partie bis zum Schluss Potenzial zum Gewinnen hatte und m.E. sehr aufregend war) ihre guten Stellungen nicht heimgebracht haben und Rasmus’ Stellung so den Bach runterging. Da das Brett noch ziemlich voll war, fand ich das Remis von Daniel Fridmann bei ungeklärter laufender Parallelpartie eigentlich sogar verfrüht. Super spannend war es, Sarahs und Judiths Partien zu verfolgen und sie am Ende noch den Sieg holen zu sehen. Auch bei den Polen habe ich übrigens mitgefiebert, es ist doch zu schön, einen Favoriten wanken zu sehen. Neben unseren Spielen lief bei mir daher immer Duda gegen Caruana, mit, und ich habe Duda (und den anderen Polen) tatsächlich die Daumen gedrückt. Die vielen Infos und Darstellungsarten auf fide.com und chess24 waren informativ und abwechslungsreich. Danke an alle irgendwie Beteiligten für diesen schönen Spieltag!

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