Von großmeisterlichen Zeitplänen und zahnlosen Drachen

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Auf den Punkt genau 500 Spielerinnen und Spieler haben dieses Jahr den Weg an den Tegernsee gefunden. Die ersten 44 Bretter spielen im Erdgeschoss, über 200 Bretter sind im großen Saal im oberen Stockwerk untergebracht. Damit ist das Turnier einmal mehr bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Zum gestrigen Auftakt ließen sich sechs Spieler aus Zeitgründen nicht auslosen. Einer davon der 16-jährige Inder P Iniyan. Bis gestern spielte der Youngster noch ein Turnier in den Niederlanden
und schaffte es daher erst zur zweiten Runden an den Tegernsee. Zwei Turniere direkt am Stück – für die meisten Hobbyspielerinnen und -spieler undenkbar! Doch ein solcher Zeitplan ist für asiatische Profis, welche oftmals den ganzen Sommer von Open zu Open touren, völlig normal.

Iniyan spielte beispielsweise im September zwei Open in Italien, davor das Abu Dhabi Masters und Biel. Als ich vor der Auftaktrunde mit dem indischen Großmeister GN Gopal ins Gespräch komme, stellt er mir schnell die Frage, welches Open man denn direkt im Anschluss spielen könnte – er habe nichts gefunden und nach nur einem Turnier wieder nach Indien zu fliegen, könne es ja auch nicht sein.

Indischer Schachgroßmeister sucht ein Turnier im Anschluss an die OIBM

Meister aus Indien sind jedoch nicht die einzigen der weit gereisten Gäste am Tegernsee. Insgesamt weist das Feld Spielerinnen und Spieler aus 34 verschiedenen Nationen auf. Neben Deutschland und seinen Nachbarländern sind auch exotischere Länder wie Iran, Venezuela, Armenien und Island vertreten.

Mit Robert Hovhannisyan gelang es den Veranstaltern gar, einen armenischen Nationalspieler an den Tegernsee zu locken. Die junge Nachwuchshoffnung der Schachnation Armenien spielte vor kurzem bei der Schacholympiade in Batumi für sein Land. Armenien wurde am Ende Achter und landete damit fünf Plätze vor dem deutschen Team. Hovhannisyan wusste mit einem Score von 75% durchaus zu überzeugen. Auch hier am Tegernsee erlebte er einen guten Start und liegt mit 2/2 an der Spitze.

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Riesen Interesse an Schach Meisterschaft

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