„Brennt vor Ehrgeiz, verschlingt Taktikaufgaben“: Weltmeisterin Annmarie Mütsch

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Mit einem Sieg in der vorletzten Runde gegen die nominell stärkste Konkurrentin stellte sich die Gewissheit ein: „Ich kann das schaffen“, wusste Annmarie Mütsch aus Heilbronn, als ihre Gegnerin aus Russland einen vergifteten Bauern schlug und damit eine Figur und die Partie gegen die Deutsche verlor.

„Ich kann das schaffen“, wusste Annmarie Mütsch, als ihre Gegnerin in der vorletzten Runde den Bauern auf e4 schlug. Es folgte 1…Te8 2.f3 Texe4, und Schwarz stand auf Gewinn. (Screenshot: chess24)

Entschieden war nach dieser vorletzten Runde der U16-Weltmeisterschaft der Mädchen noch nichts. Zu viert lagen sie mit 7,5/10 an der Spitze, und während Annmarie sich in der letzten Runde mit einer direkten Konkurrenten würde auseinandersetzen müssen, hatten die beiden anderen Weiß gegen Teilnehmerinnen mit weniger Punkten.

Die Nerven hielten, und am Ende spielte auf Seiten Annmarie Mütschs auch noch Schachfreund Buchholz mit. Dank eines weiteren Sieges in der Schlussrunde lag die 16-Jährige gemeinsam mit einer polnischen Konkurrentin gleichauf bei 8,5/11. Nun würde die Buchholz-Wertung zwischen diesen beiden über den Titel entscheiden. Da Annmarie Mütschs Gegner im Verlauf des Turniers mehr Punkte geholt hatten als die der Polin, ist sie seit Dienstagnachmittag, etwa 15 Uhr, Schach-Weltmeisterin U16.

Dieser Titel, Annmaries größter bislang, ist vorläufiger Höhepunkt einer Entwicklung, die sie selbst vorantreibt, unterstützt von einer Reihe Menschen, die sie fördern – allen voran Mama Heike. Heike Mütsch fährt Annmarie seit Jahren unermüdlich zu Wettkämpfen oder zum Kadertraining im Bundesstützpunkt Baden-Baden, ab sofort tut sie das als Weltmeisterin-Chauffeuse. Auch einen Dank an ihren Coach Fabien Lipizewski schickte Annmarie per WhatsApp direkt nach dem Titelgewinn nach Deutschland.

Vor der letzten Runde: Annmarie Mütsch bei der Jugendweltmeisterschaft in Griechenland, bei der sie sich nicht nur wegen des Titelgewinns bestens aufgehoben fühlte. Der Teamgeist in der deutschen Delegation sei gut gewesen, die Vorbereitung auch, berichtete Annmarie Mütsch direkt nach der Partie nach Deutschland. (Foto: Bernd Vökler/Schachbund)

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