Sharing is caring!

In der Frauenbundesliga wurde dieses Wochenende die zweite Doppelrunde gespielt. Während in der ersten Doppelrunde viele Spielerinnen verhindert waren, konnten diesmal die meisten Mannschaften aus dem Vollen schöpfen. Und das merkte man auch an den Aufstellungen nicht nur der Spitzenmannschaften, sondern auch der Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen wie Hofheim und Harksheide. Nach dem 4. Spieltag ist keine Mannschaft mehr verlustpunktfrei. Neuer Tabellenführer ist Baden-Baden vor Hamburg, das gegen Bad Königshofen 3-3 spielte (zum dramatischen Verlauf dort unten mehr). Einen Punkt dahinter folgen Bad Königshofen, Schwäbisch Hall und Rodewisch. Schwäbisch Hall schlug die in Bestbesetzung angetretenen Schachmiezen mit 3,5-2,5 und meldete sich im vorderen Tabellendrittel zurück. Im Abstiegskampf machten Hofheim gegen Harksheide und Lehrte gegen Karlsruhe “Big Points”, hier werden die letzten 6 Mannschaften in der Tabelle wohl bis zum Schluss zittern, die schlechtesten Aussichten haben die Münchener Bayern, die in ihrer Heimrunde gegen Deizisau und Schwäbisch Hall mit 0-12 unter die Räder kamen. Hier die Informationen von den einzelnen Spielorten:

Spielort Karlsruhe

Hier habe ich die wenigsten Infos, auch die Zwischenstände tröpfelten sehr zögerlich ein. Baden-Baden kam trotz “Zweitbesetzung” – die Topspielerinnen waren noch bei der WM unterwegs, dahinter fehlten auch die ein oder anderen Stammkräfte – zu zwei lockeren Siegen gegen Pankow und Lehrte. Karlsruhe schaffte nur ein mageres 3-3 Unentschieden gegen Pankow und verlor gegen Lehrte, das bedeutet diese Saison wahrscheinlich Abstiegskampf bis zum Schluss, auch wenn man schon 3 Punkte hat. Vor allem muss der Klassenerhalt vor der Berliner Endrunde gesichert sein, die letzten Gegner heißen nämlich Baden-Baden, Schwäbisch Hall und Deizisau, und da wird es wohl nichts zu holen geben.

Spielort München

Spannend waren hier die Begegnungen Schwäbisch Hall-Rodewisch und Rodewisch-Deizisau. Alle 3 Mannschaften waren sehr stark besetzt, Rodewisch trat gleich mit den ersten 6 der Meldeliste an, bei Deizisau spielte erstmals Elisabeth Pähtz, und bei Schwäbisch Hall waren mit Lela Javakhishvili, Deimante Cornette und Isle-of-Man-Damensiegerin Alina Kashlinskaya ebenfalls 3 absolute Topspielerinnen dabei. Entsprechend knapp wurde es am Samstag zwischen Schwäbisch Hall und Rodewisch, am Ende sicherten die hinteren Bretter Karina Ambartsumova (siehe Titelbild) und Iva Videnova mit souveränen Siegen das knappe 3,5-2,5. Den Rodewischer vollen Punkt machte Bundesligadebütantin Stavroula Tsolakidou aus Griechenland, die bei der Schacholympiade Filiz Osmanodja beim griechischen Überraschungssieg gegen Deutschland geschlagen hatte, gegen Deimante Cornette. Am Sonntag lag der Fokus auf der Begegnung Deizisau-Rodewisch, hier gewannen die Schachmiezen die Mittelbretter, unter anderem gewann in einem Duell zweier (Ex?)-Nationalspielerinnen Melanie Lubbe gegen Elena Köpke. Das reichte am Ende für ein 4-2 für Rodewisch. Aber man hatte sich gerade gegen Schwäbisch Hall doch mehr erhofft, wenn man schon mit dem Top-Sechser antritt. Die Bayern verloren wie oben erwähnt 2x 0-6 und mussten quasi dafür “büßen”, dass die anderen 3 Mannschaften fast in Bestbesetzung spielten. Zum Spielverlauf gibt es den Liveblog des Autors zum Nachlesen, der auch viele Fotos aus München enthält:

Samstag: http://www.thomas-marschner.de/frauenbundesliga-aus-muenchen-liveblog/
Sonntag: http://www.thomas-marschner.de/frauenbundesliga-liveblog-aus-muenchen-tag-2/

Hier noch ein paar Fotos aus München:
[su_custom_gallery source=”media: 98635,98634,98633,98632,98631,98630,98629,98628″ limit=”90″ link=”image” target=”blank” width=”250″ height=”170″]

Spielort Hamburg

In Hamburg war es am spannendsten, und zwar nicht nur ergebnistechnisch, sondern auch hinsichtlich der gespielten Partien. Zeitweise herrschte auf einzelnen Brettern das blanke Chaos. Das Nachspielen lohnt sich in jedem Fall. Hier der Link zu den Partien. Außerdem gab es einen Liveblog von FM Roland Voigt, in dem man die Dramatik gerade am Sonntag nachvollziehen kann.

Am Samstag waren Bad Königshofen und Hamburg gegen Harksheide und Hofheim favorisiert. Bad Königshofen musste kurzfristig die erkrankte Jana Schneider ersetzen, Ersatz Maria Schöne schaffte es gerade so um 14:26 ans Brett. Insgesamt gewann Bad Königshofen sicher mit 4-2, nur Olga Girya verlor überraschend an Brett 1 gegen die Slowenin Laura Unuk. Hamburg gewann ebenfalls 4-2 gegen Hofheim, musste aber länger zittern, da schon früh abzusehen war, dass die hinteren beiden Bretter verlorengehen und damit vorne nichts mehr schiefgehen durfte. Jetzt aber zum Sonntag. Bei Bad Königshofen war Jana Schneider wieder fit, und Hamburg verstärkte sich vorne und hinten nochmal mit Monika Socko und Diana Baciu. Viel stärker kann Hamburg kaum antreten. Gleichzeitig spielten im Abstiegsduell Harksheide und Hofheim gegeneinander, beide in Bestbesetzung.

Hamburg-Bad Königshofen endete 3-3 unentschieden nach turbulentem Verlauf, alle 6 Partien wurden entschieden. Monika Socko sorgte für ein schwarzes Wochenende von Olga Girya, als sie ihr Turm-Springer-Endspiel sehenswert mittels Zugzwang gewann, als Girya aufgab, stand Sockos weißer Springer auf h8. Das Unentschieden war für Bad Königshofen sehr glücklich, und das lag im Wesentlichen an der Partie Judith Fuchs – Alexandra Obolentseva. Judith Fuchs griff auf Teufel komm raus an und gewann nach vorangegangenen Opfern die Dame gegen Turm und Läufer und einige Bauern. Die Engines beurteilten diese Stellung immer noch als ausgeglichen, Judith Fuchs konnte aber durch einige Schachs dann einen Turm gewinnen. Zu dem Zeitpunkt ging jeder davon aus, dass die Partie gewonnen war. Am Ende spielte Judith Fuchs mit der Dame gegen Läufer und 3 Bauern. Das war lange gewonnen, dann Remis, und am Ende tatsächlich verloren, nachdem die Dame so unglücklich stand, dass kein Dauerschach mehr drin war. Die Zeitnot hat da sicher das Ihre zu beigetragen. Jedenfalls ein sehr glücklicher Sieg der Russin, der zeigt, dass es sich lohnt bis zum Schluss zu kämpfen und alle Ressourcen aus einer Stellung herauszukitzeln.Hier die Partie:

Auch die anderen Partien waren spannend und hochinteressant, das Nachspielen lohnt sich bei jeder einzelnen Partie.

Hofheim machte einen Big-Point zum Klassenerhalt, gegen Harksheide wurde 4-2 gewonnen. Sonja Bluhm gewann gegen Laura Unuk überraschend souverän, den Sack zu machten Inna Agrest und Alena Kushka, die ihre Endspiele gewannen. Hofheim hat mit Ulrike Rößler (4/4) und Alena Kushka (3,5/4) zwei absolute Topscorerinnen der bisherigen Saison in seinen Reihen.

Weiter geht es in der Bundesliga am 11./12. Januar, da spielt unter anderem Baden-Baden gegen Hamburg.

Hier die Tabelle und alle Ergebnisse aus Runde 3 und Runde 4.

Print Friendly, PDF & Email