Elisabeth Pähtz. Archivfoto: TA

Die Erfurter Schach-Großmeisterin Elisabeth Pähtz über Weltmeister Carlsen und eine wiederbelebte Eröffnungsvariante.
Elisabeth Pähtz ist in diesem Herbst wieder mal eine Weltreisende in Sachen Schach. Olympiade in Batumi, das Weltklasse-Open auf der Isle of Man, WM in Khanty Mansijsk, diverse andere Turniere. In diesen Tagen weilt die Erfurter Großmeisterin in Rumänien, spielt in der dortigen Superliga. Das WM-Match zwischen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana hat sie dennoch jeden Tag live am Laptop verfolgt.
Ist Carlsen ein verdienter Matchsieger und Weltmeister?
Ja, ist er. Beide Spieler hatten in ein, zwei Partien ihre Siegchancen gehabt, die sie nicht genutzt haben. Bei Carlsen war dies vor allem die erste und letzte Partie, wobei man das Gefühl hatte, dass er nichts unnötig riskieren und lieber den Tiebreak wollte.
Hat Sie das 3:0 im Stichkampf dennoch überrascht?
Dass es so klar werden würde, hätte ich nicht gedacht. Aber Rapid war schon immer Carlsens Lieblingsdisziplin. Ich denke, er war sich seiner Sache sehr sicher.
Zuvor gab es ein Match ohne Gewinnpartie…
Das hat mich wiederum nicht überrascht. Sowohl Caruana als auch Carlsen sind sehr objektive Spieler, die sich sehr, sehr wenige Fehler erlauben. In einem Match etwa zwischen Mamedjarov und Nakamura würde das ganz anders aussehen, weil beide einen aggressiven Stil pflegen.
Was hat Sie bei dieser WM am meisten beeindruckt?
Eröffnungstheoretisch sind die Sizilianisch-Partien alle sehr interessant. Ich bin mir sicher, dass die Sweshnikow-Variante, die vor 30, 40 Jahren aktuell war, wieder populär werden wird.
Der WM-Modus ist heftig umstritten.
Für welches Format plädieren Sie?
Es gibt bereits eine Idee, um den Tiebreak zu vermeiden. Gespielt werden sollen demnach 13 Partien und der Weltmeister darf entscheiden, ob er davon sieben Schwarz- oder sieben Weißpartien wählt. Bei mehr Weißpartien muss er das Match gewinnen, bei mehr Schwarzpartien reicht ihm zur Titelverteidigung ein Unentschieden.
Text: Axel Eger
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