21 Jahre Schachfestival Basel

Alles begann im Januar 1999, unter der Leitung- und Initiative, vom Berner Organisator Robert Spörri. Dieses erste Schachopen wurde vom Top Grossmeister Andrei Sokolov gewonnen. Dank seiner optimalen geographischer Lage, wurde das „Hilton Open“ bald zum drittgrösstem Schachevent der Schweiz nach dem etablierten Schachfestival Biel und dem Zürcher Weihnachtsopen. Das „Hilton Open“ wurde immer bedeutender und verwandelte sich im Jahr 2008 zum heutigen Schachfestival Basel. Nach vielen erfolgreichen Ausgaben übergab der Gründer Robert Spörri die Leitung des Festivals an erfahrene Basler Organisatoren. Es wurde ein neuer Verein gegründet (Schachfestival Basel), geleitet von Schachpersönlichkeiten wie Peter Erismann, Bruno Zanetti und Heinz

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Kommentatorenschelte

Es wäre nicht das erste Mal, dass der Autor sich auf die Kommentatoren stürzt und ziemlich unerbittlich ist. Nur sind es „normalerweise“ die Sportkommentatoren, welche seinen Unbill auf sich ziehen. Ob die Schachkommentatoren sich da etwas abgeschaut haben? Das Problem scheint immer wieder dies zu sein: „ich wurde ausgewählt, um als Experte zu fungieren. Demzufolge ist Unwissenheit nicht gefragt. Ich weiß alles – und im Zweifelsfall erkläre ich im Nachhinein, dass ich den Teil der vermeintlichen Unwissenheit lediglich aus Spannungsaufbau- oder Zeitgründen verheimlicht habe.“ Nun machen Miss Sopiko (auch als „Miss Tactics“ bei chess24 bekannt) Guramashvili im Verein mit Peter

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Flüchtige Beobachtungen von Robert Hübner

IM Stefan Löffler – Man hörte Stimmen, die forderten, dass die Spieler „mehr riskieren“ müssten. Es ist jedoch nicht das Ziel der Teilnehmer an der Weltmeisterschaft, die Zuschauer möglichst wirksam zu unterhalten; sie sind damit befasst, das bestmögliche Resultat zu erzielen. Es scheint mir ein seltsamer Widerspruch, dass man einerseits Forderungen an die inhaltliche Gestaltung der Partien stellt – sie sollen „spannend“ sein – andererseits dem Wettkampfelement höchste Bedeutung beimisst. Wenn das Ergebnis das Wichtigste ist, muss man es den Spielern überlassen, wie sie ihr Ziel anzustreben gedenken; sie werden dies am besten wissen. Mit seiner scharfen Gangart in der

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AlphaZero-Show beim WM-Match

Den Doppelschritt eines Bauern hatte Mir Sultan Khan noch nie gesehen, als er sich Ende der 1920er in England mit dem Schach vertraut machte, wie es in Mitteleuropa gespielt wurde. In Indien spielten sie Schach damals noch anders. Sultan Khan lernte flugs die hiesigen Regeln, dann besiegte er Capablanca, Rubinstein und weitere Weltklassespieler. Ende 1933 ging er zurück nach Indien. Nie wieder wurde er an einem Schachbrett gesichtet. Für dieses Aufflackern eines neuen Schachsterns, gefolgt vom Verschwinden desselben, finden wir in der Schachgeschichte eine Parallele, und die spielt Ende 2017. Das Schachprogramm AlphaZero kannte nur die Regeln, als es begann,

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Ekaterina Lagno (RUS) geht überraschend in Führung

Am 20. November fand in der Ugra Chess Academy die 2. Partie des Finale zwischen Ju Wenjun (China) und Ekaterina Lagno (Russland) statt . Die Rivalen spielten das katalanische Prinzip, bei dem die Damen bereits zu Beginn des Spiels getauscht wurden. Weiß opferte zeitweise einen Bauern, bekam aber den Vorteil des Läuferpaares. Bald gewannen Lagno das Material zurück, aber sie musste einen Läufer gegen einen Springer  geben, woraufhin ein Endspiel mit Türmen und verschieden farbigen Läufer auf dem Brett verblieben. Die Position von Weiß war angesichts der besseren Bauernstruktur und der aktiveren Anordnung der Figuren etwas vorzuziehen. Nachdem Ekaterina einen Turm

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WM: Carlsen mit dem Rücken an der Wand – Analyse von GM Niclas Huschenbeth

Wieder eine Partie wo Caruana die Initiative hatte und Carlsen immer die besten Züge finden musste, um sich zu verteidigen. Carlsen wackelte bedenklich, aber er fiel nicht. Caruana hatte in entscheidenden Momenten nicht den Mut ein Feuerwerk auf`s Brett zu zaubern und machte lieber einen Sicherungszug mehr. Am Ende bot Caruana remis, was Carlsen annahm. Beide Spieler verhalten sich wie Raubtiere, die im entscheidenden Moment zuschlagen wollen. Heute ist Ruhetag, bevor es am Mittwoch weiter geht. Ob an der einen oder anderen Stelle schärfere Züge möglich waren, dass versucht GM Niclas Huschenbeth heraus zu finden.

Deutschland sucht den Schach-Superstar

Immerhin hat die schreibende Zunft und auch das Fernsehen, aus aktuellem Anlass, Schach für sich entdeckt. Egal was sie schreiben, es kann dem Schach im allgemeinen nur gut tun. Ein Beispiel ist der Nachrichtensender NTV, der sich diese coole Schlagzeile hat einfallen lassen. Deutschland sucht den Schach-Superstar – “Ziel: deutscher Magnus Carlsen” Aus Sicht von NTV war die Schlagzeile nicht schwer zu kreieren, da NTV zur RTL-Gruppe gehört mit der erfolgreichen Sendung: “Deutschland sucht den Superstar.” Die WM in London rückt Schach derzeit weltweit ins Rampenlicht. Ein wenig davon soll auch auf den deutschen Schachbund abstrahlen, der vom Popularitäts-Boom träumt.

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Frauen-Nationalteam zum Schleining-Interview: „Unwahrheiten, Verstoß gegen Gedanken des Mannschaftssports“

„Mobbing“ warf Zoya Schleining ihren Mitspielerinnen und dem Teamkapitän der Deutschen Nationalmannschaft der Frauen während der Schacholympiade in Batumi vor. Zunächst intern während des Turniers, dann öffentlich im Interview mit dieser Seite, in dem sie darstellte, warum sie in der zweiten Hälfte des Wettbewerbs nicht mehr zum Einsatz kam und sich auch ansonsten außen vor fühlte. Teamkapitän Jonathan Carlstedt und die Spielerinnen Elisabeth Pähtz, Sarah Hoolt sowie Judith Fuchs beleuchten die Angelegenheit jetzt aus ihrer Sicht. Uns erreichte folgende Stellungnahme dieser vier zum Schleining-Interview: „Wir haben gehofft und wünschen uns weiterhin, dass die Olympiade intern und basierend auf den Tatsachen aufgearbeitet wird. Das Interview von Zoya Schleining und die entstandenen Emotionen würden

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Caruana – Carlsen Partie 7 Schach WM 2018 | Großmeister-Analyse

Heute wurde die 7. Runde zwischen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana gespielt. Carlsen eröffnete mit d4 und beide wiederholten Züge aus der ersten und zweiten Runde. Immer schön artig. Offensichtlich hatte keiner von Beiden Lust ein Risiko einzugehen. Man hat das Gefühl das sich beide wie Raubtiere belauern, bis einer einen Fehler macht. Allerdings, das muss man auch sagen, wird die Geduld der Zuschauer und Schachenthusiaten auf eine harte Probe gestellt. Mal hören was Großmeister Niclas Huschenbeth zu dieser Partie sagt. Vielleicht entdeckt er ja noch einen Hammerzug den die beiden Konthrahenten übersehen haben. Übrigens ist Niclas gerade nicht nur

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Warum Elo? – Warum Wertungszahlen?

An irgendeiner Stelle dieser leicht unkoordinierten Serie soll auch dieses Thema mal „ernsthaft“ angeschnitten werden. Die Wertzahlen haben eine zunehmend große Bedeutung in der Schachwelt erhalten. Man orientiert sich fast vollständig an ihnen, man verlässt sich auf sie. Aber inwieweit sie überhaupt sinnvoll sind, inwiefern geeignet, wie verlässlich sie sind, welche Schwachstellen sie haben, dass drängt man mehr und mehr in den Hintergrund. Einhergehend wäre übrigens die Frage zu stellen: ginge es nicht vielleicht besser? Tatsächlich eignet sich der Sport Schach ziemlich perfekt für ein derartiges Wertungs-System und insofern war es nicht verwunderlich, dass sich irgendwann mal ein Mathematiker der

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Österreich: Bundesliga gestartet

In der vierten Runde der Bundesliga musste Titelverteidiger Jenbach eine überraschende 2,5:3,5 Niederlage gegen Ottakring hinnehmen. Die Asse der Tiroler stechen diesmal nicht. Tamas Banusz gelingt für die Wiener ein feiner Sieg gegen Volokitin und Harald Schneider-Zinner glänzt in seiner Partie gegen Schlosser. Lediglich Bluebaum ist für den fünffachen Meister erfolgreich. Im Kärntner Derby trennen sich Feffernitz und Maria Saal, die Meister von 2016 und 2017, mit einem 3:3. Abasov besiegt am Spitzenbrett Ragger, Halvax gleicht für Maria Saal aus. Neuer Tabellenführer ist Hohenems nach einem 5,5:0,5 gegen Götzis. Die Vorarlberger haben wie Ottakring sechs Punkte. Maria Saal, St. Veit

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Schlussbericht zur Kadettenweltmeisterschaft in Santiago de Compostela 2018

1. Die Deutschen Teilnehmer 28 Spieler und Spielerinnen mit insgesamt über 40 Begleitpersonen stellen an sich schon eine Herausforderung dar. Es kam zu keinen Zwischenfällen oder Pannen. Dafür kann ich als Delegationsleiter allen Eltern und Trainern nur nochmals danken! Als Bundesnachwuchstrainer fällt mein Gesamtfazit gemischt bis positiv aus. Die Mittelstreckenläuferin Svenja Butenandt (siehe VL München) legte im Schlussspurt 4 aus 4 hin und kletterte auf den siebten Platz. Fast hätte es zur Bühne gereicht. Der Marathon-Mann Marius Deuer erreichte ebenfalls acht Punkte und belegte Platz 10 im Endklassement. Marathon-Mann deshalb, weil Marius mehrmals zu den letzten noch Spielenden im gesamten

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Carlsen – Caruana Partie 6 Schach WM 2018 | Großmeister-Analyse | Matt in 36?

Erstmals wurde auf e4 mit Russisch geantwortet, eine Verteidigung mit der sich Caruana gut auskennt. Er hatte sie in der Vergangenheit im Besonderen beim Kandidatenturnier in Berlin eingesetzt. Lange Zeit deutete alles daraufhin, dass die Partie wieder remis ausgeht. Doch dann zündete Caruana die Lunte an und brachte Carlsen in arge Bedrängnis. Mit dem Rücken an der Wand opferte Carlsen eine Figur gegen 3 Bauern und übersieht, dass er Einen davon wieder verliert. Der Österreichische Schachbund schreibt: In der Pressekonferenz werden die Spieler von einem Journalisten überrascht, der auf die Analyse eines Computers verweist, der an einer Stelle ein Matt

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18. DEUTSCHE SCHACH-AMATEURMEISTERSCHAFT (DSAM) 2018/2019: DIE SPIELE SIND ERÖFFNET!

Die DSAM startete heute mit dem Vorrundenturnier in Koblenz-Lahnstein in ihre 18. Saison. Insgesamt 212 Spielerinnen & Spieler nutzten die Chance eines verlängerten Schachwochenendes und nahmen im idyllisch auf der Lahnhöhe hoch über dem Lahntal gelegenen Wyndham Garden Hotel den Wettbewerb um die je 7 Qualifikationsplätze für das Finale in den 7 Wertungsgruppen auf. Das Hotel zeigte sich gut auf seine Gäste vorbereitet, indem es mehrere Freiluft-Schachspiele mit Figuren bestückte, die zudem korrekt aufgebaut waren. Auch wenn das Wetter mit strahlendem Sonnenschein wahrlich zu einem Aufenthalt im Freien einlädt, wird für die richtigen Partien dann doch der geräumige Spielsaal bevorzugt. Die 18.

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Ein Sieg gegen die Nr. 1 der Welt

Weltmeister werden nicht viele, die Gelegenheit, um den Titel kämpfen zu dürfen, erhalten nur ein paar Spieler mehr. Aus diesem Grund ist es für viele Spieler schon ein großer Prestige-Erfolg, einen amtierenden Weltmeister in einer klassischen Partie bezwungen zu haben. Dem deutschen Großmeister Dr. Robert Hübner gelang dieses Kunststück 1992 beim Großmeisterturnier in Dortmund, als er nach vier Niederlagen und diversen Remisen zuvor, Weltmeister Garry Kasparov in einer spektakulären Partie das Nachsehen gab. Unvergessen auch Wolfram Hartmann, dem als krasser Außenseiter ein Sieg gegen Weltmeister Anatoli Karpov, beim Großmeister-Turnier in Hannover, im Jahre 1983, gelang. Blicken wir noch ein bisschen

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PR-Probleme am Mississippi: Maulkorberlass, vorauseilender Gehorsam und ein irrlichternder Milliardär

Stellen wir uns vor, der Vorstandsvorsitzende des Rüstungskonzerns Diehl Defence würde mit weit geöffneter Schatulle beim Schachclub Überlingen vorstellig, um eine Zusammenarbeit auszuloten. Der Mann findet keine Fachkräfte, das Image seiner Firma ist im Eimer, und nun soll ihm Schach helfen, diese beiden Probleme zu beheben. Schlaue Idee, aber würden die Schachspieler seine Kohle nehmen? Wollen sie sich von einem Konzern unterstützen lassen, dessen Produkte Menschen töten? Bei der Firma Wiesenhof töten sie keine Menschen, aber Hühner, und das bereitet Freunden von Werder Bremen Bauchschmerzen. Um ihr Image zu reparieren, nutzt die Firma den Fußball- und Schachclub aus der Hansestadt mit seinem respektabel Schach spielenden Aufsichtsratsvorsitzenden als

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Remis ist dem Schach sein Tod ?

Auch diese Geschichte wohl so alt, dass man vermutlich die Bartwickelmaschine im Keller bereits quietschen hört – aber sich keineswegs zum Weiterlesen bemüßigt fühlt. Vielleicht gibt es dennoch einen aktuellen Anlass, sich diesem Thema (mal wieder) zu widmen. Klar ist „aktuell“ die Rede von der Schachweltmeisterschaft. In Vorgängertexten war bereits die Rede davon, dass man Schach möglicherweise allmählich einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen könnte, indem die großen Schachveranstaltungen im Netz übertragen werden und, neben rein schachlichen Inhalten, zugleich einen Unterhaltungswert anzubieten hätten mit den Shows, welche mehr und mehr an Wert gewinnen (könnten) und somit auch für den (bisherigen) Schachlaien

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Caruana – Carlsen Partie 5 Schach WM 2018 | Großmeister-Analyse

Auch die 5. Partie der WM in London endete remis. Das Match ist, wenn man die erste Partie mal außen vor lässt, ziemlich langweilig. Lassen wir uns von GM Niclas Huschenbeth vom Gegenteil überzeugen. Vielleicht entdeckt er ja ein paar Feinheiten, die wir Patzer nicht gesehen haben. Lernen Sie von den Spielen der besten zwei Schachspieler der Welt In jeder Sportart gibt es ein Match, das die Fans elektrisiert. Im Fußball haben Sie Ronaldo gegen Messi. Im Tennis Federer vs. Nadal. Und im Schach gibt es Carlsen gegen Caruana. Die Rivalität um den amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen und Fabiano Caruana begann 2010 im niederländischen

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VERLOSUNG VON PLÄTZEN BEIM HÜBNER-SIMULTAN BEI DER DSAM

Anlässlich der zentralen Bundesliga-Runde in Berlin wird Dr. Robert Hübner am 1.März 2019 eine Simultan-Vorstellung an 25 Brettern geben. Wir werden wie angekündigt einige Plätze verlosen und beginnen damit bei der DSAM-Vorrunde in Koblenz am kommenden Wochenende. Dort werden zwei Teilnehmer/innen die Gelegenheit haben, einen der begehrten Plätze zu gewinnen. Voraussetzung ist allerdings die Teilnahme an der Siegerehrung. Das DSAM-Team sieht dem ersten Turnier der neuen Serie mit Spannung entgegen. Die Verlosung der Plätze beim Simultan mit Dr. Hübner ist nicht die einzige Neuerung: Großmeister Artur Jussupow wird den Teilnehmern während des gesamten Turniers für Analysen und Blitzpartien etc. zur Verfügung stehen, es gibt

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“Ich fühle mich als Schachspielerin durchaus diskriminiert”

Die Süddeutsche Zeitung führte ein Interview mit IM Elisabeth Paehtz zum Thema: Frauenschach In London läuft gerade die Schachweltmeisterschaft, der US-Amerikaner Fabiano Caruana, 26, spielt gegen Titelverteidiger Magnus Carlsen, 27, aus Norwegen – und auf der gesamten Welt wird mitgefiebert. In der Schachwelt dominieren weiterhin die Männer. Elisabeth Pähtz, 33, ist seit Jahren die beste Schachspielerin in Deutschland. 2018 wurde sie Europameisterin im Schnellschach und Vizeeuropameisterin im Blitzschach. Im Interview spricht die Erfurterin über Reformen im Frauenschach und darüber, wann die erste Frau einen Weltmeister herausfordert könnte. Zum weiterlesen auf Das Foto klicken!