Vorschau zu Isle of Man und Hoogeveen

Gerade ist der Europacup vorbei, heute (Freitag) ist für eine Reihe Spieler Reisetag und morgen sitzen sie dann schon wieder am Brett – an zwei Schauplätzen nordwestlich von Porto Carras mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Die Isle of Man hat etwa 80.000 Einwohner und ist von Wasser umgeben, Hoogeveen hat etwa 55.000 Einwohner und im Gemeindegebiet immerhin 1.58m2 Wasser. Das Turnier auf der Isle of Man ist hochkarätiger besetzt, wie im Schweizer System üblich anfangs wohl “Pflichtsiege” für Favoriten, während es bei Matches in Hoogeveen direkt zur Sache gehen sollte. Aber ich beginne mal auf der Isle of Man und nenne

Weiterlesen…

Europacup: St. Petersburg gewinnt dank Tiebreak und trotz Svidler

Ihr Spitzenbrett hat es hinterher auf Twitter so formuliert: “Congrats to my home town team, Bronze Horseman (@N_Vitiugov, V. Fedoseev, M. Matlakov, @Maxrodmax, K. Alekseenko, A. Goganov) for winning their 2nd ECC, despite giving the field a one board handicap.” Maxrodmax ist Maxim Rodshtein, der für Israel spielt aber gebürtiger St. Petersburger ist. Seinen eigenen Namen erwähnt Peter Svidler nicht, als einziger von sieben erzielte er weniger als 50% – Details später. Alternativ war als Titel auch denkbar “Valerenga hatte nur sechs Runden Dusel”, aber es wurden eben sieben gespielt – und zum Schluss trafen sie auf St. Petersburg bzw.

Weiterlesen…

Vorschau zum European Club Cup

Gerade ist die Olympiade vorbei, und schon das nächste Mannschaftsturnier – so kurz danach, dass einige Teilnehmer mit weiter Anreise (konkret vor allem zwei der drei Chinesen) zwischendurch vielleicht gar nicht zu Hause waren. Damit ist bereits erwähnt, dass beim Europacup für Vereinsteams auch Nicht-Europäer mitspielen dürfen – neben den drei Chinesen (Ding Liren, Yu Yangyi und – nicht bei der Olympiade dabei – Wang Hao) auch insgesamt vier Inder (Harikrishna, Vidit, Sasikiran und Sandipan), jeweils über zwei Teams verteilt. Generell sind einige Spitzenteams sehr international besetzt, daneben gibt es auch Teams mit (fast) nur Spielern aus dem eigenen Land.

Weiterlesen…

Olympia-Abschlussbericht: Am Ende China und China

Spät kommt er aber er kommt – mein Abschlussbericht zur Olympiade. So etwas – beide Titel an dasselbe Land – gab es zuletzt 1986. Damals gab es noch die Sowjetunion, 1988 und 1990 auch noch, aber bei diesen Olympiaden gewann bei den Damen Polgarien (offiziell Ungarn, jeweils spielte auch Ildiko Madl mit). Danach gewann bei den Damen dreimal Georgien, viermal China, die Ukraine, Georgien, dreimal Russland, China und nun wieder China. Bei den Herren gewann bis 2002 Russland (nicht immer wF turnierseitear Kasparov dabei), dann bis 2012 immer noch die Sowjetunion (allerdings nun Ukraine oder Armenien), danach China, die USA

Weiterlesen…

Olympia-Zwischenbilanz: Noch hat Polen nicht gewonnen

Jede Menge Berichte zur Olympiade, da kann meiner eher kurz und knapp ausfallen. Aber zwei Runden vor Schluss will ich das Geschehen seit dem Ruhetag doch zusammenfassen, mit auch ein paar Fotos. Der durchaus überraschende Zwischenstand im offenen Turnier ist Polen 16, USA, China, Armenien, England 15, Frankreich, Russland, Deutschland, Kroatien 14, usw. . Polen galt zuvor als Geheimfavorit, aber dass sie gegen stärkste Gegner weiterhin als Team ungeschlagen sind hatte wohl kaum jemand erwartet. Die nächsten sechs Teams haben alle eine Niederlage: die USA gegen Polen, China gegen die Tschechische Republik (zwischendurch auch weit oben dabei, inzwischen bzw. derzeit

Weiterlesen…

Olympiade vor dem Ruhetag

Inhaltlich wird dieser Bericht vielleicht eher dünn, da ich ohnehin unmöglich auf alle bzw. auch nur auf nach derzeitigem Stand “turnierrelevante” Matches eingehen kann. Dafür jede Menge bunte Bilder zu dem, was die Olympiade auch ist, und auch eine Zusammenfassung des bisherigen Geschehens aus international-allgemeiner und auch aus deutscher Sicht. Derzeit haben im offenen Turnier noch vier Teams alle fünf Matches gewonnen, bei den Damen nur eines. Stand im offenen Turnier: Aserbeidschan, Tschechische Republik, Polen, Ukraine 10, USA, Israel, Deutschland 9, usw. . Siebzehn Teams haben 8-2 Mannschaftspunkte, da nenne ich nur einige: nach Wertung sortiert Geheimfavorit Iran, die Mitfavoriten

Weiterlesen…

Vorschau zur Olympiade in Batumi

Ab 24. September (bzw. die Eröffnungsfeier ist tags zuvor) trifft sich die Schachwelt in Batumi, Georgien. Und zwar wirklich die ganze Schachwelt, oder jedenfalls ein grosser Teil davon: einige Teams haben Großmeister, teilweise Weltklassespieler, aber die insgesamt 245 GMs verteilen sich ungleichmässig über die 185 Teams – viele haben Spieler mit kleineren oder keinen Schachtiteln, bescheidener bis gar keiner Elozahl. Naturgemäss geht es im Vorbericht vor allem um die Topteams, wobei ich auch die Nummer 16 der Setzliste erwähnen werde und ansatzweise noch ein paar andere Mannschaften. Dann auch ein paar Worte zum Damenturnier. Die ersten zehn der Setzliste sind

Weiterlesen…

Junioren-WM: Maghsoodloo und der Rest bei den Jungens, Spannung bis zum Schluss bei den Mädels

Tagesaktuell hatte der Schachticker bereits den Bericht von Frank Hoppe für den Schachbund übernommen, von mir nun verspätet noch ein Rückblick auf die zweite Turnierhälfte. Wie kamen die jeweiligen Ergebnisse vorne zustande? Wie ist das Ergebnis der deutschen Teilnehmer(innen) einzuordnen? Ganz vorne landeten sie nicht, am besten war Donchenko auf Platz 11 – für den Dritten der Setzliste eher kein Erfolgserlebnis, auch wenn der an zwei gesetzte Jorden van Foreest nach Wertung hinter ihm blieb. Der Titel verrät es bereits: Start-Ziel-Sieg für Parham Maghsoodloo, dagegen Durcheinander und Drama bei den Juniorinnen. Das kam jeweils am Ende dabei heraus – auch

Weiterlesen…

Junioren-WM am Ruhetag

Die Leser des Schachtickers wurden bereits darüber informiert, dass Alexander Donchenko mit 3.5/4 gut aus den Startlöchern kam. Vor dem Ruhetag kam ein zweites Remis hinzu, damit haben vier andere Spieler derzeit noch bessere Karten: GM Maghsoodloo 5/5, IM Sindarov, IM Christiansen, GM Firouzja 4.5/5, usw. . Macht es am Ende ein Spieler aus dem aufstrebenden Schachland Iran, hier doppelt vertreten? Oder kann sich Norwegen weiterhin damit brüsten, dass sie zwei Weltmeister haben – Johan-Sebastian Christiansen als Nachfolger von Aryan Tari? Oder macht es der junge Usbeke Javokhir Sindarov (*2005) noch besser als letztes Jahr Praggnanandhaa? Pragg spielte im italienischen

Weiterlesen…

Hauen und Stechen bei den russischen Meisterschaften

Und dann auch noch Stichkämpfe bei Damen und Herren. Danach dann dasselbe Ergebnis wie 2012 – russische Meister sind Andreikin und Pogonina. Unterschiede gibt es auch: Andreikin auch damals nach Stichkampf, allerdings damals gegen fünf(!) andere Spieler, Pogonina hatte dagegen damals einen vollen Punkt Vorsprung auf Gunina und Nadezhda Kosintseva. Ein halber Punkt Vorsprung auf Girya und kein Stichkampf war auch diesmal möglich, es kam anders. Insgesamt ist so viel passiert, dass ich mich relativ kurz fassen muss … . Zu Runde 7 der Herren hatte ich Diagramme vorbereitet, die werde ich in den Bericht einbauen. Aber wenn ich auch

Weiterlesen…

Zwischenbericht zu Russischen Meisterschaften (nun komplett)

Bei Damen und Herren sind sechs von elf Runden gespielt, nun ist der einzige Ruhetag. Jeweils ist bisher nur klar, wer wohl nicht russischer Meister wird. Bei den Herren sind es nicht überraschend Khismatullin (auch wenn drei andere Elo-Aussenseiter durchaus mithalten können) und überraschend der Elofavorit Nepomniachtchi. Bei den Damen sind es neben Bodnaruk zwei der jüngsten Teilnehmerinnen, Shuvalova und vor allem Protopopova. Die dritte junge Dame Goryachkina ist ja bereits etabliert (Titelverteidigerin), und sie hat neben zwei Niederlagen auch drei Siege auf ihrem bisherigen Konto. Stand bei den Herren: Dubov, Inarkiev, Tomashevsky, Sarana, Oparin, Andreikin 3.5/6, Fedoseev, Kobalia, Jakovenko

Weiterlesen…

Caruana gewinnt Stichkampf in St. Louis und qualifiziert sich für London

Moment mal, das schaffte er doch bereits im Berliner Kandidatenturnier? Ja, aber nun hat er nach dem WM-Match im November noch einen London-Termin im Dezember – mit niedrigerem aber immer noch bis zu fünfstelligem finanziellem Einsatz. Diese kleine Nachlese konnte ich auch in den Sinquefield Cup Abschlussbericht einbauen, aber ich wollte ihn gestern tagesaktuell veröffentlichen – andere Entscheidungen waren ja auch gefallen oder, was den alleinigen Turniersieg betrifft, fielen nicht. Caruana und So spielten zwei Schnellpartien – die erste ein korrektes und nicht besonders gehaltvolles Remis, die zweite gewann Caruana mit Weiß und damit war die Entscheidung gefallen. Danach noch

Weiterlesen…

Sinquefield Cup: Remisen, ein paar Siege und Stichkampf-Chaos

Rein von den Ergebnissen her passierte nach dem Ruhetag in St. Louis das: Runde 6 ein Sieg – Auslöser für extremen US-Patriotismus. Runde 7 und 8 – alles Remis. Runde 9 – zwei Siege! Das gab es sonst nur in Runde eins. Grund war zum einen, dass Nakamura gegen Carlsen wieder an alte Zeiten erinnerte, zum anderen eine wilde Partie zwischen Aronian und Grischuk. Insgesamt endeten 8 von 45 Partien nicht remis – das lag vor allem an Nakamura und Karjakin (je drei Niederlagen), Grischuk war der einzige, der Sieg und Niederlage auf seinem Konto hatte. Es lag an Grischuk,

Weiterlesen…

Deutsche Sieger in Barcelona: Nisipeanu, Hoefelsauer, Kueppers, (Keymer)

Ich beginne mal mit dem Buchstaben K: Karpov, Kortschnoi, Kasparov, Kramnik, Karlsen, Karjakin und Karuana (um nur die zu nennen, die sich für mindestens ein WM-Match qualifizieren konnten) waren aus unterschiedlichen Gründen verhindert. Keymer konnte die Hoffnungen – ich schreibe bewusst nicht “Erwartungen” – nicht erfüllen. Aber es gab noch den für Katernberg spielenden Kueppers, der nicht nur durch ein “unwahrscheinliches” Ergebnis in der letzten Runde wohl alle Erwartungen und auch Hoffnungen übertreffen konnte. Ja, ich weiss, dass man Carlsen und Caruana (außer auf kyrillisch) mit C schreibt. Am nächsten im deutschen Vereinsalphabet ist der Buchstabe D – Dresden machte

Weiterlesen…

Russische Schachmeisterschaften

Russland ist in der Breite nach wie vor die führende Schachnation – damit sind nationale Meisterschaften auch dann sehr stark besetzt, wenn einige der stärksten Spieler verzichten und nominell relativ “schwache” Spieler sich über das Halbfinale qualifizieren. Die diesjährige Auflage ist vom 25.8.-5.9. in Satka – Chelyabinsk Oblast, Südwestflanke des Ural-Gebirges nahe der Grenze zu Kasachstan. Ohne weitere Vorrede nun die Teilnehmer bei den Herren: Nepomniachtchi, Jakovenko, Vitiugov, Andreikin, Fedoseev, Tomashevsky, Dubov, Inarkiev, Khismatullin, Kobalia, Sarana und Oparin. Es fehlen also Karjakin, Grischuk und Svidler (alle beim Sinquefield Cup, Svidler als Kommentator) sowie Kramnik (lebt nicht in Russland und hat

Weiterlesen…

50% dominiert beim Sinquefield Cup

20 der 25 bisherigen Partien endeten Remis. Versuche der Veranstalter, “competitive play” mit klassischer Bedenkzeit zu fördern (im Schnell- und Blitzschach wird offenbar ohnehin genug gepatzt für Partien mit Sieger und Verlierer) konnten Partien nur künstlich etwas verlängern bzw. für künstliche Aufregung oder Heiterkeit sorgen. Da niemand mehr als eine Partie gewann (und niemand mal verlor und mal gewann) führen nach fünf Runden vor dem Ruhetag fünf Spieler. Die Note fünf sollte man ihnen dafür nicht geben, versucht haben sie es durchaus – aber auf jeglichem (und vielleicht erst recht auf hohem) Niveau ist Remis eben ein legitimes Ergebnis einer

Weiterlesen…

MVL dominiert Blitz, Nakamura gewinnt insgesamt in St. Louis

Dabei profitierte der Amerikaner davon, dass der Franzose nach dem Schnellturnier zu viel Rückstand hatte – immerhin konnte MVL sich noch vom geteilten siebten auf den alleinigen zweiten Platz verbessern. Sonst konnte nur Grischuk sich durch das Blitzturnier in der Tabelle verbessern (von 9-10 auf 8) – abgesehen davon, dass Nakamura den ersten Platz nach dem Schnellturnier noch mit Mamedyarov teilte. Nakamura machte im Blitz sein Ding: ab und zu mal eine Partie gewinnen – nur in der entscheidenden Phase zum Schluss einmal zwei nacheinander. Dabei verlor er auch vier Partien, wobei er bereits vor der Niederlage ganz zum Schluss

Weiterlesen…

Daniil Düsentrieb Dusel Dubov gewinnt in Abu Dhabi

Warum war das nicht das Dubai Open? Ich mag Alliterationen, und Dubov hätte wohl auch nichts dagegen einzuwenden – da werden Geldpreise streng nach Wertung vergeben, nebenan in Abu Dhabi werden sie offenbar nach dem Hort-System unter punktgleichen Spielern verteilt. “Dubov dominiert” wäre übertrieben, “Düsentrieb” bezieht sich darauf, wie er seine Partien anlegte. “Dusel” bezieht sich vor allem darauf, wie sein wichtiger Sieg in der letzten Runde zustande kam – der geteilte erste Platz schien außer Reichweite, und auch der Wiedereintritt in den Club 2700+ war gefährdet. Ein bisschen bezieht es sich auch darauf, dass er nach Wertung denkbar knapp

Weiterlesen…

Veröffentlicht unter Open |

Schnellschach-Lotterie in Saint Louis

Das ist aber ein ketzerischer Titel, ich könnte doch auch “Ave Chess Tour Halleluja” wählen!? Unterhaltsam war es, den amerikanischen Livekommentatoren gefiel es – zumal es bei ihren Spielern mehr Licht als Schatten gab. Vielleicht steckt Logik dahinter, dass einige Spieler ihre Chancen besser nutzten bzw. weniger patzten als andere, und auch mit der Zeitkontrolle (delay statt Inkrement) besser zurecht kamen. Dennoch ist der Zwischenstand vom Verlauf der Runden/Partien her für mich ein bisschen Zufallsprodukt – Ausnahme ein Spieler (keiner der drei Amerikaner). Schnellschach-Partien werden doppelt gewertet, schliesslich gibt es heute und morgen noch ein doppelrundiges Blitzturnier (vielleicht noch unterhaltsamer-chaotischer),

Weiterlesen…

Riga Open: Armenien oben, Deutschland überall dahinter

“Perlen vom Bodensee” haben bereits berichtet, aber ich habe eigenes Material vorbereitet, also noch ein Beitrag. Armenien relativ weit oben war klar – sie schickten drei Großmeister, alle unter den ersten 15 der Setzliste. Zwei landeten dann ganz oben. Deutschland schickte 35 Spieler – genauso viele wie Lettland, einer mehr als Russland. Fünf hatten den GM-Titel und waren unter den ersten 15 der Setzliste, andere hatten kleinere oder keine Schachtitel – zum Beispiel landeten die Schachfreunde Schmitt, Waffenschmidt, Danielmeier und Kuhn nebeneinander auf Platz 246-249 (in umgedrehter Reihenfolge der Elozahlen 1992-2151). Von den fünf deutschen GMs konnten zwei ihre Elozahl

Weiterlesen…