Inder in Abu Dhabi

Beim Abu Dhabi Masters war zwar bereits Freitag nach nur drei Runden Ruhetag (dafür Samstag eine Doppelrunde), aber das wird kein “klassischer” Zwischenbericht. Dieser Beitrag enthält stattdessen Material (und Spielerzitate), das den geplanten Abschlussbericht – vermutlich Schwerpunkt Runden, die noch gespielt werden – überladen würde. Aber den Zwischenstand nach drei Runden kann ich kurz erwähnen: Sechs Großmeister (Rapport, Wang Hao, Dubov, Amin, Kravtsiv und Vocaturo) haben 3/3. 23 Spieler haben 2.5/3, am überraschendsten wohl die an 73 gesetzte WGM Soumya Swaminathan. Damit ist bereits eine Inderin erwähnt, aber andere – männlich und weiblich – sind Thema dieses Beitrags. Thema dieses

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Spanische Mannschaftsmeisterschaft

Wieder einmal eine “Vorschau” auf ein Turnier, das bereits begonnen hat: Linares ist als Schachmekka wohl eher etwas älteren Lesern ein Begriff bzw. denen, die sich für “Schachgeschichte” interessieren. Weltklasseturnier im Februar, das war einmal, immerhin ist es nun im August Austragungsort der spanischen Mannschaftsmeisterschaft. Wie in diversen anderen Ländern ist das auch Spielgelegenheit und Einnahmequelle für Ausländer, pro Team und Wettkampf dabei maximal drei – wobei man mehr aufstellen darf, dann muss aber immer eine(r) pausieren. Vereine – acht spielen ein Rundenturnier als Blockveranstaltung – nenne ich, auch wenn sie dem deutschen Publikum nicht unbedingt ein Begriff sind. Bei

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Vorschau zum Abu Dhabi Chess Festival

Wem es in Europa derzeit nicht warm genug ist, der hat als Schachspieler eine Alternative: ab Dienstag ein Open in Abu Dhabi – bei Temperaturen draussen von bis zu 44ºC, der Spielsaal ist dabei vermutlich klimatisiert. Insgesamt 163 Spieler fühlten sich angesprochen – in der A-Gruppe, es gibt auch noch ein B- und ein Juniorenturnier. Darunter 6 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und 90 Inder, die dieses Klima wohl auch gewöhnt sind und ohnehin immer und überall spielen (nicht immer dieselben, aber aus demselben Land). Ich nenne zunächst die ersten 12 der Setzliste: Le Quang Liem, Rapport, Cheparinov, Wang Hao,

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Symmetrie in Danzhou, Yu Yangyi gewinnt

“Symmetrie” bezieht sich auf diesen Stand nach sieben von sieben Runden: Yu Yangyi 4.5/7, Le Quang Liem 4, Wei Yi, Fedoseev, Duda, Bu Xiangzhi 3.5, Shankland 3, Vidit 2.5. Vier von acht Spielern mit 50%, dann wurde wohl oft Remis gespielt? Das stimmt eher nicht: keiner blieb ungeschlagen, keiner blieb sieglos. Remiskönige waren Wei Yi und Fedoseev mit jeweils einem Sieg, einer Niederlage und fünf Remisen – Duda und Bu Xiangzhi gewannen und verloren jeweils zwei Partien. Die beiden Spieler, die am Ende vorne lagen, hatten zu einem gewissen Zeitpunkt im Turnier weniger als 50% – Yu Yangyi nach der

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Mamedyarov dominiert in Biel

Moment mal, es war doch ein Rennen zwischen ihm und dem anderen 2800+ Spieler Magnus Carlsen? Ja, das war der Stand bei Halbzeit. Aber in der zweiten Turnierhälfte hat der Azeri weiterhin Partien gewonnen, und der Norweger nicht mehr. Auf seinen Lorbeeren der ersten beiden Runden ausgeruht hat Carlsen sich nicht unbedingt, aber gegnerische Geschenke bekam er nicht mehr. Und in Runde 9 passierte gar etwas unglaubliches: Carlsen machte im Endspiel Fehler, Mamedyarov profitierte davon und stand so vor der letzten Runde bereits als Turniersieger fest. So stand es am Ende: Mamedyarov 7.5/10, Carlsen 6, Vachier-Lagrave und Svidler 5.5, Navara

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Danzhou GM: China ist ein schlechter Gastgeber

Da haben sie fünf Ausländer eingeladen, aber in Führung liegen vor dem Ruhetag zwei der drei Chinesen im Feld von 8 Teilnehmern – allerdings nicht der, um den es den meisten internationalen Rummel gab (in letzter Zeit tendenziell nicht mehr). So steht es nach vier von sieben Runden: Bu Xiangzhi 3/4, Yu Yangyi 2.5, Shankland, Duda, Fedoseev 2, Vidit, Wei Yi, Le Quang Liem 1.5. Alles relativ bekannte Namen, die allerdings – jedenfalls bisher – nur sporadisch gegen die absolute Weltelite spielen durften. Fedoseev und zuvor zweimal Le Quang Liem hatten sich als Aeroflot-Sieger für Dortmund qualifiziert, dieses Jahr spielte

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Xtracon Open: Norweger, Deutsche und auch noch Andreikin

Quantitativ dominierten Dänen im Turnier – 157 von 397 (so viele hatten sich jedenfalls angemeldet, ein paar sind dann nicht erschienen). Sie konnten allerdings eher nicht in den Kampf um den Turniersieg eingreifen, im Gegensatz zu einigen der 74 Norweger und zwei von 46 deutschen Teilnehmern. Von den 42 Schweden spielte Grandelius zwar nicht schlecht, aber doch kaum an den vordersten Brettern. Russland war zu siebt vertreten, darunter die beiden ersten der Setzliste Vitiugov und Andreikin, der Rest hatte Elo 2000 oder weniger. Vitiugov war in Lauerstellung und ist es quasi immer noch, aber nun ist das Turnier vorbei. Andreikin

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Biel-Zwischenbericht: Carlsen und Mamedyarov führen

Ruhetag ist erst am Samstag nach der sechsten Runde, aber ein Bericht bei Halbzeit bietet sich an. Biel hat dieses Jahr ein etwas aus der Mode gekommenes Format: sechs Spieler treffen doppelrundig aufeinander – damit ist irgendwann, und zwar nach fünf Runden, genau Halbzeit. Bei nur drei Partien pro Runde gibt es immer das Risiko, dass eine Runde quasi “nicht stattfindet”. Das war allerdings bisher nicht der Fall – und dass nur einmal alle Partien Remis endeten lag auch am gewählten Format “fünf plus eins”. Die fünf bisherigen Runden kurz zusammengefasst: Carlsen bekam in den ersten beiden Runden Geschenke –

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Xtracon Open 2018

Wieder mal kommt eine “Vorschau” erst kurz vor Beginn der ersten Runde eines Turniers. Das Xtracon Open in der Hamlet-Stadt Helsingor (Titelbild Schloss Kronborg) ist auch dieses Jahr recht stark und dabei auch “nostalgisch” besetzt. Neben Großmeistern spielen auch jede Menge Amateure mit, aber ich nenne (zunächst) nur die ersten 15 der Startliste von insgesamt 394: Vitiugov, Andreikin, Saric, Grandelius, Jobava, Shirov, Hammer, Maze, Tari, Andersen, Bosiocic, Sune Berg Hansen, Agdestein, Svane, Timman. Damit habe ich auch den elobesten deutschen Teilnehmer (wobei dänische Quellen Rasmus Svane mal als “100% dänisch” bezeichneten), und einige aus der Rubrik “Nostalgie” – ein weiterer

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Leiden Open 2018: Und dann kam Roeland Pruijssers

Ein analoger Titel wie beim Dortmund-Abschlussbericht, wobei in einem Turnier nach Schweizer System andere Umstände zutreffen: Roeland Pruijssers hatte niemand mehr auf der Rechnung, er selbst auch nicht mehr unbedingt – und dann hat er sein “Schweizer Gambit” erfolgreich abgeschlossen. Das war der Endstand nach neun Runden: GM Pruijssers 7/9, IM Nihal Sarin, GMs Sandipan, Ikonnikov, Zhukova, IM Viani Antonio Dcunha, IM Shyaamnikhil 6.5, IM Lobanov und IM Vrolijk 6, usw. . Damit habe ich auch alle von den Veranstaltern vorab erwähnte Jungtalente – bis auf IM Beerdsen, der hatte ein “Elo-normales” Turnier und landete mit 5.5/9 nach Wertung auf

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Dortmund 2018: Und dann kam Nepomniachtchi

Vor dem Ruhetag war noch alles offen, vor der letzten Runde ebenfalls – fünf von acht Spielern konnten noch (nach Wertung) Turniersieger werden! Auf jeden Fall würde sich ein neuer Name in die Dortmund-Siegerliste eintragen – neben Titelverteidiger Wojtaszek war auch der zehnfache Dortmund-Sieger (zuletzt 2011) Kramnik nicht mehr im Rennen, Nisipeanu sowieso nicht. Während der letzten Runde schien zeitweise (ausgerechnet) Giri die besten Karten zu haben, und dann kam es doch anders. Das ist der Endstand: Nepomniachtchi 5/7, Giri, Kovalev, Duda 4, Meier 3.5, Kramnik und Wojtaszek 3, Nisipeanu 1.5. Vom Ergebnis her dominierte also der Russe der nicht

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Dortmund-Zwischenbilanz

Der Schachticker hat die Dortmund-Rundenberichte von der Turnierseite übernommen (bis auf Runde 1 in der ergebnismässig nichts passierte) – ich ergänze das mit “meinem” Format, jeweils zum Ruhetag zu berichten. Den ersten Ruhetag gab es allerdings bereits nach zwei Runden, so verteilt Dortmund sieben Runden über je zwei Samstage und Sonntage sowie drei Arbeitstage. WM-Matches haben denselben relativ entspannten Rhythmus, allerdings über mehrere Wochen und dadurch haben die Spieler auch mal am Wochenende frei (ihre Sekundanten eher nicht. Nach zwei Runden war in Dortmund immer noch nicht allzu viel passiert – auch wenn ein Spieler andeutete, dass er in Form

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Najdorf Memorial: Polen spielten auch in Polen

Vermutlich schaut auch Schach-Polen derzeit nach Dortmund – da spielen schliesslich ihre Besten JK Duda und Radek Wojtaszek, momentan in dieser Reihenfolge nach Elo sortiert. Andere Polen bekamen keine Dortmund-Einladung, aber einigte nutzten die Chance, zu Hause in Warschau Schach zu spielen. Allzu international war das Najdorf-Memorial 2018 nicht besetzt – auch wenn neben den in Opens “unvermeidlichen” Indern u.a. ein Australier und ein Emirati mitspielte. Allzu stark auch nicht, Ursachenforschung dazu später. Allzu “deutsch” auch nicht, auch nicht im Vergleich zu den Vorjahren (siehe Bericht 2017 und Bericht 2016). Dennoch bekommt es einen recht ausführlichen Bericht, warum? Weil sich

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Russian Higher League – Oparin update

Ursprünglich war geplant, den Turnierbericht hier und da um ein paar Sätze zu ergänzen, aber nun doch ein eigener Artikel, aus drei Gründen: 1) Die Antwort von Grigoriy Oparin kam recht schnell, aber ich war zwischenzeitlich mit der NL-Meisterschaft beschäftigt, damit steht der Originalartikel nicht mehr weit oben. 2) Sie ist recht ausführlich. 3) Seine Antworten beziehen sich, wie meine Fragen, auf Partien vor und nach dem Ruhetag in Yaroslavl. Das Oparin-Foto wieder vom russischen Schachverband, in einem seiner Berichte dort hat GM Kryakvin auch Varianten zur ersten Partie. Im Abschlussbericht erwähnt er, warum er bei den Damen “Lena” die

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Zeitmaschine bei den NL-Meisterschaften

Die niederländischen Meister 2006 hiessen Sergey Tiviakov und Zhaoqin Peng. Die niederländischen Meister 2007 hiessen Sergey Tiviakov und Zhaoqin Peng. Die niederländischen Meister 2018 heissen Sergey Tiviakov und Zhaoqin Peng. Bei Tiviakov dauerte es elf Jahre bis zum dritten Titel – kein Rekord, bei van Foreest lagen 114 Jahre zwischen dem sechsten und dem siebten Titel (das sind dabei insgesamt drei Personen). Bei Peng sind es sieben Jahre seit dem dreizehnten Titel (2000-2011 gewann sie immer, davor bereits 1997) – der vierzehnte ist dabei wohl der letzte, das hat sie selbst (schon vor dem Turnier) beschlossen. Zwei Vorgänger und zwei

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Sarana gewinnt Russian Higher League, Oparin gibt in zweiter Turnierhälfte Gas

Der 18-jährige Alexey Sarana hat nach dem Ruhetag das zuvor Erreichte mit vier Remisen abgesichert und wurde so nach Punkten noch vom 21-jährigen Grigoriy Oparin eingeholt, behielt allerdings die bessere Wertung. Preisgeld – 530.000 Rubel für Platz eins, 400.000 für Platz zwei – wurde offenbar gleichmässig geteilt, beide bekamen umgerechnet etwa 6.300 Euro. Bis Platz 30 gab es noch Preisgeld, ab dem 26. Platz noch 45.000 Rubel = ca. 600 Euro, wirklich interessant war dabei Platz 1-5 = Qualifikation für das Superfinale. Das kam dabei heraus, Buchholz jeweils in Klammern: Sarana 6.5/9(51), Oparin 6.5(48), Inarkiev 6(47.5), Khismatullin 6(47.5), Kobalia 6(46.5),

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Sarana überrascht bei Russian Higher League

Dieses Turnier – Halbfinale der russischen Meisterschaft, fünf qualifizieren sich für das Superfinale mit auch Weltklassespielern, die sich nicht qualifizieren müssen – bekäme normalerweise nur einen Abschlussbericht. Aber da bereits nach fünf von neun Runden und damit vor dem Ruhetag eventuell eine Vorentscheidung gefallen ist (zumindest betrifft Qualifikation eines Spielers) schreibe ich aktuell schon ein paar Absätze. So steht es momentan: Sarana 4.5/5, Inarkiev, Motylev, Popov, Oparin, Paravyan, Zvjaginsev, Kobalia, Timofeev, Alekseenko, Rakhmanov, Ponkratov 3.5/5, usw. . “Undsoweiter” bezieht sich auf z.B. Matlakov (3/5, bisher zu viele Remisen um wieder 2700 zu knacken und auch um sich für das Finale

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Gideon Japhet Memorial in Jerusalem

Manchmal erscheint eine “Vorschau” zu einem Turnier erst, nachdem es bereits begonnen hat – alles kann man nicht im Auge behalten, auch 2700chess.com hat es offenbar nicht mitbekommen. Dabei ist das Teilnehmer(innen)feld im Schnellturnier durchaus respektabel: Svidler, Nepomniachtchi, Ivanchuk, Gelfand und dazu Georg Meier und Anna Muzychuk. Sie spielen doppelrundig, vom 2.-6. Juli pro Tag jeweils zwei Partien mit 25 Minuten Bedenkzeit und 10 Sekunden Inkrement. Die ersten vier Tage um 14:45 und 16:15 mitteleuropäischer Zeit, am 6.7. um 8:15 und 10:15. Daneben gibt es auch noch ein Open mit immerhin zwei fast-2700ern – Vorjahressieger Arkadij Naiditsch und der Israeli

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Blitzer Nakamura vor Schachspieler Karjakin und Remisspieler So

Diesen provokativen Titel mit “So sehe ich das” Komponente sollte ich natürlich erklären: Für mich war Nakamura im Pariser Blitzturnier vor allem Zocker – schnell spielen, möglichst keine Fehler machen und gegnerische Fehler ausnutzen. Karjakin hat dagegen seine Gegner mehrfach überspielt, wurde allerdings auch überspielt – derlei kann auch mit klassischer Bedenkzeit passieren. Blitztypisches Glück hatte er durchaus auch, aus meiner Sicht zumindest nicht mehr als Nakamura – andere Quellen bezeichnen Karjakin als Glückspilz, und Nakamura als großartigen Kämpfer. Am Ende lag der Blitzer vorne – neben Nakamuras eigenem Ergebnis lag es daran, dass Karjakin zwei recht unterschiedliche Blitztage erwischte.

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Safety-So knapper Schnellschach-Sieger in Paris

Ich beginne mal mit dem Endstand: So 12/18, Nakamura und Karjakin 11, Vachier-Lagrave, Anand, Aronian 9, Caruana 8, Kramnik, Mamedyarov, Grischuk 7 – jeweils aus neun Partien, die doppelt gewertet werden. Auch in Paris nun noch ein doppelrundiges Blitzturnier – ob Sos Vorsprung am Ende reichen wird, erscheint fraglich. Aber er spielt nun einmal eigentlich am liebsten Remis und schaffte selbiges in den letzten vier Runden des Schnellturniers problemlos. Das Feld ist dichter beieinander als zuvor in Leuven, dafür gibt es zwei Gründe: zum einen hatte So diesmal statt fünf Siegen vier Siege und eine Niederlage, zum anderen gab es

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