Vorschau auf das Gashimov-Memorial

Stelldichein der Weltklasse – einer fehlt und ist doch dabei   Ein paar Wochen war (bis auf die russische Mannschaftsmeisterschaft) Ruhe im Superturnier-Kalender; demnächst trifft sich die Weltelite in Shamkir, einer Kleinstadt (67.200 Einwohner) im Nordwesten von Aserbaidschan. Ein Spieler der gar nicht spielt – aber ohne ihn gäbe es dieses Turnier nicht – steht im Mittelpunkt: Vugar Gashimov (Foto Stefan64 – Wikipedia)   Er ist sicher noch präsenter als Tal beim Tal Memorial, da einige wenn nicht alle Teilnehmer ihn persönlich gut kennen. Bevor ich ihn im Rahmen meiner Möglichkeiten würdige (und dann erst auf die aktiven Teilnehmer eingehe),

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Russische Mannschaftsmeisterschaft

Malakhit gewinnt vor allem dank Grischuk und Leko   Kurz & Knapp wurde das Turnier bereits erwähnt, aber aus meiner Sicht verdient es noch einen eigenen Artikel. Ich kann dabei unmöglich auf alle oder auch nur einige Partien näher eingehen – zum Teil wurde sehr kreatives und spektakuläres Schach geboten. Zum Beispiel stimmt zwar, dass Moskau und St. Petersburg in der letzten Runde gegeneinander 3-3 spielten mit sechs Remisen an sechs Brettern, aber “friedlich” (im Sinne von abgesprochene Kurzremisen) war es keinesfalls. Wenn der Leser sich nur eine (Remis)Partie anschauen will, kann ich Nepomniachtchi-Svidler am Spitzenbrett wärmstens empfehlen. Ebenso steht

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Kandidatenturnier-Abschlussbericht (UPDATE)

Karjakin Zweiter, Topalov Letzter   Dass Anand das Turnier gewonnen hat, habe ich ja schon gestern erwähnt und ihn gewürdigt. Heute wie angekündigt vor allem “Einzelkritik” zu den anderen Spielern, davor noch etwas Chronistenpflicht – offizieller Endstand und ein paar Worte zu den Partien der letzten Runde. Endstand ist Anand 8.5/14, Karjakin 7.5, Kramnik, Andreikin, Mamedyarov 7, Svidler und Aronian 6.5, Topalov 6. In der letzten Runde wurden Anand-Svidler und Mamedyarov-Kramnik schnell remis. Topalov-Andreikin wurde langsam remis, ohne dass das Gleichgewicht jemals ernsthaft gestört war. Aronian-Karjakin passte zur Formkurve der beiden beteiligten Spieler, “also” gewann Karjakin. Das brachte immerhin etwa

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Anand bleibt mindestens Vize-Weltmeister

Kramnik ist mitschuldig   Zunächst die nackte Tatsache: Anand hat das Kandidatenturnier eine Runde vor Schluss bereits definitiv gewonnen. Er hat nun 8 Punkte aus 13 Partien, der Rest 50% oder weniger. Damit haben sich auch alle denkbaren Tiebreak-Szenarien erledigt – ich hatte einige Möglichkeiten hier (vierter Kommentar) angedeutet. Heute verabschiedete sich zunächst Aronian mit einer Niederlage gegen Andreikin aus dem Rennen um Platz 1, und dann konnte Anand ein schlechteres aber wohl nie verlorenes Endspiel gegen Karjakin halten. Ich werde auf diese und die beiden anderen Partien eher kurz eingehen, und dann unter anderem Titel und Untertitel dieses Beitrags

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Kandidatenturnier: Fast alle treten auf der Stelle

Anand hat (noch?) alles unter Kontrolle   In Runde 10-12 gab es nur zwei entschiedene Partien, die am Stand an der Tabellenspitze nichts geändert haben – nur der Kampf um/gegen den letzten Platz ist noch spannender, Topalov ist jetzt punktgleich mit seinem “Freund” Kramnik und zwei anderen Spielern. Das könnte beide interessieren, aber vorne liegt weiterhin Anand klar vor Aronian und dem Rest: Anand 7.5/12, Aronian 6.5, Karjakin und Mamedyarov 6, Kramnik, Andreikin, Topalov, Svidler 5.5. Wie/warum es doch noch spannend werden könnte verrate ich erst zum Schluss. Dass es noch ein bisschen spannend ist, liegt auch an der Partie

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Buntes Treiben im Kandidatenturnier

Anand im Aufwind   Die Spieler des Kandidatenturniers sind irgendwie gemein zu mir und anderen Berichterstattern – was soll man denn schreiben? Gleich zu mehreren Partien oder Zügen passt am besten “ohne Worte”. Den Anfang machte (noch zum vorigen Bericht) Svidlers 24.-h6?? gegen Mamedyarov, dann Mamedyarovs 48.-Kxf8?? gegen Kramnik, heute Kramniks 7.-dxc4? gegen Karjakin. Nach dem Gesetz der Serie ist nun Karjakin dran? Das ist vielleicht etwas gemein aus meiner Amateurperspektive, aber auf diesem Niveau und in dieser Häufung ist es selten – offenbar kommen sie kollektiv mit dem Druck nicht zurecht.   Der amtierende Weltmeister ist Fan von Donald

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Anand, Aronian oder ein anderer Spieler?

Kandidatenturnier nach sechs Runden   Nach russischer Meisterschaft und Turnier der anderen gab es beim Kandidatenturnier nun “Russland gegen den Rest der Welt” – dieses Turnier hat zwar noch eine Runde in der Hinrunde, aber wieder kommt der Bericht zum Ruhetag. Der Stand in diesem Turnier ist interessant: Mamedyarov 2,5/3, Aroni an 2, Anand, Karjakin, Topalov 1,5, Kramnik, Svidler, Andreikin 1. Zusammen mit den ersten drei Runden führt Anand immer noch (4/6), Aronian ist nun erster Verfolger mit 3,5/6, Topalov, Svidler, Kramnik und Mamedyarov haben 50%, Karjakin 2,5, Andreikin 2. Andreikin hat sich also im Tabellenkeller “etabliert”, Mamedyarov ist zurück

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Kandidatenturnier am ersten Ruhetag

Was macht Anand denn?   Auch wenn ich mich wiederhole: vor dem Kandidatenturnier hatten einige Experten erwartet, erhofft oder gar gefordert, dass Anand auf das Kandidatenturnier verzichtet – zugunsten von Caruana und um sich eine weitere Demütigung zu ersparen. Dazu passt das Endergebnis der Schachticker-Umfrage: 3033 Leser haben mitgemacht, davon entschieden sich 32% für Kramnik, 29% für Aronian, 26% für Karjakin (statistisch alle drei gleichauf?), 5% für Mamedyarov und jeweils 2% für Andreikin, Topalov, Anand und Svidler. Es kann natürlich sein, dass viele Leser Anand den zweiten, aber nicht den ersten Platz zutrauen – die Umfrage folgte ja (wie tendenziell

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Kandidatenturnier!

Ab Donnerstag in Khanty-Mansiysk   Soweit ich mich erinnere, war die Vorfreude auf das Turnier letztes Jahr in (westlichen) Medien deutlicher spürbar – damals hat ja Magnus Carlsen mitgespielt und am Ende gaaanz knapp gewonnen. Momentan gibt es noch kaum Vorberichte – ich werde das bisschen was ich gefunden habe erwähnen und zum Teil zusammenfassen, danach noch zu einem oder anderthalb Spielern eigene Eindrücke aus Wijk aan Zee. Zunächst ein paar simple Fakten: Die Teilnehmer setze ich eigentlich als bekannt voraus, aber nenne sie noch einmal in objektiver alphabetischer Reihenfolge und wie sie sich qualifiziert haben: Anand (Ex-Weltmeister), Andreikin (Weltcup-Finalist),

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Hintergrund zu Kasparows Sotschi-Interview

Warum im Guardian?   Die Olympischen Winterspiele in Sotschi sind vorbei. Mittlerweile ist eine andere Region am Schwarzen Meer Thema in den Nachrichten – aber nicht in diesem Artikel, denn Politik ist auf dieser Seite nur relevant, wenn ein (ehemaliger) Schachspieler und Schachpolitiker beteiligt ist. Warum dieser Beitrag etwas verspätet erscheint, wird hoffentlich im Laufe der Geschichte klar. Im Original habe ich Kasparovs Interview zunächst nicht gesehen, stattdessen habe ich über zwei sekundäre Quellen davon erfahren: 1) der kritische Kommentar von Kollege Raymund Stolze, 2) die Rubrik ‘Lopend Vuur’ der von mir abonnierten niederländischen Zeitung De Volkskrant. Letztere untersucht, wie

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Cheparinov ist paradoxer Gibraltar-Sieger

Tücken von Schweizer und Tiebreak-System   Welcher Spieler im Abschlussbericht zentral steht, entscheidet sich erst ganz am Ende. Ich nehme mir die Freiheit, den Sieger nur bedingt bzw. kritisch zu würdigen – wobei er nichts dafür kann, dass Leben und Regeln mitunter aus der Sicht von (mindestens zwei) anderen Spielern ungerecht sind. Eine Serie hielt in Gibraltar: seit 2008 konnte niemand das Turnier zweimal gewinnen. 2008 gewann Nakamura, 2009 Svidler, 2010 Adams, 2011 (das einzige Jahr ohne Tiebreak-Matches) Ivanchuk, 2012 Short, 2013 Vitiugov. Die Jahre davor habe ich auch noch ergooglet, werde aber nicht alle Namen nennen – Short war

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Zürich-Abschlussbericht

Carlsen rettet Vorsprung ins Ziel   Das nominell stärkste Turnier aller Zeiten ist vorbei, und Carlsen (Foto: Copyright: Maria Emelianova) erzielte seinen ersten Turniersieg als Weltmeister. Es bietet sich an, zunächst seine Partien Revue passieren zu lassen: zwei auch kreativ überzeugende Weissiege gegen Gelfand und Caruana, ein Remis auf hohem Niveau gegen Aronian, ein glücklicher Sieg gegen Nakamura und ein lahmes Remis gegen Anand (gut, er hatte Schwarz). Das waren die Partien mit klassischer Bedenkzeit, zum Schnellschach komme ich noch.   Nach drei von fünf plus fünf Runden hatte ich bereits berichtet – bevor ich den Rest zusammenfasse noch einmal

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Zwischenbilanz in Zürich und Gibraltar

Klein aber fein hier, gross und bunt dort   Wijk aan Zee ist gerade erst vorbei, auch wenn es mich immer noch beschäftigt (an meine Vereinskollegen und wen’s sonst vielleicht interessiert: Teil 2 und 3 für unsere Vereinshomepage kommt noch). Schon sitzen alle/beide Spieler mit Elo über 2800 und jede Menge mit 2700+ und dann noch gut 200 wieder am Brett, in Zürich und Gibraltar (und auch noch in Moskau, aber das ignoriere ich vorläufig). An den ersten beiden Schauplätzen ist Halbzeit. Generell berichte ich zum Ruhetag, aber weder hier noch dort gibt es einen Ruhetag. Die bisher neun Partien

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Wijk aan Zee am Sonntag und insgesamt

Ein atmosphärischer Bericht mit Interviews   Auch diesmal werde ich die Partien nicht oder kaum besprechen – das machen andere, das können andere besser!? Stattdessen wähle ich auch die Kategorie "Reisebericht". Sonntag war ich abwechselnd hinter und vor den Kulissen, im Pressebereich und im Spielsaal. Diesmal versuchte ich gar nicht erst, beim Livekommentar vor Ort in der Grundschule nebenan vorbeizuschauen: Samstag war es da komplett voll, davor warteten etwa 15 Schachfans. Ich versuchte, mich mit meinem Presseausweis vorzudrängeln, aber die Tata-Offiziellen die den Eingang bewachten sagten nach kurzer Beratung miteinander: "Sorry, alle Stühle sind besetzt, und die Feuerwehr erlaubt nicht,

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Samstag in Wijk aan Zee

Schachpolitik, Politik und dann auch noch Schach   Letzteres interessiert mich (jedenfalls als Schachjournalist) vor allem, aber dazu kam ich heute erst etwa eine Stunde nach Rundenbeginn. Wie gestern angedeutet: ein ehemaliger Teilnehmer der A-Gruppe störte den Rythmus der normalen Berichterstattung. Als Schachspieler war er, nicht nur in Wijk aan Zee, recht erfolgreich, als Politiker nicht unbedingt, nun will er Schachpolitiker werden oder ist es bereits – Garry Kasparov. Seine Pressekonferenz war wohl schon vorher geplant, aber heute veröffentlichten Chessbase und Chessvibes Neues zum FIDE-Wahlkampf. Diese Geschichten waren schon einige Tage bekannt, ich verzichte auf Details und eine eigene Stellungnahme.

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Aronian-Show (nicht nur) in Wijk aan Zee

Spannung um Platz zwei und in der B-Gruppe   Zuletzt hatte ich während und nach der siebten Runde der A-Gruppe aus und über Wijk aan Zee berichtet. Das war letzten Sonntag, seither wurden wegen "Tata Steel on Tour" nur zwei weitere Runden gespielt, eine davon auf dem High Tech Campus in Eindhoven. Wie im Titel schon erwähnt, die Entscheidung in der A-Gruppe ist vermutlich bereits gefallen. Aronian musste seine Führung in der A-Gruppe zweimal gegen einen direkten Verfolger verteidigen, Dienstag gegen Giri und Donnerstag gegen Karjakin, davor gab es Samstag bereits das Spitzenduell Aronian-So. Diese Aufgaben löste er ziemlich souverän

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Sturm in Wijk aan Zee

Jedenfalls auf den Schachbrettern   Rein wettermässig war es dort wohl genauso wie – etwa 50km Luftlinie entfernt – hier auf Texel: nur etwa Windstärke 5, auf meinem Weg zur Arbeit per Fahrrad dennoch etwas unangenehm da Gegenwind, immerhin dann Rückenwind auf dem Weg nach Hause wo ich das Ende einiger Partien noch mitbekommen habe. Um die Kurve zum Schach zu kriegen: aus deutscher Sicht ist zu hoffen, dass Naiditsch nach bisher vor allem Gegenwind im weiteren Turnierverlauf noch Rückenwind bekommt – allerdings ist Wettervorhersage so eine Sache. Bevor ich die heutige Runde im A-Turnier aus meteorologischer Sicht zusammenfasse, ein

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Live aus Wijk aan Zee (2)

Impressionen vor Ort   Ich bin wieder in Wijk aan Zee, ein bisschen "überall und nirgendwo" – Turniersaal einschliesslich Amateurbereich, Presseraum, später wohl auch beim lokalen Livekommentar in der Grundschule nebenan. Eigentlich wollte ich heute auf einen Liveticker verzichten – aber es gibt bereits einige Anekdoten die ich den Lesern nicht vorenthalten will: 13:30 Wie gesagt, ich widme mich auch den Amateuren – da ich mindestens vier von ihnen persönlich kenne, und vielleicht schreibe ich auch noch was für die Lokalzeitung 'Texelse Courant'. Meine beiden Vereinskollegen kamen erst kurz vor der Runde, daher habe ich sie noch nicht gesprochen –

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Tata Steel on Tour

Alte und neue Meister im Rijksmuseum   Es war bereits ein langer Tag für mich, daher nur ein paar Impressionen zum Drumherum in Amsterdam und kaum zum Geschehen auf den Schachbrettern – das hole ich später nach bzw. dazu kann sich der Leser anderswo informieren. Ich war vor Ort im Rijksmuseum – sicherheitshalber (da ich nicht wusste wie es dort genau laufen würde) etwa eine Stunde vor Beginn der Runde, und das lohnte sich. Ich durfte gleich die Treppe herunter zum Auditorium, während ein mit angereister Vereinskollege draussen bzw. im Foyer warten musste – Einlass für Zuschauer war erst 10

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Zwischenbilanz in Wijk aan Zee

Sextett führt in der A-Gruppe, Chaos in der B-Gruppe   Es ist ein bisschen paradox: da ich das Turnier zum Teil vor Ort verfolge (auch hinter den Kulissen) habe ich weniger Zeit für 'normale' Turnierberichte. Nicht dass ich täglich vorbeischaue, aber Zeit muss auch sein für anderes Schach (d.h. Vereinsabend), andere Hobbies und auch für die bezahlte Arbeit. Vor Ort geht es mir vor allem darum, Eindrücke zu sammeln – die gibt es zwar nicht alle fünf Minuten (und nicht alles ist zur Veröffentlichung geeignet), aber man muss jederzeit 'wach' sein falls sich etwas ergibt (falls jemand im Presseraum vorbeischaut

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