Zwischenbilanz zu Anand-Carlsen in Chennai

Schwarz dominiert   … aber Weiss konnte alle vier Partien remis halten, die ersten beiden problemlos. Zu dem Zeitpunkt war “Viel Lärm um nichts” auch ein passender (Unter)Titel – das wäre allerdings voreilig gewesen. Insgesamt werden mindestens neun Partien gespielt; dafür müsste ein Spieler aus den nun noch verbleibenden 4,5 oder 5 Punkte hol en, danach sieht es nicht aus. Ich will die bisherigen Partien nicht ausführlich diskutieren und kommentieren, das können andere besser. Nur zur vierten Partie ein paar Worte da Deutschland (Berlin) bei der WM erschien. Naja eigentlich schon vorher: Anand hat sich ja in Bad Soden vorbereitet,

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Mannschafts-EM nach Runde 5

Zwischenbilanz am Ruhetag   Heute werde ich kaum auf die Partien der letzten beiden Runden eingehen, eher einige allgemeine Bemerkungen zum Zwischenstand aus deutscher Sicht (Damen und Herren) und überhaupt. Fünf Runden sind gespielt, dann kam der einzige Ruhetag für alle, und die letzten vier Runden können den momentanen Stand noch ordentlich durcheinander würfeln. Wie immer beginne ich mit guten Nachrichten aus deutscher Sicht, das heisst derzeit “ladies first” – wer hätte das nach der Auftaktniederlage gegen Griechenland gedacht? In Runde 4 gab es einen durchaus glücklichen Sieg gegen Litauen: Nach 82 Zügen hatte Marta Michnas (Foto) Gegnerin Dominyka Batkovskyte

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Mein WM-Vorbericht

Ist Carlsen haushoher Favorit?    Foto: (Quelle: ruchess.ru) Noch gut sieben Tage bis zur ersten Partie zwischen Anand und Carlsen in Chennai/Madras. WM-Vorberichte trudeln langsam ein, und bei der Umfrage des Schach-Tickers haben inzwischen über 1000 Leser abgestimmt. Kollege Raymund Stolze hatte diese Umfrage am 15.10. vorgestellt und erwähnte dabei acht Faktoren, die beim Ausgang des Matches eine Rolle spielen können. Das werde ich nicht komplett wiederholen, nur soviel: "die schachlichen Stärken der beiden" war nur der letzte dieser acht Faktoren. Weiterhin nannte er Vorhersagen zum Ausgang des Matches "wirklich schwierig" und schrieb dann, dass Anand "allerorts als krasser Aussenseiter gehandelt"

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Mannschafts-EM Runde 3

Deutschland punktgleich mit Russland!   Das ist die gute Nachricht aus deutscher Sicht – die schlechte Nachricht (auch aus russischer Sicht) ist, dass momentan 14 Teams mehr Mannschaftspunkte auf dem Konto haben, darunter Deutschlands heutiger Gegner Georgien sowie z.B. Weissrussland, die dritte polnische Mannschaft und beinahe auch Österreich. Zum heutigen Kampf gegen Georgien: Deutschland spielte ohne Naiditsch – warum, das wusste Klaus Bischoff in der deutschen Liveübertragung auch nicht. Vielleicht wird Sportdirektor Uwe Bönsch es verraten, gegen 18:00 ist er zu Gast in der morgigen Sendung. Georgien gab Ersatzmann IM Nigalidze, nominell klar schwächer als die vier Stammspieler, eine Chance

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Runde 2 bei der Mannschafts-EM

Favoritenstürze und Marathonpartien   Bei der WM in Chennai passiert noch nicht allzu viel, dann bleiben wir vorläufig in Warschau (ab und zu mit Seitenblick nach Indien). Schwerpunkt ist heute das Turnier der Herren bzw. das “offene Turnier” – letzteres ist nicht nur politisch korrekt, denn einer der drei Spieler die ich eingangs hervorheben will ist eine Dame. In drei Matches an den vorderen Tischen gab es dasselbe Szenario: das (zumindest leicht) favorisierte Team lag 1-2 hinten, musste in der letzten laufenden Partie unbedingt ausgleichen, hatte aber nur die leicht bessere Stellung. Nicht geschafft hat es Evgeny Tomashevsky, während Judit

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Tag 1 bei der Mannschafts-EM

Kurzbericht zur ersten Runde   Ich will nicht allzu sehr ins Detail gehen – noch ist im Turnier nicht viel passiert, und während ich zu Runde 1 schreibe läuft Runde 2 bereits. Daher nur ein paar allgemeine Eindrücke zu gestern: Bei den Herren gab es sehr viele knappe Ergebnisse und einige Überraschungen, bei den Damen dagegen vor allem klare Favoritensiege. Die deutschen Teams hielten sich bei den Herren an die allgemeine Regel, bei den Damen leider nicht. Ich will doch mit der guten Nachricht beginnen statt "Ladies first":   Die deutschen Herren besiegten Israel 2,5-1,5 – gegen Israel in bester

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Vor der Mannschafts-EM

Vormittags Fokus Chennai, was macht der Schachfan nachmittags?   Die WM-Partien zwischen Anand und Carlsen beginnen um 10:30 (mitteleuropäische Zeit) und sind um 15:00 womöglich noch nicht beendet, aber dann wird auch in Warschau Schach gespielt. Dabei sind immerhin ein Spieler mit Elo (knapp) über 2800 und noch 20 die 2700 oder mehr auf ihrem Elokonto haben – je nach Turnierverlauf mittendrin und hinterher noch ein paar mehr oder auch ein paar weniger. Der Leser findet alle Aufstellungen – und demnächst auch Ergebnisse und Statistiken – hier, einiges werde ich gleich noch verraten. Zunächst aktuell und vorläufig exklusiv für die

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Analyse zum Europacup

SOCAR = Russland, Novy Bor = Armenien?   Alle – nicht nur Kollege Raymund Stolze – wundern sich, dass SOCAR beim Europacup nicht gewonnen hat. Dabei ist es doch, über die letzten vier Jahre betrachtet, eher Regel als Ausnahme. Viermal hintereinander waren sie an eins gesetzt und wurden Vierter, Zweiter, Erster und jetzt Dritter. Und generell gewinnt in Mannschaftswettbewerben nicht immer das nominell (klar) stärkste Team, sonst würde Russland alle Olympiaden, EMs und WMs gewinnen. Aber da war z.B. Armenien, das fehlende Spielstärke mit Teamgeist über-kompensieren konnte. Nur Baden-Baden müsste sich schwer anstrengen, um die Bundesliga nicht zu gewinnen –

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Siebenmal Svidler bei der russischen Meisterschaft

Caruana gewinnt in Bukarest, nur zwei Spieler mit Elo 2800   Zwei Superturniere sind beendet, wiederum konzentriere ich mich auf die russische Meisterschaft wo Svidler sich am Ende im Stichkampf durchsetzen konnte. Aber – siehe Untertitel – das "Kings Tournament" werde ich auch noch streifen, ebenso die Live-Ratingliste: die beiden Spieler mit momentan Elo über 2800 sind (natürlich) Carlsen sowie Aronian, also weder Kramnik noch Caruana. Zur russischen Meisterschaft nenne und zeige (Foto chesspro.ru) ich vorläufig nur den bzw. die Sieger – um die Spannung im Bericht Runde für Runde zumindest etwas noch aufrecht zu erhalten. Den Herrn rechts habe

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Aronian Sieger in Bilbao

Wer sind bisher die Aufsteiger des Jahres?   Eines der drei parallelen Superturniere ist inzwischen bereits beendet, und da hat sich am Ende der Favorit durchgesetzt. Das will ich zumindest kurz in einem eigenen Beitrag erwähnen. Was den Untertitel betrifft: Einen Blick auf die Live-Ratingliste werfe ich am Ende dieses Artikels – drei Spieler sind gemeint. Der Leser darf zwischendurch gerne überlegen, welche drei. Kleiner Tip: Zwei wenn nicht alle drei sind nicht ganz neu in den höchsten Elo-Gefilden. Aber zunächst Bilbao: Aronian reichten +2 zum alleinigen Sieg – das ist ja durchaus beachtlich da nur sechs Runden gespielt wurden.

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Superturniere im Dreierpack

Die Russen stehlen die Show   Momentan sind nicht weniger als 14 Spieler der Kategorie 2700+ aktiv, und zwar an drei Orten: Nizhny Novgorod, Bilbao und Bukarest. Genau genommen sind es insgesamt 17: Eljanov, Areshchenko und Alekseev spielen beim Chigorin Memorial in St. Petersburg, aber das kann ich nicht auch noch verfolgen und darüber berichten. Drei Superturniere gleichzeitig sind schon mehr als genug. Ich bin, ehrlich gesagt, froh, dass ich mich auf eines schwerpunktmässig konzentrieren kann weil da bei weitem am meisten passiert ist. In Bilbao und Bukarest sind gar keine Russen vertreten, warum? Die spielen (fast) alle bei der

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Gedanken zu Nationalmannschaft und Bundestrainer-Stelle

Ein Zwischenruf   Der Auslöser für diesen Artikel liegt schon einige Zeit zurück – Raymund Stolzes Artikel "Deutsche EM-Teams nominiert" vom 19. September und einige private emails zwischen uns direkt danach. Warum ich ihn jetzt schreibe und veröffentliche – mal abgesehen davon, dass ich hier sonst vor allem aktuelle Turnierberichterstattung mache was jeweils Vorrang hat – werde ich in "Teil II" erwähnen. Im Gegensatz zu einem (quasi) verwandten Beitrag anderswo vor knapp zwei Jahren habe ich diesmal nicht recherchiert, sondern verwende nur was öffentlich bekannt ist und gebe meine persönliche Meinung und Interpretation. Worum geht es? Raymund Stolze lobte die

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Foto-Finish beim Paris Grand Prix

Kein Vorteil für Fabiano   … denn Caruana wurde am Ende geteilt Erster mit Gelfand, und dadurch undankbarer Dritter in der GP-Gesamtwertung. Damit habe ich – im Gegensatz zu meinen Zwischenberichten – gleich am Anfang verraten wie es am Ende ausging, auch dass Nakamura seine Führung nicht verteidigen konnte. Hier der komplette Endstand: Caruana und Gelfand 7/11, Nakamura und Bacrot 6.5, Grischuk und Dominguez 5.5, Wang Hao, Ponomariov, Tomashevsky, Ivanchuk 5, Fressinet 4.5, Giri 3.5. Und dazu ein Foto der letzten Schlüsselpartie (Quelle hier und auch weiter unten: Turnierseite): Links Dominguez, rechts Caruana, dazwischen auf dem Brett Taimanov (bzw. die

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Paris-Peking-Parallelen

Buntes Treiben beim FIDE Grand Prix   Leser meiner Beiträge auf Schach-Welt wissen, dass ich gerne Alliterationen verwende. Was es mit dem Titel auf sich hat, werde ich gleich verraten, zunächst: darf es auch noch ein bisschen G sein? Gerne, wobei das etwas gekünstelt ist: Gelfand spielte grossartig (trifft auf Runde 5-8 allenfalls bedingt zu), Grischuk gebrauchte Gewalt (in zwei von vier Partien, mit wechselndem Erfolg), und Giri erwischte ein grauenhaftes Turnier (stimmt absolut). Und, etwas weiter im Alphabet: Ivanchuk spielte wie ein Idiot (etwas aber nur etwas übertrieben, eben der Alliteration wegen). Den aktuellen Zwischenstand will ich auch diesmal

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Paris Grand Prix nach vier Runden

Caruana und vor allem Grischuk mit Aufholbedarf   Wie immer bei Spitzenturnieren berichtet der Schach-Ticker jeweils an oder nach den Ruhetagen. Diesmal will ich – auch in der Überschrift – (noch) nicht verraten wer momentan in Führung liegt, nur wer nicht vorne liegt obwohl er das am dringendsten von allen brauchen würde, zumindest wenn nach 11 Runden endgültig abgerechnet wird. Endgültig bezieht sich dann nicht nur auf dieses Turnier, sondern auf die gesamte GP-Serie 2012/2013. Daher auch kein Foto des oder der Führenden, sondern eines von allen Teilnehmern (Quelle Turnierseite): Genauer gesagt, fast alle – Ivanchuk fehlte bei der offiziellen

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Sinquefield Abschlussbericht

Carlsen am Ende klarer Turniersieger Am Ende war es eine klare Sache: Carlsen 4.5/6, Nakamura 3.5, Aronian 2.5, Kamsky 1.5. Dass Carlsen am Ende eines langen Turniers oft noch Kräfte mobilisieren kann (nur beim Kandidatenturnier waren zum Schluss alle müde, auch der jüngste und womöglich sportlich fitteste Teilnehmer) ist bekannt. Diesmal wurden allerdings nur sechs Runden gespielt, "trotzdem" gewann Carlsen. Danach sagte er "The final margin of victory was a little flattering" – für mich keine (falsche) Bescheidenheit, sondern ein durchaus realistisches Fazit zum Turnier. Bevor ich die letzten drei Runden zusammenfasse, das übliche Siegerfoto (Quelle Turnierseite): Von links nach

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Sinquefield Cup Zwischenbilanz

Nakamura führt zur Halbzeit   Zunächst die nackten Zahlen nach drei von sechs Runden: Nakamura 2.5/3, Carlsen 2, Aronian 1, Kamsky 0.5. Mein bisheriger Eindruck von den Spielern, von unten nach oben: Kamsky bestätigt seine Aussenseiter-Rolle. Aronian sucht noch nach seiner Form. Für Carlsen ist es offenbar kein Problem, dass er womöglich seine Eröffnungs-Vorbereitung für Anand verbergen muss – im Gegenteil, zweimal war es vielleicht eher ein Vorteil (siehe Rundenberichte). Nakamura hat sogar seinen Carlsen-Komplex mit Schwarz überwunden – ob für immer oder nur für einmal wird die Zukunft zeigen; ob psychologische Tricks eine Rolle spielten sei dahingestellt. Da ich

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Sinquefield Cup in St. Louis

Carlsen, Aronian, Nakamura, Kamsky Eigentlich sollte der Untertitel ausreichen, um das Interesse der Leser am Turnier zu wecken. Ich mache doch noch drei Dinge: das Turnier mit einigen anderen Superturnieren vergleichen, einige praktische Infos zu diesem Turnier, und zum Schluss eine bzw. keine Prognose zum Ausgang dieses Turniers.   Turniere mit etwa zur Hälfte einheimischen und ausländischen Teilnehmern gibt es inzwischen einige. Den Anfang machte das London Chess Classic (bzw. schon lange davor auf etwas niedrigerem Niveau Sigeman Chess in Malmö), später folgten Dortmund und Baden-Baden. Da ist jeweils Sinn der Sache, dass einheimische Spieler die (ansonsten seltene) Chance bekommen,

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Kramnik verdienter Weltcup-Sieger

Zwei Finalisten "aus Versehen" Kramnik gewann das Weltcup-Finale gegen Andreikin 2,5-1,5 – "gefühlt" mindestens 2,6-1,4 da Andreikin in der vierten Partie die Notbremse Remisangebot zog. Zu dem Zeitpunkt hatte er wohl alle Hoffnungen aufgegeben, doch noch einen Tiebreak zu erreichen in dem wieder alles möglich gewesen wäre. Bevor ich die Partien bespreche, erst ein Bericht zur abschliessenden Pressekonferenz – auch um den etwas kryptischen Untertitel zu erläutern. Andreikin kann zwar zumindest etwas Englisch, wollte Fragen aber doch lieber auf Russisch anhören und beantworten. Einigen Zuschauern war es vielleicht recht, denn so kamen sie auch zum "optischen Genuss" Anastasia Karlovich die

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Kramnik und Andreikin im Weltcup-Finale

Karjakin sagt "danke Vlad" … denn damit bekommt er Kramniks Ratingplatz und ist (wie Andreikin) beim nächsten Kandidatenturnier dabei. Oder müsste er eher sagen "merci Max(ime Vachier-Lagrave)"? Ich deute bereits an, wie oder warum Kramnik sein Halbfinale gewann. Verdient war es durchaus, Glück hatte er vielleicht dennoch – sofern es Glückssache ist, wenn der Gegner eine Partie erschreckend schwach spielt. In gewisser Hinsicht sind die wichtigsten Entscheidungen beim Weltcup gefallen – das Finale ist nur noch Zugabe, obwohl es natürlich noch um Prestige und jede Menge Preisgeld geht. Thema dieses Beitrags ist das Weltcup-Halbfinale sowie ein Ausblick auf das Kandidatenturnier

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