Carlsen – Caruana Partie 3 Schach WM 2018 | Großmeister-Analyse

Dritte Partie, drittes Remis. Wird der WM-Kampf Magnus Carlsen etwa schon langweilig? Der Titelverteidiger fand die Frage daneben: „Quatsch, fragt mich wieder, wenn wir neun Remis haben.“ Schreibt Stefan Löffler auf dem Schachblog der FAZ. In der 3. Partie kam keine Spannung auf.  Spielte doch der Weltmeister die gleiche Verteidigung wie in der ersten Partie, worauf Caruana offensichtlich gut vorbereitet war. Nach 49 Zügen war der Spuk vorbei. Die Partie war von keiner Seite mehr zu gewinnen. Beobachter haben Caruana im Vorteil gesehen. Aber ob das stimmt und ob an der einen oder anderen Stelle ein Sieg möglich war, das

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Habt Ihr alle gut aufgepasst? Findet es heraus beim WM-Test.

Einen mehrere Sekunden langen, gleichermaßen scharfen wie prüfenden Blick sandte Magnus Carlsen übers Brett, nachdem Fabiano Caruana im zehnten Zug seinen Turm auf d8 abgestellt hatte. Der Weltmeister stand nun vor einem Dilemma: Würde er die offensichtliche und prinzipielle Fortsetzung spielen, dann geriete er wahrscheinlich in einen von Caruana in Heimarbeit vorbereiteten Dschungel von taktischen Fallstricken. Würde er etwas anderes ziehen, wäre die Aussicht auf Eröffnungsvorteil wahrscheinlich schon dahin. Magnus Carlsen entschied sich für die sichere Variante – und hatte im höheren Sinne schon mit dem wenig kräftigen 11.Le2 seinen Anzugsvorteil weggeschenkt. Wir schauen uns heute an, was Fabiano Caruana wahrscheinlich vorbereitet hatte, sollte Carlsen

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Carlsen – Caruana Partie 2 Schach WM 2018 | Großmeister-Analyse

Die Schachweltmeisterschaft 2018 ist ein Match mit zwölf Partien zwischen dem aktuellen Weltmeister Magnus Carlsen und dem von FIDE organisierten Herausforderer Fabiano Caruana. Die Veranstaltung wird vom 9. bis 28. November 2018 in London mit einem Preisgeld von über 1 Mio. EUR ausgetragen. Bei einem 6: 6-Unentschieden entscheidet der Tiebreak über zwei schnelle Partien 25 + 10, gefolgt von zwei 5 + 3-Partien. Bleibt es Unentschieden, werden bis zu vier weitere Mini-Matches gespielt, gefolgt von einem Armageddon. GM Niclas Huschenbeth kommentiert die 2. Partie in der Caruana schon in der Eröffnung Carlsen überraschte, was aber letztendlich nicht zum Sieg reichte.

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Caruana – Carlsen Partie 1 Schach WM 2018 | Großmeister-Analyse

Wenn es so weiter geht kann es nur spannend werden. War doch die erste Partie ausgekämpft bis zum letzten Blutstropfen. Der Noch-Weltmeister Magnus Carlsen knetete mit Schwarz seinen Widersacher Fabiano Caruana ganze 115 Züge. Carlsen sah lange Zeit wie der sichere Sieger aus, doch Caruana verteidigte sich geschickt und zäh, am Ende reichte es nur zu einem Remis. GM Niclas Huschenbeth, einer der besten Schacherklärer, führt wie gewohnt mit launigen Kommentaren durch die Partie. Niclas Huschenbeth hat auch zur richtigen Zeit ein lesenswertes und unterhaltsames Buch zur WM geschrieben. Niclas sagt: “Lernen Sie von den Besten. Analysieren Sie ihre Spiele.

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“Mischa” aus Deutschland

Zugegeben, bis vor ein paar Wochen wusste ich nicht viel über ihn. Die wenigen Fakten, die ich über ihn kannte, konnte ich an einer Hand abzählen. Im Osten aufgewachsen und dort weit über die damaligen Landesgrenzen als Schachspieler bekannt geworden, galt er viele Jahre lang als die Nr. 2 hinter Wolfgang Uhlmann. Er ist seit 1994 für Chessbase redaktionell tätig und seine Rubrik Eröffnungsfallen schaue ich mir stets bei jeder neuen Ausgabe des bekannten Magazins als erstes an. Seine Partien sind alles andere als staubtrocken und ich sage Ihnen. es lohnt sich, nein es lohnt sich wirklich, diese nachzuspielen, da

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Das erste Ausrufezeichen

Eric Lobron (*1960) gilt als das erste voll und ganz geglückte Ergebnis, der vom deutschen Schachbund in den 70er Jahren betriebenen Nachwuchsförderung, so urteilte einst Dr. Helmut Pfleger zu Beginn der 80er Jahre. Zwischen seinem 15. und 17. Lebensjahr spielte der in den USA geborene Wiesbadener viele Weekend-Turniere, die überwiegend in amerikanischen Kasernen stattfanden. Hierdurch kam er auf den Geschmack mehr im Schach erreichen zu wollen. Zudem machte er die sehr nützliche Erfahrung, dass man mit Schach auch ein Taschengeld verdienen kann. Eine Erfahrung, die sein Leben beeinflussen sollte. Zwischen 1976 und 1978 schnitt er bei vielen nationalen und internationalen Jugendturnieren erfolgreich ab.

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23.5.1993: Stichkampf um den Aufstieg in die NRW-Oberliga – Jörg Kähmanns Glanzpartie

Es geschah vor 25 Jahren. Einer der Höhepunkte des SK Herne-Sodingen 1924 (SKS) war sicher der Stichkampf gegen die Schachfreunde Dortmund-Brackel 2, wo es um den Aufstieg in die NRW-Oberliga ging. Selbst das Fernsehen (WDR) interessierte sich für den Kampf und drehte vor Ort. Insgesamt waren 11 Titelträger am Start, darunter drei Großmeister. Der bekannteste Großmeister war der Schachtrainer und Publizist Eduard Gufeld aus der Ukraine. Gufeld zählte zu den besten Spielern in der damaligen Sowjetunion. Seine beste Elo-Zahl 2664. Jörg Kähmann musste mit den schwarzen Steinen ausgerechnet gegen diesen Riesen spielen. Gufeld hatte schon alle Großen besiegt, wie zum

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GM-Normen knapp verpasst

Franz Jittenmeier – Ich kann mich nicht erinnern in den letzten 15 Jahren ein ähnlich spannendes Open gesehen zu haben und was mich so gefesselt hat. Es lag wohl an der Anzahl der Weltklassespieler und an der Beteiligung deutscher Spitzenspielerinnen und Spitzenspieler. Ich war natürlich auch gespannt wie Vincent Keymer abschneidet, wollte er doch in dem Open seine 3. GM-Norm klar machen. Auch Deutschlands Nummer Eins bei den Damen, Elisabeth Paehtz, hatte die gleichen Ziele. Ihr fehlte ebenfalls noch eine Norm. Die deutschen Spielerinnen und Spieler haben im Großen und Ganzen gut gespielt und einige erstaunliche Partien auf`s Brett gezaubert.

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Wolfgang Unzickers typisches Spiel

Wolfgang Unzicker (1925 -2006) war der erste deutsche Grossmeister nach dem Krieg. Es gab seinerzeit keinen Schachspieler, der in Deutschland seinen Namen nicht kannte. Vermutlich auch nicht in anderen Ländern, wie folgende Anekdote belegt. Im Jahr 1951 wollte er telefonisch eine Auskunft beim slowenischen Schachverband in Laibach einholen. Bedauerlicher Weise verstand man seinen Namen nicht. Unzicker fing an zu buchstabieren. U wie ……. weiter kam er nicht, denn sein Telefonpartner entgegnete: U wie Unzicker. Er hat dann nur noch bestätigt, dass er jener Unzicker sei. Sein Talent wurde früh erkannt, im Alter von 14 Jahren wurde er zu einer Talentsichtung

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Erste “Torero”-Partie ausgezeichnet

Beim Württembergischen Schachfestival wurde Maximilian Bildt als erster für die schönste Partie des Turniers, für seine Angriffspartie gegen Holger Namyslo ausgezeichnet. Dafür überreichte Bernhard Jehle eine Flasche Sekt. In der dritten Runde gab es wieder viele spannende Kämpfe. Im Internationalen Meisterturnier gab es dabei aber keine Überraschungen. GM Baburin führt das Feld souverän an. Im Kandidatenturnier gab es mehrere sehenswerte Partie, vorallem von den jungen Spielern im Feld. So schlug Gerog Jakob den stärkeren Julian Maisch und Janis Kohde gewann gegen Oliver Handel. Um 14:15 startete wieder die Liveübertragung. Im Internationalen Meisterturnier kämpft Mark Kvetny heute gegen Alexader Baburin und

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Die Entscheidungspartie: Wie Keymer sich die zweite GM-Norm holte

Zwei Runden vor Schluss hat sich Vincent Keymer beim Xtracon-Open im dänischen Helsingor seine zweite Großmeister-Norm gesichert. Eine braucht er noch (und einen Elo über 2.500), dann hat er den Titel. Und es bleiben ihm sogar noch vier Jahre Zeit, um der jüngste deutsche Großmeister jemals zu werden. Dimitrij Kollars war 17 Jahre und neun Monate, als er vor einem Jahr die dritte Norm unter Dach und Fach gebracht hatte. Das große Rechnen nach dem Sieg: Ist das schon die Norm? Beim noch laufenden Xtracon-Open lagen die beiden Deutschen Vincent Keymer und Rasmus Svane von Beginn an der Spitze des Feldes. Nach der sechsten Runde standen

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Eine ehrenhafte Einstellung

Das Zonenturnier II der Fide, ausgetragen in Forssa und Helsinki, im Jahre 1972, war mit den damaligen Grossmeistern Andersson, Gheorghiu, Matanovic, Matulovic und Robatsch stark besetzt. Unter den sieben teilnehmenden IM finden wir so klangvolle Namen wie Timman, Radulov und Ribli.  Hans Joachim Hecht, damals ebenfalls noch IM, war von Anfang an stark in Form und verpasste seine Grossmeister-Norm und die Qualifikation zum Interzonenturnier nur um einen halben Punkt. Am Ende war er Dritter hinter Radulov (11) und Gheorghiu (10,5). Rückwirkend äusserte sich Hecht unter anderm über dieses Turnier wie folgt:”Eigentlich hätte ich als lupenreiner Profi ein Turnier, das so schlecht dotiert war und so

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Der Hexer

Im 19. Jahrhundert war es Tradition aus Anlass von Weltindustrie-Ausstellungen auch stark besetzte internationale Schachturniere zu veranstalten. Ich verweise auf die Veranstaltungen in London 1851 und 1862 sowie 1867 in Paris. Gleiches galt auch für die bayerisch/fränkische Ausstellung im Jahre 1896 in Nürnberg, die für deutsche Verhältnisse bis dahin neu und einzigartig war. Initiator dieser Veranstaltung war übrigens der Vorsitzende des örtlichen Schachklubs Siegbert Tarrasch, Laskers grosser Gegenspieler. Das Turnier rief in der Schachwelt grosses sportliches Interesse hervor, da Tarrasch zuvor in Petersburg nicht mitgespielt hatte und somit seinem Erzrivalen die Gesetzmäßigkeit seines Erfolges in Frage stellen konnte. Doch weder Tarrasch, noch Janowski, Steinitz oder

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Fällt die WM wegen des FIDE-Chaos aus?

Carlsen-Manager Agdestein: „Im Moment ist nichts sicher“ Am 9. November in London soll das WM-Match zwischen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana beginnen. Team Carlsen hat jetzt im norwegischen Rundfunk Zweifel angemeldet, ob das Match zustandekommt. Verträge mit den Spielern seien noch nicht unterzeichnet. „Was wir sehen, ist sehr unklar“, sagte Carlsens Manager Espen Agdestein. „Ich weiß es nicht“, antwortete der Weltmeister auf die Frage, ob er ein Scheitern seiner Titelverteidigung befürchtet. Die Organisation des WM-Matches mit seinem siebenstelligen Preisfond und erheblichem logistischen Drumherum obliegt zwar dem Schachveranstalter Agon, aber das beruhigt Carlsen und Agdestein wenig. Auf dem Papier ist Agon unabhängig, doch insbesondere

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Den Vogel gezeigt: eine Klatsche für das Wunderkind

Nichts ist beim Schach undankbarer, als gegen ein Kind zu spielen. Weil junge Leute viel schneller besser werden, als ihr Rating das reflektieren könnte, sind sie in der Regel deutlich unterbewertet. Was auf dem Papier nach einer lösbaren Aufgabe aussieht, mag sich auf dem Brett als unangenehmer Brocken erweisen, der uns leicht eine Menge Elopunktekosten kann. Rechenstark, aber ahnungslos Es gibt Gegenstrategien. Junge Leute können in der Regel rechnen wie die Teufel, aber sie wissen nichts über Schach. Also legen wir die Partie ruhig an und führen sie in strategische Gewässer, so dass der junge Gegner nichts zu rechnen hat und

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Vincents Reifeprüfung

Großmeister gegen Internationaler Meister, 20-Jähriger gegen 13-Jähriger, Elo 2.600 gegen 2.400. Nicht nur auf dem Papier, auch auf dem Brett war es ein Klassenunterschied – aber andersherum. Den Ergebnissen nach war Vincent Keymers Start beim Bamberg-Open mit 3,5/4 in Ordnung, aber in den Partien hatte er den einen oder anderen wackeligen Moment überstehen müssen. Seine Reifeprüfung wartete dann in Runde fünf: Schwarz gegen den nominellen Turnierfavoriten Alexander Donchenko, ein Prestigeduell gegen ein Mitglied der „Prinzengruppe“, die dem deutschen Schach mehrere hoffnungsvolle Jung-Großmeister beschert hat. Schon in der Eröffnung wartete Keymer mit einem originellen, in dieser Konfiguration unbekannten Konzept auf (9…h7-h5!?), und

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Nicht unberührbar

Von Stefan Löffler – Ein Selfie mit Fabiano Caruana oder ein Autogramm von Vishy Anand? Kein Problem beim Grenke Classic. Man kann die Schachgrößen einfach vor oder nach dem Spiel abzupassen. Nur Magnus Carlsen war bisher kaum zu erwischen. Bis in der Karlsruher Schwarzwaldhalle die Runden begannen, verbarg er sich hinter der Bühne, und hinterher ging er dort auch wieder ab. Wer ein Foto mit dem Weltmeister wollte, musste bei einem Fotografen anstehen. Der hatte eine Blue Box aufgebaut und montierte Carlsen im Computer dazu. Am Brett dagegen zeigt sich der Norweger nicht unberührbar. Gegen Georg Meier übertrieb er das

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Lasker verzückt

Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zog Lasker sich immer mehr vom aktivem Schach zurück und widmete sich seinem geliebten Bridge und Go. Finanzielle Engpässe führten ihn aber immer wieder ans Schachbrett zurück. Sein Auftritt beim Turnier von Zürich 1934 begann mit einer wahren Sensation. Eingehüllt im Rauch seiner Zigaretten bezwang er den Niederländer Max Euwe (1901 – 1981) in der ersten Runde, in dem er noch einmal im Alter von 65 Jahren sein enormes taktisches Potential zeigte, was ihn stets ausgezeichnet und so manch sensationelle Aufholjagd in der 2. Turnierhälfte ermöglicht hatte. Max Euwe war bereits 1927 Amateurweltmeister der FIDE und gehörte 1934  zu

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Schach als Beruf – ein erster Achtungserfolg

Im Sommer 1969 erhielt Hans Joachim Hecht die Startberechtigung für das Zonenturnier II der FIDE im österreichischen Raach. Als er einen Blick auf seinen Resturlaub warf, wurde ihm klar, wie realistisch eine Teilnahme wäre, wenn er weiter als Angestellter arbeiten würde. Mit dem Titel eines Internationalen Meisters im Rücken war eine Karriere als Profi nicht undenkbar, da er mit der Nominierung für das Zonenturnier  ein erstes grosses Turnier vor sich hatte.  Ungeachtet der offenen Frage, wieviele Einladungen er zu internationalen Turnieren überhaupt erhalten und ob er genügend Preisgelder einspielen würde, um davon eine begrenzte Zeit leben zu können, fühlte er sich

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Tarrasch auf den Spuren Laskers

In Nürnberg im Jahr 1904 spielte der weltweit geschätzte Dr. Siegbert Tarrasch eine freie Partie  gegen den jungen Aron Nimzowitsch. Nachdem 10.Zug kreuzte Tarrasch die Arme vor der Brust und sagte folgenden Satz: Noch nie in meinem Leben stand ich nach dem 10. Zuge so gewaltig auf Gewinn wie in diesem Fall”. Zum Leidwesen Tarrasch endete die Partie aber später mit einem Remis. Diese Bemerkung hat Nimzowitsch seinem Widersacher lange nicht verziehen. Dennoch war diese Beleidigung für Nimzowitsch Motivation genug, Tarrasch den Ruf als Theoretiker streitig zu machen. Ab 1911 waren beide Spieler stets bemüht Ihre Antipathie in Partiekommentaren auszudrücken. Zu Tarrasch`s

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