Starkes GM-Turnier in St. Louis (USA)

Das Chess Classic 2018 ist das dritte von vier Turnieren mit internationalen Schachprofis. The Fall Chess Classic besteht aus zwei Turnieren mit jeweils 10 Spielern. Im Laufe von 10 Tagen kämpfen diese um mehr als 30.000 Dollar Preisgeld und sammeln wertvolle Erfahrungen. Die Turniere in St. Louis Chess Club wurden geschaffen, damit starke internationale Meister und frisch gebackene Großmeister an starken Turnieren teilnehmen können, um ihre Fähigkeiten gegen Spieler mit ähnlichem Niveau zu testen und von diesen Erfahrungen zu lernen. Diese Turniere sind sehr selten. Im Allgemeinen sind die Organisatoren mehr daran interessiert, Elite-Events mit großen Namen wie Fabiano Caruana, Wesley So oder Magnus Carlsen

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Caruana gewinnt Stichkampf in St. Louis und qualifiziert sich für London

Moment mal, das schaffte er doch bereits im Berliner Kandidatenturnier? Ja, aber nun hat er nach dem WM-Match im November noch einen London-Termin im Dezember – mit niedrigerem aber immer noch bis zu fünfstelligem finanziellem Einsatz. Diese kleine Nachlese konnte ich auch in den Sinquefield Cup Abschlussbericht einbauen, aber ich wollte ihn gestern tagesaktuell veröffentlichen – andere Entscheidungen waren ja auch gefallen oder, was den alleinigen Turniersieg betrifft, fielen nicht. Caruana und So spielten zwei Schnellpartien – die erste ein korrektes und nicht besonders gehaltvolles Remis, die zweite gewann Caruana mit Weiß und damit war die Entscheidung gefallen. Danach noch

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Sinquefield Cup: Remisen, ein paar Siege und Stichkampf-Chaos

Rein von den Ergebnissen her passierte nach dem Ruhetag in St. Louis das: Runde 6 ein Sieg – Auslöser für extremen US-Patriotismus. Runde 7 und 8 – alles Remis. Runde 9 – zwei Siege! Das gab es sonst nur in Runde eins. Grund war zum einen, dass Nakamura gegen Carlsen wieder an alte Zeiten erinnerte, zum anderen eine wilde Partie zwischen Aronian und Grischuk. Insgesamt endeten 8 von 45 Partien nicht remis – das lag vor allem an Nakamura und Karjakin (je drei Niederlagen), Grischuk war der einzige, der Sieg und Niederlage auf seinem Konto hatte. Es lag an Grischuk,

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50% dominiert beim Sinquefield Cup

20 der 25 bisherigen Partien endeten Remis. Versuche der Veranstalter, “competitive play” mit klassischer Bedenkzeit zu fördern (im Schnell- und Blitzschach wird offenbar ohnehin genug gepatzt für Partien mit Sieger und Verlierer) konnten Partien nur künstlich etwas verlängern bzw. für künstliche Aufregung oder Heiterkeit sorgen. Da niemand mehr als eine Partie gewann (und niemand mal verlor und mal gewann) führen nach fünf Runden vor dem Ruhetag fünf Spieler. Die Note fünf sollte man ihnen dafür nicht geben, versucht haben sie es durchaus – aber auf jeglichem (und vielleicht erst recht auf hohem) Niveau ist Remis eben ein legitimes Ergebnis einer

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MVL dominiert Blitz, Nakamura gewinnt insgesamt in St. Louis

Dabei profitierte der Amerikaner davon, dass der Franzose nach dem Schnellturnier zu viel Rückstand hatte – immerhin konnte MVL sich noch vom geteilten siebten auf den alleinigen zweiten Platz verbessern. Sonst konnte nur Grischuk sich durch das Blitzturnier in der Tabelle verbessern (von 9-10 auf 8) – abgesehen davon, dass Nakamura den ersten Platz nach dem Schnellturnier noch mit Mamedyarov teilte. Nakamura machte im Blitz sein Ding: ab und zu mal eine Partie gewinnen – nur in der entscheidenden Phase zum Schluss einmal zwei nacheinander. Dabei verlor er auch vier Partien, wobei er bereits vor der Niederlage ganz zum Schluss

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Schnellschach-Lotterie in Saint Louis

Das ist aber ein ketzerischer Titel, ich könnte doch auch “Ave Chess Tour Halleluja” wählen!? Unterhaltsam war es, den amerikanischen Livekommentatoren gefiel es – zumal es bei ihren Spielern mehr Licht als Schatten gab. Vielleicht steckt Logik dahinter, dass einige Spieler ihre Chancen besser nutzten bzw. weniger patzten als andere, und auch mit der Zeitkontrolle (delay statt Inkrement) besser zurecht kamen. Dennoch ist der Zwischenstand vom Verlauf der Runden/Partien her für mich ein bisschen Zufallsprodukt – Ausnahme ein Spieler (keiner der drei Amerikaner). Schnellschach-Partien werden doppelt gewertet, schliesslich gibt es heute und morgen noch ein doppelrundiges Blitzturnier (vielleicht noch unterhaltsamer-chaotischer),

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Vorschau zu Saint Louis Rapid and Blitz

Nachdem zwischendurch in Dortmund, Biel und auch Danzhou auch andere Spieler im Rampenlicht standen, trifft sich nun wieder die Chess Tour in Saint Louis – fast eine Neuauflage von Leuven und Paris, und wieder wird Schnell- und Blitzschach gespielt. Jedenfalls zunächst, danach auch der Sinquefield Cup mit klassischer Bedenkzeit. Aber davor steht vielleicht schon nahezu fest, welche vier von neun sich für das Chess Tour Finale im Dezember in London qualifizieren. Diese neun plus eins spielen ab Samstag in Saint Louis, ich sortiere sie mal alphabetisch: Anand, Aronian, Caruana, Dominguez, Grischuk, Karjakin, Mamedyarov, Nakamura, So, Vachier-Lagrave. “Neun plus eins” bezieht

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Symmetrie in Danzhou, Yu Yangyi gewinnt

“Symmetrie” bezieht sich auf diesen Stand nach sieben von sieben Runden: Yu Yangyi 4.5/7, Le Quang Liem 4, Wei Yi, Fedoseev, Duda, Bu Xiangzhi 3.5, Shankland 3, Vidit 2.5. Vier von acht Spielern mit 50%, dann wurde wohl oft Remis gespielt? Das stimmt eher nicht: keiner blieb ungeschlagen, keiner blieb sieglos. Remiskönige waren Wei Yi und Fedoseev mit jeweils einem Sieg, einer Niederlage und fünf Remisen – Duda und Bu Xiangzhi gewannen und verloren jeweils zwei Partien. Die beiden Spieler, die am Ende vorne lagen, hatten zu einem gewissen Zeitpunkt im Turnier weniger als 50% – Yu Yangyi nach der

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Mamedyarov dominiert in Biel

Moment mal, es war doch ein Rennen zwischen ihm und dem anderen 2800+ Spieler Magnus Carlsen? Ja, das war der Stand bei Halbzeit. Aber in der zweiten Turnierhälfte hat der Azeri weiterhin Partien gewonnen, und der Norweger nicht mehr. Auf seinen Lorbeeren der ersten beiden Runden ausgeruht hat Carlsen sich nicht unbedingt, aber gegnerische Geschenke bekam er nicht mehr. Und in Runde 9 passierte gar etwas unglaubliches: Carlsen machte im Endspiel Fehler, Mamedyarov profitierte davon und stand so vor der letzten Runde bereits als Turniersieger fest. So stand es am Ende: Mamedyarov 7.5/10, Carlsen 6, Vachier-Lagrave und Svidler 5.5, Navara

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Danzhou GM: China ist ein schlechter Gastgeber

Da haben sie fünf Ausländer eingeladen, aber in Führung liegen vor dem Ruhetag zwei der drei Chinesen im Feld von 8 Teilnehmern – allerdings nicht der, um den es den meisten internationalen Rummel gab (in letzter Zeit tendenziell nicht mehr). So steht es nach vier von sieben Runden: Bu Xiangzhi 3/4, Yu Yangyi 2.5, Shankland, Duda, Fedoseev 2, Vidit, Wei Yi, Le Quang Liem 1.5. Alles relativ bekannte Namen, die allerdings – jedenfalls bisher – nur sporadisch gegen die absolute Weltelite spielen durften. Fedoseev und zuvor zweimal Le Quang Liem hatten sich als Aeroflot-Sieger für Dortmund qualifiziert, dieses Jahr spielte

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Biel-Zwischenbericht: Carlsen und Mamedyarov führen

Ruhetag ist erst am Samstag nach der sechsten Runde, aber ein Bericht bei Halbzeit bietet sich an. Biel hat dieses Jahr ein etwas aus der Mode gekommenes Format: sechs Spieler treffen doppelrundig aufeinander – damit ist irgendwann, und zwar nach fünf Runden, genau Halbzeit. Bei nur drei Partien pro Runde gibt es immer das Risiko, dass eine Runde quasi “nicht stattfindet”. Das war allerdings bisher nicht der Fall – und dass nur einmal alle Partien Remis endeten lag auch am gewählten Format “fünf plus eins”. Die fünf bisherigen Runden kurz zusammengefasst: Carlsen bekam in den ersten beiden Runden Geschenke –

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Überraschung am Bieler Schachfestival

Der Schweizer Nico Georgiadis remisiert gegen Weltmeister Magnus Carlsen – «ein unglaubliches Gefühl!» Markus Angst – Aus­ge­rech­net gegen Welt­meis­ter Ma­gnus Carl­sen holte Nico Geor­gia­dis (Schin­del­legi) am Bie­ler Schach­fes­ti­val sei­nen ers­ten hal­ben Punkt. Die Num­mer 1 der Welt und der Vi­ze-Schwei­zer-Meis­ter trenn­ten sich in der 4. Runde des Gross­meis­ter­tur­niers nach einer ani­mier­ten, über 58 Züge füh­ren­den und etwas über vier Stun­den dau­ern­den Par­tie un­ent­schie­den. Nico Geor­gia­dis gab im 19. Zug mutig die Qua­li­tät – ein Opfer, das er am Brett ge­fun­den hat, wie er Mar­kus Angst im In­ter­view nach der Par­tie ver­riet. Nach dem Remis gegen den Welt­rang­lis­ten-Zwei­ten Fa­bia­no Ca­rua­na vor

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Dortmund 2018: Und dann kam Nepomniachtchi

Vor dem Ruhetag war noch alles offen, vor der letzten Runde ebenfalls – fünf von acht Spielern konnten noch (nach Wertung) Turniersieger werden! Auf jeden Fall würde sich ein neuer Name in die Dortmund-Siegerliste eintragen – neben Titelverteidiger Wojtaszek war auch der zehnfache Dortmund-Sieger (zuletzt 2011) Kramnik nicht mehr im Rennen, Nisipeanu sowieso nicht. Während der letzten Runde schien zeitweise (ausgerechnet) Giri die besten Karten zu haben, und dann kam es doch anders. Das ist der Endstand: Nepomniachtchi 5/7, Giri, Kovalev, Duda 4, Meier 3.5, Kramnik und Wojtaszek 3, Nisipeanu 1.5. Vom Ergebnis her dominierte also der Russe der nicht

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Ian Nepomniachtchi gewinnt Sparkassen Chess-Meeting

Ian Nepomniachtchi (Foto) lautet der Sieger des 46. Sparkassen Chess-Meetings. Der 28-jährige Großmeister aus Russland gewann in der letzten Runde gegen Georg Meier und beendete das Turnier mit 5,0 Punkten. Nepomniachtchi hat am Ende einen ganzen Punkt Vorsprung auf Anish Giri, Vladislav Kovalev und Jan-Krzysztof Duda, die mit 4,0 Punkten durchs Ziel gingen. Georg Meier landete mit 3,5 Punkten auf Platz fünf. Wladimir Kramnik belegte einen für ihn enttäuschenden sechsten Platz mit 3,0 Punkten vor dem punktgleichen Radoslaw Wojtaszek. Liviu-Dieter Nisipeanu landete abgeschlagen mit 1,5 Punkten auf den letzten Platz.   Liviu-Dieter Nisipeanu und Radoslaw Wojtaszek trennten sich am letzten

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“Nepo” springt Duda von der Schippe

Die 6. Runde des Sparkassen Chess-Meetings war an Dramatik kaum zu überbieten. Jan-Krzysztof Duda spielte gegen Ian Nepomniachtchi groß auf und sah schon wie der sichere Sieger aus, verpatzte aber seine Gewinnstellung zum Remis. So endete auch die Partie zwischen Radoslaw Wojtaszek gegen Vladislav Kovalev, in der der polnische Großmeister leichte Stellungsvorteile besaß. Im deutschen Duell zwischen Georg Meier und Liviu-Dieter Nisipeanu bestätigte sich der Trend in diesem Turnier. Meier war von Beginn an am Drücker und holte sich seinen ersten vollen Zähler. Den Sieg trug auch Anish Giri davon, der Wladimir Kramnik sogar mit Schwarz schlug. Vor der letzten

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Ein hochkarätiges Teilnehmerfeld in Biel

Neu wird am Schachfestival Biel ein mehrrundiges Fischerschach-Turnier angeboten, ausserdem werden drei ACCENTUS-Simultanturniere für 75 Jugendliche durchgeführt. Der norwegische Favorit wird es nicht leicht haben! Neben dem fünfmaligen Sieger Maxime Vachier-Lagrave (Frankreich, Nr. 6 der Welt) wird der Weltranglistendritte Shakhriyar Mamedyarov (Aserbaidschan) ein ernstzunehmender Konkurrent um den Turniersieg sein. Doch auch der amtierende russische Landesmeister Peter Svidler (Nr. 14 der Welt) wird da ein Wörtchen mitzureden haben. Er hat bereits mehrfach gezeigt, dass er weiss, wie man Magnus Carlsen vor Schwierigkeiten stellen kann. Der Tscheche David Navara (Nr. 24 der Welt) und der 22-jährige Schweizer Nico Georgiadis (Schindellegi) komplettieren das

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Big Point für “Nepo”

Am Internationalen Tag des Schachs, der wird jährlich am 20. Juli gefeiert, übernahm Ian Nepomniachtchi durch einen Sieg gegen Wladimir Kramnik nach fünf Runden die Tabellenführung beim Sparkassen Chess-Meeting. Kramnik versuchte seinen Gegner in der Eröffnung zu überraschen, doch sein jüngerer Landsmann spielte groß auf und setzte sich verdient durch. Die restlichen Partien der 5. Runde endeten remis, wobei keiner der Spieler realistische Gewinnchancen besaß.   Die Partie zwischen Jan-Krzysztof Duda und Georg Meier endete nach drei Stunden und vierzig Minuten als erste mit Remis. Der 20-jährige Großmeister aus Polen wählte mit Weiß einen Aufbau der Englischen Eröffnung, mit der

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Dortmund-Zwischenbilanz

Der Schachticker hat die Dortmund-Rundenberichte von der Turnierseite übernommen (bis auf Runde 1 in der ergebnismässig nichts passierte) – ich ergänze das mit “meinem” Format, jeweils zum Ruhetag zu berichten. Den ersten Ruhetag gab es allerdings bereits nach zwei Runden, so verteilt Dortmund sieben Runden über je zwei Samstage und Sonntage sowie drei Arbeitstage. WM-Matches haben denselben relativ entspannten Rhythmus, allerdings über mehrere Wochen und dadurch haben die Spieler auch mal am Wochenende frei (ihre Sekundanten eher nicht. Nach zwei Runden war in Dortmund immer noch nicht allzu viel passiert – auch wenn ein Spieler andeutete, dass er in Form

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Duda verteidigt nach Chaospartie Tabellenführung

Nach nur einem Sieg in den beiden Auftaktrunden durften sich die Zuschauer in der 3. Runde gleich über drei entschiedene Partien freuen. Jan-Krzysztof Duda (Foto) bleibt der Mann der Stunde beim Sparkassen Chess-Meeting. Er setzte sich im Duell gegen seinen Landsmann Radoslaw Wojtaszek durch und liegt mit 2,5 Punkten an der Spitze. Mit 2,0 Punkten folgen Ian Nepomniachtchi und Vladislav Kovalev. Nepomniachtchi siegte im Eiltempo gegen Liviu-Dieter Nisipeanu, während Kovalev nach fast sieben Stunden Anish Giri bezwang. Die vierte Partie des Tages zwischen Wladimir Kramnik und Georg Meier endete remis.   Nach dem ersten Ruhetag standen beim Spakassen Chess-Meeting die

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Zwei Damenopfer sorgen für Dramatik

Gutes Omen gegen Nisipeanu? Jungstar Duda gelingt erster Sieg in Dortmund Trotz des WM-Finales zwischen Frankreich und Kroatien haben sich einige Unentwegte ins Orchesterzentrum begeben, um beim Sparkassen Chess-Meeting dem Spiel auf den 64 Feldern zu frönen. Die erste Partie der zweiten Runde schien aber trotzdem in Dortmund so zu verlaufen, als wollten beide Seiten möglichst schnell remisieren, um zum Fußball-Endspiel ins Hotel zu kommen. „Wenn ich gewusst hätte, dass Georg Fußball-Fan ist …“, ulkte Anish Giri. Aber letztlich machen sich weder der Niederländer noch der deutsche Nationalspieler allzu viel aus dem Sport auf einem Feld. Hauptgrund für den schnellen

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