Warum gibt es keine Top-Spieler aus Deutschland?

Das Kandidatenturnier versammelt die weltweite Schach-Elite in Berlin-Kreuzberg. Doch unter den möglichen Herausforderern von Magnus Carlsen ist kein einziger Deutscher. Dafür gibt es mehrere Gründe. Das Kühlhaus in Berlin Kreuzberg hat es nicht leicht in diesen Tagen, denn es muss gleich zwei Botschaften transportieren. In dem roten Fabriketagenbau im Herzen der Hauptstadt findet derzeit das Kandidatenturnier für die Schach-WM statt, und nach dem Willen des Veranstalters World Chess soll das Kühlhaus sowohl für Berlins geschichtliche Größe stehen als auch für, nun ja: Kälte. Hier, in unmittelbarer Nachbarschaft des Technikmuseums, war Anfang des 20. Jahrhunderts nämlich die größte Eisfabrik Europas beheimatet, was sich

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Zäsur 1918

Stefan Löffler – Mit der neunten Austragung des Gedenkturniers für den Industriellen und Schachmäzen Leopold Trebitsch ging in den ersten Januartagen des Jahres 1918 auch eine Ära zu Ende. Die Ära, in der Schach eine Domäne der Bürgerlichkeit darstellte, in der Berufsspieler Kosmopoliten waren und Mäzene ihnen ein gutes Auskommen sicherten. Und auch die Zeit, in der Wien ein Zentrum, wenn nicht die Hauptstadt des internationalen Schachlebens war, weil Talente aus allen Teilen der K.u.K.-Monarchie zuströmten. Das von Vidmar vor einem gewissen Althof gewonnene Meisterturnier war das letzte, das der Wiener Schach-Klub in den feudalen Räumen des Palais Herberstein austragen

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Kreativ ab Zug eins

Von Stefan Löffler – Es ist kein gewöhnlicher Wettkampf, zu dem sich Magnus Carlsen in diesen Tagen Hikaru Nakamura stellt. Sie beginnen zwar mit dem üblichen Figurenarsenal, jedoch nicht aus der üblichen Anfangsstellung. Die Aufstellung der Figuren auf der Grundreihe wird vor jedem Partienpaar ausgelost. Jeder spielt eine Stellung einmal mit Weiß und einmal mit Schwarz – und das umgeben von Werken des Fotokünstlers Dag Alveng und der Performancekünstlerin Marina Abramovic im Henie Onstad Kunstsenter, einem Privatmuseum im Westen von Oslo. Zehn Kilometer entfernt ist Carlsen aufgewachsen. Die bisherigen sechs Spiele haben nicht enttäuscht. Nakamura geht risikofreudiger zu Werk und konnte

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Spielen, Tagen, Feiern

Text: Stefan Löffler – Um die zuletzt sportlich unbedeutende Deutsche Meisterschaft aufzuwerten, gibt es künftig anstelle einer an Meisterspielern eher armen Meisterschaft ein echtes Meisterturnier und ein Hauptturnier sowie weitere, parallel ausgetragene Wettbewerbe. Die Funktionäre des Schachbunds tagen nicht länger fernab vom Schachleben sondern Seite an Seite mit ihren besten Spielern. Damit macht der Schachkongress ein Comeback in Deutschland, wo er zwar nicht erfunden wurde aber bis 1914 aufblühte und Pate für die ältesten Turnierserien in Hastings und Wijk aan Zee stand. Der allererste Schachkongress wurde im Sommer 1857 von der British Chess Association in Manchester durchgeführt. Noch im gleichen

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2018 wird besser

Von Stefan Löffler – Ein ereignisreiches Schachjahr 2018 hat begonnen. Im März wird in Berlin der nächste WM-Herausforderer ermittelt. Im November wird sich dieser in London mit Magnus Carlsen matchen. Im September steht im georgischen Batumi bei der Schacholympiade nicht nur ein spannender Nationenvergleich an sondern nach fast 23 Jahren wohl das Ende von Kirsan Iljumschinows Präsidentschaft im Weltschachbund. Dagegen war der internationale Schachkalender 2017 vergleichsweise entspannt. Trotzdem ist Denkwürdiges passiert. Ein Rückblick. Durch Nichtspielen in die Schlagzeilen So viel in den Medien wie 2017 war das Frauenschach vielleicht noch nie. Nicht weil die Frauen im Vergleich mit den Männern

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Sieben mal sieben

Von Stefan Löffler – Keines der fünf wichtigsten Einladungsturniere konnte Magnus Carlsen dieses Jahr gewinnen. Mit seiner Dominanz sei es vorbei, meint Jan Nepomnjaschtschi. Die Konkurrenz komme inzwischen besser mit Carlsen zurecht. Außerdem falle es dem Weltmeister schwerer, sich zu motivieren, nachdem er schon alles gewonnen habe. Wenn Carlsen tatsächlich die Motivation abgeht, sollte er sich Yoshiharu Habu zum Vorbild nehmen. Der Japaner hat kürzlich einen bemerkenswerten Rekord aufgestellt. Habu gewann das renommierte Ryuo-Turnier zum siebten Mal und hat damit die sieben bedeutendsten Shogiturniere allesamt schon mindestens siebenmal gewonnen. Wer ein solches Turnier siebenmal gewonnen hat, trägt den Titel bis zu seinem Tod. Habu hält nun

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Saudis spielen Schach ohne Israelis

Von Dr. Gudrun Harrer – Erstmals werden die Weltmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach in Saudi-Arabien ausgetragen. Für Frauen wurden Kleidungsvorschriften gelockert, Israelis bleiben aber ausgesperrt iad/Wien – Es müssen schwarze Tage für den saudischen Großmufti Abdulaziz Al Sheikh sein: Riad ist seit Dienstag Austragungsort der Weltmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach – und die Fatwa des gestrengen Muftis, in der er das Schachspiel für islamisch unerwünscht erklärte, ist noch keine zwei Jahre alt. Schachspielen sei Zeitverschwendung und fördere die Rivalität, erklärte der direkte Nachkomme von Mohammed Ibn Abdul Wahhab. Das war jener fundamentalistische Islamprediger aus dem 18. Jahrhundert, nach dem der

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Rückblick, schlechte Nachrichten und Vorschau

Von wegen „only the sky is the limit“: bei einem der größten Jugend-Schnellschachturniere in Deutschland war es nicht der Himmel, sondern die Hallengröße, die die Teilnehmerzahl auf 270 limitierte. Ein ausführlicher Rückblick findet sich auf den Seiten des ausrichtenden Heilbronner Schachvereins: https://schachverein-heilbronn.de/2017/11/19-nikolaus-jugendopen-neue-halle-klare-verhaeltnisse/#more-5874 Eigentlich hätte dieser Bericht eine Vorschau werden sollen, was es zwischen Weihnachten und Heilige drei Könige so alles an Turnieren gibt. Aber die meisten Schachspieler sind halt Amateure und quetschen möglichst viel Schach in möglichst wenig Urlaubszeit. Beliebte Turniere sind z.B. das 34. Böblinger Open des SC Böblingen, wie auch das von Lok Sömmerda veranstaltete 27. Erfurter Schachfestival

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Schachtitel oder nicht?

Dieser Artikel aus gegebenem Anlass – anfangs nicht die Dame auf dem Titelfoto, sondern zwei andere. Schon bei den Kategorien tat ich mich etwas schwer: “Fide” passt durchaus, “Im Internet gefunden” eigentlich nicht – anders als sonst hier definiert, und es bezieht sich auf etwas, das man derzeit im Internet nicht bzw. nicht mehr findet (ausser man kann es eventuell aus dem Cache rekonstruieren, aber in dieser Hinsicht bin ich kein Detektiv). “Frauenschach” habe ich mal weggelassen (im Editor da keinen Haken gesetzt), da es kein frauen-spezifisches Thema oder Problem ist. Ein Artikel braucht ein Titelbild – FIDE-Logo war auch

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3 Jahre altes philippinisches Schach-Wunderkind

Alvin Roma und Jollibee Sedaya träumen von einem Endspiel, bei dem ihr Sohn Magnus in sehr jungem Alter Großmeister wird. Zu einer Zeit, da andere Jungen in seinem Alter sich mit Spielzeug beschäftigen, hat Magnus Roma im Schach Gegner geschlagen, die vier Mal älter sind als er. Bereits im Alter von 3 Jahren begann Magnus mit dem Turnierschach und siegte mehrfach in der angetretenen Altersgruppe. Für seine Eltern, die ihm das Spiel gelehrt hatten, als er gerade ein Jahr alt war, war das keine Überraschung. Magnus begann mit dem Schachspiel noch bevor er lesen und schreiben lernte. Er machte seine

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Vorbild Fußball: Schachbundesliga führt Videobeweis ein

Berlin (dpo) – Bald gehören Fehlentscheidungen auch im Schachsport der Vergangenheit an: Der Deutsche Schachbund (DSB) hat heute den Videobeweis für die höchste Spielklasse im Schach eingeführt. Bei Bundesligapartien soll künftig ein Videoassistent zur Klärung strittiger Szenen bereitstehen. In der Vergangenheit hatten Fehlentscheidungen in wichtigen Begegnungen immer wieder für Diskussionen und Unmut bei den Fans gesorgt. 2015 kam es während einer Partie zwischen dem MSA Zugzwang 82 und den Schachfreunden Deizisau nach einer strittigen Rochade sogar zu einem Brettsturm durch aufgebrachte MSA-Anhänger. Oft sei auch unklar, ob ein Spieler gegen die “Berührt – geführt”-Regel verstoßen hat. “Mit bloßem Auge ist

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Die Geldsäcke von “Die Höhle der Löwen” beißen sich wohl in den Hintern

Jetzt haben die Beiden ihre App für 12,5 Millionen Dollar nach Amerika verkaufen können, wie man im Internet nachlesen kann: Spiegel-Online Von Walter Rädler – Raphael und Maxime Nitsche kamen mit 10 und 12 Jahren zu uns in den Verein nach Vaterstetten. Sie hatten einen Ruf als fleißige Turnierspieler mit einem riesigen Kämpferherz. Beide hatten sich schon die Deutsche Jugend-Einzelmeisterschaft gewonnen und mit ihrem Verein aus Gräfelfing, in der Mannschaft, schöne Erfolge gefeiert. Dank ihrer Spielstärke qualifizierten sich Teams aus unserem Verein regelmäßig für die Deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften. Ich hatte das Vergnügen, mit ihnen und ihrem Vater in der zweiten Mannschaft

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Neues aus dem wilden Süden

Nicht nur die erste Bundesliga startet am kommenden Wochenende. Auch die zweite Liga Süd startet mit ihrer ersten Doppelrunde und zwar zu den gleichen Zeiten, also am Samstag um 14 und am Sonntag um 10 Uhr: So spielen in Baden Baden auch die zweite Mannschaft mit Reisepartner SC Emmendingen gegen den SV Griesheim und deren Reisepartner SC Heusenstamm. Aufsteiger SC Böblingen tritt erst am Sonntag gegen Reisepartner TSV Schönaich – mit 5 GM und 3 IM an den ersten acht Brettern ein Kandidat für den Aufstieg – an, während am Samstag beim SC Eppingen der Kracher gegen den SC Viernheim

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Karpow hier, Karpow da

Stefan Löffler – Am Montag wird im Bundestag Schach gespielt. Die Linke-Fraktion lädt ein, und Hobbyspieler wie Eberhard Gienger (CDU) oder Öczan Mutlu (Grüne) haben sich angekündigt. Es ist nämlich eine Delegation der russischen Duma in Berlin zu Gast. Angeführt wird sie von Anatoli Karpow, der seit 2011 für Putins Partei „Einiges Russland“ im russischen Parlament sitzt und seine Bekanntheit nun als eine Art Schachdiplomat in Diensten des Kremls einsetzt. Der frühere Weltmeister hat schon eine Reihe solcher Schachvergleiche initiiert. Als die Schachspieler aus der Duma vor drei Jahren das Berner Bundeshaus besuchten, regte sich Kritik. Wie konnten sich Schweizer

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Schulschach als Chefsache

Text: Stefan Löffler – Die größte, jährliche Schachwerbeveranstaltung der Welt hat sich selbst übertroffen. 4240 Schüler und Schülerinnen kamen vorigen Dienstag in die Hamburger Barclaycard Arena, um beim traditionellen Match Rechtes Alsterufer gegen Linkes Alsterufer je eine Partie Schach zu spielen (Cosponsor Chessbase zeigt sehenswerte Fotos von Stefan Malzkorn). Das Rechte Alsterufer gewann mit 1076:1046 (einige Schüler spielten anscheinend keine gewertete Partie). Es war der zwanzigste Sieg des Rechten Alsterufers. In der ewigen Tabelle liegt das Linke Alsterufer immer noch deutlich vorn mit 36 zu 20 Siegen. Die Erfolgsgeschichte nach einer Idee des Lehrers Franz Buroh begann 1958 mit knapp

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Uganda: Schach ist ihr Leben

Träume werden an Orten wie diesem eigentlich NICHT wahr. Eigentlich. – Ein Tipp von Silke Einacker Aber mitten in Katwe, dem größten Armenviertel von Ugandas Hauptstadt Kampala, ist die “Som Schach Akademie”. Die Kinder, die hier herkommen, gehören zu den Ärmsten der Armen. Manche gehen nicht mal zur Schule, weil ihre Eltern sich die Hefte und Stifte nicht leisten können. “Von Schach hatte ich vorher noch nie etwas gehört oder gesehen” So war das auch bei Phiona. Sie ist noch ärmer, noch schmutziger als die anderen Kinder. Doch die neunjährige Phiona ist mutig – und wehrt sich. Ungewöhnlich für ein

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Toller Service des Österreichischen Schachbundes

ChessBase TV Austria präsentiert in einer monatlichen Sendung strukturelle Schachthemen. Moderator der Sendung ist IM Harald Schneider-Zinner. Absolventen der österreichischen Trainerausbildung und Spitzenspieler sind seine Gäste. Sie bereiten ein Thema vor und präsentieren es in der Sendung. Die Kernidee ist mehr Aufmerksamkeit für Schach-Strukturen zu wecken und einer Überbetonung des Eröffnungstrainingstrainings entgegen zu wirken. Das Verständnis von Stellungstypen ist zumindest genauso wichtig und hilft dann weiter, wenn unbekanntes Terrain betreten wird. Auf diese Weise einsteht eine Sammlung von Trainingsmaterial, das von Trainern oder im Selbststudium genutzt werden kann. Zu sehen ist die Sendung live bei ChessBase auf www.schach.de (dort gibt

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Ehemaliger Schach-Weltmeister Spasski wird 80

Ausgerechnet eine Niederlage machte Boris Spasski einst weltberühmt: 1972 verlor der Russe das Giganten-Duell gegen Bobby Fischer. Eine Niederlage hat Boris Spasski berühmt gemacht, und noch heute hängt ein Foto seines Bezwingers Bobby Fischer in seiner winzigen Moskauer Wohnung. Schaut er seinen Freund an, dann werden Erinnerungen wach: Sommer 1972, Reykjavik, Laugardalshöllin. Den legendären Jahrhundertkampf der Schach-Giganten gegen den Sonderling aus Chicago verlor er damals nach 2:0-Führung und kuriosem Verlauf 8,5:12,5. Der Schach-Krimi in der Sporthalle auf der Wikinger-Insel Island füllt längst viele Bücher und wurde sogar von Hollywood verfilmt (“Pawn Sacrifice”/”Bauernopfer”). Drei Jahre zuvor hatte sich das faule Genie

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LV-Württemberg-74 Seiten Schach … Schach … Schach

Auch der Schachverband Württemberg stellte im Januar seine neueste Schachzeitung ins Netz. Auf 74 Seiten das zurückliegende Geschehen im Landesverband, in Deutschland insgesamt und in aller Welt. Wir haben daraus ein Heft gemacht. Man kann schon fast sagen ein Buch. Trotz der Größe gibt es kurze Ladezeiten. Sie können den Inhalt als PDF-Datei downloaden oder auch ausdrucken. Letzteres ist wohl auf Grund der vielen Seiten nicht zu empfehlen. Auch an einen Freund können Sie den Tipp weitergeben. Alle Befehle dafür finden Sie im Menü. Wieviel Arbeit die Gestaltung einer Online-Zeitung macht, kann man eigentlich nur ermessen, wenn man sie einmal

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LV Baden – Online-Zeitung Januar 2017

Professionell gemachte Schachzeitung kommt sehr gut an – Im Internet gefunden von JOACHIM TALARSKI Frank Schmidt, zuständiger und verantwortlicher Redakteur für den Landesverband Baden, hat eine beeindruckende Internet-Zeitung entwickelt. Es ist dies bereits die 12. Ausgabe dieser Art und gelang leider erst jetzt ins Blickfeld des Betrachters. Es handelt sich um eine wunderbare Illustration im Verhältnis von Text und Bild. Die doppelseitige Visualisierung vermittelt den Eindruck eines originellen Erscheinungsbildes und kann getrost als Corporate Identity bezeichnet werden. Darüberhinaus lässt der Autor kein Thema aus. Von Turnierausschreibungen über Bezirke und Vereine, dazugehörige Tabellen, Projekte im Ausland, Schachjugend und sogar Geburtstage der

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