Oleg Romanischin wurde 65

Wieder einmal kommt ein “Kalenderblatt” etwas verspätet – Romanischins 65. Geburtstag war gestern (10.1.). Diesmal hatte ich es nicht vergessen, sondern nicht auf der Rechnung – bis Emil Sutovsky es auf Facebook erwähnte mit den begleitenden Worten “Eine der Legenden unseres Spiels, Oleg Romanischin, wird heute 65. Es war immer ein grosses Vergnügen, ihm zu begegnen und mit ihm über Schach und das Leben zu reden. Alles Gute, Oleg Mikhalych, ich freue mich auf weitere gemeinsame Turniere!“ Kalenderblätter schreibe ich generell oder vor allem, wenn ich dem “Geburtstagskind” mal persönlich begegnet bin. Diesmal war es nur bei einer Gelegenheit, dafür

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Jan Timman wurde 65

Das war vorgestern (14.12.2016) – Untertitel entfallen im neuen Layout des Schachtickers, sonst hätte ich wohl “Das vergessene Kalenderblatt” gewählt. Ich könnte behaupten, dass sich dieser Artikel durch Umstellung auf das neue Design verzögerte, gebe aber ehrlich zu: Er war langfristig geplant, aber als es soweit war habe ich es schlicht und ergreifend vergessen! Treue Leser wissen, wie meine “Kalenderblätter” generell aufgebaut sind: Ein paar (Wikipedia-)Fakten muss sein, Fotos über mehrere Jahrzehnte, oft ein bisschen persönlicher Bezug zum Jubilar – bzw. ganz ohne schreibe ich derlei eher nicht. Das Titelfoto (Winicjusz Drozdovski via Wikipedia, daher stammen auch die meisten anderen

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Yochanan Afek wird 50 und 64

Ein Schwergewicht in vielerlei Hinsicht “Kalenderblätter” schreibe ich (am liebsten), wenn ich die betroffene Person jedenfalls ein bisschen kenne/kennengelernt habe oder ihr zumindest mal begegnet bin. Dieses entstand spontan, und ist etwas zu spät bzw. etwas zu früh. Um den Titel zu erklären: Sein 50-jähriges Karrierejubiläum wurde am 12. April in seinem Geburtsort Tel Aviv gefeiert, sein 64. Geburtstag ist morgen (16.4.). Wie genau sie bis 50 zählten, ist mir nicht bekannt: Hatte er mit noch nicht ganz 14 Jahren seine erste Turnierpartie gespielt, oder etwa bereits seine erste Endspielstudie komponiert und veröffentlicht? Eher unwahrscheinlich erscheint mir, dass er in

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Wilhelm Steinitz vor 130 Jahren erster Weltmeister

Steinitz gewinnt gegen Zukertort die entscheidende Partie und den ersten offiziellen Weltmeisterschaftstitel – Von JULIA KIRST   Am 29. März 1886, also heute auf den Tag vor genau 130 Jahren, gewann Wilhelm Steinitz die letzte Partie im Weltmeisterschaftskampf gegen Johannes Zukertort und krönte sich damit zum ersten offiziellen Schachweltmeister. Somit nimmt er, der seine Kindheit in Prag und seine Jugendjahre in Wien vebrachte, eine besondere Stellung in der Schachhistorie ein. Steinitz war jedoch nicht nur der Beste seiner Zunft, sondern schuf eine neue Art von Schachverständnis: Die Positionslehre.   Das 19. Jahrhundert gilt als Epoche der Romantik. Nicht nur in der

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Kortschnoi zum 85. Geburtstag

Viktor der Schreckliche, der Streitbare, der Unverwüstliche, der Vize-Weltmeister “Kalenderblätter” übernehme ich, wenn ich einen gewissen Bezug zur jeweiligen Person habe. Im gegebenen Fall bin ich Kortschnoi immerhin mehrfach begegnet und spielte im selben Turnier – auch wenn ich, im Gegensatz zu zwei Vereinskollegen, nicht gegen ihn gespielt (und verloren) habe. Reporter war ich damals noch nicht, daher heute kein Interview. Schon zuvor begann für mich, Jahrgang 1967, die selbst miterlebte Schachgeschichte mit den WM-Matches Karpov-Kortschnoi.   Zu den Untertiteln: “Der Schreckliche” stammt nicht von mir, ist wohl durchaus als Kompliment gemeint aber vielleicht bezieht es sich (insgeheim) nicht nur

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Tukmakov zum 70. Geburtstag

Schachspieler (erweiterte Weltklasse), Trainer, Buchautor, Mensch   Bei der Kalenderblätter-Vorschau 2016 (veröffentlicht am 23.12.2015) hat mich ein Name besonders angesprochen: dazu kann ich recherchieren und dann darüber schreiben. Grund ist – Bilder sagen mehr als viele Worte, wobei dieser Beitrag natürlich auch Worte enthält – z.B. das Titelfoto (von Alina l’Ami, dieses Jahr hinter den Kulissen in Wijk aan Zee). Vladimir (laut manchen Quellen auch Wolodymir) Tukmakov steht da zentral, war aber – wie zwei andere Herren, rechts neben ihm Gert Ligterink und links halb abgeschnitten Ihr Reporter Thomas Richter – eher Zuhörer: Loek Van Wely und Anish Giri diskutierten,

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Vorschau zum Keres Memorial

Schnellschach in Tallinn   Normalerweise beginnt das Schachjahr (für mich, d.h. offene Turniere in der ersten Januarwoche verfolge ich allenfalls ein bisschen) mit Wijk aan Zee. Dieses Jahr ist Wijk aan Zee eine Woche später, und damit lohnt sich am zweiten Januar-Wochenende auch ein (Internet-)Blick nach Tallinn. In Wijk aan Zee sind die Bedingungen (draussen, natürlich nicht drinnen) mal winterlich, mal eher herbstlich. In Tallinn herrscht momentan der Winter – Wettervorhersage kommt später, aber das Titelbild ist auch aussagekräftig. Das habe ich auf Emil Sutovskys Facebook-Seite gefunden – das Turnier wird von ACP, estnischem Schachverband und Estonian Sports Association Kalev

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Kalenderblätter [28]

Das Phänomen Bronstein – Von JULIA KIRST, die im kommenden Jahr als Autorin eine monatlich erscheinende Serie zum zehnten Todestag der Schachlegende veröffentlichen wird   Im Jahre 2016 jährt sich der Todestag von David Ionowitsch Bronstein [19. Februar 1924 bis 5. Dezember 2006] zum zehnten Mal. Der aus Bila Zerkwa im Oblast Kiew stammende einzige Sohn eines Mühlenverwalters und einer Ärztin zählte lange zur Weltspitze des Schachs und begeisterte die Schachwelt sowohl mit unkonventionellen Eröffnungsideen als auch mutigen Opfern. So sorgte er beispielsweise dafür, dass die Königsindische Verteidigung populär wurde, und im Königsgambit spielte Bronstein als Weißer hochinteressante Angriffspartien. Seine

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Kalenderblätter [27]

Der Mann, der Schachgeschichte[n] schreibt – Zum 80. Geburtstag von Albin Pötzsch [29. Oktober 1935] – Von RAYMUND STOLZE   Es sind nicht allein die unvergesslichen Legenden, die Schachgeschichte[n] schreiben, sondern jene, die für die Verbreitung des wahrhaft Königlichen Spiels in der Öffentlichkeit sorgen. Und das über Jahrzehnte mit dem ihnen eigenen Fleiß sowohl kontinuierlich als auch häufig faszinierend und nicht zuletzt mit der nötigen Neugier und dem unverzichtbaren Spaß.   Einer von Ihnen, den ich bisher zwar niemals persönlich kennen gelernt habe, aber dem ich doch nahe stehe – unsere Telefonate belegen das hinreichend – ist Albin Pötzsch, der

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Kalenderblätter [26]

Der verdienstvolle Ehrenamtler – Zum 80. Geburtstag von Alfred Schlya am 25. Oktober – Von DSB-Präsident HERBERT BASTIAN   Der Jahrgang 1935 wird nicht nur eine Reihe herausragender Schachspieler präsentiert, sondern es gibt auch jene selbstlosen Funktionäre, die sich unermüdlich um die Entwicklung des Schachsport in Deutschland bemüht haben. Dazu zählt selbstverständlich Alfred Schlya, der 14. Präsident des Deutschen Schachbundes, der in Hettstedt geboren wurde und den der amtierende DSB-Präsident Herbert Bastian im folgenden Beitrag würdigt.   Am 25. Oktober feierte der ehemalige Präsident des Deutschen Schachbundes seinen 80.Geburtstag. Alfred Schlya war von 1993 bis 2001 Präsident des Schachbundes Nordrhein-Westfalen

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Kalenderblätter [25]

Der Schach-Geschichtenerzähler – Zum 80. Geburtstag von Klaus Trautmann [4. Juni 1935]   Vielleicht bin ich altmodisch in Zeiten der Beschleunigung, wo der Grundsatz „Time is money“ gilt. Aber im Sport – und dazu gehört für mich selbstverständlich Schach – hat mich immer die Story hinter dem Ergebnis interessiert.   Die gute Nachricht ist: Es gibt sie auch im Königlichen Spiel, die Schach-Geschichtenerzähler. Die sehr guten unter ihnen – mir fallen da sofort Helmut Pfleger [nicht nur wegen seiner ZEIT-Kolumnen], Christian Hesse [gerade ist von ihm im Verlag C.H.Beck sein neuestes Buch Damenopfer … erschienen], Albin Pötzsch [im SCHACH-MAGAZIN 64

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Kalenderblätter [24]

In Erinnerung an Michail Moissejewitsch Botwinnik (Foto), der vor 20 Jahren am 5. Mai 1995 in Moskau verstarb   Er gilt immer noch als der Partriarch des der Sowjetischen Schachschule: Michail Moissejewitisch Botwinnik [17. August 1911 bis 5. Mai 1995]. In unserer schnelllebigen Zeit fällt einem das Erinnern schwer, ansonsten hätte wir nicht vergessen, dass   der sechste Weltmeister der Schachgeschichte vor genau zwei Jahrzehnten in Moskau verstorben ist. Garri Kasparow hat ihn in Band 3 der deutschsprachigen Ausgabe seines Jahrhundertwerkes „Meine großen Vorkämpfer“ [erschienen 2004 bei der EDITION OLMS] als zweifellos einen der größten Weltmeister, einen wahren Neuerer des Schachs,

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Kalenderblätter [22]

„Ich spiele auf Sieg!“ – Zum 80. Geburtstag von Bent Larsen [4. März 1935 – 9. September 2010]   Als der Hamburger Großmeister Karsten Müller und ich an unserem gemeinsamen Buch „Zaubern wie Schachweltmeister Michail Tal …“ [Deutschsprachige Ausgabe Edition Olms, 2010] arbeiteten, wollten wir für die Rubrik „Zwischenzüge“ unbedingt auch einen persönlichen Beitrag von Bent Larsen [https://de.wikipedia.org/wiki/Bent_Larsen ].Der Aufgabe, ihn zu kontaktieren fiel mir zu. Da er regelmäßig für die Zeitschrift „KAISSIBER“ in der Rubrik „Ohne Krawatte“ u.a. originelle Beiträge zu Leserfragen veröffentlichte, kontaktierte ich Herausgeber Stefan Bücker, um zu erfahren, wie denn der besten dänische Schachspieler aller Zeiten

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Kalenderblätter [21]

Der Schattenmann – zum 80. Geburtstag von Alexander Nikitin [27. Januar 1935]   Durch meine Arbeit als Cheflektor im Sportverlag Berlin hatte ich wahrlich das Glück, auch einige jener „Schattenmänner“ kennen zu lernen, die immer nur im „Background“ und dennoch voller Hingabe für die Erfolge ihrer weltberühmten Schützlinge arbeiteten. Ich nenne nur stellvertretend einmal den für mich unvergessenen Alexander Koblenz, ohne den Mischa Tal wohl niemals Weltmeister geworden wäre, und Alexander Nikitin. Im Sommer 1973 entdeckte er bei Jugendwettkämpfen in Vilnius bereits in der 1. Runde einen Jungen, der unruhig auf seinem Stuhl hin und her rutschte. „Er spielte in

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Kalenderblätter [20]

Der Sympathieträger aus den „hohen Norden“ – zum 80. Geburtstag von Friðrik Ólafsson [26. Januar 1935]   Dass ich das große Vergnügen hatte, Friðrik Ólafsson (Foto: Wikipedia)   [https://de.wikipedia.org/wiki/Fri%C3%B0rik_%C3%93lafsson ] persönlich kennen zu lernen, verdanke ich dem alljährlichen Schach-Legendentreffen im August in Dresden. Der sechsfache isländische Landesmeister, dessen größter Erfolg ganz sicherlich 1959 die Teilnahme am Kandidatenturnier1 war, ist seit der Premiere 2012 dabei und wird hoffentlich auch in diesem Sommer mit seiner Frau Odur wieder den Weg in die deutsche Schachhauptstadt finden.   Unter den Großmeistern und Persönlichkeiten des internationalen Schachs eröffnet der Sympathieträger aus den „hohen Norden“ die

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Kalenderblätter [19]

Ein Hoch auf den erfolgreichsten deutschen gehörlosen Schachspieler – zum 75. Geburstag von Sergej Salow [14. Januar 1940 in Moskau]   Sergey Salov fing im Alter von neun Jahren mit dem Schach an. Als Zwölfjähriger ging er in die Schachsektion eines Moskauer Pionierhauses. Trainiert wurde er unter anderem von Jakow Estrin und Ilja Kan. Im Jahr 1957 verbuchte er als 17-jähriger seinen ersten Sieg bei der sowjetischen Schachmeisterschaft der Gehörlosen. Bis 1988 konnte er sieben weitere Siege bei den Meisterschaften für sich entscheiden. 1970 wurde er als Meister des Sports der UdSSR und 2000 als verdienter Meister des Sports Russland

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Kalenderblätter-Vorschau 2015

Eine Schach-Ticker-Übersicht zu runden Geburtstagen wichtiger Persönlichkeiten und Jubiläen von bedeutenden Turnieren sowie dazu vorgesehenen Beiträgen   Zum Jahresende   2013 haben wir beim Schach die Rubrik Kalenderblätter eingeführt und inzwischen sind bereits 18 erschienen – zuletzt das zum 80. des ehemaligen Bundesnachwuchstrainers Heinz Rätsch [ https://www.chess-international.de/Archive/31232#more-31232 ] .   Selbstverständlich s wollen wir auch künftig an runde Geburtstage von Persönlichkeiten der Schachgeschichte sowie Jubiläen von bedeutenden Turniere erinnern. Deshalb veröffentlichen wir zum zweiten Mal eine Jahresübersicht. Natürlich muss auch diese für 2015 subjektiv bleiben, und sie kann gern von unseren Besuchern durch Beiträge ergänzt werden.   Ein sehr markanter Jahgang

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Kalenderblätter [18]

Der Mann, dem der Nachwuchs immer am Herzen liegt – zum 80. Geburtstag von Heinz Rätsch [13. Dezember 1934]     Was den Prozess der deutschen Wiedervereinigung betrifft, der meiner Meinung nach bis heute nicht abgeschlossen ist, so hatten es selbst die erfolgreichen Trainer aus dem Osten der Republik alles andere als einfach, eine ihrer Qualifikation entsprechende Stellung im nun neuen Deutschland zu finden.   Das hatte vor allem zwei Gründe: Die einseitigen Vorwürfe, dass in der DDR-Sport, um es einmal extrem zu reduzieren, Spitzenleistungen fast ausschließlich durch das vom Staat verordnete Doping erreicht wurden, und schlichtweg auch die unerwünschte

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Kalenderblätter [17]

Ein Hoch auf einen Schachkalender! – zum 150. Geburtstag von Heinrich Ranneforth [18. März 1864 – 3. November 1945]   Natürlich werden Sie fragen: Warum ist dieses Kalenderblatt nicht schon im März erschienen, wo der Verleger und Redakteur Heinrich Ranneforth seinen 150. Geburtstag hatte?   Meine ehrliche Antwort lautet: Ich wusste damals einfach zu wenig von ihm und hatte noch keine so richtige persönliche Geschichte. Natürlich habe ich fleißig die Suchmaschine Google bemüht. Und es gab sogar interessante Fakten. Beispielsweise war Ranneforth von 1927 bis zum März 1943 Redakteur der Deutschen Schachzeitung   [ https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Schachzeitung ]. Über seine Arbeit kann

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Kalenderblätter [16]

„Völlig vergessen!“ – zum 80. Geburtstag von Lew Polugajewski [20. November 1934 – September 1934 – 30. August 1995] – eine Geschichte von Jules Welling     Der Mann, der 1956 seine erste von insgesamt 20 UdSSR-Meisterschaften spielte und dabei einen ehrenvollen 5.-7. Platz mit Ratmir Cholmow und dem späteren Weltmeister Michail Tal belegte, war in den 1970er- und 1980er-Jahren einer der WM-Kandidaten. Ich selbst bin im Anfang der 1990er-Jahre in Berlin begegnet. Da war Lew Abramowitsch auf der Durchreise via Paris, wo er in seinen letzten Lebensjahren sein neues Zuhause hatte und schachlich die damals große französische Hoffnung Joel

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