Warum Elo? – Warum Wertungszahlen?

An irgendeiner Stelle dieser leicht unkoordinierten Serie soll auch dieses Thema mal „ernsthaft“ angeschnitten werden. Die Wertzahlen haben eine zunehmend große Bedeutung in der Schachwelt erhalten. Man orientiert sich fast vollständig an ihnen, man verlässt sich auf sie. Aber inwieweit sie überhaupt sinnvoll sind, inwiefern geeignet, wie verlässlich sie sind, welche Schwachstellen sie haben, dass drängt man mehr und mehr in den Hintergrund. Einhergehend wäre übrigens die Frage zu stellen: ginge es nicht vielleicht besser? Tatsächlich eignet sich der Sport Schach ziemlich perfekt für ein derartiges Wertungs-System und insofern war es nicht verwunderlich, dass sich irgendwann mal ein Mathematiker der

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Ein Sieg gegen die Nr. 1 der Welt

Weltmeister werden nicht viele, die Gelegenheit, um den Titel kämpfen zu dürfen, erhalten nur ein paar Spieler mehr. Aus diesem Grund ist es für viele Spieler schon ein großer Prestige-Erfolg, einen amtierenden Weltmeister in einer klassischen Partie bezwungen zu haben. Dem deutschen Großmeister Dr. Robert Hübner gelang dieses Kunststück 1992 beim Großmeisterturnier in Dortmund, als er nach vier Niederlagen und diversen Remisen zuvor, Weltmeister Garry Kasparov in einer spektakulären Partie das Nachsehen gab. Unvergessen auch Wolfram Hartmann, dem als krasser Außenseiter ein Sieg gegen Weltmeister Anatoli Karpov, beim Großmeister-Turnier in Hannover, im Jahre 1983, gelang. Blicken wir noch ein bisschen

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Remis ist dem Schach sein Tod ?

Auch diese Geschichte wohl so alt, dass man vermutlich die Bartwickelmaschine im Keller bereits quietschen hört – aber sich keineswegs zum Weiterlesen bemüßigt fühlt. Vielleicht gibt es dennoch einen aktuellen Anlass, sich diesem Thema (mal wieder) zu widmen. Klar ist „aktuell“ die Rede von der Schachweltmeisterschaft. In Vorgängertexten war bereits die Rede davon, dass man Schach möglicherweise allmählich einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen könnte, indem die großen Schachveranstaltungen im Netz übertragen werden und, neben rein schachlichen Inhalten, zugleich einen Unterhaltungswert anzubieten hätten mit den Shows, welche mehr und mehr an Wert gewinnen (könnten) und somit auch für den (bisherigen) Schachlaien

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„Am Schluss doch ernüchtert“

MSA Zugzwang unterliegt Titelanwärter Viernheim hauchdünn / Hockenheim trotz eines Reiseproblems Spitzenreiter Von Hartmut Metz „Wir spielten ein gutes Match – aber am Schluss kehrte doch Ernüchterung ein, weil nicht viel fehlte zum Punktgewinn.“ Kapitän Markus Lammers zeigt sich durchaus zufrieden mit dem Start in die neue Bundesliga-Runde. Doch die Münchener Schachakademie (MSA) Zugzwang verpasste nach dem 2:6 gegen den SV Hockenheim am Samstag im zweiten Heimspiel eine Sensation. Hauchdünn mit 3,5:4,5 unterlagen die Hausherren am Sonntag dem zweiten Meisterschaftsanwärter, dem SC Viernheim. Fast hätte es sich für die beim Badischen Schachverband angesiedelten Hessen gerächt, dass sie auf den Weltranglistendritten

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Unsitten am Brett

Die Niedersächsische Schachjugend hat jüngst ein Video herausgebracht, welches sich in kleinen Episoden mit jenen Verhaltensweisen am Brett auseinandersetzt, welcher man sich besser nicht befleißigen möge. Nun ist dieses ein sehr lobenswertes Vorhaben und das Auftreten der Schachspieler zugleich ein sehr sympathisches. Nur wird dabei zugleich doch das ausgespart, was tatsächlich weniger wünschenswert, unerfreulich oder, im Extremfall, schändlich ist. Ob sich die Sch (au/ach) spieler nun nicht so gern selbst beschmutzen wollten (ich stelle mir immer vor, dass man mir die Rolle des Hannibal Lector anbietet; wie würde man sich beim nächsten Einkaufsbummel fühlen? Die Menschen vielleicht tuscheln sehen oder

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Das erste WM-Match nach AlphaZero: Carlsen, Caruana und die lernenden Maschinen

Wegen eines Cricket-Matches hätte Schachweltmeister Vladimir Kramnik2004 beinahe seinen Titel an Peter Leko verloren. Kramniks Sekundant Peter Svidler, ein großer Freund des Cricket-Sports, hatte die Aufgabe, eine kritische Variante des Marshall-Angriffs mit Computerhilfe zu prüfen. Das tat er, sah, dass der Rechner Kramniks Variante für gut befand, und schaltete die Maschine ab, um im TV Cricket zu schauen. „Alles klar, das kannst Du spielen“, erklärte Svidler seinem Chef. Der begab sich tags darauf in diese Variante, ahnte nichts Böses – und verlor. Peter Leko fand am Brett eine Widerlegung, die Svidler entgangen war. Weil er Cricket sehen wollte, hatte Svidler den Rechner nicht lange genug rechnen lassen,

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“Mischa” aus Deutschland

Zugegeben, bis vor ein paar Wochen wusste ich nicht viel über ihn. Die wenigen Fakten, die ich über ihn kannte, konnte ich an einer Hand abzählen. Im Osten aufgewachsen und dort weit über die damaligen Landesgrenzen als Schachspieler bekannt geworden, galt er viele Jahre lang als die Nr. 2 hinter Wolfgang Uhlmann. Er ist seit 1994 für Chessbase redaktionell tätig und seine Rubrik Eröffnungsfallen schaue ich mir stets bei jeder neuen Ausgabe des bekannten Magazins als erstes an. Seine Partien sind alles andere als staubtrocken und ich sage Ihnen. es lohnt sich, nein es lohnt sich wirklich, diese nachzuspielen, da

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Rochade und en passant

Von FM Dirk Paulsen Diesmal möchte ich mich mal einem richtig alten Hut widmen. Wobei man auch diesem einen neuen Anstrich verleihen kann, indem man beispielsweise das Kostüm wechselt? Nun ja, bekanntlich ist ja nicht alles, was hinkt, ein Vergleich. Der uralte Scherz ist nämlich hier gar nicht gemeint. Und für alte Witze ist eher das Knarren der Bartwickelmaschine im Keller ein Indiz. Wobei ich persönlich, als selbst ernannter Meister des Witzeerklärens – mit der selbstverständlich begleitenden Folge des ultimativen Verderbens der Pointe desselben – nun nicht umhin kann, diese kleine Geschichte, als erweitertes Vorgeplänkel, zum Besten zu geben: fragt

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Das erste Ausrufezeichen

Eric Lobron (*1960) gilt als das erste voll und ganz geglückte Ergebnis, der vom deutschen Schachbund in den 70er Jahren betriebenen Nachwuchsförderung, so urteilte einst Dr. Helmut Pfleger zu Beginn der 80er Jahre. Zwischen seinem 15. und 17. Lebensjahr spielte der in den USA geborene Wiesbadener viele Weekend-Turniere, die überwiegend in amerikanischen Kasernen stattfanden. Hierdurch kam er auf den Geschmack mehr im Schach erreichen zu wollen. Zudem machte er die sehr nützliche Erfahrung, dass man mit Schach auch ein Taschengeld verdienen kann. Eine Erfahrung, die sein Leben beeinflussen sollte. Zwischen 1976 und 1978 schnitt er bei vielen nationalen und internationalen Jugendturnieren erfolgreich ab.

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Ist Schach Zuschauersport?!

FM Dirk Paulsen – Als Schachspieler macht man sich möglicherweise weniger Gedanken darüber, inwieweit der geliebte, selbst betriebene Sport dem Zuschauer zugänglich gemacht werden kann, inwieweit das Spiel, auch für einen Laien, interessant sein könnte? Die Frage selbst hat durchaus mehr Relevanz, zumal sich Schachspieler in aller Regel für „unterbezahlt“ halten und ihre Leistungen als nicht ausreichend gewürdigt empfinden. Vielleicht sogar mit einem gewissen Recht? Bereits Emanuel Lasker, einziger Deutscher Schachweltmeister jemals, von 1894-1921, hat sich da bereits als „Vorkämpfer“ Verdienste zuzuschreiben. So war er beispielsweise der Ansicht, dass man als Schachspieler zugleich ein wenig Künstler ist – man behalte

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Wolfgang Unzickers typisches Spiel

Wolfgang Unzicker (1925 -2006) war der erste deutsche Grossmeister nach dem Krieg. Es gab seinerzeit keinen Schachspieler, der in Deutschland seinen Namen nicht kannte. Vermutlich auch nicht in anderen Ländern, wie folgende Anekdote belegt. Im Jahr 1951 wollte er telefonisch eine Auskunft beim slowenischen Schachverband in Laibach einholen. Bedauerlicher Weise verstand man seinen Namen nicht. Unzicker fing an zu buchstabieren. U wie ……. weiter kam er nicht, denn sein Telefonpartner entgegnete: U wie Unzicker. Er hat dann nur noch bestätigt, dass er jener Unzicker sei. Sein Talent wurde früh erkannt, im Alter von 14 Jahren wurde er zu einer Talentsichtung

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Deutschland gegen die Welt an sieben Brettern: ein Feiertag für Schachfans

Als wir begonnen haben, diese Seite ambitioniert zu betreiben, dachten wir, dass der Sonntag der besucherstärkste Tag würde. Wenn das Wochenende zur Neige geht, würden die Leute sich am ehesten ein halbes Stündchen mit dem Tablet aufs Sofa betten, vielleicht sogar ein ganzes, und Schach schmökern?! Von wegen. Am ehesten brummt es hier montags, und das zu einer Tageszeit, zu der die meisten Schachfreunde einer geregelten Tätigkeit nachgehen sollten. Es liegt der Verdacht nahe, dass die Bürohengste unter unseren Lesern den Sonntag gänzlich ausnutzen, um schachfernen privaten Freuden nachzugehen. Wenn sie dann am Montag im Büro ankommen, schalten sie erst einmal

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Pro und Contra Computeranalysen

Auch zu diesem Thema könnte man glatt eine ganze Serie ins Auge fassen. Zum Beispiel über die historische Entwicklung?! Natürlich wäre ebenso ein Umgang mit dem von den meisten Seiten zumindest ambivalent empfundenen elektronischen kleinen Helferlein fast schon ein eigenes kleines Büchlein wert. Kurz nur hier angerissen : inwieweit hilft er, inwieweit führt er einem doch immer wieder nur vor Augen, wie stümperhaft man eigentlich um Umgang mit den 32 Figuren auf den 64 Feldern ist? Die ganze Schachwelt hat sich erheblich verändert, seit die Schachcomputer – von niemandem mehr, mangels Argumenten – angezweifelt, den Menschen eindeutig in den Schatten

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Der Praeceptor Germaniae des 21. Jahrhunderts

Wer ihn kennt, weiss, dass er sich selbst nicht so wichtig nimmt. Sein Ziel ist es, seit mehr als 20 Jahren, Schach und Urlaub miteinander zu verbinden. Im Gegensatz zu vielen anderen Massenveranstaltungen setzte er auf einen kleinen Kreis von Teilnehmern, die er bestimmt und stets unnachgiebig nach der Partie zur Besprechung bittet. Dabei bleibt nicht selten ein Auge trocken, sein Erfahrungsschatz als Großmeister ist stets hilfreich und seine “bescheidenen Theoriekenntnisse”  sind für uns Amateure immer noch das Maß aller Dinge. Er organisiert Reisen in alle Welt und verfügt über eine stets wachsende Fangemeinde. Er ist Autor, Verleger und Lehrer zugleich

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„Baby, soll ich Dir meinen Drachen zeigen?“: eine Dating-App für Schachspieler

Mit einer Dating-App für Schachspieler und einer Reihe anzüglicher Anspielungen flankiert WM-Organisator Agon das WM-Match zwischen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana, das im November in London beginnt. „Mates“ heißt die App, die Schachspieler auf der Suche nach einem Partner zusammenführen soll. Wer nach dem Zuschauen bei der WM selbst noch ein bisschen spielen will, der soll per „Mates“ Gleichgesinnte finden. Jedem Anwender empfehlen wir, sich vor dem Anbandeln ein Erfolg versprechendes Eröffnungsrepertoire zurechtzulegen. Insbesondere für Männer auf der Suche nach dem anderen Geschlecht muss in einem Sport mit zehn Prozent Frauenanteil der erste Spruch sitzen. „Baby, soll ich Dir meinen Drachen zeigen?“, sollte für 1…c5-Spieler funktionieren. Per

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Paul machte sich Gedanken über Mannschaftskämpfe

FM Dirk Paulsen – Man hat sich an die Art der Durchführung von Mannschaftskämpfen gewöhnt. „So ist es, so macht man es, das war schon immer so, so macht es doch auch Spaß?! Wo siehst du da ein Problem?“ Nein, es ist kein Problem. Es ist zumindest kein ernstes Problem. Man darf aber dennoch mal hinterfragen? Vor allem: wenn man es eine sehr lange Zeit so betreibt, dann begegnet man doch hier und da mal ein paar Schattenseiten? Und beginnt, darüber zu sinnieren. Ließe sich das nicht vielleicht doch vermeiden? Eine Alternative finden, die dem gerecht würde? In der ersten Woche

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Wolfgang Unzicker – Ein Vorbild für alle!

Aus einer Laudatio zu Ehren seines 60. Geburtstags im Jahr 1985: ” Wenn man mich nach dem Geheimnis seiner schachlichen Erfolge fragt, dann glaube ich die Antwort zu wissen, es ist stets seine vorbildliche Einstellung zum Wettkampf. Unzicker (1925 – 2006) hat sich in all seinen Partien immer voll eingesetzt und er hat die ihm zugewiesene Sonderstellung im deutschen Schach als eine Verpflichtung betrachtet. Er hat nie geraucht und während des Wettkampfes auch Alkohol gemieden, weil er fürchtete, daß es seiner Form schaden könnte.” Im Gegensatz zum Laudator Klaus Darga oder zu Lothar Schmid war Wolfgang Unzicker auch im fortgeschrittenen

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Athleten mit Brett vorm Kopf: Training für den Muskel zwischen den Ohren / Felix Magath im Schach-Check

Klitschko eins, Klitschko zwei und Smudo. Boris Becker, Bill Gates, Felix Magath, Arnold Schwarzenegger, Sting und so weiter. Lang ist die Liste prominenter Zeitgenossen, die als Schachspieler bekannt sind. Die einen, weil ihr Management glaubt, dass das ihren Schützling schlau aussehen lässt, die anderen, weil sie tatsächlich gerne und gut Schach spielen. Aber wer gehört zu welcher Gruppe? Bei uns wird ab heute streng gesiebt. Warum ab heute? Weil Magnus Carlsen Promi-Großkampftag hat. Schon morgens in Manchester traf er an diesem Montag auf Fußball-Profi Trent Arnold vom Klopp-Club Liverpool. Der Fußballer hatte für die Partie trainiert, und die Schlussstellung legt tatsächlich nahe, dass er

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Für Sparfüchse: die Schach-Grundausstattung gratis

Sind Euch die Lebkuchen im Supermarkt aufgefallen? Bald ist wieder Weihnachten, auch auf dieser Website. Anfänger und Profis bekommen bei uns vor dem Fest natürlich einige Anregungen für den Wunschzettel, empfehlenswerte Software und Bücher, die unter keinem Schach-Weihnachtsbaum fehlen sollten. Aber nicht alles, was gut ist, muss Geld kosten. Heute präsentieren wir Euch erst einmal die Liste mit Empfehlenswertem (und Essenziellem!), das es gratis gibt. Ambitionierte Turnierspieler werden damit zwar an Grenzen stoßen, aber für den Anfang und weit darüber hinaus lässt sich mit Freeware und Open-Source-Angeboten fast das komplette Spektrum des Spielens und Trainierens komfortabel abdecken.   Über allem

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Schach kann richtig Spaß machen

Nun darf der Text doch ruhig, eingedenk ausreichend großen Bezuges, in der Ich-Erzählform weiter gehen?! Meine erste Begegnung mit diesem so genannten Scheveninger System – welches ich genau zu diesem Anlass erfuhr – gab es bereits im Jahre 1975. Es gab einen Besuch eines holländischen Schachvereins in Berlin, welcher sich nach passender Gegnerschaft umschaute. Nun trafen wir diese Truppe im damaligen Billard-Salon am Tauentzien, welcher außer der im Namen bereits erkennbaren Beschäftigung auch jene des Schachspielens anbot. Natürlich gab es Bretter, Figuren sowie Schachuhren – jedoch gab es die Atmosphäre dort nicht her, im Alltagsbetrieb ernsthafte Turnierpartien zu spielen. Da

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