Alle Jahre wieder…

DSB-Bundesturnierdirektor Ralph Alt hat einen Interessenten für die Ausrichtung der 84. Deutschen Schachmeisterschaft gefunden, aber es gibt noch offene Fragen   Ich gebe ehrlich zu, dass ich auf diese Suchmeldung auf der Website des Deutschen Schachbundes geradezu gewartet habe. Aber das der Bundesturnierdirektor Raph Alt ausgerechnet einen Tag vor Heiligabend seine Weihnachts- und Neujahrsgrüße an alle Schachspieler und Funktionärskollegen mit der „frohen Botschaft“ verbindet, dass es nun sogar einen Interessenten für die Ausrichtung der 84. Deutschen Schachmeisterschaft gibt, verwundert doch. Aufkommende Freude wird dann ja auch gleich gedämpft, weil unser freiwilliger Kandidat und Helfer in der Not – ich tippe

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Die Nummer eins auf der Erde

Brillanter Kramnik aber nur die Nummer zwei im Universum Von Hartmut Metz Mit Garri Kasparow hat er bereits einen „Außerirdischen“ entzaubert: Wladimir Kramnik entthronte bei der Schach-Weltmeisterschaft 2000 in London seinen vermeintlich übermächtigen russischen Landsmann nicht nur mit 8,5:6,5 – der heute 37-Jährige verlor dabei auch keine einzige Partie! Inzwischen schickt sich mit Magnus Carlsen ein weiterer Überflieger an, weit besser als alle anderen Großmeister zu spielen. In der Weltrangliste enteilte der Norweger allen und brach den Rating-Rekord von Kasparow mit seinen seit Dienstag aktuellen 2 861 Elo-Punkten. Kramnik rückte dank seiner exzellenten 6:2 Zähler bei den London Chess Classic,

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Im Schatten von Magnus Carlsen

22-jähriger Norweger stellt neuen Elo-Weltrekord auf Von Hartmut Metz Wladimir Kramnik spielt derzeit wie der Teufel. Musste sich der Ex-Weltmeister früher zuweilen vorwerfen lassen, blutleer seine Siege einzufahren, opfert der Russe momentan oft im großen Stil. Das brachte ihm zwar jetzt Anfang Januar Platz zwei in der Weltrangliste ein – aber er steht selbst damit nur im Schatten: im Schatten von Magnus Carlsen. Kramnik holte beim Weltklasse-Turnier in London stolze 6:2 Punkte, was einer Elo-Performance von 2937 entspricht, doch Carlsen siegte mit phänomenalen 6,5:1,5 Punkten. Der 22-Jährige legte dank seiner Leistung von fast 3000 Elo um 13 Ratingpunkte zu und

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Totgesagte leben auch im Sport länger!

Warum ich nicht glauben kann, dass der 15. Schachweltmeister Viswanathan Anand (Zeichnung Frank Stiefel) ein Champion auf Abruf ist Ich schätze meinen Kollegen Stefan Löffler wirklich sehr, weil er sowohl Ideen hat und sich bemüht, sie umzusetzen, als auch die wichtigste Eigenschaften eines Schachjournalisten mitbringt, ohne die man nicht glaubwürdig ist: die Liebe zum königlichen Spiel. Als er am 20. April 2010 nach 1438 Tagen seine Website Schachblog einstellte, da kam auch bei mir Wehmut auf. Und das sicherlich auch deshalb, weil ich „Löffel“ seit 1990 kenne und ihn quasi als „Förderer“ auch eine kleine Wegstrecke in die Welt des

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Fessel- und Mattkünstler „Houdini“

Belgisches Schach-Programm verzaubert die Fans Von Hartmut Metz Houdini steht als Synonym für Zauberei. Unter dem Künstlernamen Harry Houdini (Foto) sorgte Erik Weisz (1874-1926) für magische Tricks und Entfesselungskunst. Sein Nachfolger ist aber auch ein „Fesselkünstler“ – auf dem Schachbrett! Das Programm „Houdini“ fesselt nicht nur geschickt gegnerische Figuren, sondern findet auch noch oft eine Rettung in scheinbar hoffnungsloser Lage. Daher passt der Name für die Software – und noch mehr gilt dies, weil der Nachname seines Erschaffers, Robert Houdart, mit denselben vier Buchstaben beginnt wie Houdini! Der hatte im Übrigen auch seinen Künstlernamen von einem Dritten übernommen: „als Hommage

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Im Bundesliga Ergebnis Dienst entdeckt

Von Weltklasse-Großmeistern in der Oberliga, Schach spielenden Chefredakteuren und einem Familientrio aus Dillingen Wissen Sie eigentlich in welchen deutschen Verein Boris Awruch aktiv spielt? Nun, ich gebe zu, dass ich auch ahnungslos wäre, wenn mit da nicht die Deutsche Post spätestens am Mittwoch nach dem Bundesliga-Spieltag ein dünnes A6-Heft bringen würde, das sich Bundesliga Ergebnis Dienst Hamburg nennt. Für die aktuelle mit Umschlag 20 Seiten starke Ausgabe 4 der Saison 2012/13 wie auch alle anderen vom Deutschen Schachbund herausgegebenen Hefte ist Jürgen Kohlstädt redaktionell verantwortlich. Ja, ich gestehe es öffentlich: Ich liebe Zahlen und Fakten. Und in diesem Kompendium sind

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Das „schönste“ Turnier des Jahres

Schachlegenden treffen auf hungrige Großmeisterinnen, weil ein Energiekonzern das medienwirksam findet Wohl dem, der einen schachfreundlichen Energiekonzern an seiner Seite weiß. Für das „schönste“ Schachturnier des Jahres jedenfalls konnten Schachevent-Manager Pavel Matocha Czech Coal begeistern, der inzwischen schon mehrmals die dafür unverzichtbaren finanziellen Mittel bereit gestellt hat. Die Rede ist von dem Match „Snowdrops vs. Oldhands“. Dabei trifft eine Auswahl von vier Großmeisterinnen auf ein Quartett berühmter Schachlegenden. Gespielt wird doppelrundig im angemessenen Ambiente – in diesem Jahr im vier Sterne-Hotel Zámecek in Podbrady. Sicher, die Idee ist nicht neu, hatte doch der niederländische Multimillionär Joop van Osterom bereits in

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Schach von einem anderen Stern

Magnus Carlsen pulverisiert die Elo-Weltbestmarke bei den 4. London Chess Classic Was für eine Generalprobe für das WM-Kandidatenturnier im März 2012 für Sven Magnus Oen Carlsen, geboren am 30. November in Tönsberg, in der norwegischen Provinz Vestfold, der am 1. Januar 2010 mit gerade 19 Jahren die bisher jüngste Nummer 1 der Schachgeschichte wurde! Bei den 4. London Chess Classic jedenfalls spielt er wie von einem anderen Stern. Mit fünf Siegen und nur ein Remis gegen (Exweltmeister Wladimir Kramnik) nach sechs Runden löscht er nicht nur die alte Elo-Weltbestmarke (2851) von Garri Kasparow vom 1. Juli 1999 aus, sondern pulversiert

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Weltmeisterin für ein paar Monate

Ukrainerin Anna Uschenina besitzt die besten Nerven Von Hartmut Metz Anna Uschenina hat niemand auf der Rechnung gehabt. Die Ukrainerin steht lediglich auf Platz 37 der Weltrangliste. Entsprechend gering schienen ihre Aussichten bei der Schach-WM im russischen Chanty-Mansijsk. Doch die beiden Topfavoritinnen, Weltmeisterin Hou Yifan (China) und Humpy Koneru (Indien), schieden bereits in der zweiten Runde sensationell aus. Die dritte hochgehandelte Großmeisterin im 64er-Feld, Anna Musitschuk, zog ebenfalls den Kürzeren – gegen Uschenina. Die 27-Jährige aus Charkow bezwang ihre inzwischen für Slowenien spielende Landsmännin in der Schnellschach-Verlängerung mit 3:1. Gute Nerven bewies die Außenseiterin ebenso im Halbfinale beim 2,5:1,5 über

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70 Jahre "Schachnovelle" von Stefan Zweig

Heute am 7. Dezember jährt sich zum 70ten Male die Erstausgabe der Schachnovelle, von Stefan Zweig. (* 28. November 1881 in Wien; † 23. Februar 1942 in Petrópolis, Brasilien) In der Nacht vom 22. zum 23. Februar 1942 nahm sich Stefan Zweig in Petrópolis (bei Rio de Janeiro) mit einer Überdosis Veronal das Leben. Der Totenschein nennt als Zeitpunkt des Todes 23. Februar 1942, 12 Uhr 30. Seine Frau Lotte folgte Zweig in den Tod. Die Zerstörung seiner „geistigen Heimat Europa“ und seine daraus folgende Perspektivlosigkeit im Exil ließen ihm für sein Empfinden keine andere Wahl. Nach der „Machtergreifung“ der

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Magnus Carlsen stürmt in völlig neuen Höhen

Norwegens „Wunderjunge“ verbessert Garri Kasparows Elo-Weltbestmarke Wir hatten ja bereits in unserer Vorschau auf die 4. London Chess Classic hingewiesen, dass Garri Kasparows Elo-Weltbestmarke von 2751, die der 13. Weltmeister der Schachgeschichte seit dem 1. Juli 1999 hält, in Gefahr sein würde. Und jener, der dies völlig neuen Höhen stürmen könnte, wäre Magnus Carlsen, den vor dem Superturnier in der britischen Hauptstadt lediglich drei Punkte trennten. Eine günstige Auslosung vorausgesetzt, dürfte das bereits spätestens nach zwei Runden möglich sein. Und es kam, wie es kommen müsste. Der junge Norweger. Der am 30. November seinen 22. Geburtstag feierte – gewann die

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„Spiel mir das Lied vom Brett“

Ennio Morricone: Meister des Italo-Westerns adelt Titelkämpfe / Partieanalyse mit 47 Filmtiteln aus dem Schaffen des Komponisten Von Hartmut Metz Ennio Morricone gilt als Meister des Italo-Westerns. Dem Image widerspricht der 84-Jährige energisch: „Wenn man sich durch die Filme blättert, an denen ich gearbeitet habe, sieht man, dass ich ein Spezialist für Western, Liebesfilme, politische Filme, Actionfilme, Horrorfilme und so weiter war. Mit anderen Worten: Ich bin gar kein Spezialist, weil ich alles gemacht habe. Ich bin ein Musikspezialist“, betont die mit zahllosen Ehrungen überhäufte Legende bei einer Retrospektive, die sich mit den wichtigsten seiner mehr als 500 Filme beschäftigt.

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Frauen sind Judit Polgar zu langweilig

Ungarin seit 24 Jahren die Nummer eins der Damen-Weltrangliste / Auftakt zu englischsprachiger Buchreihe: „Wie ich Fischers Rekord brach“ Von Hartmut Metz Bei der Frauen-WM im russischen Chanty-Mansijsk verabschiedet sich eine Favoritin nach der anderen: die Inderin Humpy Koneru – wieder einmal früh raus. Die für die OSG Baden-Baden spielende Wahl-Slowenin Anna Musitschuk? Weg. Und auch die in der Setzliste auf Platz zwei geführte Weltmeisterin Hou Yifan scheiterte zeitig. Immerhin darf die Chinesin gegen ihre Nachfolgerin einen Zweikampf um den Titel austragen. Aussichten darauf haben die Halbfinalistinnen Anna Uschenina (Ukraine), Dronavalli Harika (Indien), ihre Landsmännin Ju Wenjun und Ex-Weltmeisterin Antoaneta

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Im Zug Zug um Zug gen Zug

Schachliches Homonym ein „Lokmittel“ für die Deutsche Bahn? Von Hartmut Metz Dass sich die Deutsche Bahn (DB) endlich des Sponsorings annahm, war überfällig! Wer setzt schließlich am meisten Zugbegleiter ein für vorzeigbare Züge? Die Bahn, natürlich. Rund 37 000 Züge sollen tagtäglich in ganz Deutschland unterwegs sein. Noch mehr Züge werden eigentlich nur auf Schachservern gemacht! Jedenfalls dürften die Homonyme – zwei gleichlautende Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung – genügend Lokmittel, pardon, Lockmittel für einen Sponsor sein. Zug um Zug im Zug hat allerdings Pavel Matocha erfunden. Der einfallsreiche Tscheche mit dem auffälligen Irokesenschnitt ließ fünf Tage lang einen Schachzug durch

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Eppingen rechnet mit Doping-Sperre

„Toilettegate“: Indizien gegen Großmeister Bindrich mehren sich Von Hartmut Metz Wenn Betrug auf dem stillen Örtchen ruchbar wird, wird es auch mal laut um Schach: Die „Toilettegate“-Posse beim Start der Bundesliga vor drei Wochen schaffte es jetzt sogar auf die Titelseite der „Financial Times Deutschland“. Falko Bindrich war bereits am ersten Spieltag nach seinem Sieg über Pawel Tregubow vom unterlegenen Mülheimer unterstellt worden, er habe sich mit seinem Smartphone Vorteile verschafft. Die Partie gewann er letztlich überzeugend (siehe Schachspalte vor zwei Wochen) und trug zum 4,5:3,5-Erfolg des SC Eppingen im Spitzenkampf über Mülheim-Nord bei. Dieses Resultat bestätigte der Bundesliga-Spielleiter Jürgen

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„Den Dicken habe ich wegretuschiert“

"Kurioses Schach": Beide Seiten gaben gleichzeitig auf! Von Hartmut Metz Kauzigkeit, Genialität, Eigensinn, Selbstvertrauen, aber auch Humor – derlei vereint manches Menschlein. Zuweilen erscheint es jedoch, dass diese Kombination vor allem bei Schachmeistern gehäuft auftritt. Davon kündet einer stets besonders, der zur Riege der Großmeister zählt: Dr. Helmut Pfleger. Der Arzt und „Zeit“-Kolumnist versteht es trefflich, von den kleinen Schwächen der Großen der Denkbranche zu erzählen. Bei der dritten DVD über „Die schönsten Partien der Schachgeschichte“ (Chessbase, 29,90 Euro) stellt Pfleger fünf Stunden lang die aktuellen Topspieler von Weltmeister Viswanathan bis zu seinem Baden-Badener Vereinskameraden Magnus Carlsen, dem Weltranglistenersten aus

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Souveräner Sieg in der Kronengruppe – Nakamura taucht wieder auf…

Dass ein absoluter Top-10-Spieler innerhalb von nur einem Monat einem Sturzflug gleich, mehr als 30 Elo-Punkte verliert, ist bestimmt die Ausnahme. Und dass es ausgerechnet den besten Amerikaner seit Robert James Fischer treffen würde, hätte wohl kaum jemand vorausahnen können – Nicht einmal der Betroffene selbst. Der hatte als Ziel zum Jahresende sich vorgenommen, endlich die ominöse 2800er-Schallmauer zu durchbrechen. Und war mit Weltranglisten-Stand vom 1. Oktober bei 2783 Punkten auf einem verdammt guten Weg gewesen. Nun, rückblickend ist das eine schöne Momentaufnahme und beweist, dass auch für Hikaru Nakamura die Bäume noch nicht in den Himmel wachsen… Nach dem

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Zweifelhafter Beschiss auf dem stillen Örtchen?

„Toilettegate“ in der Bundesliga: Eppinger Falko Bindrich wehrt sich gegen Vorwurf, auf dem Klo ein Smartphone eingesetzt zu haben / Referee nullt Partie Von Hartmut Metz Die wenig delikate Angelegenheit ging wieder einmal auf dem Klo über die Bühne. Das liegt sicher nicht daran, dass die Schachspieler auf ihren Partieformularen die Rochade mit „0-0“ notieren. Beschiss auf dem Örtchen hat erst Konjunktur, seit die Smartphones immer leistungsstärker werden und auch passable Programme auf diesen laufen. Seit 1998 kann elektronisches „Doping“ mit dem Computer nirgends mehr ausgeschlossen werden, als der Fall „Allwermann“ in Böblingen ruchbar wurde. Im Vorjahr überschattete ein Betrugsfall

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Prügelknabe tritt deprimiert ab

Ermatteter Großmeister: Vallejo „verliert alle Hoffnung“ Von Hartmut Metz Schach kann deprimieren. Bereiten sehenswerte Siege dem Gewinner wie Nachspielenden Genuss und Freude wie ein Kunstwerk, zeigt nach Niederlagen die Depression ihre fiese Fratze. Jüngstes Beispiel in der Weltspitze: Francisco Vallejo Pons. Der Spanier verkündete nach seinem letzten Platz beim Chess Masters im brasilianischen São Paulo und in Bilbao via Facebook seinen Rückzug. Vier Schlappen, sechs Remis und kein einziger Sieg hatten den Prügelknaben zermürbt. „Um Schach spielen zu können, muss man Hoffnung haben – und ich habe sie verloren!“, verkündete der Bundesligaspieler der OSG Baden-Baden in mattem Ton. Der Großmeister

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Mit der „Badewanne“ zum Erfolg

Iffezheimer Markus Ehrlacher sensationell Dritter in Bad Wildbad Von Hartmut Metz Was haben Capablanca in Semmering 1937 und Ehrlacher 75 Jahre später in Bad Wildbad 2012 gemeinsam? Den geteilten dritten Platz!“ Das Bonmot mit der kubanischen Legende José Raúl Capablanca kursiert gerade unter Iffezheimer Schachspielern, nachdem der Verbandsligist die erfolgreichste Woche seiner 28-jährigen Vereinsgeschichte feierte: Bei den mittelbadischen Blitz-Meisterschaften belegte der SCI Platz zwei hinter Seriensieger Rochade Kuppenheim, und Jörg Eiler holte im Einzel den Titel. „Den Vogel schoss jedoch der Iffezheimer Präsident Markus Ehrlacher ab“, konstatiert Pressewart Christian Dettweiler. Der 43-jährige Vorsitzende sorgte beim internationalen Turnier in Bad Wildbad

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