Eine richtungsweisende Partie

Fachkundige Kommentare zu der heutigen Partie gibt es viele, hier ein paar Beispiele: “Lasker spielte seinen Gegner, der über keinerlei Schutz gegen die Drohung c7-c5 verfügte, regelrecht schwindelig.” (Reti) “Nach 22.b4 ist die Sache kompliziert, da ab hier Laskers überlegenes Verständnis dominiert” (Dworetski) “Nach 22.c4 (nicht gespielte Alternative) ist die Stellung klar bestimmt  und Weiß fällt es leicht, der sich daraus ergebenden Spur weiter zu folgen.” (Dworetski) “Die Partie ist fraglos die bedeutendste Partie, die Lasker und Tarrasch je miteinander gespielt haben.” (Kasparov) Tarrasch selbst äußerte sich wie folgt: “Jede beengte Stellung (zu 4… d6) bedeutet das Anfang vom Ende.”

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Armenischer Doppelsieg und österreichische GM-Norm beim deutschen Schachgipfel in Lettland

Eine beeindruckende Phalanx junger, starker Großmeister aus Deutschland stellte sich beim RTU-Open in Lettland der Konkurrenz. Blübaum, Donchenko, Svane, Schröder, Kollars – eine Reihe von (Fast-)2.600ern, die bezeugt, dass an der Spitze der deutschen Rangliste seit einiger Zeit die jungen Wilden nach oben drängeln. Jeder aus diesem Quintett wäre ein Kandidat für den „Deutschen Schachgipfel“, der ab 2019 eine Etage über der Deutschen Meisterschaft ausgespielt werden soll. Deren 2018er-Auflage lief in Dresden parallel zum RTU-Open, aber in Riga erwarteten die Teilnehmer stärkere Gegner und ein drei Mal so hoher Preisfonds (15.000 Euro). Das größte Stück vom Preiskuchen schnitten sich zwei Armenier ab. Robert

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Ein frischer Wind

Von den ersten 4 Partien in Düsseldorf verlor Tarrasch drei, nur die Dritte gewann er. Als er nach den Ursachen für seinen schlechten Start gefragt wurde, verwies er auf die besonderen klimatischen Bedingungen der rheinischen Region. Dies war seitens Tarraschs nichts überraschend Neues, da er 13 Jahre zuvor, beim Turnier in Hastings ähnliches von sich gab, dort hatten ihm die Winde des Ärmelkanals nahezu eingeschläfert. Tatsächlich war jedoch ein ganz anderer Wind, nämlich die neuartige Wettkampfauffassung Laskers, schuld an diesem Phänomen. Lasker verstand es alle Aspekte eines Kampfes nicht nur zu betrachten, sondern auch in der Praxis umzusetzen. Durch das

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Fakten schaffen ohne Vertrag: das große Zocken vor dem großen Match

Stellen wir uns vor, fünf Monate vor Beginn der Fußball-WM hätte Oliver Bierhoff öffentlich gesagt, mit so einem Laden wie der FIFA könne man schlecht verlässlich zusammenarbeiten, und er habe Zweifel, ob die WM überhaupt stattfindet. Dann hätte sich der Manager des Weltmeisters geweigert, die Verträge zu unterschreiben, die die Teilnahme Deutschlands an der WM besiegeln. Beim Schach ist genau das passiert. Aber was beim Fußball Riesenschlagzeilen ausgelöst hätte, wird am Rande der 64 Felder mehr oder weniger ignoriert. Zwar hat sich der Manager des Weltmeisters öffentlich beschwert, zwar unterschreibt der Weltmeister den Vertrag nicht, aber alle halten still und hoffen, dass

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Ein Skandal, der keiner sein müsste: Geht die Deutsche Meisterschaft endgültig über den Jordan?

Die nationale Meisterschaft sollte eine Leuchtturmveranstaltung eines jeden Sports sein. Beim Schach war sie das hierzulande vor vielen Jahren, aber zuletzt glich die Deutsche Meisterschaft eher einem Trauerspiel, bei dem sich kaum einmal die besten deutschen Großmeister ans Brett setzten. Nun, da der Deutsche Schachbund den Modus umkrempeln und an glorreiche frühere Zeiten anknüpfen will, kommt ihm eine Affäre dazwischen, die den geplanten Neustart im kommenden Jahr schwierig macht. Und nicht nur die Deutsche Meisterschaft steht auf der Kippe. Auch die Zukunft der Amateurmeisterschaft, ein Erfolgsmodell mit tausenden Teilnehmern jährlich, und anderer Turniere steht auf der Kippe. Schon Anfang Juni am Ende

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Der lang erwartete Wettkampf

1908 verließ Lasker Amerika und kehrte nach Deutschland zurück. Hier kam es sehr schnell zu einer Vereinbarung, wonach ein WM-Kampf mit seinem unversöhnlichen Kontrahenten Tarrasch im August des gleichen Jahres beginnen sollte. Zu diesem Zeitpunkt waren stolze 16 Jahre vergangen, als einst Lasker Tarrasch zu einem Wettkampf aufforderte und eine Absage erhielt. Nach dem Turnier in Nürnberg 1896, wo Tarrasch gegen Lasker verlor, hatten die beiden keine Partie mehr gegeneinander gespielt. Tarrasch mied nach dieser Niederlage stets Turniere an denen Lasker beteiligt war, aus denen Lasker fast immer als Sieger hervorging. Tarrasch selbst bevorzugte andere stark besetzte Turniere, bei denen er auch nicht minder häufig siegte. Dies brachte ihm

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Im Eishockeystadion knapp am GM-Titel vorbeigeschrammt

Es fehlte nicht viel, dann hätte es seit diesem Wochenende einen Schachgroßmeister mehr in Deutschland gegeben. Einen Tag, nachdem sich IM Vincent Keymer in Helsingor seine zweite GM-Norm gesichert hatte, trumpfte beim Open in Pardubice IM Christopher Noe auf: 7 Punkte aus 9 Partien, Elo-Leistung 2.616 gegen einen Schnitt von knapp 2.400. Noe hat schon zwei Normen, dieses wäre seine dritte und damit der Titel, aber eine Feinheit im Regelwerk der FIDE sorgt dafür, dass sich der 22-Jährige vom SC Eppingen noch gedulden muss. Eine Leistung von über 2.600 und ein Gegnerschnitt von mehr als 2.380 über neun Partien allein reichen leider nicht aus. Außerdem

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Studiere Paul Keres!

Erst kürzlich hat mich ein Vereinskamerad, welcher meine Vorliebe kennt, auf 1.e4 mit 1… e5 zu antworten, gefragt: “Welche Partien soll ich hierzu studieren, die von Wladimir Kramnik oder Magnus Carlsen?” Meine Antwort überraschte ihn, denn diese lautete: “Studiere Paul Keres!”. Der Este, dessen Stern bei der Schach-Olympiade in Warschau 1935 aufging, ist für mich und auch für viele andere einer der ganz Großen, der die strategischen Feinheiten dieser vielseitigen Eröffnung, wie kein Zweiter zelebrierte. Dies haben viele starke Großmeister in ihrer Karriere leidvoll erfahren müssen, so auch der deutsche Großmeister Dr. Helmut Pfleger beim Turnier in Tallinn (1973). Das

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Der Raumvorteil

Wer auf breiter Front marschieren will, muss die Außenstürmer abtauschen Unser Faible für Siegbert Tarrasch ist Dir wahrscheinlich längst aufgefallen. Dem deutschen Schach-Lehrmeister verdanken wir Weisheiten, die bis heute bei jedem Schachturnier zu hören sind: „Türme gehören hinter die Freibauern“ etwa oder „Springer am Rande…“. Eben weil Tarrasch sich zum Schach-Lehrmeister berufen fühlte (und das zu Recht als Nummer zwei der Welt um die Jahrhundertwende), versuchte er stets, Schach-Wissen in derartige kleine Weisheiten zu verpacken. Gelegentlich ging das schief, da er im Sinne der Verdaulichkeit seiner Bonmots dazu neigte, Nebengeräusche und Zwischentöne zu überhören, um seinen Schülern stets ein möglichst

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Ein 14-Jähriger im Wettstreit mit der Weltklasse – das gab es schonmal

Schachfestival Biel, Juli 2005: Ein Spieler mit vergleichsweise bescheidenen 2.528 Elo hat im Feld der Ausnahmekönner eigentlich nichts verloren. Trotzdem beschließen die Organisatoren, dass der 14-jährige Magnus Carlsen mitspielen darf, das erste Top-Einladungsturnier für den Norweger überhaupt. Zwar wird der junge Großmeister am Ende Letzter (4 aus 10, 8 Remis, 2 Niederlagen) im Feld der Gelfands und Nakamuras, aber das war ja nur der Anfang einer großen Karriere. Zwei Jahre später gewinnt Carlsen Biel zum ersten Mal, und noch einmal sechs Jahre später ist er Weltmeister. Grenke Chess Classics, Ostern 2019: Ein Spieler mit vergleichsweise bescheidenen 2.500 Elo hat im Feld der

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„Schach ist eine Sprache für die ganze Welt“

Schach ist nicht nur ein spannender und lehrreicher Sport (und Zeitvertreib), sondern kann auch bei der Integration einen wichtigen Beitrag leisten. So wie bei Abdullah (20) und Humam (26), die beide beim Sparkassen Open antreten. Abdullah kommt aus Syrien. Im September 2015 flohen er und seine Familie vor dem Krieg nach Deutschland. „Ich musste dann ein halbes Jahr warten, bevor ich hier die Schule besuchen konnte“, erzählt er in flüssigem Deutsch. Gelernt hat er es unter anderem durch YouTube-Videos, aber auch durch zahlreiche deutschsprachige Bücher. Mittlerweile geht er auf die Deutsche Wirtschaftsfachschule für Hotellerie und Gastronomie (WIHOGA). Er möchte später

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Eine ehrenhafte Einstellung

Das Zonenturnier II der Fide, ausgetragen in Forssa und Helsinki, im Jahre 1972, war mit den damaligen Grossmeistern Andersson, Gheorghiu, Matanovic, Matulovic und Robatsch stark besetzt. Unter den sieben teilnehmenden IM finden wir so klangvolle Namen wie Timman, Radulov und Ribli.  Hans Joachim Hecht, damals ebenfalls noch IM, war von Anfang an stark in Form und verpasste seine Grossmeister-Norm und die Qualifikation zum Interzonenturnier nur um einen halben Punkt. Am Ende war er Dritter hinter Radulov (11) und Gheorghiu (10,5). Rückwirkend äusserte sich Hecht unter anderm über dieses Turnier wie folgt:”Eigentlich hätte ich als lupenreiner Profi ein Turnier, das so schlecht dotiert war und so

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Vincent Keymer und das kleine Grünfeld-Einmaleins

Das Flagschiff der deutschen Delegation bei der Jugend-Mannschafts-Europameisterschaft U 12 und U 18 geriet gleich zu Beginn in schwere See. Als nomineller Favorit war der Deutschland-Vierer um Roven Vogel und Vincent Keymer in der U-18-Konkurrenz ins Rennen gegangen. Aber nur weil in den ersten Runden Roven Vogel am Spitzenbrett seine schwächelnden Jungs durchs Turnier zog, kamen die Deutschen in die Nähe der Goldmedaille, sicherten sich sogar ein vorgezogenes Endspiel gegen Rumänien.   Als gegen Ende des Turniers mit Gold in Reichweite Vogels Matrosen in Fahrt kamen, hatte ihr Kapitän seine Munition verschossen. Die 1,5:2,5-Niederlage im entscheidenden Duell in der sechsten Runde sicherte den Rumänen den

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Den Deutschland-Vierer durchs Turnier gezogen

  Mit einem Sieg gegen Polen in der fünften Runde sicherten sich die deutschen Jungs bei der U-18-Mannschafts-EM in Bad Blankenburg ein vorgezogenes Endspiel um die Goldmedaille gegen Rumänien (das leider verloren ging). Bis dahin hatte Roven Vogel am Spitzenbrett seine gelegentlich wackelnden Kollegen durchs Turnier gezogen. Nach diesem feinen Sieg über die polnische Nummer eins standen für Roven 4,5 Punkte aus fünf Partien zu Buche. Roven Vogel (2.467) – Igor Janik (2.420) U18-Mannschafts-EM Bad Blankenburg, 16. Juli 2018, Slawisch (Tschebanenko)  1. c4 c6 2. d4 d5 3. Nf3 Nf6 4. Nc3 a6 Der gute, alte Tschebanenko-Slawe kommt mit dem guten,

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Besser werden beim Schach: Von Wunderkindern und alten Säcken

Altersrekorde beim Schach machen in erster Linie in Verbindung mit Wunderkindern Schlagzeilen. Derzeit redet alle Welt vom Inder Praggnanadhaa, der gerade seine dritte GM-Norm erkämpft hat und als Zwölfjähriger bald der zweitjüngste Großmeister jemals sein wird (nach Sergej Karjakin, der seinerzeit noch ein bisschen jünger war). 1,3 Milliarden Inder hoffen, dass „Pragg“ dereinst in die Fußstapfen von Ex-Weltmeister und Volksheld Visvanathan Anand treten wird. In Deutschland steht Vincent Keymer im Fokus einer breiteren Öffentlichkeit, seitdem er zu Ostern in Karlsruhe vor reihenweise Großmeistern eines der bestbesetzten offenen Turniere überhaupt gewann, das Grenke Open. Keymer (13) ist noch eine Norm und eine Handvoll Elo vom Großmeistertitel entfernt, Formsache. Weil er nicht

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Welches sind die besten Schach-Nationen

Die stärksten Schachländer Jeder Schachliebhaber kennt die Namen der stärksten Schachspieler und wahrscheinlich auch ihrer Nationalitäten. Aber haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche Länder die Besten sind und welche in der Top-10-Liste stehen? Also, hier präsentieren wir die Top 10 der FIDE Top Liste der starken Schachländer Tatsächlich gibt es viele Aspekte, die gezählt werden können- Das ist die Anzahl der Großmeister, ihre Bewertungen, auch die durchschnittliche Bewertung der Schachspieler und eine durchschnittliche Bewertung der Top 10 – Spieler. Wenn die Nummer 1 der Welt der norwegische Schachspieler Magnus Carlsen ist. Sollte das heißen, dass Norwegen die stärkste Nation ist? Auf dem zehnten Platz der dominierenden Länder

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Lasker versus Tarrasch

Tarrasch war der erste der beiden unversöhnlichen Kontrahenten, welcher die grosse Bühne des deutschen und dann später des internationalen Schachs betrat. Er war früh ein sehr starker Spieler und als der Junge Knabe Lasker ihm zum ersten Mal im Berliner “Teesalon” begegnete, bereitete sich der Medizinstudent Tarrasch mit grosser Energie auf den 2. Kongreß des deutschen Schachbundes vor. Später als Lasker zu Meisterehren kam forderte Lasker Tarrasch immer wieder zu einem Wettkampf heraus, welchen Tarrasch stets ablehnte, da Lasker kein bedeutendes Turnier gewonnen hatte. Man kann sich durchaus die Frage stellen, wie wäre die Schach-Geschichte eigentlich verlaufen, hätte Tarrasch eine Offerte zum Wettkampf mit Weltmeister Steinitz

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Anish Giri: Der Einzigartige

“Es ist einfacher, Magnus Carlsen zu besiegen als Anish Giri zu schlagen”, meinte Arkadij Naiditsch, ein bekannter Spieler der Weltelite, über Anish Giri. Klingt extrem, oder? Giri ist wohl die vielseitigste Person der Welt und es gibt Dutzende von Eigenschaften die ihn hervorragend machen. Anish wurde 1994 in Russland, St. Petersburg geboren. Giris Vater ist ein Nepalese und Mutter ist ein Russin. Im Jahr 2002 zog seine Familie nach Sapporo, Japan. Hier begann Giri mit erstklassigem Schachwissen und wurde U-12-Schachchampion von Russland. In 2 Jahren erfüllte Giri eine Großmeister Norm, was ihn zu dem damals jüngsten Großmeister der Welt machte. Er, ein russischer Bürger

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Schach: Turbolader fürs Gehirn oder Zeitverschwendung?

Lang ist die Liste der guten Gründe, das Kind zum Schach zu schicken. Müssen wir erwähnen, dass es dem Gehirn gut tut, gefordert zu werden? Schlaue Leute spielen Schach, und deswegen leben sie länger und gesünder. Beim Schach lernst Du, Probleme zu lösen, Dich zu konzentrieren, mit Sieg und Niederlage umzugehen, erwirbst soziale Kompetenz und merkst, dass Hautfarbe, Geschlecht, Alter, sozialer Status keinen Einfluss darauf haben, wie versiert oder stümperhaft jemand seine Armee über das Schlachtfeld aus 64 Feldern dirigiert. Fast 30.000 Mitglieder zählt die Deutsche Schachjugend, ein Indiz, dass zahlreiche Eltern diesen und den vielen anderen Argumenten fürs Kinderschach zustimmen.

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10 Vorteile Kindern beizubringen Schach zu spielen

Vielleicht haben die berühmten Namen der Schachwelt, Tigran Petrosyan und Levon Aronian, mehr gemeinsam als nur Schach, sie sind beide Armenier, ein Land, in dem alle sechsjährigen Kinder in Schulen Schach lernen und so das erste Land sind, das das tut. Als Eltern denken viele von Ihnen an die Zukunft Ihres Kindes, wie Sie ihm helfen können, richtig in die Zukunft zu gehen. Das Wichtigste in deiner elterlichen Mission ist es, herauszufinden, was für deine Kinder am besten ist. Liebe Mama / Papa, wenn du nicht weißt, was du für dein Kind wählen sollst, lies die Nützlichkeit von Schach für Kinder

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