EM-Rückblick aus deutscher Sicht

In diesem nun wirklich letzten Bericht zur Mannschafts-EM lasse ich die deutschen Turniere noch einmal Revue passieren – mit jeweils zunächst Fakten/Daten und dann vor allem zu den Damen eigenen Meinungen/Interpretationen. Kommentare sind ausdrücklich willkommen, aber bitte sachlich. Die Herren haben besser abgeschnitten und bekommen daher das Titelfoto (von Niki Riga) – sonst werde ich nicht nochmals das “Archiv” nach Fotos mit deutscher Beteiligung durchsuchen. Es stammt aus dem Match gegen Armenien – der Anfang vom erfreulichen Ende aus deutscher Herren-Sicht. Da pausierte Georg Meier (nach Niederlage tags zuvor gegen Mustafa Yilmaz), also von links nach rechts Nisipeanu, Bluebaum, Fridman

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So so, Wesley So wurde US-Meister – warum eigentlich?

Selbst nannte er das, was er in St. Louis insgesamt zeigte, “so so”. Kollege Franz Jittenmeier hatte aktuell vom Titel-Stichkampf berichtet, damit stellen sich zwei weitere Fragen: Warum (erst) nach Stichkampf? Warum dieser Stichkampf gegen Alexander Onischuk, nicht etwa Fabiano Caruana und/oder Hikaru Nakamura? Noch eine Frage ist natürlich legitim: Warum dieser Beitrag erst jetzt? Einige Teilnehmer der US-Meisterschaft sind schon wieder in Europa aktiv – neben Nakamura in Zürich und Caruana in Karlsruhe/Baden-Baden (So hat Pause bis zum Gashimov Memorial) jedenfalls auch Kamsky, der beim GRENKE Chess Open mitspielt. Nun, ich hatte die letzten Tage eher wenig Zeit, daher

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Schwarz am Zug gewinnt!?

Und Oparin über Oparin Teil zwei   Mal was Neues: als Titelbild ein Diagramm – mit Dank an Chessbase (die Software, nicht die Webseite), Grigoriy Oparin der mich informierte und wahrscheinlich eine Engine, die Oparin informierte. Oder fand er es nach (nicht während) der Partie ohne Engine, oder wurde es von einer russischen Quelle erwähnt? Schwarz am Zug, was tun? Oparin nennt es eine “really nice idea”, dass er hier (Schwarz gegen Bocharov im Superfinale der russischen Meisterschaften) mehr hatte als – wie in der Partie gespielt – Dauerschach. Daher wähle ich auch die Kategorie “Faszination Schach”. Leser dürfen, falls

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Kollege Metz Siebter in Haßloch

Nur Niederlage gegen Vincent Keymer / Held im B-Open im Mittelfeld     Bei den 31. Internationalen Haßlocher Schachtagen hat Hartmut Metz stark gespielt. Im mit 120 Spielern besetzten A-Open holte der Kuppenheimer in den sieben Runden fünf Zähler. Dank der zweitbesten Buchholz-Wertung im Feld reichte das zu Rang sieben. Zum zweiten Platz und 1000 Euro Preisgeld fehlte dem FM der halbe Zähler aus der sechsten Runde, als Metz gegen die große deutsche Nachwuchs-Hoffnung Vincent Keymer in völliger Remisstellung zu arglos war und einen feinen Trick des Elfjährigen übersah. Ansonsten hätte Weiß die Zugwiederholung eingestreut, die dauernd über dem Brett

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Naiditsch – Carlsen 2:0!

Deutschlands Nummer 1 schlägt den Weltmeister in Baden-Baden – Partiekommentar von NICLAS HUSCHENBETH, Baltimore   Am gestrigen Mittwoch [4. Februar] stand aus deutscher Sicht beim 3. GRENKE Chess Classic in Baden-Baden ganz fraglos die Begegnung Arkadij Naiditsch vs. Magnus Carlsen im Mittelpunkt. Immerhin hatte unsere Nummer 1 bei der Schacholympiade in Trömso in August vergangenen Jahres für eine echte Sensation gesorgt, als er den Weltmeister bezwang.   Klar, dass ich deshalb schon im Internet bei https://www.chessbomb.com/arena/ die Live-Übertragung verfolgte. Gegen 17:20 Uhr – Arkadij war mit seinem 16. Zug dran war mir klar: Es liegt erneut etwas in der Luft.

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(Russische) Reaktionen zur WM in Chennai

Alles odnovorotnim?   Es ist ein bisschen paradox: während der WM zwischen Anand und Carlsen in Chennai schrieb ich anfangs vor allem über die Mannschafts-EM in Warschau. Nun während der Mannschafts-WM in Antalya (die ich schon beobachte, einige Berichte kommen auch noch) beschäftigen mich vorläufig die Nachwehen der kleinen WM: da sassen ja nur zwei Spieler am Brett, plus eine unbekannte Anzahl Sekundanten für beide Lager, aber insgesamt waren wohl weniger Schachspieler direkt beteiligt – in Antalya sind es ja fünfzig am Brett und ausserdem auch noch Trainer/Sekundanten.   Jede Menge Spieler haben die WM in Chennai (auch hinterher) kommentiert

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Das Beste kommt manchmal zum Schluss

Im Blindschach werden bei den World Mind Games Levon Aronjan und Vizeweltmeisterin Hou Yifan (Foto) zum Königspaar gekrönt Die chinesischen Gastgeber hatten sich wohl etwas bei diesem Ablauf der Wettbewerbe der World Mind Sport Games 2012. In jeweils zwei Tagen waren zunächst die Disziplinen Schnell- und Blitzschach zu absolvieren. Zum Schluss mussten sich dann die jeweils 16 Damen und Herren der absoluten Härteprüfung Blindschach stellen – erneut in zwei Tagen. Wie schon beim Rapid-Wettbewerb wurden sieben Runden im Schweizer System gespielt. Was keiner erwartet hatte, auf einmal war ausgerechnet Levon Aronjan (Foto links) wieder voll da. Sicher, der armenische Weltranglistenendritte

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Online-Schachturnier zwischen Köln und Istanbul

Wie werden Ideen geboren? Oft hilft hierzu ein spezieller Anlass. Der 12 Jahre alte interkulturelle, ursprünglich mal von türkischstämmigen Mitgliedern begründete Kölner Schachverein ‚ Satranç Club 2000‘ hat Schachsportler aus aller Herren Länder unter seinem Dach vereint. Gerne nimmt der nach wie vor überschaubare Verein einen aktuellen Anlass und weist auf diesen mit einem besonderen Event hin, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zumindest für einen Moment wieder auf den Schachsport zu lenken. War es zum Beispiel im Jahre 2008 die Schacholympiade in Dresden, ist dies nun die Schacholympiade 2012 in Istanbul. Hinzu kommt noch ein weiterer Umstand: Köln und Istanbul

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Anatoli Karpow beehrt Hockenheim

Schachlegende gibt Nationalspielern praktische Tipps Anatoli Karpow weilte für mehrere Tage in Deutschland. Auf Einladung der Rhein-Neckar-Schachakademie befand sich der 12. Weltmeister der Schachgeschichte für mehrere Tage in Hockenheim. In der 6. Runde der 2. Bundesliga Süd ließ es sich die Schachlegende nicht nehmen und trat am ersten Brett der SV 1930 Hockenheim an. Der 59-jährige spielt zwar regelmäßig Schnellschach, aber äußerst selten sieht man ihn eine Partie mit klassischer Bedenkzeit absolvieren. Dementsprechend groß war das Interesse und im Spiellokal versammelten sich über 200 Schachfans. Der Zweitligist führt nach dem 4:4 gegen Böblingen in der Staffel Süd mit drei Punkten

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Simultanvorstellung

Die Schachfreunde Katernberg richten seit dem Tod des unvergessenen Willi Knebel, dass " Willi-Knebel-Gedenkturnier " aus. Teilnehmen durften  nur Senioren und der Sieger darf sich Ruhrgebietsmeister der Senioren nennen. Gespielt wurden 9 Runden. Das Turnier gewann am Ende mit sagenhaften 8,5 Punkten aus 9 Partien der 87- jährige Abram Chasin (foto) vom SK Holsterhausen.  Abram Chasin nahm zwischen 1956 und 1965 fünfmal am Finale der UdSSR-Meisterschaften teil. Im Jahr 1964 verlieh ihm die FIDE den Titel Internationaler Meister, 1973 den Fernschach-Großmeistertitel. Eine Variante der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung wurde nach ihm benannt.  Abram Chasin verlor als Soldat bei der Schlacht um Stalingrad beide

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