Hans-Peter Kraus, Die Fesselung ist immer und überall

Rezension von Uwe Bekemann Als mir der Verleger Manfred Herbold vor einiger Zeit beiläufig schrieb, dass er vor der Herausgabe des wohl witzigsten Lehrbuches zur Schachtaktik stehe, hatte ich nur einen Gedanken: „Hoffentlich fragt er mich nicht, ob ich eine Rezension darüber schreiben kann!“ Denn wie schreibt man in einem solchen Fall eine Rezension? Auch witzig? Das kann nur schiefgehen, denn sie würde als Abklatsch oder „4. Liga“ wahrgenommen werden. Soll sie sachlich und ernst verfasst werden? Dann ist man als Rezensent sofort der humorlose Biedermann, der zum Lachen in den Keller geht. Man kann also nur dabei verlieren. Manfred

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„Da geht ein großer Spieler. Ein Mann wie Steffi Graf.“ (Jörg Dahlmann)

Von Franz Jittenmeier Das Buch „Glanzparade“ läutet die WM humorvoll ein. „Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel“,  soll Lukas Podolski in einem Interview gesagt haben. Ob der Spruch tatsächlich von ihm ist, oder von Komiker Jan Böhmermann in einer Satire auf Podolski kreiert wurde, sei dahingestellt. In dem brandneuen Buch „Glanzparade“ von Frank Stiefel, in dem sich alles um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft dreht, lassen sich über 1500 Sprüche und Zitate von Fußballspielern, Trainern und Managern finden, die diese sehr wohl zum Besten gegeben haben. Lothar Matthäus meinte beispielsweise: „I´m a german record player“, der WM 1990-Finaltorschütze Andy Brehme belehrte

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Rezension von Uwe Bekemann: Schach unter der Lupe

Dr. Hans-Joachim Krebs, Schach unter der Lupe – Zermelo trifft Steinitz Sagt Ihnen der Name Ernst Zermelo etwas oder geht es Ihnen wie mir, so dass sie ihn bisher noch nicht fest in Ihrem Gedankengut verankert haben? Er war, soweit überliefert, kein großer Schachspieler, und doch hat er einen Meilenstein in Verbindung mit dem Schachspiel gesetzt. Ernst Zermelo lebte von 1871 bis 1953 und war vor allem ein exzellenter Mathematiker. Er bewies im Jahr 1913 für Spiele wie das Schachspiel, dass es von Beginn an entweder für Weiß oder für Schwarz eine dominante Strategie gibt, wonach das Spiel unabhängig vom

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Der Schachtherapeut – Reloaded

Eine Rezension von Uwe Bekemann – Und er hat es wieder getan! In bester Loriot-Manier hat Manfred Herbold den Schachspielern auf den Mund, die Finger und ins Gehirn geschaut, um sie dann scharf gezeichnet, humorvoll, oft spitzzüngig und manchmal auch entlarvend so zu porträtieren, dass wir alle den einen oder anderen Zeitgenossen wiedererkennen, manchmal uns selbst sogar wie in einem Spiegel. Nach seinem Erstlingswerk „Der Schachtherapeut“ im Jahre 2009 erschienen, hat er nun einen Folgeband mit dem Titel „Der Schachtherapeut – Reloaded“ (Band 2) auf die Menschheit losgelassen. Manfred Herbold lässt uns mit seinen Beschreibungen den Schachspieler als solchen mit

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Houdini 5 – der ideale Analysepartner

ma – Houdini 5 heisst die neuste Version des vom Belgier Robert Houdart entwickelten und von ChessBase vertriebenen Schachprogramms. Es handelt sich dabei um eines der stärksten Schachprogramme unserer Zeit. Nur die neuesten Versionen von Komodo und Stockfish können sich mit ihm auf Augenhöhe messen. Gegenüber der Vorgängerversion Houdini 4, die mit ihrer Erscheinung vor drei Jahren die Schachwelt bezaubert hat, sind im neuen Houdini Verbesserungen im grossen Stil verpackt. Speziell zu nennen: eine komplett überarbeitete Stellungsbeurteilung, eine selektivere Suche bei der Variantenberechnung und eine verbesserte Parallelrechnung für Multiprozessor-Computer. Damit legt Houdini gegenüber der Vorversion um unglaubliche 200 ELO-Punkte an

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Schwimmen mit Elefanten

Der Poet unterm Schachbrett – Eine Rezension von ULLA HIELSCHER   Auf der Suche nach einem Buch für eine Freundin stieß ich auf das Buch „Schwimmen mit Elefanten“ von der japanischen Autorin Yoko Ogawa. Der Titel lässt auf den ersten Blick keinen Bezug zum Schach erkennen, aber wenn man bedenkt, dass der Elefant (Alfil) eine Spielfigur aus dem persisch arabischen Schatrandsch war, die immer nur genau 2 Felder diagonal zieht, lässt sich ein Bezug herstellen. Jedenfalls hat mich der Klappentext des Buches neugierig gemacht. Ich habe es mir gekauft.   Zum Inhalt: Das Buch beginnt damit, dass ein Junge mit

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Ein neuer Fritz, ein neuer Freund!?

“Was braucht ein Schachspieler? Einen Spielpartner, einen Trainer, eine Schach-Bibliothek und einen Onlineschach-Zugang! FRITZ, das „populärste deutsche Schachprogramm“ bietet für Anfänger und Turnierspieler genau das.”  So wird das kürzlich in Version 15  erschienene Schachprogramm von seinem Hersteller angepriesen – Eine Rezension von „Fritz 15“ von UWE BEKEMANN   Auf die Meldung „Fritz 15 ist erschienen“ haben die Schachfreunde mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen reagiert. Diese wurden maßgeblich davon beeinflusst, ob man Neuling oder „alter Hase“ ist, was genau man am Computer in Sachen Schach machen möchte, ob man schon eine Vorgängerversion hat, ob man den Rechner für Nah-/Brettschach, Fernschach

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Zug um Zug – Ein Muss für jeden Schachspieler

Ein sehr gelungener, französischer Schachfilm mit einem Kurzauftritt der französischen Nr 1, Maxim Vachier-Lagrave, in Alfred Hitchcock-Manier (kurz durchs Bild spazieren) – Eine Rezension von KAROL LALLA   Schach als Obsession, der Hauptdarsteller wird zum Avatar seines Trainers, der selber mal die Nr. 2 der Welt war. Die Scheinwelt des Schachsports, im Sport ein unantastbarer Held, im wahren Leben verwirrt und ohne Halt. Keine berufliche Ausbildung, eine zwielichtige Beziehung, die Privatsphäre als dauerhafte Wette gegen Andere, um seine Überlegenheit zu demonstrieren. In Wirklichkeit jedoch abhängig vom Trainer, dem Erfolg im Schach und der Bewunderung seiner Schachfreunde. Erfrischend, ein kleiner, selbstbewußter

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AUSGELESEN! [24]

André Schulz: Das große Buch der Schach-Weltmeisterschaften – 46 Titelkämpfe – von Steinitz bis Carlsen – Anmerkungen zu einer WM-Chronik von RAYMUND STOLZE   PROLOG   Die nachfolgenden vier Zitate habe ich bewusst aus dem Vorwort ausgewählt [Seiten 7-8], weil ich denke, dass sie das Ziel für dieses Projekt formulieren. Bei Rezensionen sollte man ehrlicherweise untersuchen, wie es dem Autor gelungen ist, seinen Ansprüchen tatsächlich gerecht zu werden …   [1] Unzählige Bücher wurden zu den einzelnen Weltmeisterschaften geschrieben, wobei naturgemäß zumeist die Partien der WM-Kämpfe im Mittelpunkt der Betrachtung standen. Übergreifende Darstellungen der verschiedenen Schachweltmeisterschaften gab es bisher jedoch

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Ausgelesen [17]

Von Hans-Joachim Hecht [„Rochaden – Schacherinnerungen“] und Wolfgang Uhlmann [„Meine besten Partien“] sind neue Bücher erschienen – Eine Betrachtung von RAYMUND STOLZE   Ich gebe zu, dass die Gefahr bei Buchbesprechungen vor allem darin besteht, dass dem Autor häufig ungerechtfertigt vorgeworfen wird, nicht jenen Erwartungen zu entsprechen, die der Rezensent hat. Nun, wenn es denn so ist, dann kann ich dem Kritiker nur empfehlen, selbst zu schreiben …   Und noch ein einleitender Gedanke: Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich jede Ausgabe des inzwischen nicht mehr erscheinenden Magazins „SCHACHWELT“ käuflich am Kiosk erworben habe, allein wegen

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Ausgelesen! [6]

Alexander Koblenz „Schach lebenslänglich – Erinnerungen eines Erfolgstrainers“ – eine Buchrezension von JULIA KIRST   Der Schachbüchermarkt ist überschwemmt von neu erscheinenden Büchern. Über diese Bücher wird kurz nach ihrem Erscheinen auch gleich eine Rezension geschrieben. Ich habe mir gedacht: Warum immer auf Neues warten, wenn das Gute schon im eigenen Bücherschrank liegt? Deshalb habe ich mir gleich das Buch „Schach lebenslänglich – Erinnerungen eines Erfolgstrainers “ von Alexander Koblenz geschnappt, durchgelesen und eine Rezension geschrieben.   Leonid Serin kündigt im Vorwort an: „Das Buch gibt eine Antwort auf eine Frage, die sich schachbegeisterte junge Leute im Laufe von Jahrzehnten

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AUSGELESEN! [2]

Schachinformator 115 – Eine persönliche Empfehlung von RAYMUND STOLZE   Am 26. Februar diesen Jahres hatten wir angekündigt, dass der Schach-Ticker unter der Rubrik „Ausgelesen!“ künftig Besprechungen von empfehlenswerten Schachbüchern veröffentlichen wird. Es werden dabei nicht immer Neuerscheinungen sein, sondern auch Titel aus „längst vergangenen Zeiten“, wo es noch keine Computer gab, die eine Variante bis ins Endspiel vorhergesehen haben. Den Auftakt hatte Philipp Lins von der Tiroler Schachschule [ https://www.schachule.at ] mit seiner Rezension zu Kämpfen und Siegen mit Hikaru Nakamura  –  Eine amerikanische Schachkarriere auf den Spuren Bobby Fischers. [EDITION OLMS 2012] gemacht. Ich möchte Ihnen heute Band

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Ausgelesen! [1]

Kämpfen und Siegen mit Hikaru Nakamura – Eine Rezension von PHILIPP LINS   Künftig wird der Schach-Ticker unter der Rubrik „Ausgelesen!“ Besprechungen von empfehlenswerten Schachbüchern veröffentlichen. Es werden dabei nicht immer Neuerscheinungen sein, sondern auch Titel aus „längst vergangenen Zeiten“, wo es noch keine Computer gab, die eine Variante bis ins Endspiel vorhergesehen haben. Den Auftakt macht heute Philipp Lins von der Tiroler Schachschule [ https://www.schachule.at ] mit seiner Rezension zu Kämpfen und Siegen mit Hikaru Nakamura  –  Eine amerikanische Schachkarriere auf den Spuren Bobby Fischers. Das Buch erschien Ende November 2012 als Band 86 in der PraxisSchach-Reihe der EDITION

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Complete Slav I (GM Konstantin Sakaev)

Neuerscheinung mit Leseprobe! Die Slawische Verteidigung ist derzeit die beliebteste geschlossene Verteidigung der überwältigen Mehrheit erstklassiger Großmeister. Fast in jeder Partie auf hohem Niveau wird mit d4 eröffnet. Der Schwarze kann problemlos dagegenhalten, wenn er die Theorie kennt und beherrscht. Alle Neuheiten und taktische Ideen werden in dem Buch ausführlich beschrieben und analysiert. Das Buch hat 350 Seiten und ist in Englisch. Der Autor: Konstantin Sakaev ist ein russischer Schachgroßmeister mit einer aktuellen Elozahl von 2591. Sakaev hat ausgezeichnete Theoriekenntnisse und genießt unter den Kennern einen guten Ruf. Bevorzugt schreibt er über Eröffnungen die er selber anwendet. Leseprobe