GM-Normen knapp verpasst

GM-Normen knapp verpasst
Franz Jittenmeier – Ich kann mich nicht erinnern in den letzten 15 Jahren ein ähnlich spannendes Open gesehen zu haben und was mich so gefesselt hat. Es lag wohl an der Anzahl der Weltklassespieler und an der Beteiligung deutscher Spitzenspielerinnen und Spitzenspieler. Ich war natürlich auch gespannt wie Vincent...

Ist Schach Zuschauersport?!

Ist Schach Zuschauersport?!
FM Dirk Paulsen – Als Schachspieler macht man sich möglicherweise weniger Gedanken darüber, inwieweit der geliebte, selbst betriebene Sport dem Zuschauer zugänglich gemacht werden kann, inwieweit das Spiel, auch für einen Laien, interessant sein könnte? Die Frage selbst hat durchaus mehr Relevanz, zumal sich Schachspieler in aller Regel für...

Dresdner Erkenntnisse

Dresdner Erkenntnisse
Uwe Ritter – Kürzlich bei der 1. Mannschafts-Weltmeisterschaft für Behinderte in Dresden war das Team Jordan wieder in Aktion, wie das beigefügte Foto zeigt. Es agierte wie gewohnt, souverän, harmonisch, zurückhaltend, zuvorkommend und doch bestimmt, so wie es über Teilnehmer in den letzten 17 Jahren gewohnt waren. Keine...

So nicht meine Herren!

So nicht meine Herren!
Nun sind die Würfel gefallen, wir können uns anmelden, mit dem heutigen Datum ist dies möglich. Doch was müssen wir hier lesen? Von sieben Qualifikationsturnieren und dem Finaltermin, sind bis dato nur 6 Qualifikationsturniere bekannt. Verantwortlich hierfür sind der DSB-Präsident Ullrich Krause und der neue starke Mann auf der...

Jein zur WM in Saudi-Arabien (UPDATES)

Jein zur WM in Saudi-Arabien (UPDATES)
Ich hatte diesen Themenkomplex bisher vermieden, aber aus meiner Sicht sind bisherige Beiträge dazu zu einseitig-negativ – das will ich etwas relativieren. Ein Punkt fehlt aus meiner Sicht bisher völlig: ebenfalls berechtigte Interessen von Spielern (und Spielerinnen!), dass dieses Turnier stattfinden konnte mit attraktivem Preisfonds. Offenbar zeigte ausser Saudi-Arabien...

Ganz schön link Herr Dr. R. K.

Ganz schön link Herr Dr. R. K.
Es ist gerade mal ein Jahr her, als ein Bürgermeister und sogenannter Schachfreund dafür sorgte, dass ein Schnellschachturnier, welches vom SV Unser-Fritz e. V. am Karfreitag veranstaltet wurde, auf Anweisung des Ordnungsamtes der Stadt Herne abgebrochen werden musste. Der Fall erregte großes Aufsehen, selbst die Bildzeitung berichtete ausführlich darüber....

Schnelle Spiele – Mehr Zuschauer?

Schnelle Spiele – Mehr Zuschauer?

In Zürich werden zwei Partien am Tag gespielt. Wird dadurch das Interesse an der Live-Übertragung gestärkt? – Von FRANZ JITTENMEIER

 

Das Brett sollte in Flammen stehen. Das sieht der Schachenthusiast gerne!

Auf Facebook stellt GM Emil Sutovsky (Präsident der Association of Chess Professionals) an seine Freunde die Frage, ob schnelle Schachpartien das Interesse an Live-Partien fördern. Das Thema wird kontrovers diskutiert. Die Meisten wollen natürlich die traditionelle Bedenkzeit beibehalten und fürchten um die Qualität der Partien.  Fakt ist allerdings, dass schnelle Partien, Blitz und Schnellschach, sich für eine Live-Übertragung geradezu anbieten. Zwar ist die Qualität der Partien nicht so hoch wie bei normaler Bedenkzeit, doch Entscheidungen fallen innerhalb kurzer Zeit und Verluststellungen können durch Fehler des Gegners in eine Gewinnstellung übergehen.

 

Meiner Ansicht nach darf man die Zukunft des Schachs nicht aus der Sicht des Spielers sehen. Der Spieler möchte natürlich nah am Limit spielen. Das bedeutet aber auch, dass viele Partien in einem Remis enden, was bei den Zuschauern wiederum auf wenig Interesse stößt, die sich eher für Hauen und Stechen interessieren. Nicht dass man mich falsch versteht. Ich bin nicht dafür, die normale Bedenkzeit abzuschaffen. Doch sollte man schnelle Partien, Blitz und Schnellschach auf internationaler Ebene forcieren und mit einer profihaften Übertragungstechnik ausstatten. Profihafte Übertragungstechnik bedeutet auch zu verhindern, dass sehr viele Webseiten eine Live-Übertragung anbieten und dabei die offiziellen Seiten der Veranstalter anzapfen. Dadurch werden die Veranstalter gehindert, global aufgestellten Unternehmen eine interessante Werbeplattform zu bieten. Die Masse der Zuschauer verteilt sich auf viele Seiten. Das wäre so, als wenn alle Spiele der Fußball-Bundesliga von allen Fernsehsendern übertragen werden. Die Werbeeinnahmen sind für den einzelnen Sender natürlich geringer, als wenn ein Fernsehsender die alleinigen Übertragungsrechte hat.

 

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Wissen ist Matt: 8,6 Blatt pro Sitzung

Wissen ist Matt: 8,6 Blatt pro Sitzung
Wenn die deutschen Medien Schach nicht unterstützen, wie soll Schach olympisch werden?   Die 2. Runde der in Baku ist beendet. In der allgemeinen Gruppe des alle zwei Jahre ausgetragenen Turniers spielen unglaubliche 181 Herrenmannschaften und 142 Frauenmannschaften aus 176 Ländern. Insgesamt nehmen 899 Spieler teil, inklusive des...

So sehe ich das … [27 ]

So sehe ich das … [27 ]

Klassenerhalt am „grünen Tisch“ –Ein Kommentar von JÖRG WENGLER, Abteilungsleiter Schach des FC Bayern München

 

Aus gegebenem Anlass haben wir uns immer wieder mit der Situation in der Schach-Bundesliga nicht zuletzt kritisch und ebenso konstruktiv beschäftigt. Da in der zurück liegenden Saison mit Turm Emsdetten und dem SC Hansa Dortmund zwei Vereine ihren Rücktritt aus der höchsten deutschen Spielklasse erklärten sowie der Erfurter SK als 13. auf die dadurch mögliche Erstklassigkeit verzichtete, nutzte neben dem SV Griesheim auch der FC Bayern München diese Chance. Auf die Münchener trifft das übrigens seit dem Aufstieg 2013 bereits zum dritten Mal in Folge zu. Diesen Klassenerhalt am „grünen Tisch“ hat der Abteilungsleiter Schach des FC Bayern München, JörgWengler, in einem lesenswerten Beitrag auf der vereinseigenen Webseite kommentiert [https://www.fcbayern-schach.de/] und uns auf Rückfrage die Genehmigung zur Veröffentlichung gegeben.

[Raymund Stolze]

 

 

„Herzlichen Glückwunsch zum Klassenerhalt!“ – Sie können sich nicht vorstellen, wie oft ich dies in den vergangenen Tagen gehört habe. Und ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, stelle ich jetzt einfach mal fest, dass in vielen Fällen eine sarkastische Note im Unterton nicht zu überhören war.

 

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Betrug und nicht geahndet?

Betrug und nicht geahndet?

Remisschieberei in Mannschaftskämpfen – Betrug oder Normalität? – Eine Betrachtung von JOACHIM TALARSKI

 

Am 10. 04. 2016 fand in der Bezirksliga das letzte Meisterschaftsspiel zwischen SV Datteln und SV Erkenschwick II statt. Besser gesagt: Es wurde nicht einmal der Versuch unternommen, die “Puppen” zu bewegen. Laut FM Heiko Kummerow fand kurz darauf eine Facebook-Diskussion statt, in der es um dieses Thema ging. Angeblich war eine Mehrheit der Erkenschwicker für Schiebung, so dass sich die Minderheit beugen musste. Dieser Eintrag wurde kurzfristig gelöscht, vermutlich weil sich das schlechte Gewissen meldete oder weil man Konsequenzen von Seiten des Verbandes fürchtete.

 

Diese Ergebnisabsprache (Schiebung) hat zur Folge, dass Erkenschwick als Tabellenzweiter in die Verbandsklasse aufsteigt und Datteln dem Abstieg entronnen ist. Leidtragende sind Vereine wie SV Hullern und Unser Fritz II. Die einen müssen absteigen, während die anderen den Aufstieg knapp verpasst haben.

 

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Schweizer Verband verzichtet auf seinen besten Spieler

Schweizer Verband verzichtet auf seinen besten Spieler

Großmeister Vadim Milov (Elo 2611), Nummer 1 in der Schweiz, ohne Chancen beim derzeitigen Präsidenten des Schweizer Schachbundes

 

Die Querelen zwischen GM Vadim Milov und dem Schweizer Schachbund (SSB) gehen weiter. Auf den “Offenen Brief” von Milov, der am 9. Januar 2016 auf dem Schach-Ticker veröffentlicht wurde, hat der Präsident des SSB Peter Wyss Milov mit Disziplinarmaßnahmen gedroht, falls er weiterhin amtierende und ehemalige Funktionäre kritisiert. Es heißt weiterhin:

 

Auf der Basis des Kaderreglements (Artikel 2.2 und insbesondere Artikel 2.4.3) werden Sie derzeit nicht in das Herren-Kader aufgenommen.

 

Wir finden, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat zu erfahren, was die wahren Gründe der Nichtnominierung sind. Vadim Milov hat auf den Brief ( 7.3.2016)  von Peter Wyss geantwortet und uns gebeten diesen zu veröffentlichen. Wir weisen daraufhin, dass der “Offene Brief” nicht die Meinung der Redaktion widerspiegelt.

 

Sehr geehrter Herr Wyss,

 

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In einem Anfall von Wahnsinn – In a fit of madness

In einem Anfall von Wahnsinn – In a fit of madness

Großmufti von Saudi-Arabien verbietet das Schachspielen – Eine Betrachtung von FRANZ JITTENMEIER

 

Nicht nur in der westlichen Welt hat das Schachspiel einen hohen Stellenwert. An vielen Schulen gehört Schach zum normalen Unterricht. Nachfolgend 10 Vorteile die das Schachspielen sinnvoll machen, ob reich oder arm:

 

1. Gehirnwachstum: Spiele wie Schach, die das Gehirn herausfordern, fördern die Bildung spezieller Gehirnzellen, der Dendriten. Diese Zellen senden Signale zu den Nervenfasern des Gehirns. Je mehr Dendriten das Gehirn besitzt, desto schneller funktioniert die Reizweiterleitung.

 

2. Beide Gehirnhälften werden beansprucht: Eine deutsche Studie fand heraus, dass Schachspieler sowohl die linke als auch die rechte Gehirnhälfte einsetzen. Die Denksportler sollten Schachzüge und geometrische Formen erklären.

 

Für die Identifikation der geometrischen Formen hatten sie die gleiche Reaktionszeit wie Laien. Für Schachzüge reagierten die Denksportler und Strategiekünstler jedoch viel schneller, weil sie beide Gehirnhälften aktivierten.

 

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So sehe ich das … [26]

So sehe ich das … [26]

„Das Team will dich nicht!“ – Ein Offener Brief von Großmeister Vadim Milov, amtierender Landesmeister und derzeit die Nummer 1 in der Schweiz

 

Vadim Milov (by Andreas Kontokanis)

Es ist wirklich die Ausnahme, dass uns ein Großmeister einen Offenen Brief schickt mit der Bitte, ihn online zu veröffentlichen. Im konkreten Fall kommen haben wir uns dafür entschieden, ihn zu publizieren. Anzumerken ist, dass Leserbriefe nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Allerdings gibt ihm die hierzulande demokratisch festgeschriebene Pressefreiheit mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung die Chance, in unserer Rubrik „So sehe ich das …“ zu Wort zu kommen.

 

Meine Bekannten wissen, dass ich diesen Offenen Brief eigentlich gar nicht schreiben wollte. Doch um sich irgendwie irgendwo Gehör zu verschaffen, sehe ich derzeit keine andere Möglichkeit als diese Internetpublikation. In der Schweizerischen Schachzeitung [SSZ], dem offiziellen Publikationsorgan des Schweizerischen Schachbundes [SSB], wurde nie ein Offener Brief von mir publiziert, was einer Zensur gleichkommt.

 

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So sehe ich das … [25]

So sehe ich das … [25]

Schach als Leistungssport ist in Deutschland möglich! – (M)ein Offener Brief an die Eltern des U16-Jugend-Weltmeisters Roven Vogel – Von RAYMUND STOLZE

 

Roven Vogel mit Eltern

Ich gebe zu, dass ich schon erstaunt gewesen bin, auf der ChessBase-Seite vom 13. November eine Presseerklärung von Ina und Dieter Vogel zu lesen – das sind die Eltern unseres U16-Jugend-Weltmeisters Roven Vogel, der sich ebenfalls persönlich geäußert hat. Sechs Tage später wurde dieser Beitrag  unkommentiert online auch bei der Deutschen Schachjugend veröffentlicht. So weit … – und ich finde das nicht unbedingt – … so gut …

 

ChessBase möchte, so der Anspruch eines nachfolgenden Artikels meines Kollegen André Schulz, mit dem Beitrag der Familie Vogel Anstoß zu einer Diskussion um Talenteförderung, Spitzenschach und Profitum geben [https://de.chessbase.com/post/anstoss-zu-einer-diskussion] und veröffentlichte diese am 23. November unter der meines Erachtens nach eher nicht zutreffenden Schlagzeile „Ist Profischach in Deutschland möglich?“, weil sie in der Tendenz das Problem in dieser Zuspitzung zu eng fast. Eine Zusammenfassung der bisherigen Meinungsäußerungen gibt es bei ChessBase [https://de.chessbase.com/post/ist-profischach-in-deutschland-moeglich].

 

Ich möchte diese nicht weiter kommentieren und stattdessen in einem Offenen Brief den Eltern von Roven Vogel auf ihre Presseerklärung antworten!

 

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So sehe ich das … [24]

So sehe ich das … [24]

Magnus ist auch nur ein Mensch oder: Schach ist nicht Fußball – Von JULIA KIRST

 

In der Fußball-Bundesliga herrscht gähnende Langeweile. Der Branchenprimus Bayern München dominiert bereits die vierte Saison in Folge derart, dass der Konkurrenz nur der Blick ins Fernglas bleibt, um den Tabellenführer überhaupt sehen zu können.

 

Bei Supergroßmeisterturnieren mit Beteiligung unseres Weltmeisters Magnus Carlsen aus Norwegen war das lange ähnlich, wenn auch nicht ganz so krass. Immer war er vorne mit dabei, gewann Turniere teilweise deutlich und siegte selbst in solchen Partien, die er hätte klar verlieren müssen (z. B. Nakamura–Carlsen in Zürich Anfang 2014). Die Krönung folgte im Juni 2014 bei den Schnell- und Blitzschachweltmeisterschaften in Dubai: Carlsen gewann beide Disziplinen und hatte als erster Spieler überhaupt [selbst ein Kasparow schaffte das nicht] die WM-Titel im Normal-, Schnell- und Blitzschach gleichzeitig inne.

 

Jedoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Bereits im letzten Jahr gab es die ersten kleinen Dämpfer für den Champion: Zwei Niederlagen bei der Schacholympiade im heimischen Tromsø gegen Saric und Naiditsch, dann der blasse Auftritt mit einigen Fehlern im Sinquefield-Cup, als der Italiener Fabiano Caruana überzeugend triumphierte [Start 7/7!] und der Norweger trotz seines zweiten Platzes nur eine Randfigur war. Auch die Titelverteidigung der Weltmeisterschaft im Normalschach gegen Vishy Anand Ende 2014 war nicht so überzeugend wie gewohnt, Magnus profitierte vor allem von Fehlern seines Herausforderers und Vorgängers auf dem WM-Thron. Dennoch gab es nach diesem Match in Sotschi keinen Zweifel: Carlsen ist der beste Schachspieler auf diesem Planeten!

 

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Doppelweltmeister Carlsen flippte aus

Doppelweltmeister Carlsen flippte aus

Am Ende “nur” der 6. Platz bei der Blitz-WM in Berlin – Ein Kommentar von Franz Jittenmeier

 

Magnus Carlsen nach der Siegerehrung (by Frank Hoppe)

Wer verliert schon gerne. Keiner von uns. Der Eine frisst es in sich hinein. Der Andere nimmt es locker und leicht. Je mehr auf dem Spiel steht, desto mehr und heftiger ärgert man sich. Für Magnus Carlsen stand viel auf dem Spiel. Hätte er doch gerne alle Titel eingeheimst und mit nach Norwegen genommen. Locker und leicht hatte er die Weltmeisterschaft im Schnellschach mit 11,5 Punkten aus 15 Partien gewonnen. Wenige zweifelten daran dass Magnus Carlsen, nach dem starken Auftritt beim Schnellschach, auch den Titel im Blitzen gewinnt.

 

Alle Partien von Carlsen

Zum Ärger von Carlsen sollte es jedoch anders kommen. Er verlor gegen den späteren Weltmeister Grischuk und flippte regelrecht aus indem er mit seiner Faust in die Luft schlug, seinen Stift auf  den Spielberichtsbogen schmiss, “Fuck” rief und wortlos den Saal verlies. “Fuck” ist ja nun kein schönes Wort und eines Weltmeisters nicht würdig. Carlsen war jedoch völlig außer sich, war es doch schon die 3. Niederlage in 5 Partien. Der Titel war in weite Ferne gerückt.  Carlsen legte jedoch einen fulminanten Endspurt hin. Bis auf die vorletzte Runde in der Partie Partie gegen Ivanchuk. Ivanchuk schlug Carlsen und riß ihn aus allen Träumen doch noch den Titel zu gewinnen. Am Ende wurde Carlsen nur Sechster. Man konnte ihm seinen Ärger bei der Siegerehrung noch ansehen.

Verdienter Weltmeister und das zum dritten Mal, Alexander Grischuk aus Russland.  Großmeister Georg Meier landete als bester Deutscher mit  11,5 Punkten auf dem 68. Platz. Über 153 Großmeister machten das Blitz-Spektakel in Berlin zum bestbesetzten Blitzturnier aller Zeiten  Alles in allem eine tolle WM mit einer großen Zuschauerresonanz und weltweitem Interesse. Spielbedingungen und Organisation waren erstklassig.

 

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So sehe ich das … [23]

Warum sich der Godesberger SK aus der 2. Bundesliga zurück zieht – Eine Stellungnahme von Mannschaftsführer und Vorstandsmitglied BODO SCHMIDT

 

In der vergangenen Woche erreichte den Schach-Ticker die Nachricht, dass der Godesberger SK 1929 e.V., der mit seinen aktuell über 170 Mitgliedern zu den acht größten Schachvereinen in Deutschland gehört, sich aus der 2. Bundesliga zurück zieht. Damit wird die Gruppe West mit nur neun Teams die Saison 2015/16 bestreiten und der traditionelle Verein steht als erste Absteiger fest.

 

Wir haben den Mannschaftsführer und 2. Vorsitzenden des Godesberger SK BODO SCHMIDT um eine Stellungnahme gebeten, in der er uns die Hintergründe für diese Entscheidung erläutert. Hier ist sein Beitrag!

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Die sogenannte Spielervereinbarung hat zu einer völligen Auflösung der 1. Mannschaft des Godesberger Schachclubs geführt. Neben Dr. Hübner und mir haben drei weitere Spieler es abgelehnt, dieses Papier zu unterzeichnen. Die übrigen Spieler standen mehrheitlich diesem Papier ebenfalls sehr kritisch gegenüber, waren aber grundsätzlich bereit, zu unterzeichnen, wenn damit eine spielfähige Mannschaft hätte erhalten werden können. Deswegen hat unser Vorstand, der zu meiner Überraschung plötzlich mehrheitlich die Spielervereinbarung für richtig hält, versucht, eine Mannschaft für die 2. BL aufzustellen und hat gemeldet.

 

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So sehe ich das … [22]

So sehe ich das … [22]

Frauen-Super-Team des deutschen Vizemeister SK Schwäbisch Hall ohne Perspektive – Ein Hintergrundbeitrag vom ehemaligen SHA-Capitain MARIO MEINEL

 

Von links nach rechts: Karina Ambartsumova, Irina Bulmaga, Alina Kashlinskaya, Ekaterina Atalik, Jana Zpevakova, Deimante Daulyte

Drei Wochen sind seit meinem Radiointerview vergangen [Link: https://www.sthoerfunk.de/blog/post.php?s=2015-05-31-jetzt-steh-ich-da-habe-ein-super-team-und-keine-perspektive ]. Eine Entscheidung über das Wohl des Frauenteams konnte das Präsidium des SK Schwäbisch Hall bis heute noch nicht fällen! Das letzte E-Mail an die Damen [19. Juni] deutet jetzt auf eine Entscheidung am 31. Juli hin!

 

Laut der Jahreshauptversammlung [JHV] im April fehlen 20.000 € für das Team. Nur das Absurde an dieser Geschichte ist, das Herrenteam rüstet weiter auf. Die Großmeister Jewgeni Postny, GM Sebastian Bogner und Peter Michalik wurden neu verpflichtet. GM Dimitri Jakowenko wird wohl bleiben. Ein weiterer Chinese neben GM Li Chao b soll kommen. Die Gerüchte um einen Wechsel von Maxim Rodshtein nach SHA machen hier die Runde. Das alles, obwohl der 1. Vorsitzende Michael Riedel persönlich in der Veranstaltung zu einem rigorosen Sparkurs geraten hat.

 

Wie geht es weiter mit dem Frauenteam? Der 1. Vorsitzende Michael Riedel erlaubt nun den Damen zu wechseln! Möchte einige in der Verbandsliga Nord einbauen mit den IMs Aguetaz und Minh. In diesem B-Team spielen unsere langjährigen Freunde aus Tschechien IM Zpevak und FM Mudrak.

 

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So sehe ich das …[21]

So sehe ich das …[21]

Tugendwächterinnen – Ein Betrachtung zum „Fall“ Mihaela Sandu von WGM CARMEN VOICU-JAGODZINSKY

 

Stellungnahme Mihaela Sandu

Als ich am Samstag vor einer Woche gebeten worden bin, einige Worte über die Überraschungsfrau der ersten Turnierhälfte, meine Landsfrau Mihaela Sandu zu schreiben, lehnte ich nach kurzem Nachdenken ab. Zum einen war ich in Willingen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften als Trainerin beschäftigt. Zum anderen habe ich mit Mihaela nie viel zu tun gehabt. Sie ist vier Jahre älter als ich und gehörte daher in meiner Jugend nie zu den Spielerinnen, mit denen ich enger befreundet war. In den Jahren, in denen ich regelmäßig in der rumänischen Nationalmannschaft gespielt habe, war sie immer eine der Spielerinnen, die als Konkurrenz für mein Brett in Frage kam. Insofern haben wir vermutlich in diesen Jahren immer erleichtert darauf reagiert, wenn die jeweils andere Spielerin ein schwächeres Resultat gezeigt hat.

 

Als sie nun bei den Europameisterschaften mit sagenhaften 5/5 startete, war auch ich verblüfft. Und da ich selbst zweimal Opfer von Computerbetrug in Deutschland geworden bin, habe ich natürlich einen Blick auf ihre Partien geworfen.

 

Aber ein kurzer Blick auf die Partien zeigte, dass hier überhaupt kein Anhaltspunkt für Betrug zu finden war.

 

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So sehe ich das [20]

So sehe ich das [20]

Herbert Bastian für eine dritte Amtszeit gewählt

 

Die Schmähbriefe der Vize-Präsidenten Woltmann und Langer auf der Plattform des Hauptsponsors ChessBase haben dem Schach im allgemeinen zwar geschadet, aber die Wiederwahl von Herbert Bastian nicht verhindert.

 

Der 103. Bundeskongress des Deutschen Schachbundes hat den jetzigen Präsidenten Herbert Bastian mit 109 Stimmen bestätigt. Es gab 29 Enthaltungen und zwei ungültige Stimmen (?). Insgesamt waren es 216 Stimmberechtigte. Herbert Bastian wurde vom Landesverband Rheinland-Pfalz nominiert. Gegenkandidat Joachim Gries vom Hessischen Landesverband bekam 76 Stimmen.

 

Michael Woltmann und Michael Langer fuhren schwere Geschütze gegen den in China weilenden Präsidenten auf. Dass ausgerechnet der Hauptsponsor ChessBase den beiden Herren seine News-Plattform zur Verfügung stellte, ist mehr als merkwürdig. Die beste Antwort auf diese unseriöse Vorgehensweise der beiden Herren Langer und Woltmann war die Wiederwahl von Herbert Bastian. Es spricht für Herbert Bastian, dass er trotz der schweren Vorwürfe angetreten ist.

 

Der Schach-Ticker gratuliert herzlich Herrn Herbert Bastian zur Wiederwahl.  Hier noch einmal ein Rückblick Bericht auf der Seite des DSBTwitter

16.5.2015 – Am heutigen Montag [18. Mai] erreichte den Schach-Ticker ein Statement von DSB-Präsident Herbert Bastian, das wir gern veröffentlichen:

 

“Ich bedanke mich bei den Delegierten für ihr großartiges Engagement und für ihre Disziplin, mit der sie diesen schwierigen Kongress durchgestanden und zu einem tragfähigen Ergebnis gebracht haben. Für die kommende Periode appelliere ich an alle, sich auf unser gemeinsames Ziel der Förderung und Verbreitung des Schachsports zu besinnen und die vor uns liegenden Aufgaben mit Mut und Sachverstand anzupacken. Persönliche Befindlichkeiten dürfen uns nicht als Alibi dafür dienen, die Lösung der Sachfragen zu vernachlässigen.“

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